{"id":139,"date":"2024-01-03T12:38:21","date_gmt":"2024-01-03T12:38:21","guid":{"rendered":"https:\/\/klimaseite.info\/?page_id=139"},"modified":"2025-12-13T15:32:39","modified_gmt":"2025-12-13T15:32:39","slug":"tipps","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/klimaseite.info\/?page_id=139","title":{"rendered":"Tipps"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Klimaschutztipps<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 12.06.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Du willst mehr als bisher f\u00fcr den Klimaschutz tun, deine aktuellen Treibhaugas-Emissionen runterschrauben? Sehr gute Idee! Dann solltest du dir zun\u00e4chst die von dir verursachten Treibhausgase klar machen. Tools aus dem Internet helfen dir dabei, zum Beispiel der CO<sub>2<\/sub>-Rechner des Umweltbundesamts, auf den ich mich im Folgenden beziehe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/uba.co2-rechner.de\/de_DE\">https:\/\/uba.co2-rechner.de\/de_DE<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Diese Bilanzierung kostet dich nicht mehr als eine Stunde Zeit. Am besten suchst du dir vorab die Zahlen deines letzten Jahresverbrauchs an Strom, Heizw\u00e4rme, Benzin, etc. schon mal raus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Auf der Startseite des UBA-Rechners erkennst du in der Grafik mit dem deutschen Durchschnitt die gro\u00dfen Emissions-Bl\u00f6cke in der Reihenfolge Wohnen &amp; Strom, Mobilit\u00e4t, Ern\u00e4hrung, sonstiger Konsum und \u00f6ffentliche Emissionen. Bei Beantwortung der Fragen wird klar, was mit diesen \u00dcberschriften konkret gemeint ist. Am Ende erh\u00e4ltst du neben deinem pers\u00f6nlichen Ergebnis auch Vorschl\u00e4ge, was du zur weiteren Emissionsminderung tun k\u00f6nntest, also dein \u201epers\u00f6nliches CO<sub>2<\/sub>-Szenario\u201c. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Messlatte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Was ist der Ma\u00dfstab, an dem du dein Ergebnis messen kannst? Zun\u00e4chst mal nat\u00fcrlich der Bundesdurchschnitt, der 2023 laut diesem CO<sub>2<\/sub>-Rechner bei 10,5 Tonnen CO<sub>2<\/sub> lag, das ist ungef\u00e4hr doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt. Wenn wir Deutschen also Vorbild sein wollen, sollten wir uns mit dem Emissionslevel eines durchschnittlichen Erdenb\u00fcrgers vergleichen (etwa 5 Tonnen pro Jahr). Die Empfehlungen der Klimaforscher sind eine weitere Richtschnur. Hans Joachim Schellnhuber, eine bekannte Autorit\u00e4t auf diesem Gebiet, nennt 3 Tonnen CO<sub>2<\/sub> pro Mensch und Jahr als klimavertr\u00e4gliches Ma\u00df. Klimavertr\u00e4glich hei\u00dft aber noch nicht klimaneutral. Damit unsere restlichen Emissionen kompensiert einigerma\u00dfen werden k\u00f6nnen, w\u00e4ren 1,5 Tonnen zu erreichen. Hieran siehst du, welche Herausforderung ein sehr konsequentes Leben mit maximaler Klimaschutz-Ambition darstellt. Zumal die Rahmenbedingungen von Politik und Markt zur CO<sub>2<\/sub>-Vermeidung nicht optimal sind. So steht etwa der im Bundesemissionshandelsgesetz festgesetzte Preis f\u00fcr die durch Treib- und Brennstoffe verursachte Tonne CO<sub>2<\/sub> bei gerade mal 35 Euro. In Wirklichkeit sind die Sch\u00e4den pro freigesetzte Tonne aber wesentlich h\u00f6her anzusetzen, bei mindestens 180 Euro. Demnach ist die Verwendung von Benzin, Diesel, Erdgas und Heiz\u00f6l als fossile Energietr\u00e4ger und Emissionsquellen viel zu g\u00fcnstig. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Klimafreundliche Mobilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Auf dem Verkehrssektor liegt Deutschland seit Jahren \u00fcber dem Limit des Klimaschutzgesetzes. Bei der Wahl der Verkehrsmittel gibt es relativ klares Ranking in puncto Klimafreundlichkeit. An der Spitze liegt nat\u00fcrlich die Fortbewegung zu Fu\u00df oder mit dem Fahrrad, dann folgen der \u00f6ffentliche Nah und Fernverkehr mit Bussen, Tram, Zug, das Auto und zuletzt das Flugzeug. Deutschland ist Autoland, das Stra\u00dfennetz \u00fcbertrifft das Bahnnetz um ein Vielfaches. In St\u00e4dten gibt es zumeist einen gut ausgebauten \u00f6ffentlichen Nahverkehr, aber auf dem Land bleibt oft nichts anderes \u00fcbrig, als ein Auto zu nutzen. Neben dem G\u00fctertransport per LKW stellt die wachsende Armada von Privat- und Firmen PKW ein echtes Klimaproblem dar, zumal hier Benziner und Diesel dominieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Bilanz des Autos f\u00e4llt bei Elektroantrieb statt Verbrennermotor besser aus, vor allem bei Betankung mit 100 % \u00d6kostrom. Wenn ein neues Auto f\u00e4llig wird, kommt nur ein reines Elektro-Fahrzeug infrage. Verbrenner sind out, Hybride gaukeln Klimaschutz nur vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Beim Flieger gibt es auf absehbare Zeit keine klimafreundlichen Treibstoffe zu bezahlbaren Preisen. Also muss hier gelten: m\u00f6glichst vermeiden, keine Inlandsfl\u00fcge, Fernfl\u00fcge maximal einmal im Jahr und \u00fcber \u201eAtmosfair\u201c kompensieren. Auf deren Website atmosfair.de k\u00f6nnt ihr die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen ablesen. Ein Hin- und R\u00fcckflug von Berlin nach Singapur verursacht schon eine Tonne CO<sub>2<\/sub>, das entspricht 5 Jahre Autofahren mit einem Mittelklassewagen (Verbrenner, 12.000 km pro Jahr). Bei mehreren Fernfl\u00fcgen pro Jahr wird es also schon schwierig, \u00fcberhaupt den deutschen Durchschnitt beim CO<sub>2<\/sub> zu erreichen. Naherholung geht vor Fernreisen. Wenn eine Fernreise sein muss, dann nimm die Zeit, das f\u00f6rdert auch den Erholungseffekt! Au\u00dferdem sch\u00e4tzt Urlaubsland sch\u00e4tzt Touristen, die sich auf Land und Leute einlassen. Entsprechend w\u00e4chst der Widerstand gegen Kreuzfahrschiffe in Venedig, Barcelona und anderen K\u00fcsten-St\u00e4dten, die Tausende von Tagestouristen an Land spucken. Mal schnell zum Shoppen nach Paris jetten? Verursacht viel CO<sub>2 <\/sub>und reichlich Stress!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Vom Produkt zum Abfall<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Womit wir Thema \u201eKonsum\u201c w\u00e4ren. Die Werbung suggeriert uns, was wir alles br\u00e4uchten. Beim n\u00e4chsten Umzug merken wir dann, was wirklich gebraucht wird und was sich so alles angesammelt hat. Das meiste davon brauchen wir aber gar nicht. Beim Kauf von Notwendigem lohnt es sich auf kurze Transportwege, Qualit\u00e4t, Langlebigkeit, Reparierbarkeit zu achten. Billigprodukte, \u00fcbers Internet bezogen, sind oft weder nachhaltig produziert, noch halten sie lange. M\u00fcll vermeiden, trennen, recyclen: Diese Reihenfolge solltest du beherzigen. Vieles l\u00e4sst sich zwar aufbereiten und wiederverwerten, aber Recycling ist immer mit Transport, Energieverbrauch und Emissionen verbunden. \u201eZero waste\u201c ist sehr schwierig, w\u00e4re aber das Fernziel. Der Anfang kann sein: Mehrweg- statt Einwegverpackungen, Plastik meiden. Gut recycelbare Stoffe wie Papier, Metall und Glas gehen vor Plastik, das oft in der M\u00fcllverbrennung oder gar in fernen L\u00e4ndern landet. Oder &#8211; im Falle des Recyclings- nur noch f\u00fcr Downcycling-Produkte taugt. Auch eine L\u00f6sung: gebrauchte Sachen kaufen, Ger\u00e4tschaften in der Nachbarschaft oder Tauschb\u00f6rse ausleihen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wohnen und Bauen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Schauen wir auf den zweiten problematischen Emissionssektor: die Geb\u00e4ude. Jeder Mensch braucht nat\u00fcrlich ein Dach \u00fcber dem Kopf, das Haus sollte jedoch gut ged\u00e4mmt sein, um den W\u00e4rmeverlust zu reduzieren. Beim Neubau empfiehlt sich der KfW Effizienzhaus 40 Standard. Aber auch die Wohnfl\u00e4che pro Person und die Baustoffe wirken sich auf die Klimabilanz aus. Faustregel: Wohnen im Mehrfamilien- ist besser als im Einfamilienhaus; Holz ist klimafreundlicher als Stein oder Beton.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Da selbst beim hocheffizienten Passivhaus noch W\u00e4rmeenergie f\u00fcr Heizung und Warmwasserbereitung, Strom f\u00fcr Beleuchtung und Ger\u00e4te gebraucht wird, sollte diese Energie nicht aus fossilen, sondern ganz oder gr\u00f6\u00dftenteils aus erneuerbaren Quellen stammen, damit pro Kilowattstunde W\u00e4rme oder Strom m\u00f6glichst wenig CO<sub>2<\/sub> anf\u00e4llt. Als Mieter kannst du zumindest den Stromanbieter frei w\u00e4hlen und 100 % \u00d6kostrom beziehen. Eigent\u00fcmer lassen das Geb\u00e4ude an die Fernw\u00e4rme anschlie\u00dfen oder tauschen die alte \u00d6lheizung gegen eine W\u00e4rmepumpe und installieren eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, um einige Optionen zu nennen. Die Empfehlung lautet also: energieeffiziente Geb\u00e4ude, klimafreundliche Baustoffe und Energietr\u00e4ger! Im Betrieb gilt dann: stromsparende Ger\u00e4te, richtiges Heizen und L\u00fcften schonen den Geldbeutel und das Klima! Gegen\u00fcber einem Neubau mit gleicher Geschossfl\u00e4che kann die Sanierung von Bestandsgeb\u00e4uden CO<sub>2 <\/sub>einsparen. Allerdings geht die Rechnung nur auf, wenn die meisten Raumzuschnitte so bleiben, wie sie sind. Auch der Einbau klimafreundlicher Technik wie Fu\u00dfbodenheizung oder L\u00fcftungsanlage kann im Bestand sehr aufw\u00e4ndig sein und beim Denkmalschutz sind dem Fenstertausch und der W\u00e4rmed\u00e4mmung oft Grenzen gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ern\u00e4hrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Beim Kauf von Lebensmittel und der Ern\u00e4hrung ist ebenfalls einiges an Treibhausgasen einzusparen, vor allem durch fleischarme Kost. Tierisches Eiwei\u00df kann ohne weiteres durch pflanzliches ersetzt werden. Dass Vegetarier in der Regel ges\u00fcnder als Fleischesser leben, scheint sich allm\u00e4hlich herumzusprechen, denn in den letzten Jahren ging der Fleischkonsum in Deutschland merklich zur\u00fcck. Empfehlungen f\u00fcr Einkauf und Ern\u00e4hrung:&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">Fleischarme Kost, besser vegetarische<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Frische Lebensmittel (dann bleiben Geschmack und Vitamine erhalten)<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Regionale Herstellung (kurze Wege, wenig CO<sub>2<\/sub> durch Transport)<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Bio-Lebensmittel (kommt der Artenvielfalt und dem Humusaufbau des Bodens als CO<sub>2<\/sub>-Speicher zugute)<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Produkte mit wenigen Verarbeitungsschritten (die sind mit Energieaufwand verbunden) und wenig Verpackung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Geld und Leben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Nicht im CO<sub>2<\/sub>-Rechner aufgef\u00fchrt, aber eine \u00dcberlegung wert ist die Geldanlage. Arbeitet dein Geld f\u00fcr den Klimaschutz oder eher dagegen? Wei\u00dft du, was die Bank, die Versicherung oder die &nbsp;Fondsgesellschaft mit deinem Geld macht? Ob Geldanlagen oder Beteiligungen an fossilen Energietr\u00e4gern, Mineral\u00f6lkonzernen und R\u00fcstungsfirmen explizit ausgeschlossen sind? Es gibt inzwischen ein breites Angebot ethisch-\u00f6kologischer Geldanlagen und Banken mit entsprechenden Selbstverpflichtungen. Viele Nachhaltigkeitsfonds nehmen es allerdings mit der Transparenz nicht so genau. Publikationen wie Finanztest, unabh\u00e4ngige Berater oder die Verbraucherzentralen unterst\u00fctzen Sie bei der Recherche. Geld regiert die Welt? Ja, lass deines mitregieren! \u00dcbrigens: Das Bitcoin-Sch\u00fcrfen verbraucht weltweit im Jahr schon mehr Strom als L\u00e4nder wie Belgien oder Finnland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Zum guten Schluss<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Lass dich nicht von hochgesteckten Zielen entmutigen! Die Politik beschlie\u00dft oft sch\u00f6ne Klimaschutzziele, aber bleibt dann zielf\u00fchrende Ma\u00dfnahmen, Gelder und Programme schuldig. Nat\u00fcrlich kommt auf die Umsetzung der Ziele und der guten Vors\u00e4tze an, auf das Handeln im Alltag. Jede Tonne CO<sub>2<\/sub> weniger hilft. Auch kleine Beitr\u00e4ge z\u00e4hlen, vor allem, wenn viele Menschen ihre Treibhausgas-Emissionen mindern. Die Masse macht\u00b4s. Manche deiner Entscheidungen pr\u00e4gen die Klimabilanz f\u00fcr Jahre, vor allem gr\u00f6\u00dfere Investitionen wie der Kauf von Wohnung, Haus, Auto etc. und gr\u00f6\u00dfere Geldanlagen (Aktien, Fonds, etc). Insofern lohnen sich hier Vorausdenken und gute Planung. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a data-type=\"page\" data-id=\"74\" href=\"https:\/\/klimaseite.info\/?page_id=74\">Websites<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/klimaseite.info\/?page_id=67\" data-type=\"page\" data-id=\"67\">Literatur<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimaschutztipps klimaseite.info, 12.06.2024 Du willst mehr als bisher f\u00fcr den Klimaschutz tun, deine aktuellen Treibhaugas-Emissionen runterschrauben? Sehr gute Idee! Dann solltest du dir zun\u00e4chst die von dir verursachten Treibhausgase klar machen. 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