{"id":214,"date":"2024-01-16T16:11:36","date_gmt":"2024-01-16T16:11:36","guid":{"rendered":"https:\/\/klimaseite.info\/?page_id=214"},"modified":"2026-07-01T10:09:54","modified_gmt":"2026-07-01T10:09:54","slug":"hintergrund-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/klimaseite.info\/?page_id=214","title":{"rendered":"Hintergrund"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCF5284-3-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-215\" srcset=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCF5284-3-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCF5284-3-300x200.jpg 300w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCF5284-3-768x512.jpg 768w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCF5284-3-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCF5284-3-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-63543dc97eb9f97b795ff640cbde58c1 wp-block-paragraph\"><strong>Hitzeschutz in \u00fcberhitzten St\u00e4dten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-3c6c1b3cab8d226fa43d8146f409bad3 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 30.06.2026<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-1af2d80a7d67be5b79e9c4137289afe3 wp-block-paragraph\">Eine lange Hitzewelle hatte Deutschland in der zweiten Junih\u00e4lfte fest im Griff. Stadtbewohner haben da ein besonderes Problem. Wegen der hohen Versiegelung werden vor allem die Stadtzentren deutlich w\u00e4rmer als das Umland. Denn Asphalt, D\u00e4cher, Pflaster, Mauern saugen die Sonnenw\u00e4rme tags\u00fcber f\u00f6rmlich auf, um sie nachts wieder abzugeben. St\u00e4dte bilden \u201eHitzeinseln\u201c im Vergleich zur Umgebung und die vom Klimawandel verursachten Hitzewellen versch\u00e4rfen die ohnehin schwierige Situation der hochversiegelten St\u00e4dte. Die Zahl der Hitzetage \u00fcber 30 Grad Celsius und der Tropenn\u00e4chte \u00fcber 20 Grad hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erh\u00f6ht. In M\u00fcnchen beispielsweise haben sich die Hitzetage seit den 60er Jahren fast vervierfacht. Wenn Stadtbewohner unter Hitze leiden, kommen von Presse und Beh\u00f6rden n\u00fctzliche Tipps zur Gesundheitsvorsorge, Karten mit k\u00fchlen Orten sind im Internet verf\u00fcgbar, was aber alles nichts an den strukturellen Problemen der St\u00e4dte \u00e4ndert. Sie nicht in der Mehrzahl ungen\u00fcgend an dieses Extremwetter angepasst.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-abdcb2eac91ef5bee853daea6f27ede0 wp-block-paragraph\"><strong>Geb\u00e4ude vor Hitze sch\u00fctzen<\/strong><br>Die Sonne erw\u00e4rmt Wohn- oder B\u00fcror\u00e4ume am schnellsten \u00fcber Fenster, Fenstert\u00fcren, Dachfenster etc., also \u00fcber transparente Fl\u00e4chen, die gleichzeitig tags\u00fcber f\u00fcr Helligkeit sorgen. Diese Einfallstore f\u00fcr W\u00e4rme gilt es so zu gestalten, dass zwar die nat\u00fcrliche Belichtung sichergestellt ist, aber dabei nicht \u00fcbertrieben wird. Vollverglaste Fassaden sind im gewerblichen Bereich jedoch noch gang und g\u00e4be. Sie bieten aber nicht nur der Sonne reichlich Angriffsfl\u00e4che, sondern halten auch die Heizw\u00e4rme im Winter schlechter im Geb\u00e4ude als massive Au\u00dfenw\u00e4nde mit W\u00e4rmed\u00e4mmung, bei denen die D\u00e4mmschicht auch das Eindringen der Sonnenw\u00e4rme verz\u00f6gert. Au\u00dfenjalousien sind au\u00dfer an der Nordseite ohnehin ein Muss. Wenn an der S\u00fcdseite Balkone sind, halten diese die hochstehende Sommersonne von den Fenstern fern. Oft sieht man auch Markisen oder Sonnenschirme auf Balkonen, die den gleichen Zweck erf\u00fcllen k\u00f6nnen.<br>Wenn die Solarstrahlung die Scheiben durchquert hat, wird die Sonnenw\u00e4rme vor allem in W\u00e4nden, Decken und Steinb\u00f6den eingespeichert. Zehn Minuten L\u00fcften reichen bei \u00fcberw\u00e4rmten R\u00e4umen zur Abk\u00fchlung nicht aus; vor allem nicht, wenn der Temperaturunterschied zwischen au\u00dfen und innen gering ist. Deshalb empfiehlt es sich, bei bevorstehenden Hitzetagen vor Sonnenaufgang eine Stunde alle Fenster zu \u00f6ffnen, sie dann zu schlie\u00dfen und tags\u00fcber nur noch (wenn m\u00f6glich) \u00fcber Flure und Treppenh\u00e4user zu l\u00fcften. In manchen Nichtwohngeb\u00e4uden ist die Nachtl\u00fcftung bereits automatisch geregelt. Allerdings st\u00f6\u00dft das n\u00e4chtliche L\u00fcften in Tropenn\u00e4chten, wenn das Thermometer selbst kurz vor Sonnenaufgang noch \u00fcber 20 Grad zeigt, an Grenzen. Bei Sommerhitze ist in vielen F\u00e4llen eine aktive K\u00fchlung \u00fcber Klimaanlagen notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-25e21a52c5649ca35dd32cb3824a75ea wp-block-paragraph\"><br><strong>Passive und aktive K\u00fchlung<\/strong><br>Denn wenn viele Menschen auf beschr\u00e4nktem Raum zusammenkommen, reicht baulicher Sonnenschutz und gutes L\u00fcftungsverhalten nicht aus, da muss maschinelle K\u00fchlung eingeplant oder nachger\u00fcstet werden. Insbesondere \u00e4ltere Pflege- und Seniorenheime, Schulen, Universit\u00e4ten und Kliniken haben diese Technik jedoch entweder gar nicht zur Verf\u00fcgung oder nicht fl\u00e4chendeckend. Absehbar werden Klimaanlagen k\u00fcnftig auch in Wohngeb\u00e4uden eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen. Dabei muss die K\u00fchlung nicht immer \u00fcber die Bel\u00fcftung erfolgen, wasserdurchstr\u00f6mte Decke oder W\u00e4nde haben sich ebenfalls bew\u00e4hrt.<br>Ebenso wie helle, reflektierende Anstriche d\u00e4mpfen Gr\u00fcnd\u00e4cher und Fassadenbegr\u00fcnung im Sommer zwar die W\u00e4rmeaufnahme \u00fcber die Geb\u00e4udeh\u00fclle und bremsen die Erw\u00e4rmung der Innenr\u00e4ume. Final verhindern l\u00e4sst sie sich durch diese passive K\u00fchlung aber nicht, weil die Fenster bei der W\u00e4rmeaufnahme die zentrale Rolle spielen. Dennoch sollten Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer und Bauherrn diese Chancen nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-45a987c9a1db524813c5dad929e16641 wp-block-paragraph\"><br><strong>Mehr B\u00e4ume auf Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze<\/strong><br>B\u00e4ume sind oft verkannte Dienstleister. Sie bieten Lebensraum f\u00fcr Tiere, tragen also zur Biodiversit\u00e4t bei, emittieren Sauerstoff, speichern das Klimagas Kohlendioxid und filtern mit den Bl\u00e4ttern Staub aus der Luft. Bei Hitze sorgen sie f\u00fcr Beschattung und k\u00fchlen zus\u00e4tzlich aktiv durch die Verdunstungsk\u00fchlung \u00fcber die Bl\u00e4tter. Es macht durchaus einen Unterschied, ob man im Biergarten unter einem Sonnenschirm oder unter einer alten Kastanie sitzt. Wenn diese nat\u00fcrlichen Klimaanlagen ausreichend Platz f\u00fcr die Wurzeln haben, -das Wurzel-Volumen entspricht in etwa dem der Krone- kommen sie auch ohne k\u00fcnstliche Bew\u00e4sserung aus. In M\u00fcnchen ist eine 36 Kubikmeter gro\u00dfe Pflanzgrube bei Baumpflanzungen die Regel. Beton-Lochplatten oder Eisengitter erm\u00f6glichen eine Nutzung der Fl\u00e4che unter den B\u00e4umen, ohne dass der Boden zu sehr verdichtet wird.<br>Das Problem der fortschreitenden Bodenversiegelung ist seit Jahren bekannt, ohne dass eine Trendumkehr in Sicht w\u00e4re. Fortlaufend entstehen neue Stra\u00dfen, Wohngeb\u00e4ude, Gewerbebauten; auf dem Land, wo viel Fl\u00e4che zur Verf\u00fcgung steht, oft noch schneller als in der Stadt. Weil wir zus\u00e4tzliche Wohnungen brauchen, ist nat\u00fcrlich an einen Abriss von Wohngeb\u00e4uden nicht zu denken. Selten werden Gewerbefl\u00e4chen in Parks verwandelt, denn in aller Regel wollen die Grundbesitzer da neues Gewerbe sehen. So ist in den St\u00e4dten kaum Platz f\u00fcr neue Gr\u00fcnfl\u00e4chen oder Parks, vor allem in den Zentren nicht, obwohl der Bedarf da am gr\u00f6\u00dften w\u00e4re. Das hitzed\u00e4mpfende Wechselspiel aus Regenwasserversickerung und Verdunstung ist aber nur auf entsiegelten Fl\u00e4chen m\u00f6glich. Sie bieten auch die Chance zur Neubildung von Grundwasser. Nach dem Motto \u201ePlatz f\u00fcr Gr\u00fcn ist selbst auf der kleinsten Fl\u00e4che\u201c ist die Stadt Wien dazu \u00fcbergegangen, manchmal nur 100 Quadratmeter gro\u00dfe Restfl\u00e4chen mit B\u00e4umen, B\u00fcschen und anderen Pflanzen zu begr\u00fcnen. So sind mittlerweile 14 \u201eWiener W\u00e4ldchen\u201c entstanden, die sich anderswo, wie etwa in Frankfurt \u201eTiny Forrest\u201c nennen. Wien bietet an zahlreichen Stellen auch neben Brunnen auch Spr\u00fchnebel oder Nebelduschen. S\u00fcdliche St\u00e4dte setzen auf die \u00dcberspannung einzelner Stra\u00dfen mit Sonnensegeln. Solche Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen zwar punktuell helfen, aber keine gro\u00dffl\u00e4chige Begr\u00fcnung der St\u00e4dte durch systematische Baumpflanzungen ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-67d9093240039beabfaae7e892611b72 wp-block-paragraph\"><br><strong>Hitze als Verkehrsproblem<\/strong><br>Hitzewellen betreffen den Verkehr, wenn die Deckschicht von Autobahnen aufplatzt, Tramschienen sich l\u00f6sen und die Bahnschienen sich verbiegen. Darauf kann man wahrscheinlich mit hitzebest\u00e4ndigerem Material reagieren. Hitzeschutz im Sinne der Versorge muss aber bereits bei der Verkehrs- und Stadtplanung ansetzen. Wir brauchen in den St\u00e4dten eine Neuverteilung der Fl\u00e4chen mit Bevorzugung der Alternativen zum Auto. Gr\u00fcnere St\u00e4dte mit mehr B\u00e4umen hei\u00dft deshalb automatisch: weniger Autos. Schlie\u00dflich will keiner H\u00e4user abrei\u00dfen, um den notwendigen Platz zu schaffen.<br>Autos, vor allem Verbrennerfahrzeuge, leisten einen nicht unerheblichen Beitrag zu \u00fcberhitzten St\u00e4dten. Beim Verbrenner strahlt der Motor W\u00e4rme ab und die Abgase stellen eine weitere W\u00e4rmequelle dar. Wenn der Pkw in der Sonne parkt, erw\u00e4rmt sich das Wageninnere stark, Temperaturen bis 60 Grad Celsius k\u00f6nnen entstehen. Diese W\u00e4rme wird beim Losfahren \u00fcber die Fenster abgel\u00fcftet. Wenn der Wagen \u00fcber Nacht parkt, k\u00fchlt er sich nat\u00fcrlich ab, was ebenfalls nichts anderes hei\u00dft, als dass die W\u00e4rme in die Umgebung entweicht. F\u00fcr Anwohner macht es deshalb einen f\u00fchlbaren Unterschied, ob in der Stra\u00dfe vor dem Haus Autos parken oder B\u00e4ume stehen. Nur ein subjektiver Eindruck? Nein, der Temperaturunterschied wurde in Wien und Manchester durch Messprogramme nachgewiesen.<br>Das Stadtbild ist in Deutschland stark vom Auto gepr\u00e4gt. Pkw belegen den gr\u00f6\u00dften Teil des Stra\u00dfenraums zwischen den Geb\u00e4udereihen. Dennoch muss in unseren St\u00e4dten um jeden Quadratmeter Fahrspur und jeden Parkplatz gek\u00e4mpft werden, weil der Pkw-Bestand stetig gewachsen ist. Insofern mutet die Selbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der Autofahrer einen freien und g\u00fcnstigen Stellplatz im \u00f6ffentlichen Raum erwarten, etwas skurril an. Tats\u00e4chlich ist in unserem Autoland das knappe Gut \u00f6ffentlicher Parkplatz im Schnitt zu billig. In Nachbarl\u00e4ndern m\u00fcssen Autofahrer oft deutlich mehr berappen.<br>Diese Auto-Dominanz hat mehrere negative Folgen. Verbrenner-Autos verursachen im Betrieb neben diversen Luftschadstoffen, wie Feinstaub oder Stickoxide, auch das Klimagas Kohlendioxid, das die Erderw\u00e4rmung antreibt. Und gleichzeitig tragen sie unmittelbar zur Erw\u00e4rmung ihrer Umgebung bei. Das hat schon eine gewisse Perfidie, die wenigsten Autofahrern bewusst sein d\u00fcrfte, f\u00fcr die sich das Hitzeproblem nach Einschalten der Klimaanlage erledigt hat, wohingegen die allermeisten Wohnh\u00e4user keine Klimatisierung haben.<br>Hinzu kommt ein indirekter Effekt: Der Autoverkehr tr\u00e4gt nicht unerheblich zu Fl\u00e4chenversiegelung bei. Nat\u00fcrlich brauchen Busse, Trambahnen auch Fahrspuren und Abstellfl\u00e4chen, die Wege von Fu\u00dfg\u00e4ngern und Radfahrern sind ebenfalls \u00fcberwiegend versiegelt. Aber der Fl\u00e4chenanspruch pro (transportierte) Person ist im Schnitt doch deutlich niedriger als bei Pkw, ob er f\u00e4hrt oder steht. Ja, wir m\u00fcssen \u00fcber die effiziente Nutzung von in den St\u00e4dten extrem knappen Fl\u00e4chen ebenso reden wie \u00fcber die effiziente Verwendung \u00f6ffentlicher Mittel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-0be5897dd85bfe95da362f1a43bc06a8 wp-block-paragraph\"><br><strong>B\u00e4ume sind es uns wert<\/strong><br>Denn B\u00e4ume im Stra\u00dfenraum beanspruchen nicht nur Platz, sondern sind auch nicht ganz billig. In M\u00fcnchen geht das von 5.000 Euro pro Baumpflanzung in Gr\u00fcnanlagen oder bei Baumstreifen los und reicht bis 80.000 Euro auf versiegelten Fl\u00e4chen, wenn Stra\u00dfenbelag oder Pflaster entfernt werden muss, Erde und Substrat angekarrt wird und vielleicht auch noch Leitungen im Untergrund neu verlegt werden m\u00fcssen. Im Schnitt rechnet die Stadtverwaltung in diesen F\u00e4llen mit Kosten von 40.000 Euro pro Baum. An manchen Stellen in historischen Altst\u00e4dten setzt auch der Denkmalschutz Grenzen. Aber dessen Weigerung, sich dem \u201eZeitgeist\u201c anzupassen, so die Oberste Denkmalschutzbeh\u00f6rde im Fall der M\u00fcnchner Ludwigstra\u00dfe, verkennt nat\u00fcrlich, dass es nicht um irgendeine Mode geht, sondern um eine Zeitenwende, die wir mit dem menschgemachten Klimawandel eingeleitet haben. Klimaanpassung ist schlicht zu einer \u00dcberlebensfrage geworden. Denn die hitzebedingte \u00dcbersterblichkeit liegt laut Robert-Koch-Institut bei 3.300 Todesf\u00e4llen im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Eine besorgniserregende Zahl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-812fb17f926af3cc2a4384b1fc968239 wp-block-paragraph\"><br><strong>B\u00fcrger fordern B\u00e4ume<\/strong><br>Laut einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) von 195 deutschen St\u00e4dten hat Berlin relativ gute Werte bei Baumkronen\u00fcberdeckung und Fl\u00e4chenversiegelung. Damit sei die Berliner Bev\u00f6lkerung nicht so stark von Hitze betroffen, als bei der Mehrzahl der St\u00e4dte. Allerdings sind auch in Berlin \u00fcber die Jahre viele B\u00e4ume verloren gegangen. Dieser Trend scheint jetzt gestoppt. Denn im November 2025 hat das Berliner Abgeordnetenhaus mit dem Klimaanpassungsgesetz die Forderungen eines geplanten Volksbegehrens \u00fcbernommen. Bis 2040 soll in den Stra\u00dfen Berlins beidseitig bzw. auf den Mittelstreifen alle 15 Meter ein Baum stehen. Nach diesem Erfolg hat der bundesweite Verein \u201eBaumentscheid\u201c auch in M\u00fcnchen ein B\u00fcrgerbegehren initiiert, f\u00fcr das momentan Unterschriften gesammelt werden. Darin werden zus\u00e4tzlich 20.000 B\u00e4ume innerhalb des Mittleren Rings bis 2040 gefordert. So soll die \u201eVision\u201c der Stadt f\u00fcr 2050, 30 Prozent Baum\u00fcberdeckung von Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen zu schaffen, 10 Jahre fr\u00fcher erreicht werden. Laut DUH steht M\u00fcnchen hier nur bei durchschnittlich 25,6 Prozent, wobei die Altstadt sicher darunter liegt, einige Viertel am Stadtrand hingegen dar\u00fcber. Berlin ist mit 32,1 Prozent zwar hinter dem Spitzenreiter Potsdam mit 33,8 Prozent, aber vor M\u00fcnchen platziert. Nach diesem Ranking ist Kiel insgesamt am besten an Hitze angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-aa1d65027e6097e748d428aad63ff80a wp-block-paragraph\"><br><strong>Hitzeschutz als Aufgabe f\u00fcr Kommunen<\/strong><br>Wenn die St\u00e4dte gr\u00fcner werden, profitieren die Bewohner durch eine h\u00f6here Lebensqualit\u00e4t, mit besserer Gesundheit und sie k\u00f6nnen sich auch bei Hitze freier auf Stra\u00dfen oder Pl\u00e4tzen bewegen.<br>Hitze als Gefahr f\u00fcr Leib und Leben wurde lange untersch\u00e4tzt. Dass Hitze krank macht und sogar t\u00f6dlich sein kann, d\u00fcrfte vielen nun bewusst geworden sein. Der Sommer 2026 wird wahrscheinlich einen Wendepunkt in der Wahrnehmung von Politik und Gesellschaft darstellen, so wie die \u00dcberschwemmung des Ahrtals im Juli 2021 hinsichtlich der Risiken von Starkregen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Besserung schon absehbar w\u00e4re. Einige Ma\u00dfnahmen und der Beschluss von Hitzeaktionspl\u00e4nen sind zwar relativ schnell m\u00f6glich, die Nachr\u00fcstung \u00e4lterer Geb\u00e4ude wird aber dauern und viel Geld kosten. Das gilt auch und verst\u00e4rkt f\u00fcr den notwendigen Umbau und die Neuverteilung der Fl\u00e4chen in den St\u00e4dten. Kommunen stehen vor einer gro\u00dfen, wenn nicht gewaltigen Aufgabe; bei der Klimaanpassung allgemein und beim Hitzeschutz im Speziellen. Kein Wunder, dass der Deutsche St\u00e4dtetag angesichts klammer Kassen die Unterst\u00fctzung des Bunds einfordert. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eHitzebedingte Mortalit\u00e4t in Deutschland 2023 und 2024\u201c, Epidemiologisches Bulletin 19\/2025, Robert Koch Institut&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eHitze-Check der Deutschen Umwelthilfe: Fast eine Million B\u00e4ume aus deutschen St\u00e4dten verschwunden\u201c, Pressemitteilung der DUH, www.duh.de, 09.06.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eOhne handlungsf\u00e4hige Kommunen kein Hitzeschutz\u201c, Pressemeldung des Deutschen St\u00e4dtetags, 29.06.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-33c5d07ad14dbeef3c1d0fd3d5773c00 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;line-height:0.9\"><strong>Stromsystem<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-43711dabc636ceef69abee4e0d385a83 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;line-height:0.9\"><strong>Brauchen wir neue Kraftwerke?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 29.05.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-2e62b7463223ffeb8be465ef6519f9e7 wp-block-paragraph\">Die Diskussion \u00fcber neue Kraftwerke, sei es Gas- oder Atomkraft, verengt den Blickwinkel, denn wir haben in Deutschland f\u00fcr Strom kein Erzeugungs-, sondern ein Netz- und Verteilungsproblem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e0fc90945b088dd0323989196cb9ad6b wp-block-paragraph\">2025 mussten 4,2 Prozent des (Netto-)Stromverbrauchs importiert werden, aber gleichzeitig ging dieselbe, von Solar- und Windkraftanlagen erzeugte Strommenge verloren. Denn diese Kraftwerke werden abgeregelt, weil das \u00dcbertragungsnetz das Verteilnetz \u00fcberlastet und nicht aufnahmef\u00e4hig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4600671102cbfac62c3372956e61d513 wp-block-paragraph\"><strong>Es hakt im System<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5e54f93a2641c9553bd7a107018a3d3b wp-block-paragraph\">Netzausbau- und Ert\u00fcchtigung gehen in Deutschland zu langsam. Auch der Rollout der intelligenten Stromz\u00e4hler in den Haushalten, den Smart -Metern geht nur schleppend voran. Strom per Wallbox f\u00fcr das Elektroauto entnehmen und nicht verbrauchtem Strom wieder ins Netz einspeisen: Dazu sind Smart Meter notwendig. Sie machen die Einbahnstra\u00dfe Stromnetz zu einer zweispurigen Stra\u00dfe. W\u00e4hrend in Deutschland gerade mal 5,5 Prozent der Haushalte einen Smart Meter haben, sind andere L\u00e4nder viel weiter. In Schweden, Finnland, Italien und Spanien ist der \u201eRollout\u201c dieser Ger\u00e4te fast schon komplett.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5a1f21d8405264a2fa8e8a0ed473b52f wp-block-paragraph\">Strom aus Photovoltaik und Windkraftanlagen steht nicht immer an jedem Ort und zu zur Verf\u00fcgung. Aber die beiden Naturkr\u00e4fte erg\u00e4nzen sich gegenseitig. Oft k\u00f6nnen die Berge bei der Windkraft die T\u00e4ler bei der Photovoltaik ausgleichen und umgekehrt. Aber dieses Ausgleichs-Potenzial kommt ein Deutschland nicht richtig zur Geltung solange das Gros der Windr\u00e4der im Norden, die PV-Leistung aber \u00fcberwiegend im S\u00fcden der Republik situiert ist und gleichzeitig wichtige \u00dcbertragungsleitungen (S\u00fcdlink, S\u00fcdostlink) fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4c25d4d0708ba471018016ba71adfdd0 wp-block-paragraph\"><strong>Keine Angst vor Dunkelflauten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-00b7961fc9b30cbb9390fbf39b7e6eef wp-block-paragraph\">Ein Totalausfall von Photovoltaik und Windkraftanlagen, die sogenannte \u201eDunkelflaute,\u201c ist in Deutschland selten geworden. Wenn man sie definiert als einen Zeitraum von 48 h, in dem kaum und kein Solar- und Windstrom erzeugt wird, dann war die 2025 die l\u00e4ngste Dunkelflaute 89 Stunden, also knapp vier Tage lang. (4) Damit werden die geplanten Reservekraftwerke begr\u00fcndet. Kritischer als solche Ausnahmesituationen sind aber die Engp\u00e4sse aufgrund der Netzdefizite. Wird viel Windstrom im Norden produziert, aber im S\u00fcden \u00fcbersteigt die Nachfrage das Stromangebot, m\u00fcssen Windkraftwerke abgeregelt und im S\u00fcden daf\u00fcr andere Kraftwerke hochgefahren werden), um die Engstelle im Netz auszugleichen (\u201eRedispatch\u201c). 2025 kostet der Redispatch ca. 3 Mrd. Euro. \u201eUnd jedes Mal, wenn ein fossiles Kraftwerk zugeschaltet werden muss, weil die Erneuerbaren oder Speicher den Bedarf nicht decken k\u00f6nnen, ist Strom an der B\u00f6rse teurer.\u201c (2)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-eb06680c02f7bbd29a0dc35df7d0c7cf wp-block-paragraph\">Der Thinktank Agora Energiewende kommt bei seiner Analyse des Stromsystems zu dem Ergebnis, dass der weit \u00fcberwiegende Teil des \u00d6ko-Stroms, n\u00e4mlich 96 bis 97 Prozent, in Deutschland verl\u00e4sslich zu den Verbrauchern gelangt. W\u00e4hrend die Engp\u00e4sse in der Vergangenheit \u00fcberwiegend das \u00dcbertragungsnetz betrafen, treten sie inzwischen zunehmend im Verteilnetz auf. Aber: Engpassmanagement und Redispatch geh\u00f6rten zu einem effizienten Netzbetrieb dazu. Der Kostenanteil f\u00fcr Engpassmanagement und Redispatch sei mit etwa 10 Prozent an den Netzkosten moderat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-57954159c5de0b0a0bab2676a0658b7d wp-block-paragraph\"><strong>Erneuerbare Energien zeigen den Weg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-f629e5f7fa26c448a702aeb313a12508 wp-block-paragraph\">\u201eF\u00fcr langfristig g\u00fcnstige Strompreise und ein resilientes Energiesystem muss sich der Netzausbau am Tempo der Erneuerbaren orientieren \u2013 nicht umgekehrt. Wenn ein Netzgebiet bereits ab einer Abregelungsquote von drei Prozent als Engpassgebiet eingestuft wird, sind weite Teile des Netzes betroffen.\u201c (3)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-42bdbf55786a81b79433a8bc2082fa63 wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, die entsprechenden Pl\u00e4ne der Bundesregierung w\u00fcrden die EE-Anlagen gro\u00dffl\u00e4chig betreffen. Welcher Investor nimmt da noch Geld in die Hand, wenn er bef\u00fcrchten muss, dass er in Engpassgebieten bis zu 10 Jahren nicht mehr einspeisen darf? Zumal sich diese anlog zum Netzausbau auch verschieben k\u00f6nnen. Insofern kritisiert Agora Energiewende die Festsetzung der Engpassgebieten durch das Bundeswirtschaftsministerium und die mangelnde Transparenz seitens der Netzbetreiber als Investitionshindernis f\u00fcr \u00d6kostrom-Anlagen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-d3f256eb366d9319f38ffa5627ee7bfb wp-block-paragraph\"><strong>Der Nutzen von Stromspeichern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4ad2a6186dd3bb2432cbb227579caf26 wp-block-paragraph\">Neben dem Netzausbau ist aber auch der Ausbau von Speicherkapazit\u00e4ten wichtig. Gro\u00dfe Batteriespeicher sind \u201enetzdienlich\u201c. Das hei\u00dft sie k\u00f6nnen Stromausf\u00e4lle kompensieren, zumindest f\u00fcr einige Stunden die notwendige Leistung bereitstellen und so Kraftwerke bis zu einem gewissen Grad ersetzen. Daraus ergibt sich ein nicht unerheblicher volkswirtschaftlicher Nutzen. (6) Allerdings schneidet Wirtschaftsministerin Reiche die Ausschreibung der 12 GW zus\u00e4tzlicher Reservekapazit\u00e4t \u00fcberwiegend und gar nicht \u201etechnologieoffen\u201c auf Gaskraftwerke zu.&nbsp; Obwohl die Bundesnetzagentur von einem deutlichen Ausbau der gro\u00dfen Stromspeicher von 2,4 GW (Stand Okt. 2025) auf ca. 24 GW im Jahr 2037 ausgeht, ist die Branche verunsichert, ob der Zuwachs von der Bundesregierung gewollt ist. (5) Viele Speicher-Projekte stecken derzeit in der Pipeline. &nbsp;(1)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-8f5746388922b0acb8126a4804f4014f wp-block-paragraph\">Da Erneuerbare Energien und \u00d6kostrom immer noch und immer wieder als Kostenproblem wahrgenommen werden und Kritiker so tun, als w\u00fcrden sie den Strom verteuern, sei darauf hingewiesen, dass Solar- und Windstrom die g\u00fcnstigste Art der Stromerzeugung darstellt und deren Gestehungskosten unter denen von Kohle-, Gas- und Atomkraft liegen. Es ist also ein Gebot der Wirtschaftlichkeit und des Klimaschutzes ihren Anteil im Stromsystem zu erh\u00f6hen. &nbsp;&nbsp;(rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br>(1) \u201eStromspeicher in der Warteschleife\u201c, Alexandra Vettori, S\u00fcddeutsche Zeitung, 26.04.2026<br>(2) \u201eLieber teuer statt g\u00fcnstig\u201c, Nakissa Salavati, S\u00fcddeutsche Zeitung, 25.\/26.04.2026<br>(3) \u201eWarum der geplante Redispatch-Vorbehalt f\u00fcr Erneuerbare die Energiewende ausbremst\u201c, Agora-Energiewende, www.agora-energiewende.de, 17.04.2026<br>(4) \u201eAnalyse: Dunkelflauten bleiben selten\u201c, Website www.1komma5.com<br>(5) \u201eStromspeicher\u201c, Website der Bundesnetzagentur, www.bundesnetzagentur.de<br>(6) \u201eWert von Gro\u00dfbatteriespeicher im deutschen Stromsystem\u201c, Kurzstudie von frontier economics, Dezember 2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-f462cc28e4078946e45cd21523835db9 wp-block-paragraph\"><strong>Das neue Klimaschutzprogramm ist unzureichend<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 21.01.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-922a8db1151acc60cbf3480442476436 wp-block-paragraph\">Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) war 2021 erfolgreich, als sie vor Gericht eine Nachbesserung des Klimaschutzgesetzes (KSG) erwirkte. Zudem wurde durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts klar, dass zu den gesetzlich verankerten Klimaschutzzielen auch zielf\u00fchrende Ma\u00dfnahmen geh\u00f6ren. Vier Jahre sp\u00e4ter, unter einer schwarz-roten Bundesregierung, sieht es nicht so aus, als h\u00e4tte sich die Politik das Karlsruher Urteil zu Herzen genommen. Dass f\u00fcr sie Klimaschutz kaum eine Rolle spielt, zeigen nicht nur die kontraproduktiven Aktivit\u00e4ten der Wirtschafts- und Energieministerin Katharina Reiche (CDU), die weiter auf fossile Energien setzt und den Ausbau der erneuerbaren Energie bremst. &nbsp;Jetzt muss auch Klima- und Umweltminister Karsten Schneider (SPD) Farbe bekennen. Er will mit dem im M\u00e4rz vorgelegten neuen Klimaschutzprogramm den Turnaround schaffen. Aber der Expertenrat f\u00fcr Klimafragen widerspricht. Es best\u00fcnden erhebliche Zweifel, dass das vorgelegte Programm zur Erf\u00fcllung der Klimaschutzziele ausreiche. Denn er geht davon aus, dass die zu schlie\u00dfenden L\u00fccken \u201edeutlich gr\u00f6\u00dfer\u201c sind als von der Bundesregierung angenommen.\u201c (1) F\u00fcr 2030 wird -trotz Klimaschutzprogramm 2026- mit einer Klimaschutzl\u00fccke von 3,2 Mio. Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalenten errechnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-91ffb01958708794f3a623f9c9cae4e7 wp-block-paragraph\"><strong>Energiesparen nicht mehr en vogue<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-b3dde0c85664599b16f5a4764f4982e9 wp-block-paragraph\">Generell scheint der Klimaschutz in einer Sackgasse zu stecken. Die Fridays-for-Future haben nur noch wenig Zulauf und die Klimaaktivisten der Letzten Generation halten sich zur\u00fcck, weil sie sich reihenweise vor Gericht f\u00fcr die Aktionen vergangener Jahre zu verantworten haben. Die Bev\u00f6lkerung schaut gerade gebannt auf den Ukraine- und den Irankrieg; letzterer mit der Folge steigender \u00d6l- und Gaspreise durch die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus. In den Medien \u00fcberschlagen sich nun die Meldungen neuer Preisrekorde bei Benzin- und Diesel. Die Stimmen, die staatliche Hilfen bis hin zu direkter finanzieller Unterst\u00fctzung der gebeutelten Autofahrer fordern, \u00fcbert\u00f6nen jene, die zum Energie sparen aufrufen, f\u00fcr Tempolimits, Sonntagsfahrverbote oder die Nutzung von E-Autos pl\u00e4dieren. Es hat sich also deutlich etwas verschoben in der politischen Debatte. Diese Reaktionsm\u00f6glichkeiten, in der \u00d6lkrise 1973 noch Mittel der Wahl, zieht die Politik heute nicht einmal mehr in Erw\u00e4gung. Vor der Bundestagswahl 2021 war weitgehend Konsens, dass es um Energiesparen und CO<sub>2<\/sub>-Reduzierung, nicht aber um Preisrabatte an der Tankstelle gehen muss. Heute geht es fast nur darum, wie der Energiebedarf m\u00f6glichst rasch und g\u00fcnstig zu decken ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-35716e4fc2db9f9d62f6b730154afb1e wp-block-paragraph\">Welche Krisen und Kriege m\u00fcssen noch kommen, bis wir bereit sind, endlich Abschied von fossilen Energietr\u00e4gern zu nehmen? Dabei gibt es keine vern\u00fcnftige Alternative zur Elektrifizierung des Fahrens und Heizens mit \u00d6kostrom, weg vom Verbrennermotor, von der Gas- und der \u00d6lheizung; auch in der Erkenntnis, dass sich dabei Energieunabh\u00e4ngigkeit mit Klimaschutz zu einer Win-Win-Situation verbinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-cd2aae6504e2a34ea103d86d0a36f3c5 wp-block-paragraph\">Obwohl gesetzlich gefordert, mehren sich in der Union die Stimmen, die den Sinn der Klimaschutzziele 2030 und 2040 anzweifeln. Es geh\u00f6rt sich nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, dass die Zweifler, die sich selbst als Realisten sehen, Oberwasser gewinnen, je unwahrscheinlicher das Erreichen dieser Ziele im Laufe der Jahre wird. Das Perfide: Die Skeptiker in der Regierung tragen politisch selbst zur Erf\u00fcllung ihrer Prognose bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-bf80c798370316a6dc7ad7a4f5555362 wp-block-paragraph\">Noch gibt es die Chance, die Klimaschutzziele zu erreichen, weil einige Bereiche die Defizite anderer Emissionssektoren ausgleichen k\u00f6nnen. In Summe sind die Fortschritte jedoch marginal. Aber die Bundesregierung weigert sich, das Ruder herumzurei\u00dfen. Sie verschweigt den Ernst der Lage und tut lieber so, als sei es mit einem Katalog halbherziger Ma\u00dfnahmen getan. Karsten Schneider mahnt zwar zus\u00e4tzliche Anstrengungen beim Klimaschutz an, im Tenor seiner Pressemitteilung \u00fcberwiegt jedoch der Optimismus. Sowohl er als auch seine Partei, die SPD in Regierungsverantwortung, k\u00f6nnten sich am Ende als zu schwach f\u00fcr einen Booster erweisen. Und dass die SPD wegen mangelhaftem Klimaschutz und zu schwachem R\u00fcckgang der Treibhausgas-Emissionen die Koalition verl\u00e4sst, darf als unwahrscheinlich gelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6e861249df69c832a4ebbddc94027ad6 wp-block-paragraph\"><strong>Klimaklagen helfen der Politik auf die Spr\u00fcnge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e10bb4e79eade1ea9906e17b83222318 wp-block-paragraph\">Es schaut im Fr\u00fchjahr 2026 beim Klimaschutz ganz so aus, als m\u00fcsste der J\u00e4ger zur Jagd getragen werden. Die DUH hat bereits angek\u00fcndigt, die Bundesregierung aus Anlass des schwachen Klimaschutzprogramms erneut zu beklagen. Diesem Rechtsstreit sieht die Organisation optimistisch entgegen, da sie sich auf die Expertise und Aussagen des Expertenrats st\u00fctzen kann. Mit den Worten von Remo Klinger, Rechtsanwalt und Prozessbevollm\u00e4chtigter der DUH: \u201eDieses Klimaschutzprogramm wird eine gerichtliche \u00dcberpr\u00fcfung nicht \u00fcberleben. Der Expertenrat hat es bereits verworfen. Die Rechtsfragen sind h\u00f6chstrichterlich gekl\u00e4rt. Danach d\u00fcrfen keine unrealistischen Annahmen zugrunde gelegt werden. Genau das tut das Klimaschutzprogramm aber.\u201c (2)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-412a3a44bbd4a42fd0571ad6fe26c2a0 wp-block-paragraph\">Momentan schaut es so aus, als wollte die Bundesregierung die Klimaschutzziele f\u00fcr 2030 und 2040 nicht antasten, sondern sich mit einem Notprogramm \u00fcber die erste Ziellinie retten. Aber die n\u00e4chste Bundestagswahl findet vorher statt und dann wird es darauf ankommen, ob Klimaschutz im politischen Diskurs wieder den Wert erlangt, den er schon mal hatte. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(1) Stellungnahme zum Entwurf des Klimaschutzprogramms 2026, Expertenrat f\u00fcr Klimafragen, 18.03 2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(2) Deutsche Umwelthilfe, www.duh.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-f71d2bcba1de52c893c03ea6e814b6ff wp-block-paragraph\"><strong>So l\u00e4uft die Energiewende<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-ebc19b87500df81151751c96f7d18b47 wp-block-paragraph\">War 2025 \u201edas Jahr der erneuerbaren Energien\u201c in Deutschland? (1) Zumindest bei der Stromerzeugung trifft das zu. Die Stromerzeugung aus den erneuerbaren Energien (EE) insgesamt hatte schon vor Jahren die aus Kohle \u00fcberholt, 2025 wurde dann mehr Solarstrom produziert als Braunkohlestrom. Letztes Jahr betrug der Anteil der EE an der Nettostromerzeugung bereits 59 %. Tendenz: weiterhin steigend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-0240df1edd27e2e4da961a973c3ae560 wp-block-paragraph\">K\u00fcnftig wird von einem steigenden Stromverbrauch durch Elektroautos, W\u00e4rmepumpen und vor allem durch Rechenzentren (Anwendung von KI) ausgegangen. 2025 lag der Nettostromverbrauch bei allerdings bei nur 438 Terawattstunden (TWh), w\u00e4hrend es 2015, also 10 Jahre vorher, noch 539 TWh waren. Der Grund f\u00fcr den abnehmenden Stromverbrauch liegt bei den Einsparungen der Industrie -weil die Prozesse energieeffizienter werden-, aber auch bei der lahmenden Wirtschaft der letzten Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e9fa44ff1df2fea2ca0219238751ab2f wp-block-paragraph\"><strong>Kernkraft ist verzichtbar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-f1d20671358a0850a0127e6f9f087c7a wp-block-paragraph\">Wer vermisst in Deutschland die Kernenergie? Durchaus einige, obwohl die Jahre seit dem Ausstieg eigentlich gezeigt haben, dass wir auch ohne Atomstrom ganz gut zurechtkommen, die Stromversorgung also gesichert ist. Dank Atomstromimporte? Nein, importiert wird Strom aus einer Reihe von europ\u00e4ischen Nachbarl\u00e4ndern mit sehr unterschiedlichem Strom-Mix. Die Stromimporte kamen 2025 vor allem aus D\u00e4nemark, dann folgen Frankreich, die Niederlande und Norwegen. Beim Import aus Frankreich spielt Atomstrom die wesentliche Rolle, bei den anderen L\u00e4ndern sind es jedoch die EE. Schlie\u00dflich werden beispielsweise in D\u00e4nemark bereits mehr als 80 Prozent des erzeugten Stroms aus EE erzeugt, vor allem aus Windenergie. Der deutsche \u00dcberschuss ging an die Nachbarl\u00e4nder Polen, Tschechien und \u00d6sterreich, die aus Deutschland mehr importierten als exportierten. An der oft kolportierten Aussage, nach Abschaltung der letzten AKWs bez\u00f6gen wir \u201ehalt den Atomstrom von au\u00dferhalb\u201c ist lediglich richtig, dass in den letzten Jahren unterm Strich und in Summe mehr Strom bezogen als exportiert wurde. Dies ist ein aber ein normaler Vorgang im europaweiten Handel. Was die Apologeten konventionellen Energie gern verdr\u00e4ngen: Bei Erdgas und Erd\u00f6l muss der Bedarf fast ausschlie\u00dflich durch Importe gedeckt werden. Hier ist die Abh\u00e4ngigkeit also enorm. 2025 betrug das Stromhandels-Defizit mit 22 TWh nur 5 % des deutschen Nettostromverbrauchs und nur 22 % der Importe waren Atomstrom.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e51038676cec7cb4e7f1f4b42c61389e wp-block-paragraph\"><strong>Der Siegeszug der Erneuerbaren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-3e5e7f58ef8b03bdfea05ec0e4e59423 wp-block-paragraph\">Auch in Deutschland schreitet der Ausbau der EE weiter voran. \u201eDie Leistung der neu genehmigten Windkraftanlagen war 2025 so hoch wie noch nie und es wurden \u00e4hnlich viele PV-Anlagen gebaut wie im Vorjahr.\u201c Allerdings hat sich im Vergleich zum Vorjahr relativ wenig getan, \u201edas Tempo ist ein wenig raus\u201c. (1) Es besteht durchaus die Gefahr, dass die schwarzrote Bundesregierung diese positive Entwicklung wieder abbremst und die Fehler der Merkel-\u00c4ra wiederholt, so wie es durch den Abbau der EEG-Umlage und den Aufbau regulatorischer H\u00fcrden lange Jahre jahrelang praktiziert wurde. Denn Wirtschaftsministerin Reiche gab ihre Skepsis gegen\u00fcber den EE deutlich zu erkennen. Mit angezogener Handbremse wird aber das Ziel eines achtzigprozentigen \u00d6kostromanteils am Strommix bis 2030 nicht zu erreichen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-50b79cc318ec418090fa289c50343420 wp-block-paragraph\">Weltweit tritt \u00d6kostrom seinen Siegeszug an und verdr\u00e4ngt zunehmend fossile Energien, nicht nur im Zeichen des Klimaschutzes, vor allem aber aufgrund der g\u00fcnstigeren Gestehungskosten. Die lagen in Deutschland 2024 nach Angaben des Energieversorger EnBW zwischen 4,1 und 10,3 ct pro Kilowattstunde f\u00fcr Solar- und Windkraft, w\u00e4hren bei Gaskraftwerken (GuD) mit 15,4 bis 32,6 ct \/kWh zu rechnen sei. Auch Kohle- und Kernkraft ist nicht konkurrenzf\u00e4hig gegen Photovoltaik- und Windkraftanlagen. (4)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-10898b89e06131fcadc9c0cacfa027b7 wp-block-paragraph\"><strong>Das Imperium schl\u00e4gt zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-afcc27ffcf8f018ed4d6044f32d7c025 wp-block-paragraph\">Doch das fossile Imperium hat l\u00e4ngst noch nicht aufgeben. US-Pr\u00e4sident Trump ebnet den \u00d6l- und Gaskonzernen in den USA den Weg und bek\u00e4mpft gleichzeitig die EE, indem er beispielsweise den Bau von Windparks zu verhindern sucht. Auch bei den letzten UN-Klimaschutzkonferenzen war die Macht der fossilen Lobby sp\u00fcrbar, die das Gesch\u00e4ft der Gas- und \u00d6lindustrie weiterf\u00fchren und die Profite so lange als m\u00f6glich sichern wollen. Tagt\u00e4glich wird Kohle, Erd\u00f6l und Ergas gef\u00f6rdert und es werden sogar neue Lagerst\u00e4tten erschlossen. Man kommt kaum umhin, als diese reine Orientierung am Profit, die den Klimawandel ignoriert. Milliardensch\u00e4den und den Tod vieler Menschen riskiert, als verantwortungslos zu bezeichnen. Aber solange die Nachfrage nach fossilen Produkten da ist, hat die Branche stets eine Rechtfertigung zur Hand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9d7d4a99e814bc852c2ab2a4ffaebb17 wp-block-paragraph\">Parallel zum fossilen Weg entstehen \u00d6kostromanlagen, die schrittweise und \u00fcber viele Jahre die fossilen Energietr\u00e4ger dank des Kostenvorteils aus dem Markt dr\u00e4ngen werden. Allerdings w\u00fcrde das Fortschreiten der Erderw\u00e4rmung ein schnelles Ende der fossilen Energietr\u00e4ger erforderlich machen. Dies ist jedoch nicht in Sicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5484e247a1a7dc165614396d815ec74c wp-block-paragraph\"><strong>H\u00fcrden f\u00fcr den Klimaschutz&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6b415e9840964a008c44f2aa66943348 wp-block-paragraph\">Mit Blick auf W\u00e4rmeerzeugung und Kraftstoffe ist die Situation der EE in Deutschland weniger rosig als auf dem Stromsektor, da l\u00e4uft die Marktdurchdringung eher z\u00e4h. Diese Defizite, vor allem im Verkehrs- und Geb\u00e4udebereich, haben negative Folgen f\u00fcr die deutsche CO<sub>2<\/sub>-Bilanz. \u201eAllein im Jahr 2023 verursachte das Heizen von Geb\u00e4uden rund 20 Prozent der nationalen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen. Besonders problematisch: Jede dritte Heizung in Deutschland ist \u00e4lter als 20 Jahre \u2013 und damit h\u00e4ufig ineffizient und klimasch\u00e4dlich.\u201c (2) Geheizt wird noch \u00fcberwiegend mit Erdgas und Heiz\u00f6l, nur bei Neubauten dominieren die elektrischen W\u00e4rmepumpen. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-ec90b0dd1fb00d50ccf2e8348d131a0b wp-block-paragraph\">Hinzu kommt, dass zu viel W\u00e4rme \u00fcber die Geb\u00e4udeh\u00fcllen verloren geht. Hier besteht, wie bei den Heizungen ein erheblicher Bedarf an Nachr\u00fcstung und Modernisierung, sprich: W\u00e4rmed\u00e4mmung. Bei der W\u00e4rmerzeugung f\u00fcr Geb\u00e4ude spielt auch Kohle noch eine Rolle, die noch in etlichen Kraftwerken mit Fernw\u00e4rmeauskopplung verfeuert wird. Allerdings gehen schon seit Jahren immer wieder Kohlekraftwerke au\u00dfer Betrieb und wegen der steigenden Preise f\u00fcr CO<sub>2<\/sub>-Emissionszertrifikate auf EU-Ebene ist ein Aus der Kohlekraft absehbar, das noch deutlich vor den anvisierten Ende 2038 kommen k\u00f6nnte.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-3d96767771bc97550ab8e071728fe5ca wp-block-paragraph\"><strong>Der Verkehr als Hindernis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-b34cfabd12b900cbd02e490ddb82e1df wp-block-paragraph\">Die Mobilit\u00e4t und der Warenverkehr laufen vorwiegend \u00fcber die Stra\u00dfe und zu wenig \u00fcber die Schiene. Der Schienenverkehr und die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel schw\u00e4cheln seit Jahren. Obwohl die Bundesregierung nun Milliarden in die Schiene investiert, d\u00fcrfte es mehr als 10 Jahre dauern, bis die Vers\u00e4umnisse der letzten Jahrzehnte egalisiert sind. In dieser Situation gleichzeitig Milliarden in den Stra\u00dfenausbau zu stecken, statt sich auf die Sanierung von maroden Br\u00fccken und Tunnels zu konzentrieren, verst\u00e4rkt nur das bestehende Ungleichgewicht zwischen Schiene und Stra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-c7b275709403eb519da4d1a507cb530a wp-block-paragraph\">Nachdem auch die Marktdurchdringung bei den reinen Elektroautos nur schleppend vorangeht, und der Flugverkehr nach Corona wieder zunimmt, d\u00fcrfte der Verkehrssektor auch weiterhin die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz beintr\u00e4chtigen. Wir sind hier in hohem Ma\u00dfe von den fossilen Energietr\u00e4gern, Diesel, Benzin und Kerosin abh\u00e4ngig. Bezahlbare klimafreundliche oder gar klimaneutrale synthetische Kraftstoffe f\u00fcr Fahr- und Flugzeuge sind nicht in Sicht und die n\u00e4chsten Jahre auch nicht zu erwarten. Mit der aktuellen Verkehrspolitik werden die Emissionsziele im Verkehrsbereich absehbar weiter verfehlt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6ac34d0bf7744e7c111bfd56d7458074 wp-block-paragraph\"><strong>Was bedeutet \u201eEnergiewende\u201c?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-115523114b5d74ad7a70ba0898c77b6b wp-block-paragraph\">Die Notwendigkeit der Energiewende ist in Gesellschaft und Politik angekommen, aber im Fokus steht oft nur der Strom. Dabei geht viel Endenergie in die W\u00e4rmeerzeugung und die Treibstoffe. Hier ist der EE-Anteil n\u00e4mlich weit geringer als beim deutschen Strom-Mix. Um von der Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger wegzukommen, braucht es nat\u00fcrlich die Elektrifizierung in vielen Bereichen; die Spanne reicht vom Fahrzeugantrieb bis Lichtbogenofen in der Stahlproduktion. Im Sinne des Klimaschutzes dabei sollte der \u00d6kostromanteil weiter steigen und der der fossilen Energietr\u00e4ger sinken. Vor allem auf die schnelle Reduzierung der Kohlekraft wird es ankommen, da dieser Brennstoff zu weit h\u00f6heren CO<sub>2<\/sub>-Emissionen im Vergleich zu Erdgas f\u00fchrt. W\u00e4hrend Erdgas-Kraftwerke (GuD) 0,41 Tonnen Treibhausgase pro erzeugte Kilowattstunde emittieren, sind es bei Steinkohle mehr als doppelt so viel, n\u00e4mlich 0,97 und bei Braunkohle 1,07 Tonnen. Eine Gr\u00f6\u00dfenordnung weniger wird bei der Photovoltaik emittiert, n\u00e4mlich 0,027 Tonnen. Bis 2028 sollen laut \u201eReduktionspfad Braunkohle\u201c 2,5 Gigawatt Leistung in der Braunkohleverstromung stillgelegt werden. (3) &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-dd7415279bc7661dbc504afe54807d46 wp-block-paragraph\"><strong>Der Wandel muss tiefer greifen und schneller ablaufen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4c80525948f807afb6f57a418339db7b wp-block-paragraph\">Aber die Energiewirtschaft ist generell nicht das Haupthindernis bei der CO<sub>2<\/sub>-Reduzierung, die insgesamt deutlich zu langsam abl\u00e4uft. Im Gegenteil fangen der Zubau an EE-Anlagen, die Au\u00dferbetriebnahme von Kohlekraftwerken und die steigende Effizienz von Gaskraftwerken die Vers\u00e4umnisse anderer Emissionsbereiche derzeit auf, so dass unter dem Strich am Jahresende 2025 f\u00fcr ganz Deutschland noch eine CO<sub>2<\/sub>-Reduzierung verzeichnet werden konnte.&nbsp; Der Thinktank Agora Energiewende rechnet f\u00fcr 2025 mit einem Aussto\u00df von 640 Mio. Tonnen CO2, etwa Mio. Tonnen oder 1,5 % weniger als im Vorjahr. 2024 ist der R\u00fcckgang mit 3,4 % allerdings h\u00f6her ausgefallen. Der Klimaschutz macht also keine Pause, aber verliert weiter an Tempo.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Emissionen der Energiewirtschaft sind auch wieder 2025 gesunken, beim Verkehr und den Geb\u00e4uden allerdings gestiegen. (6)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-590f7340d703f524d9a8459af80f7b5d wp-block-paragraph\">Gerne wird \u00fcbersehen, dass es bei der Energiewende nicht nur um die Energieerzeugung, um Kraftwerke, sondern auch um die Effizienz bei der Verteilung und Energieanwendung geht; sei es in der Fertigung, bei der Geb\u00e4udew\u00e4rme oder im motorisierten Individualverkehr. Zus\u00e4tzlich zur Energiewende brauchen wir also auch eine W\u00e4rmewende und eine Verkehrswende auf den Weg zur Klimaneutralit\u00e4t.&nbsp; (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quellen: <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>(1) \u201ePhotovoltaik \u00fcberholt erstmals Braunkohle\u201c, 05.01.2026, Nakissa Salavati\/Oliver Schnuck, S\u00fcddeutsche Zeitung<br>(2) \u201eTransformation der W\u00e4rmeversorgung: Wie wird Heizen klimaneutral?\u201c, Website des BDEW, www.bdew.de, abgerufen am 17.01.2026<br>(3) Website der Bundesnetzagentur, www.bundesnetzagentur.de<br>(4) Website der EnBW, www.enbw.com, 19.01.2026<br>(5) \u201eKohleausstieg: Was passiert mit den Kohlekraftwerken?\u201c, www.enbw.com, 02.12.2025<br>(6) \u201eDeutschland verliert an Tempo beim Klimaschutz\u201c, Agora Energiewende, www.agora-energiewende.de, 07.01.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-83ee373c5b8d0bbe46c114920d4254d4 wp-block-paragraph\"><strong>CO<sub>2<\/sub>-Speicherung: Problem unter die Erde verlagert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-a92e7dd678fa1a2b5c989f5485ff7081 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 22.12.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-806c9800fb934fb8720f04a478d3ac3f wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Ampelregierung mit Ausnahme von Forschungsprojekten nur die CO<sub>2<\/sub>-Speicherung auf See, unter dem Meeresboden erlaubte, macht die Bundesregierung nun den Weg frei f\u00fcr die unterirdische Deponierung des klimasch\u00e4dlichen Kohlendioxids auf dem Festland. Das ist nun also in gro\u00dfem Ma\u00dfstab m\u00f6glich. Die Novelle des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes, die am 28.11.2025 in Kraft trat, erlaubt die Abscheidung, Transport, Speicherung (Carbon Capture and Storage CCS) und die Nutzung (Carbon Capture and Utilization CCU) von Kohlendioxid. Begr\u00fcndet wird das Gesetz damit, dass CO<sub>2<\/sub> nicht in allen Bereichen vermieden werden kann. Explizit genannt sind Zement- und Kalkindustrie, Abfallverbrennung und Grundstoffchemie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wie soll das ablaufen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9e5ca1af8ddcaa756440f39b898c0e7f wp-block-paragraph\">Zugang sollen zu einem noch aufzubauenden Leitungsnetz von den Erzeugern zu den Speichern k\u00f6nnen jedoch auch Gas-Kraftwerke erhalten, w\u00e4hrend Kohlekraftwerke explizit ausgeschlossen sind. Die Infrastruktur mit Abscheideanlagen, Leitungen und Speichern m\u00fcsste bereits Anfang der drei\u00dfiger Jahre fertig sein, um die Klimaneutralit\u00e4t 2045 zu erreichen. Die Speicherung auf See im Bereich der Ausschlie\u00dflichen Wirtschaftszone und des Festlandsockels (bis 350 Seemeilen) ist zul\u00e4ssig, allerdings unter Ausschluss des K\u00fcstenmeer-Bereichs (bis 12 Seemeilen ab K\u00fcstenlinie). F\u00fcr die Lagerung grunds\u00e4tzlich in Frage kommen por\u00f6se Gesteine, wie etwa Sandstein in Tiefen von 2.000 bis 4000 Metern unter undurchl\u00e4ssiger Deckschicht und ehemalige Erdgas-Lagerst\u00e4tten. Nach Ansicht von Geologen b\u00f6ten sich deshalb die ehemalige F\u00f6rderregionen im wesentlichen Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt (Salzwedel) an. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Unterschiedliche Bewertungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e9fc0b3042dd9fd11ff6a94a3105cd13 wp-block-paragraph\">Bundeswirtschaftsministerin Reiche lobt dieses Gesetz als \u201ewichtigen Baustein f\u00fcr die Industrie.\u201c (1) Und in der Tat begr\u00fc\u00dfen Industrien mit hohen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen, die seit Jahren auf CCS dr\u00e4ngen, das neue Gesetz. Endlich bestehe Planungssicherheit in puncto Aufbau einer Transport- und Speicherinfrastruktur. Dagegen lehnt der BUND die unterirdische CO<sub>2<\/sub>-Speicherung ab; weil Langzeitrisiken zu bef\u00fcrchten seien und weil durch diese Technik automatisch der Druck zur CO<sub>2<\/sub>-Vermeidung abnehme. \u201eDie Unternehmen, die auf fossile Energietr\u00e4ger setzen, werden dann einfach keine Notwendigkeit sehen, fossile Energietr\u00e4ger nicht mehr einzusetzen.\u201c Auch eine Umstellung der Produktionsverfahren sei so nicht zu erwarten. (2) &nbsp;Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass zwar Kohle-, nicht aber Gaskraftwerke im Gesetz von dieser Form der Entsorgung ausgeschlossen sind. (4) Das passt nat\u00fcrlich zum Kraftwerkstrategie von Ministerin Reiche. Umweltverb\u00e4nde sehen allerdings die Energiewende gef\u00e4hrdet, wenn Gaskraftwerke, die ja perspektivisch auf Wasserstoff umger\u00fcstet werden sollten, nun ihre CO<sub>2<\/sub>-Emissionen ablagern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-fe955721e5307bb928bf817b1ea7ca6f wp-block-paragraph\">Der Thinktank \u201eAgora Energiewende\u201c sieht zwar einerseits die Notwendigkeit zur Anwendung von CCS, weist aber auf die Tatsache hin, dass die Anlagen nur 90 &#8211; 95 % des CO<sub>2<\/sub> abscheiden k\u00f6nnten, diese Technik deshalb nicht als klimaneutral gelten k\u00f6nne, ergo die finanzielle Kompensation der Restemissionen erforderlich mache. Nach Prognosen von Agora w\u00fcrden 2025 immer noch 65 Mio. Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalente anfallen; die H\u00e4lfte davon in der Industrie, weniger in der Landwirtschaft und in geringem Ma\u00df in der Energiewirtschaft. \u201eTechnisch unvermeidbar\u201c seien Emissionen aus der Zement- und Kalkproduktion und der Abfallwirtschaft, aber die 24 Mio. Tonnen aus diesem Bereich seien gut erfassbar und abscheidbar. Agora weist aber auch auf die Risiken der Technologie und die Notwendigkeit der \u00dcberwachung hin. \u201eNur wenn das eingelagerte CO<sub>2<\/sub> dauerhaft und vollst\u00e4ndig in den Speichern verbleibt, wird ein realer Beitrag zum Klimaschutz geleistet:\u201c Deshalb sei kontinuierliches Monitoring unverzichtbar. Technische Sicherheitsanforderungen enthalte das Gesetz nicht. Dies will der Bund noch durch eine Verordnung nachholen.&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-7a7b38daa26f5c897cecbaa8c2ee8594 wp-block-paragraph\"><strong>Bayern vorn beim CCS?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-da7c1dd8c26864b5505d29e1154d456b wp-block-paragraph\">Nachdem das Gesetz den Bundesl\u00e4ndern gr\u00fcnes Licht f\u00fcr CCS gibt, reagieren manche zur\u00fcckhaltend, andere positiv. So hat die Bayerische Staatsregierung erkl\u00e4rt, diese Erlaubnis nutzen zu wollen und pr\u00fcft derzeit Voraussetzungen und Verfahren. Im \u201eAktionsplan CCU\/S zum Carbon Management in Bayern\u201c ist von j\u00e4hrlich 7 bis 10 Mio. \u201eprozessbedingten\u201c Tonnen CO<sub>2<\/sub> die Rede, die per Pipeline abtransportiert werden sollen. Als Emittenten sind Abfallwirtschaft, Kalk-, Zement- und Miner\u00f6lindustrie genannt. \u201eTechnologieoffen\u201c sollen alle Optionen, die Abscheidung vor Ort genauso wie der Abtransport per Pipeline, untersucht werden: auch die teure und ineffiziente Abscheidemethode des \u201eDirect Air Capture\u201c, mit der abseits von Gro\u00dfemittenten CO<sub>2<\/sub> aus der Luft geholt wird. Kritikw\u00fcrdig ist auch das Einbeziehen der Raffinerien, deren Produkte und Emissionen nicht als unvermeidbar gelten k\u00f6nnen. Von einer Deponierung im Freistaat, gar von bestimmten Orten, ist in diesem Papier vorsichthalber nicht die Rede. Die TU M\u00fcnchen soll dazu zun\u00e4chst eine geologische Untersuchung durchf\u00fchren, der Freistaat will das Ergebnis der Pr\u00fcfung dann 2027 ver\u00f6ffentlichen. (4)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-ee2b6d21c42f8938e74c3078161dd459 wp-block-paragraph\"><strong>Die Praxis anderer Staaten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-53473fe911b2fe8c43c8ffbf8feee2a0 wp-block-paragraph\">Deutschland folgt also dem Weg, den D\u00e4nemark und Norwegen bereits beschreiten. Norwegen hat einen gro\u00dfen Schritt zur Speicherung von CO\u2082 vor der K\u00fcste des Landes getan. Das Joint Venture &#8222;Northern Lights\u201c hat die Offshore-Infrastruktur zum Speichern von CO\u2082 im Meeresboden und die Infrastruktur an Land zum Umschlagen des verfl\u00fcssigten CO\u2082 vom Schiff in eine Pipeline fertiggestellt. Ab dem Jahr 2025 k\u00f6nnen erste CO\u2082-Lieferungen aus der europ\u00e4ischen Industrie 100 Kilometer vor der norwegischen K\u00fcste gespeichert werden. Zun\u00e4chst plant Northern Lights mit einer Speicherung von 1,5 Millionen Tonnen CO\u2082 pro Jahr. (5)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-224a054989906701df4f40d4651acc24 wp-block-paragraph\">Norwegen ist wie D\u00e4nemark prinzipiell bereit, auch das CO<sub>2<\/sub> anderer Staaten einzulagern. Die D\u00e4nen verweisen darauf, dass sich mit gro\u00dfen Mengen auch die Wirtschaftlichkeit von CCS erh\u00f6he. F\u00fcnf Lagerst\u00e4tten an Land und zwei unter der Nordsee sind vorgesehen, wobei die Kosten einer Deponierung auf See etwa doppelt so hoch wie die an Land seien. Grund ist der h\u00f6here Aufwand an Infrastruktur zur Verfl\u00fcssigung des Kohlendioxids und des Schifftransports zur Bohrstelle. Ein weiterer Vorteil der Lagerung auf dem Festland liege in der besseren \u00dcberwachung der unterirdischen CO<sub>2<\/sub>-Glasblasen. Auf See seien Lecks schwer zu kontrollieren. Der d\u00e4nische Staat stellt rund 4 Mrd. Euro f\u00fcr CCS bereit. (6) Beim Projekt \u201eGreensand\u201c wird seit 2023 CO<sub>2<\/sub> eines belgischen Chemieunternehmens auf See im \u201eNini-West-Feld\u201c in 1.800 Metern Tiefe abgespeichert. Nach Ende der Pilotphase sollen dort j\u00e4hrlich bis zu 8 Mio. Tonnen CO<sub>2<\/sub> deponiert werden. (8)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Genug Speicher, unklare Kosten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-a5b8149c53906eb75c966ba22aaab9cb wp-block-paragraph\">Die Speicherkapazit\u00e4t auf See f\u00fcr Deutschland wird auf 0,9 bis 5,5 Mrd. Tonnen CO<sub>2<\/sub> gesch\u00e4tzt, die an Land betr\u00e4gt wohl mindestens das Dreifache. Die Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften geht vor einer Gesamtkapazit\u00e4t auf 20 &#8211; 115 Mrd. Tonnen aus. (7). Ein internationales Institut in Luxemburg (IIASA) sch\u00e4tzt sie hingegen auf 26 Mrd. Tonnen. (4) Legt man diese Angabe zugrunde, entspr\u00e4che dies der f\u00fcnfundvierzigfachen Menge der deutschen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen des Jahres 2024 (572 Mio. Tonnen laut Umweltbundesamt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-37823d74a24bfa8e5214844cb2007478 wp-block-paragraph\">Wie die Lagerkapazit\u00e4t sind auch die Kosten des CCS letztlich noch unklar. Die Transport- und Speicherkosten h\u00e4ngen von der Entfernung zwischen Quelle und Deponie, sowie von der Art der Abscheidung und Speicherung ab. Eine Greenpeace-Studie spricht von bis 87 Euro pro Tonne \u00fcber die gesamte CCS-Kette. Die Kosten l\u00e4gen also etwa auf der H\u00f6he des aktuellen Preises f\u00fcr CO<sub>2<\/sub>-Emissionszertifikate nach dem EU-ETS-System. (4) Es wird also auch von der weiteren Preisentwicklung bei den Zertifikaten abh\u00e4ngen, ob CCS als wirtschaftlich anzusehen ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6db65d1643e20d346b14a6a2f60f25c2 wp-block-paragraph\">Absehbar wird es wohl auf dem langen Weg zur Klimaneutralit\u00e4t nicht ohne CO<sub>2<\/sub>-Speicherung und den Aufbau der entsprechenden Infrastruktur gehen. Gleichzeitig ist klar, dass damit der Druck zur CO<sub>2<\/sub>-Vermeidung sinkt. Somit besteht die reale Gefahr, dass mit der Etablierung dieser Technik die Kohlendioxid-Menge, die unter die Erde soll, im Laufe der Jahre eher zu- als abnehmen wird. 2030 k\u00f6nnten die ersten deutschen Abscheide- und Speicheranlagen den Betrieb aufnehmen. (7) (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-4554edf1a53b77aece5fdf682f2d4083 wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-2b6a13bf013d23f15fcd4e5732ec22fb wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(1) Pressemitteilung des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Energie vom 06.08.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-83b9f3ff8199beb1d6be53ee208f0d25 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(2) \u201eIndustrie will dringend CO<sub>2<\/sub>&#8211; einlagern, Umweltsch\u00fctzer warnen vor Risiken\u201c, Carolin Voigt, MDR, 25.11.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-c86bb1a88778b9a2d2cc3ef32e0ed481 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(3) \u201eStellungnahme. Entwurf eines Gesetzes zur \u00c4nderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes\u201c, Agora Energiewende\/Agora Industrie, 06.11.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-2b7cb160a79bd4dda0dca1dbdc4ed691 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(4) \u201eWarum Bayern CO<sub>2<\/sub>-Endlager pr\u00fcft\u201c, Fabian Kulle, S\u00fcddeutsche Zeitung, 19.11.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-bcfa1119ff494c6150eb6a92eb1ef57d wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(5) \u201eKlima in Zahlen: Norwegen stellt CCS-Projekt Northern Lights fertig\u201c, Table.Media, Newsletter, 02.10.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-c9d9701dfcbaf8fdaad2d16ccae8654a wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(6) \u201eWie D\u00e4nemark mit der CO<sub>2<\/sub>-Speicherung Ernst macht\u201c, Christoph von Eichhorn, S\u00fcddeutsche Zeitung, 06.11.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-444484df186a3daae4aa0e61bb9a3455 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(7) Spiegel Klimabericht, Kurt Stukenberg, 12.05.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-b340184eed4b7f70511e4180b14418c7 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(8) \u201eBundestag verabschiedet Gesetz zur CO<sub>2<\/sub>-Speicherung\u201c, Klaus Startmann, Handelsblatt, 06.11.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-11c3864abd5c6491c612515e835475dd wp-block-paragraph\"><strong>Stromspeicher ersetzen Kraftwerke<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-51ef3b61e77b61db1181340823e08bc7 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 20.02.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6c588b5a7c297f862b8545359c2a09f1 wp-block-paragraph\">Der in Deutschland produzierte Strom, 2024 waren es 432 Terawattstunden (TWh) netto, kommt inzwischen zu 59 % aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus Solar- und Windkraft. An manchen Tagen wird insgesamt mehr erzeugt, als verbraucht und in Nachbarl\u00e4nder exportiert werden kann. Dann m\u00fcssen Kraftwerke vom Netz genommen bzw. abgeregelt werden, konventionelle zuerst, dann auch erneuerbare.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-da34b078a23978d0bf5fa8b9275ac243 wp-block-paragraph\"><strong>Sichere Stromversorgung<\/strong><br>2024 war eine Kraftwerksleistung von 255 Gigawatt (GW) in Deutschland am Netz. Zus\u00e4tzlich muss eine Reserveleistung zur Stabilisierung des Stromnetzes bereitstehen, die j\u00e4hrlich im Zuge einer Systemanalyse neu ermittelt wird. Bis Ende 2024 waren das knapp 7 GW. Diese elektrische Leistung der Reservekraftwerke darf nur bei Netzengp\u00e4ssen oder bei der Gefahr eines Blackouts abgerufen werden, nicht aber Stabilisierung des Strompreises bei den sogenannten Dunkelflauten, bei zwei Wochen durchg\u00e4ngig tr\u00fcben und windstillen Wetter in ganz Deutschland, wenn weder Photovoltaik- noch Windanlagen genug Strom liefern. Dann kann der Gro\u00dfhandelspreis f\u00fcr Strom kurzzeitig hochschie\u00dfen, wie am 12. Dezember 2024 von 17 bis 18 Uhr. Falls in diesen Stunden die Stromerzeugung der konventionellen Kraftwerke zu teuer k\u00e4me, l\u00e4uft die Bedarfsdeckung \u00fcber die Nachbarl\u00e4nder, die sich im europ\u00e4ischen Verbundnetz gegenseitig beliefern. Solche Preisspr\u00fcnge w\u00e4hrend der zwei bis drei Wochen Dunkelflaute pro Jahr lie\u00dfen sich laut Bundesminister Habeck auch k\u00fcnftig nicht vermeiden. Das geplante Gesetz zur F\u00f6rderung neuer, flexibler Gaskraftwerke konnte von Ende der Ampelkoalition nicht mehr beschlossen werden. Versorgungsschwierigkeiten w\u00e4hrend Dunkelflauten sind dennoch nicht zu bef\u00fcrchten, weil dann (billigerer) Strom von Nachbarl\u00e4ndern bezogen wird. 2024 importierte Deutschland 66,8 TWh Strom, zu etwa einem Viertel aus Frankreich, und exportierte 35,1 TWh, vor allem nach \u00d6sterreich. \u201eErneuerbare Energien haben bei der Stromexporten einen hohen Anteil, weil der europ\u00e4ische Binnenmarkt es m\u00f6glich macht, Strom bevorzugt dort einzukaufen, wo er m\u00f6glichst g\u00fcnstig erzeugt wird\u201c, so die Bundesnetzagentur. (1)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-22cec77eaa0dd9950b30df4c1a2b8cc2 wp-block-paragraph\"><strong>Der Speicher-Boom<\/strong><br>Die Erzeugungsschwankung beim \u00d6kostrom kann auch durch Stromspeicher ausgeglichen werden. Gro\u00dfe Batteriespeicher, die zunehmend g\u00fcnstiger auf den Markt kommen, entwickeln sich gerade zu einem lohnenden Gesch\u00e4ftsmodell und erleben derzeit einen Boom in Deutschland. Diese Speicher weisen eine hohe Effizienz von \u00fcber 90 Prozent auf, k\u00f6nnen in Sekundenbruchteilen die volle Leistung bringen, so Lastspitzen ausgleichen und die Netzstabilit\u00e4t verbessern. (2) Die Anschaffungskosten haben sich nur zwei Jahren bereits amortisiert, so dass manche Fachleute bereits von einer \u201eGelddruckmaschine\u201c sprechen. Die Speicher erlauben beispielweise den Ankauf von g\u00fcnstig produzierten Solarstrom um die Mittagszeit und den Verkauf in den fr\u00fchen Abendstunden, wenn die Nachfrage am gr\u00f6\u00dften ist und tragen damit zur Gl\u00e4ttung von Lastspitzen bei. Zudem passen diese Speicher, die weitaus schneller als etwa ein Pumpspeicherwerk installiert werden k\u00f6nnen, mit ihrer Flexibilit\u00e4t gut zur volatilen Solar- und Windstromproduktion. Das Fraunhofer Institut f\u00fcr Solarenergiesysteme (ISE) empfiehlt deshalb in Rahmen einer Studie den Ausbau der Speicherkapazit\u00e4t auf 83 Gigawattstunden (GWh) bis 2030. Momentan ist existiert eine Kapazit\u00e4t von fast 16 GWh, 13 GWh Heimspeicher von Photovoltaikanlagen, au\u00dferdem 1,1 GWh gewerbliche Speicher und 1,8 GWh Gro\u00dfspeicher von Energieversorgern. (3) Bei den Gro\u00dfspeichern geht es sehr schnell voran, so dass die verf\u00fcgbare Kapazit\u00e4t bereits bis Ende 2026 auf 7 GWh anwachsen k\u00f6nnte. Solarparks haben so die M\u00f6glichkeit, die Einspeisung der \u201eSolarernte\u201c in das Stromnetz auf Zeiten zu verschieben, die Gewinn versprechen. Industriebetriebe mit eigenen Batteriespeichern k\u00f6nnen Preisspitzen aus dem Weg gehen und rund um die Uhr produzieren.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9d24b2c4ba9ef59b0c72663c3d97dcbf wp-block-paragraph\"><strong>Eine Menge neuer Anlagen<\/strong><br>Dementsprechend liegen bei der Bundenetzagentur jede Menge Anfragen und Projektantr\u00e4ge f\u00fcr Gro\u00dfspeicher vor. Das italienische Unternehmen Aquila Clean Energy m\u00f6chte 900 Megawatt Speicherleistung an 14 Standorten in Deutschland installieren. Kyon Energy hat bereits die Genehmigung zum Bau eines Gro\u00dfspeichers in Alfeld (Niedersachsen) mit 137,5 MW Leistung und 275 Megawattstunden Kapazit\u00e4t erhalten; genug, um eine Million Haushalte mit Strom zu versorgen. Noch eine Nummer gr\u00f6\u00dfer ist die f\u00fcr 2025 geplante Anlage des deutsch-norwegischen Unternehmens Eco Stor mit 600 MWh Kapazit\u00e4t und 300 Megawatt Leistung in Sachsen-Anhalt am Umspannwerk F\u00f6rderstedt. Die Platzierung solcher Speicher an bestehenden Kraftwerksstandorten ist ebenfalls von Interesse, als hier bereits ausreichend dimensionierte Anschl\u00fcsse existieren. Im Kraftwerk Duisburg-Walsum wird momentan noch Steinkohle verbrannt, aber bald soll hier ein 50-MW-Stromspeicher in Betrieb gehen, an dessen Kapazit\u00e4t sich die Deutsche Bahn, die bis 2040 klimaneutral sein will, 70 Prozent gesichert hat. (3) Auch in der Oberlausitz sind zun\u00e4chst 50 Megawatt geplant vom Energieversorger LEAG in Kooperation mit dem US-amerikanischen Batteriehersteller ESS, wobei eine Erweiterung schon mitgedacht wird. Da sich der Markt f\u00fcr gro\u00dfe Stromspeicher gerade sehr schnell entwickelt, ist auch dem Preisverfall f\u00fcr solche Anlagen zu mit Lithiumionen- bzw. Lithiumphosphattechnik verdanken, die vor zehn Jahren noch das Drei-bis Vierfache gekostet h\u00e4tten.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-306a3db78cfd3dd5796016e5aafcff82 wp-block-paragraph\"><strong>Positive Effekte<\/strong><br>Modellprojekte zeigen, dass auch Photovoltaik-Heimspeicher und die Batterien von E-Autos in das Stromnetz einspeisen k\u00f6nnen. Derzeit fehlen jedoch teilweise die technischen, teilweise die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr eine Umsetzung dieses sogenannten \u201ebidirektionalen Ladens\u201c in gr\u00f6\u00dferem Stil. Die Dekarbonisierung der Sektoren Geb\u00e4ude, Verkehr und Industrie und der Ersatz fossiler Energietr\u00e4ger durch \u00d6kostrom ist der Schl\u00fcssel zum Erreichen der im Klimaschutzgesetz festgelegten Ziele. Nach dem Willen der Bundesregierung soll deshalb der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 auf 80 Prozent steigen. Weil Strom aus Windkraft- und Solaranlagen deutlich g\u00fcnstiger zu erzeugen ist als mit konventionellen Kraftwerken, sollte mit steigendem \u00d6kostromanteil der Strompreis sinken. Stromspeicher sorgen in diesem System f\u00fcr die n\u00f6tige Flexibilit\u00e4t, aber haben auch ihre Grenzen. \u201eStromspeicher eignen sich eher zur kurzfristigen Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch\u201c, so ein Zitat aus der Stromspeicherstrategie des Bundes. Die Langfristspeicherung k\u00f6nnten eher Gro\u00dfw\u00e4rmepumpen in Verbindung mit W\u00e4rmespeichern \u00fcbernehmen oder die Umwandlung von \u00d6kostrom in Wasserstoff samt R\u00fcckverstromung. (4)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br>(1) SMARD Datenportal der Bundesnetzagentur, www.smard.de<br>(2) \u201eBatteriegro\u00dfspeicher boomen, diese Projekte sind geplant\u201c, Dominik Hochwarth, www.ingenieur.de, 21.11.2024<br>(3) \u201eBatteriegro\u00dfspeicher erleben einen Boom\u201c, www.tagesschau.de, 08.02.2025<br>(4) \u201eStromspeicher-Strategie\u201c, Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz, www.bmwk.de, Dezember 2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><strong>Flugverkehr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-2186bef4d7b21a108599bfd696fe95a1 wp-block-paragraph\"><strong>Abheben oder am Boden bleiben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>klimaseite.info, 14.12.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Luftfahrt tr\u00e4gt 3,5 bis 5 % zur globalen Erw\u00e4rmung bei. Wer mehr Klimaschutz will, kann deshalb diesen Bereich nicht ausklammern. Aber nach der Flaute der Coronajahre heben nun weltweit wieder mehr Flieger ab. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der (einsteigenden) Flugg\u00e4ste ins Ausland seit 2020 um 9,3 Mio., bei Inlandsfl\u00fcgen waren 1,13 Mio. Passagiere mehr zu verzeichnen.<br>Da Kerosin nicht besteuert wird, entgehen dem Staat jedes Jahr Mrd. Euro, 2023 waren es 7,6 Mrd., im Zeitraum von 2014 bis 2023 insgesamt 69,8 Mrd. Euro. \u201eDamit das Fliegen bezahlbar bleibt\u201c, forderte der Luftfahrverband im Dezember auch noch den Wegfall der Luftverkehrssteuer. Die betr\u00e4gt je \u201eDistanzklasse\u201c aktuell 15,53 \u20ac, 39,34 \u20ac oder 70,83 \u20ac pro Fluggast. Fernfl\u00fcge sind also teurer, gleichzeitig ist hier die Steuer im Verh\u00e4ltnis zu den Ticketkosten am geringsten. Die bittere Wahrheit: Hinsichtlich der Umweltkosten und Klimasch\u00e4den ist Fliegen ohnehin zu billig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Es ist nicht nur das Kohlendioxid<\/strong><br>Kerosin, in gro\u00dfer H\u00f6he von den Flugzeugturbine verbrannt, hinterl\u00e4sst au\u00dfer dem klimasch\u00e4digenden CO<sub>2<\/sub> noch weitere Luftschadstoffe. Der negative Klimaeffekt durch Kondensstreifen, Ozon, Ru\u00df, Wasserdampf etc. summiert sich sogar auf das Dreifache des CO2, wie in folgender Grafik dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"297\" src=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-677\" srcset=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/grafik.png 602w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/grafik-300x148.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quelle: www.atmosfair.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Kondensstreifen entstehen, weil sich um die Ru\u00dfpartikel in den Abgasen der Flieger Eis anlagert und Eiskristalle entstehen. Die Streifen reflektieren die Erdw\u00e4rme auf die Erde zur\u00fcck, vermindern die Abstrahlung ins All und hemmen damit die Abk\u00fchlung der Erdoberfl\u00e4che.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Sache mit der Kompensation<\/strong><br>Fluggesellschaften wie die Lufthansa, Swissair und Eurowings bieten eine Kompensation der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen gegen Aufpreis an. Der Ausgleich soll durch Aufforstung oder dem Einsatz von synthetischen \u201eklimaneutralen\u201c Kraftstoffen erfolgen. Diese Dienstleistung wird auch von einigen Organisationen via Internetportal vermittelt. Hier ist der Anbieter Atmosfair ist zu empfehlen, denn er schnitt bei Tests am besten ab und Beh\u00f6rden lassen dar\u00fcber ihre Fl\u00fcge ebenfalls kompensieren. Allerdings der aktuelle Preis pro Tonne CO<sub>2<\/sub> mit 30 Euro viel zu niedrig in Relation zu den Klimasch\u00e4den, die vom Umweltbundesamt mit 250 Euro pro Tonne beziffert werden. Jedem ist nat\u00fcrlich freigestellt, mehr zu zahlen. Bei Atmosfair kann \u00fcberdies ein extra Aufschlag f\u00fcr die Produktion von synthetischem Flugbenzin bezahlt werden.<br>Atmosfair h\u00e4lt Kompensation in der jetzigen Situation f\u00fcr vertretbar, solange CO2-freie Treibstoffe kaum verf\u00fcgbar seien. Weitere Voraussetzung sei, dass keine Sackgassen-Techniken gef\u00f6rdert und bessere L\u00f6sungen nicht ausgebremst w\u00fcrden. Zweifellos ist Kompensation nur die zweitbeste L\u00f6sung gegen\u00fcber dem Verzicht auf Fl\u00fcge, wie Atmosfair ohne weiteres eingesteht.<br>Die Kompensation des CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes von Fl\u00fcgen sollte also eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit darstellen f\u00fcr jeden, der sich zu einem Flug entschlie\u00dft. Allerdings nutzen nur 1 Prozent der Flugg\u00e4ste \u00fcberhaupt diese M\u00f6glichkeit. Das ist best\u00fcrzend wenig, zumal der Aufpreis sich in Grenzen halten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Kosten- und Klimabilanz von Fl\u00fcgen<\/strong><br>Einige aktuelle Beispiele f\u00fcr die durch den Flug verursachten CO2-Emissionen und die m\u00f6glichen Ausgleichszahlungen \u00fcber Atmosfair: jeweils 1 Person, Economy-Class, Hin- und R\u00fcckflug:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">M\u00fcnchen FJS \u2013 Hamburg Fuhlsb\u00fcttel 248 kg CO<sub>2<\/sub>\/ 7,44 Euro<br>M\u00fcnchen FJS &#8211; London Heathrow 411 kg CO<sub>2<\/sub> \/ 13 Euro<br>Frankfurt Main &#8211; New York JFK 2.922 kg CO<sub>2<\/sub> \/ 88 Euro<br>Berlin BER &#8211; Kapstadt 5.048 kg CO<sub>2<\/sub> \/ 152 Euro<br>M\u00fcnchen FJS &#8211; Tokio Narita 6.100 kg CO<sub>2<\/sub> \/ 184 Euro<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">F\u00fcr den letztgenannten Flug bietet die Lufthansa Ticketpreise ab 888 Euro an. Die optionale Ausgleichszahlung an Atmosfair entspr\u00e4che dann 20,7 % des Ticketpreises.Die 6,1 Tonnen CO<sub>2<\/sub>, die beim Tokioflug emittiert wurden, entsprechen laut CO<sub>2<\/sub>-Rechner des Umweltbundesamts 59 % der Jahresemissionen eines durchschnittlichen Bundesb\u00fcrgers. Bei einem einzigen Flug \u00fcber diese Entfernung wird also h\u00f6chstwahrscheinlich der Jahresdurchschnitt \u00fcberschritten, weil bei jedem Menschen nat\u00fcrlich auch Emissionen f\u00fcr Heizung, Essen, Kleidung, Strom, Benzin, etc. anfallen. Im Bereich der Mobilit\u00e4t verursachen die Deutschen 2,15 Tonnen CO<sub>2<\/sub> j\u00e4hrlich. Allein mit einem Tokioflug ist der durchschnittliche, j\u00e4hrliche Pro-Kopf-Aussto\u00df von Kohlendioxid im Verkehrssektor um das 2,8-fache \u00fcberschritten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Vermeidbare Inlandsfl\u00fcge<\/strong><br>Beim ersten Fallbeispiel M\u00fcnchen &#8211; Hamburg bietet Atmosfair \u00fcberhaupt keine Kompensation an. Die hier angegebene Summe wurde stattdessen h\u00e4ndisch errechnet. Daf\u00fcr ist auf der Website ein Hinweis zu lesen, dass eine Fahrt die Deutschen Bahn deutlich weniger CO<sub>2<\/sub> verursacht, verbunden mit einem Link direkt zur Website der DB. Guter Hinweis! Innerdeutsche Strecke mit der Bahn abzuwickeln, sollte eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein, auch wenn Bahnfahrten beim derzeitigen Zustand der DB nicht selten Geduld erfordern.<br>Zumal die Unterschiede zwischen Flugzeug und Bahn bei der Haus-zu-Haus-Geschwindigkeit auf der Strecke M\u00fcnchen-Hamburg nicht mehr gro\u00df sind, wenn man zur reinen Flugdauer von 1 h und 20 min. die An- und Abfahrt zu\/von den Flugh\u00e4fen von\/ins Stadtzentrum und die notwendigen Wartezeiten am Flughafen (Ein-\/Auschecken, Gep\u00e4ckabholung etc.) miteinrechnet.<br>Ein Beispiel: F\u00fcr den 14. Januar 2025 bietet die Lufthansa aktuell das einfache Ticket Business Class je nach Tageszeit zwischen 110 Euro und 245 Euro an. Das Bahnticket f\u00fcr den gleichen Tag w\u00fcrde (Stand heute) zwischen 20 und 66 Euro einfach kosten bei einer Fahrtdauer von etwa f\u00fcnfeinhalb Stunden zwischen M\u00fcnchen Hauptbahnhof und Hamburg HBF. Im Beispiel kommt die Bahnfahrt also billiger als der Flug.<br>W\u00e4hrend die Bundesregierungen, gleich welcher Zusammensetzung, sich maximal zu Appellen durchringen konnten, fordert jetzt \u201eDie Linke\u201c in ihrem Programm zur n\u00e4chsten Bundestagswahl das generelle Verbot von Inlandsfl\u00fcgen. Das ist in Frankreich seit 2020 schon teilweise umgesetzt, insofern die Air France keinen Flug mehr verkaufen darf, wenn das Ziel in l\u00e4ngstens 2,5 h mit dem Zug zu erreichen ist. An diese Bedingung war ein staatlicher Kredit an die Fluggesellschaft gebunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Unterschiede bei den Fluggesellschaften<\/strong><br>Atmosfair hat in einer Untersuchung festgestellt, dass die Passagier-Airlines mit dem Klimaschutz bis 2019 (also vor Corona) nur marginale Fortschritte erzielt haben. Die CO<sub>2<\/sub>-Effizienz konnte gerade mal um 1,4 % j\u00e4hrlich verbessert werden, f\u00fcr das Erreichen der Pariser Klimaschutzziel seien aber 4,0 % notwendig, also fast die dreifache Geschwindigkeit. Au\u00dferdem nahm Atmosfair mit dem \u201eatmosfair Airline Index\u201c auch die Energieeffizienz der Flotten verschiedener Airlines unter die Lupe. Am besten schnitten TUIfly Netherlands und die 2018 gegr\u00fcndete Airline Starlux aus Taiwan mit ganz neuen Flugzeugen ab, da neue Triebwerkstechnik den Kerosinverbrauch um bis zu 30 % senken kann. \u201eBei den deutschen Airlines Lufthansa, Condor und TUIfly stagniert die CO<sub>2<\/sub>-Effizienz gegen\u00fcber der Vor-Pandemie; die Lufthansa konnte sich zwar leicht verbessern, aber weniger als der Durchschnitt der globalen Branche.\u201c (3)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wunsch und Wirklichkeit bei den Kerosin-Alternativen<\/strong><br>Unter den sogenannten \u201eSustainable Aviation Fuels\u201c (SAF) versteht man Kraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt oder \u00d6kostrom und Kohlendioxid synthetisiert werden. Allerdings gibt es davon bislang viel zu wenig an Markt. Die EU will jedoch die Beimischung solcher Treibstoffe zum fossilen Kerosin schrittweise ausweiten. Nach einer EU-Verordnung m\u00fcssen die Fluggesellschaften ab 2025 zwei Prozent beimischen, bis 2050 sollen es dann 70 Prozent sein.<br>Durch Messungen des Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) ist inzwischen nachgewiesen, das alternative Treibstoffe die Emissionen senken k\u00f6nnen. Klimafreundlicher Treibstoff als Ersatz f\u00fcr das klimasch\u00e4dliche Kerosin? Wunsch und Wirklichkeit klaffen da noch weit auseinander. Momentan wird der alternative Treibstoff noch kaum eingesetzt. Die Produktionskapazit\u00e4ten sind erst im Aufbau, die Spritpreise hoch. Und das wird sich die n\u00e4chsten Jahre kaum \u00e4ndern. Selbst bis 2030 werden die bis dahin entstandenen Anlagen in Europa nur drei Prozent der Kraftstoffeinsatzes in der EU decken.<br>Moderne Flugzeuge mit effizienten Triebwerken sparen etwa 30 % Kerosin ein. Dies w\u00e4re also auch ein Weg zur Minderung der Treibhausgase. Aber Flottenmodernisierung kommt ebenfalls nur langsam voran, teilweise auch, weil der eine gro\u00dfe Flugzeugbauer, n\u00e4mlich Boeing, mit technischen und strukturellen Problemen k\u00e4mpft und der andere, Airbus, mit der Produktion kaum nachkommt. Zudem sind die Fluggesellschaften infolge des Einbruchs bei den Passagierzahlen durch die Pandemie vorsichtiger geworden mit Bestellungen und Neuinvestitionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Unter Greenwashing-Verdacht<\/strong><br>Speziell am Ausgleich via Waldpflanzung gibt es erhebliche Bedenken von Umweltorganisationen. Sie weisen darauf hin, dass W\u00e4lder teilweise nicht lange existieren, weil sie abgeholzt werden, vertrocknen, abbrennen oder durch Sch\u00e4dlinge dezimiert werden. Auch bei der Finanzierung von Projekten, wie etwa der Verteilung von Solarkochern in Entwicklungsl\u00e4ndern besteht insofern Skepsis, als oft schwer kontrollierbar ist, was vor Ort geschieht. L\u00f6sungen? Der Dachverband Transport &amp; Environment (T&amp;E) setzt auf eine Kerosinsteuer, den vermehrten Einsatz von synthetischen Treibstoffen und empfiehlt, die Luftfahrt in den europ\u00e4ischen Emissionshandel zu integrieren.<br>Zweifellos ist den Airlines der Profit wichtiger als das Klima und sie machen nur kleine Schritte, die in erster Linie dem Erhalt des Images dienen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat deshalb im April eine Unterlassungsklage gegen die Lufthansa wegen des Verdachts auf Greenwashing eingereicht. Auch die Europ\u00e4ische Kommission \u00fcberpr\u00fcft eine ganze Reihe von Fluggesellschaften hinsichtlich des Greenwashing-Verdachts. Diese sollen ihre Behauptung belegen, dass die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen der Fl\u00fcge ausgeglichen werden. Im \u00dcbrigen h\u00e4lt T&amp;E wenig von den Kompensationsangeboten der Airlines. \u201eIm Moment ist der einzige gr\u00fcne Flug der, der am Boden bleibt.\u201c (4)<br>Weltweit ist der Luftverkehr f\u00fcr Passagiere keineswegs auf Klimaschutzkurs, wie auch der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dietrich Brockhagen von Atmosfair feststellt: \u201eDie Klimawende im Flugverkehr l\u00e4sst auf sich warten.\u201c (1) Man k\u00f6nnte es mit Markus Fischer von der DLR so formulieren: \u201eDie Luftfahrt wird sich neu erfinden m\u00fcssen.\u201c (2) Denn wie Atmosph\u00e4renforscher Joachim Curtius von der Frankfurt Goethe-Universit\u00e4t n\u00fcchtern feststellt, ist das Flugzeug \u201ewirklich das mit Abstand klimasch\u00e4dlichste Verkehrsmittel.\u201c (4) Aber solange sich die Kunden mit den vagen Versprechungen der Fluggesellschaften zufriedengeben, die Klimawirkung des Fliegens verdr\u00e4ngen und beim Ticketkauf maximal sparen wolle, wird sich nichts \u00e4ndern. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br>(1) \u201eFlugverkehr und Klimawende? Studie zeichnet ein niederschmetterndes Bild\u201c, web.de, 21.11.2024<br>(2) \u201eErstmals Emissionen beim Fliegen mit E-Fuels gemessen\u201c, tagesschau.de, 23.10.2024<br>(3) Pressemitteilung von Atmosfair, 20.11.2024<br>(4) \u201eWarum klimaneutrales Fliegen umstritten ist\u201c, tagesschau.de, 14.07.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-46518ba120fab4452ac2ef119fa4765c wp-block-paragraph\"><strong>Klimavertr\u00e4gliche Heizungen \u2013 ein Technikvergleich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-56e424f7b6f150766da86fa5dde5341e wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>klimaseite.info, 20.11.2024<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-c50aa1d3e5fb66c9d73694143b3f0baf wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Handys oder Computer nach drei bis h\u00f6chstens f\u00fcnf Jahren als technisch veraltet gelten und viele Konsumenten dann zu Neuware greifen, herrscht in deutschen Heizungskellern Best\u00e4ndigkeit. Oder sollte man es \u201eInnovationsscheu\u201c nennen? Hauseigent\u00fcmer halten am -in der Regel fossilen- Energietr\u00e4ger und am Brenner fest, solange es geht. Ein Drittel der Heizkessel ist 20 oder mehr Jahre alt, mithin technisch veraltet, denn auch bei der Heiztechnik gab es signifikante Fortschritte, vor allem bei der Energieeffizienz, etwa von der Niedertemperatur- zur Brennwerttechnik. Dasselbe gilt f\u00fcr weitere Komponenten des Heizsystems, bei Heizk\u00f6rpern und Pumpen. Ein ineffizientes System belastet nat\u00fcrlich den Geldbeutel und das Klima. Die W\u00e4rmeerzeugung hierzulande ist \u00fcberwiegend klimasch\u00e4dlich, denn 79 % aller Wohnungen in Deutschland werden mit fossilen Energietr\u00e4gern beheizt; davon 68 % direkt durch \u00d6l- oder Gaskessel, 11 % indirekt durch fossil erzeugte Fernw\u00e4rme. Das oft kritisierte Geb\u00e4udeenergiegesetz (vulgo \u201eHeizungsgesetz\u201c) enth\u00e4lt entgegen allen Ger\u00fcchten keine Pflicht zum Austausch alter Kessel, solange sie laufen oder repariert werden k\u00f6nnen. Falls eine Reparatur nicht mehr m\u00f6glich ist, k\u00f6nnten sogar \u00fcbergangsweise noch neue \u00d6l- oder Gaskessel eingebaut werden, falls die Kommune keinen W\u00e4rmeplan hat. Diese Investition empfiehlt aber keinesfalls, da \u00fcber kurz oder lang zus\u00e4tzlich klimafreundliche W\u00e4rmetr\u00e4ger eingesetzt werden m\u00fcssen. Denn das nachvollziehbare Ziel des Gesetzgebers war es, Neubauten mit 65 % W\u00e4rme aus erneuerbaren Quellen zu beheizen und diesen Anteil bei Bestandsbauten zu erh\u00f6hen. Aber letztes Jahr waren noch mehr als die H\u00e4lfte der verkauften Ger\u00e4te Gas-Brennwert-Heizungen.<br>Die PROBAS Datenbank des Umweltbundesamts bietet einen sehr guten \u00dcberblick zu den Treibhausgasemissionen vieler Heizungen, dargestellt in Gramm pro Kilowattstunde erzeugter W\u00e4rme (g\/kWh):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-379c46dc2f098a1051613e8ed21d8015 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">1.  Brennwert-\u00d6l-Heizung: 318 g\/kWh<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-link-color has-medium-font-size wp-elements-ec90862440877d4ffb23b753a9f89f74 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">2. Brennwert-Gas-Heizung: 232 g\/kWh<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-link-color has-medium-font-size wp-elements-503aa6b92872c1a689d03c24529ef9c6 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">3. Fernw\u00e4rme im deutschen Durchschnitt: 154 g\/kWh<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-link-color has-medium-font-size wp-elements-1694c511d74fe6a6b65ccb5480df33e3 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">4. Elektrische W\u00e4rmepumpe mit W\u00e4rmequelle Luft: 137 g\/kWh<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-link-color has-medium-font-size wp-elements-0315ac209bab6f78b4e9766d5ad128ba wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">5. lektrische W\u00e4rmepumpe mit W\u00e4rmequelle Erdreich: 119 g\/kWh<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-link-color has-medium-font-size wp-elements-036b7871eb3ac18378f87600355d0b51 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">6. Elektrische W\u00e4rmepumpe mit W\u00e4rmequelle Grundwasser: 109 g\/kWh<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-link-color has-medium-font-size wp-elements-f45eb602e1de9b2fb4b3b47c6c9339e7 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">7. Fernw\u00e4rme aus Gas-und-Dampf-Kraftwerk (GuD) mit Erdgas: 86 g\/kWh<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-link-color has-medium-font-size wp-elements-909f8558089ee110fc554e803a1e9aa0 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">8. Holz-Hackschnitzel-Heizung: 20 g\/kWh,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-link-color has-medium-font-size wp-elements-62249233830b689edcce0411f2d7add3 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">9. Solarkollektor zur Warmwasserbereitung: 20 g\/kWh<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Diese Angaben beziehen auf eine Heizanlage mit 5 Kilowatt Leistung (f\u00fcr Einfamilienh\u00e4user). Beim Antriebstrom der W\u00e4rmepumpen wird vom deutschen Strommix ausgegangen, was bedeutet: Bei Solarstrom vom eigenen Dach oder bei \u00d6kostrombezug lie\u00dfen sich die Emissionen weiter reduzieren. Solarkollektoren reichen in der Regel nur f\u00fcr die Warmwasserbereitung und zur Unterst\u00fctzung der Heizung, aber das Gros der Heizw\u00e4rme muss von einem zus\u00e4tzlichen W\u00e4rmeerzeuger kommen. N\u00e4here Angaben und weitere Systeme sind in der Datenbank zu finden.<br>Aus dieser Liste ergibt sich automatisch ein Ranking hinsichtlich der Klimavertr\u00e4glichkeit der h\u00e4ufigsten W\u00e4rmerzeuger. Sie steigt mit sinkenden Emissionen von 1 bis 9, also in umgekehrter Reihenfolge der Ziffern. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br>Website des BDEW, www.bdew.de<br>www.probas.umweltbundesamt.de<br>Infografik, Die Zeit, 14.11.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-27aa6ca9220f444f0c6cc6b9560ed270 wp-block-paragraph\"><strong>W\u00e4lder, Wiesen und Moore als CO<sub>2<\/sub>-Speicher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 21.10.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Jetzt verdichtet sich ein Verdacht zur Gewissheit. Der geschundene deutsche Wald, von Trockenheit, Waldbr\u00e4nden, St\u00fcrmen und Sch\u00e4dlingen heimgesucht, kann weniger CO<sub>2<\/sub> speichern, schw\u00e4chelt in seiner Funktion als \u201eSenke\u201c und wird zur CO<sub>2<\/sub>-Quelle. Der aktuelle Waldzustandsbericht, der alle 10 Jahre erscheint, zeigt, dass die Waldfl\u00e4che dank Aufforstung zwar ein wenig zugenommen hat, die Masse an Holz, also des CO<sub>2<\/sub>-Speichers ist jedoch geschrumpft. Das ist eine ganz schlechte Nachricht, sollte er doch jetzt und in Zukunft Kohlendioxid aufnehmen, das schwer oder gar nicht zu vermeiden ist.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Eine Hoffnung weniger?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Im Klimaschutzgesetz sind f\u00fcnf CO<sub>2<\/sub>-Emissionsektoren aufgef\u00fchrt und bei ihrem Jahresaussto\u00df gedeckelt. Zus\u00e4tzlich der Bereich \u201eLandnutzung, Landnutzungs\u00e4nderung und Forstwirtschaft\u201c (LULUCF) mit einer Besonderheit: Als einziger Sektor enth\u00e4lt er nicht nur Quellen von Treibhausgasen, sondern auch Senken. Das hei\u00dft, hier kann der Atmosph\u00e4re CO<sub>2<\/sub> entzogen und gespeichert werden. Laut Klimaschutzgesetz soll Sektor LULUCF im Mittel der Jahre 2027 bis 2030 pro Jahr 25 Mio. Tonnen Treibhausgase, umgerechnet als CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalent, absorbieren. Bis 2045 sollen es sogar 40 Mio. Tonnen CO<sub>2 <\/sub>\u00e4q pro Jahr werden, etwa 5 Prozent der 2020 in Deutschland freigesetzten CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalente.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Aber um LULUCF ist es nicht gut bestellt. Die Wissenschaftler des Th\u00fcnen-Instituts warnen nach eingehender Untersuchung: \u201eDie Projektionsdaten 2024 zeigen, dass der Sektor auch k\u00fcnftig in vielen Jahren eine Treibhausgasquelle bleibt. Bei Umsetzung beschlossener Ma\u00dfnahmen wird in den Jahren von 2027 bis 2030 eine geringe Netto-Einbindung von 0,2 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalent erwartet. Das Ziel einer Netto-Einbindung von 25 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalent wird deutlich verfehlt. Noch im Projektionsbericht 2023 wurde davon ausgegangen, dass der LULUCF-Sektor eine Senke ist, also mehr Kohlendioxid einbindet als freisetzt. Die aktuelle Entwicklung im Sektor LULUCF passt nicht zu den Klimazielen. Die Ziele f\u00fcr 2030 werden deutlich verfehlt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Nat\u00fcrliche Speicher und Materialien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Momentan sind hierzulande 18,3 Mrd. Tonnen Kohlendioxid in der Vegetation und in B\u00f6den von landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen und W\u00e4ldern gebunden, also in Wald, Wiesen und \u00c4ckern. Speziell im Wald sind es ca. 4,3 Mrd. Tonnen CO<sub>2<\/sub>. Auch Feuchtgebiete, Moore, Parks in Siedlungen; Holzbauten und Holzprodukte werden unter der LULUCF-Kategorie subsummiert. Auf diesem Sektor ruhen gro\u00dfe Hoffnungen, denn hier sollen unvermeidbare Emissionen ausgeglichen werden: zum Beispiel aus der Landwirtschaft, wir wollen ja auch k\u00fcnftig eine Nahrungsmittelproduktion in Deutschland haben. Oder bei Geb\u00e4uden. Denn mit technischen Verfahren k\u00f6nnen die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bei der Herstellung von Mauersteinen, Ziegeln, Beton zwar reduziert, aber auf nicht auf null gebracht werden und es wird die n\u00e4chsten Jahrzehnte voraussichtlich flei\u00dfig weitergebaut in Deutschland. Da w\u00e4re es am schlauesten, das Holz des Waldes nicht zu verheizen, damit der \u00fcber Jahrzehnte angereicherte Kohlenstoff nicht in kurzer Zeit als CO<sub>2<\/sub> in die Atmosph\u00e4re geht, sondern der Kohlenstoff w\u00e4re gespeichert in Bauholz oder hochwertigen M\u00f6beln. So bleibt der CO<sub>2<\/sub>-Speicher Holz weiter erhalten und das Klimagas gebunden, in Bauholz oft \u00fcber Jahrzehnte. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>W\u00e4lder und Forstwirtschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Siedlungen und Verkehrswege nehmen in Deutschland 13 Prozent der Fl\u00e4che ein, die Landwirtschaft 52 Prozent und 32 Prozent sind mit Wald bedeckt. Der deutsche Wald hat in den letzten Jahren allerdings sehr unter Bodentrockenheit und D\u00fcrre gelitten, auch aufgrund des Klimawandels. Hinzu kamen Sch\u00e4dlingsbefall, Waldbr\u00e4nde und Windbruch. Am Brocken im Harz beispielweise bietet sich den Wanderern ein deprimiertes Bild aus abgestorbenen oder umgest\u00fcrzten B\u00e4umen, von allem Nadelholz. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht, denn im speziell im \u201eNationalpark Harz\u201c setzt man auf nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung auch in der Erwartung, dass der neue Bewuchs resilienter wird gegen die Folgen des Klimawandels.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Gesunder Mischwald<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Bundesweit schwenkt die Fortwirtschaft um von den Monokulturen mit Fichten und Kiefern auf die Aufforstung mit einigerma\u00dfen klimastabilen Mischw\u00e4ldern, aber dieser Waldumbau wird \u00fcber Jahrzehnte gehen. Noch dominiert im Baumbestand das Nadelholz, die Kiefern und die besonders anf\u00e4lligen Fichten, beliebt als schnellwachsendes Nutzholz. Aber in der j\u00fcngsten Altersgruppe bis 20 Jahre stehen 513.000 Hektar an Laubb\u00e4umen bereits 401.000 Hektar Waldfl\u00e4che mit Nadelb\u00e4umen gegen\u00fcber. Hartes Laubholz, also nicht Pappel oder Weide, weist eine h\u00f6here Holzdichte als Nadelholz auf und kann deshalb pro Volumeinheit auch mehr CO<sub>2<\/sub> in Form von Kohlenstoff abspeichern. Eine Buche mit einem Trockengewicht von 1,9 Tonnen besteht zur H\u00e4lfte aus Kohlenstoff und hat so 3,5 Tonnen Kohlendioxiddeponiert, w\u00e4hrend im gleichen Volumen Fichtenholz nur 2,6 Tonnen dieses Klimagases gebunden sind. Pro Hektar Wald und Jahr werden im Durchschnitt etwa 6 Tonnen CO<sub>2<\/sub> abgespeichert, solange die B\u00e4ume stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wie funktioniert das?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Im Zuge der Photosynthese passiert nach der Aufnahme des CO<sub>2<\/sub> \u00fcber die Bl\u00e4tter Folgendes: Der Kohlenstoff (C) aus dem CO<sub>2<\/sub> wird in Lignin als St\u00fctzmaterial und den \u201eEnergietr\u00e4ger\u201c Traubenzucker umgewandelt. Der Sauerstoff (O<sub>2<\/sub>) wird via Blattoberfl\u00e4che wieder an die Luft abgegeben, der Kohlenstoff (C) bleibt im Holz. Durch Aufforstung und Baumpflanzungen kann also Klimagas aus der Luft geholt und gebunden werden, zur Kompensation des eigenen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes eignen sich diese Ma\u00dfnahmen jedoch nicht, aus zwei Gr\u00fcnden. Zum einen geht jeder hier gepflanzte Baum bereits in die nationale CO<sub>2<\/sub>-Bilanzierung ein, so dass die parallele Anrechnung auf das Unternehmen X eine Doppelz\u00e4hlung darstellen w\u00fcrde. Zum anderen sind solche Zertifizierungsprojekte auf 30 Jahre angelegt, aber niemand kann sicher voraussagen, wie sich ein Waldst\u00fcck in dieser Zeit entwickelt, wieviel kaputt geht oder wieviel \u00fcberlebt. Die Dynamik des Klimawandels erschwert die ohnehin unsicheren Prognosen noch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Heikle Holzimporte&nbsp;<\/strong>&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die deutschen W\u00e4lder zumindest der Fl\u00e4che nach zunehmen, sind die Waldbest\u00e4nde es in anderen L\u00e4ndern bedroht durch Abholzung zugunsten der Landwirtschaft, Raubbau und Export von Tropenh\u00f6lzern, auch in die EU. Gerade steht ein wichtiges Regelwerk der EU auf der Kippe, das die Entwaldung zumindest eind\u00e4mmen k\u00f6nnte. Die noch nicht in Kraft getretene EU-Entwaldungsverordnung soll verhindern, dass Rohstoffe und Endprodukte die EU erreichen, f\u00fcr die Wald weichen musste. Es geht um Holz, Kakao, Palm\u00f6l, Soja, Kaffee oder Rindfleisch: Waren, durch deren Import und Verbrauch die Europ\u00e4er laut EU-Kommission f\u00fcr zehn Prozent der weltweiten Entwaldung verantwortlich sind. Diese Verordnung, Teil des \u201eGreen Deals\u201c von Ursula von der Leyen, ist zwar l\u00e4ngst beschlossen, aber steht nun wieder in Frage, da die Opposition von Holzimporteuren und S\u00fc\u00dfwarenindustrie bis zur Bundesregierung, namentlich Olaf Scholz und Cem \u00d6zdemir reicht, die zumindest einen Aufschub fordern. Die Kritiker der Verordnung sehen die Gefahr steigender Preis und von Versorgungsengp\u00e4ssen. \u00d6zdemirs Petitum nach einem halben Jahr Aufschub st\u00f6\u00dft allerdings bei der gr\u00fcnen Fraktion im EU-Parlament auf wenig Gegenliebe. Zu gro\u00df ist die Gefahr der Verw\u00e4sserung infolge des Rechtsrucks nach den Europawahlen im Juni, falls das Paket neu verhandelt werden m\u00fcsste. Deshalb dringen die EU-Gr\u00fcnen auf \u201ez\u00fcgige und reibungslose Umsetzung.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Rolle der Landwirtschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Neben B\u00e4umen speichern generell alle Pflanzen, ob Gras, Blumen, Stauden, B\u00fcsche, Hecken, Feldfr\u00fcchte, etc. Kohlendioxid ab, nicht nur in St\u00e4mmen, \u00c4sten, Stengeln, Blattwerk, sondern auch unter der Erde, im Wurzelwerk. Mit der Nutzung oder bei der Verrottung des organischen Materials geht das Klimagas aber \u00fcber kurz oder lang wieder in die Luft. Laut \u201eBundesinformationszentrum Landwirtschaft\u201c ist auf den landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen doppelt so viel Kohlenstoff wie im Baumbestand deutscher W\u00e4lder gebunden, allerdings abh\u00e4ngig von der Nutzung. \u201eW\u00e4hrend Ackerb\u00f6den in den obersten 90 cm im Schnitt etwa 95 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar speichern, sind es unter Dauergr\u00fcnlandfl\u00e4chen durchschnittlich 181 Tonnen pro Hektar.\u201c Also etwa das Doppelte. Deshalb wird mit dem Umbruch von Wiesen zu \u00c4ckern Kohlendioxid freigesetzt. Bei beiden Nutzungen ist der Humus der obersten Erdschicht entscheidend f\u00fcr die Speicherkapazit\u00e4t. Sie kann auch auf \u00c4ckern erh\u00f6ht werden durch Umpfl\u00fcgen von Pflanzenresten, Mulchen und den Anbau von Zwischenfr\u00fcchten. Offen liegende B\u00f6den trocknen ohnehin schneller aus, die Bodenkrume ist Windverwehungen und Erosion st\u00e4rker ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Unersetzliche Moore&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zu den unterirdischen Speichern z\u00e4hlen auch die Moore, in denen sehr viel Kohlenstoffe pro Fl\u00e4che gebunden ist. Die Torfschicht in Mooren sind Langfristspeicher, solange die Schicht abgestorbenen Pflanzenmaterials feucht bleibt und nicht dem Luftsauerstoff in Ber\u00fchrung kommt. Austrocknung ist deshalb Gift f\u00fcr die Moore. Von Haus aus n\u00e4hrstoffarm, ver\u00e4ndert D\u00fcngung oder der Eintrag von benachbarten \u00c4ckern und g\u00fclleges\u00e4ttigten Wiesen den Bewuchs. N\u00e4hrstoffliebende Pflanzen verdr\u00e4ngen so das gen\u00fcgsame Torfmoos, einen wichtigen Torfbildner.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Leider wurde Torfmoor lange Zeit abgebaut, fr\u00fcher als Brennmaterial verwendet, heute als Pflanzensubstrat. Dieses kommt wegen seines nat\u00fcrlichen Mangels an N\u00e4hrstoffen meist hochged\u00fcngt in den Handel. Die meisten Moorfl\u00e4chen wurden aber trockengelegt und sind der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer gefallen. Nur noch 5 Prozent der urspr\u00fcnglichen Fl\u00e4chen sind noch als \u201eMoore\u201c zu bezeichnen. Obwohl Wiedervern\u00e4ssung eine langwierige Angelegenheit ist, weil Moore im Schnitt nur einen Millimeter pro Jahr an Dicke zulegen, h\u00e4lt das Th\u00fcnen-Institut diese Methode &nbsp;f\u00fcr unverzichtbar: \u201eMoore wiederzuvern\u00e4ssen ist die wirksamste Ma\u00dfnahme, um Emissionen zu vermeiden: Nach Bund-L\u00e4nder-Zielvereinbarung zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz und gem\u00e4\u00df Moorschutzstrategie sollen bis 2030 j\u00e4hrlich f\u00fcnf Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalent eingespart werden. Die Wiedervern\u00e4ssung von Mooren ist eine komplexe und langfristige Aufgabe, aber das Potenzial liegt deutlich h\u00f6her als die bisher avisierten f\u00fcnf Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalent.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wege aus dem Dilemma<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Einerseits werden erste Ma\u00dfnahmen zum Moorschutz mittlerweile umgesetzt, anderseits l\u00e4uft im Hintergrund die Entw\u00e4sserung vieler landwirtschaftlich genutzter Fl\u00e4chen weiter. <em>Der Spiegel<\/em> schreibt dazu: \u201eIn Deutschland machen trocken gelegte Moore weniger als ein Zehntel der Agrarfl\u00e4chen aus, sie erzeugen aber fast die H\u00e4lfte der gesamten Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft.\u201c&nbsp; Erschwerend hinzu kommt der Klimawandel mit seinen langen Trockenperioden in manchen Regionen, der zur langsamen Austrocknung bestehender Moore f\u00fchrt. Landwirte auf ehemaligen Moorfl\u00e4chen str\u00e4uben sich nat\u00fcrlich zun\u00e4chst dagegen, Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben wieder zuzusch\u00fctten, ihre Wiesen oder \u00c4cker, also landwirtschaftliche Produktionsfl\u00e4chen auf Privatgrund, herzugeben. Hier ist viel \u00dcberzeugungsarbeit n\u00f6tig und es m\u00fcssen Zusch\u00fcsse der \u00f6ffentlichen Hand flie\u00dfen. Ein Ausweg aus dem Dilemma k\u00f6nnte eine alte und neue Nutzung der unproduktiven Moore sein: die sogenannte \u201ePaludikultur\u201c. Nach Wiedervern\u00e4ssung von Mooren sollen Schilf, Rohr und Seggengras regelm\u00e4\u00dfig gem\u00e4ht werden. Die Ernte k\u00f6nnte dann nach Verarbeitung als D\u00e4mmstoff oder Verpackungsmaterial dienen. Erste Projekte laufen an. Schilfrohrmatten wurden fr\u00fcher als Putztr\u00e4ger bei Holzbalkendecken verwendet, heute dienen sie als Sonnen- oder Sichtschutz. (rk)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eVon der Senke zur Quelle\u201c, www.thuenen.de, 15.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eDas Klima killt den Klimasch\u00fctzer\u201c, Michael Bauchm\u00fcller, S\u00fcddeutsche Zeitung, 09.10.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eVerschiebt die EU-Kommission den Schutz der B\u00e4ume?\u201c, Jan Diesteldorf, S\u00fcddeutsche Zeitung, 27.09.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eCO<sub>2<\/sub>-Speicher Holz\u201c, www.wald.de <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201e\u00c4lter, vielf\u00e4ltiger, aber keine CO<sub>2<\/sub>-Senke mehr: So steht es um Deutschlands W\u00e4lder\u201c, Pressemitteilung des Th\u00fcnen-Instituts, www.thuenen.de, 04.10.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eDer Wald in Deutschland. Ausgew\u00e4hlte Ergebnisse der Bundeswaldinventur\u201c, Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft, Bonn, Oktober 2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eWieviel CO<sub>2<\/sub> binden landwirtschaftlich genutzte B\u00f6den?\u201c, Bundesinformationszentrum Landwirtschaft, www.landwirtschaft.de <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eMann im Moor\u201c, Ruben Rehage, Der Spiegel, 12.10.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-72371e83c0cc2deb796becd735d0d085 wp-block-paragraph\"><strong>Der unkenntliche Weg zu den Klimaschutzzielen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 29.09.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die deutschen Klimaschutzziele sind zumindest als Abstrakta in der \u00d6ffentlichkeit bekannt, von den meisten Parteien akzeptiert und in den Medien immer wieder angef\u00fchrt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">Bis 2030 Reduzierung der Treibhausgase um 65 % gegen\u00fcber 1990, bis 2040 um minus 88 %<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Stromerzeugung zu 80 % aus erneuerbaren Quellen bis 2030<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Netto-Treibhausgasneutralit\u00e4t bis 2045<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Aber was bedeuten diese in der politischen Praxis? \u00dcber den Weg zu diesem Zielen scheint weithin Unklarheit zu herrschen und der Bundesregierung ist es nicht gelungen, ihn zu vermitteln. Kein Wunder, die Auffassungen der Koalitionspartner gehen auch in diesem Fall auseinander. Au\u00dferdem sind die unterschiedlichen Optionen zum Erreichen der Klimaschutzziele selbst zum Gegenstand politischer Profilierung geworden. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ohne Steuerung und Strategie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Das Bundeskabinett arbeitet auch auf diesem wichtigen Feld nicht vern\u00fcnftig zusammen. Weder verstehet sich der Bundeskanzler als Steuermann beim Klimaschutz, noch gibt es ein \u201eKlimakabinett\u201c mit den wichtigsten Ministern. Und es fehlt an einer ressort\u00fcbergreifenden Gesamtstrategie, die sich in allen Gesetzen, der Besteuerung, der finanziellen F\u00f6rderung, der \u00d6ffentlichkeitsarbeit abbildet und nat\u00fcrlich auch auf den f\u00fcnf wichtigsten, in Klimaschutzgesetz (KSG) genannten Emissionssektoren f\u00fcr Treibhausgase: Energiewirtschaft, Verkehr, Geb\u00e4ude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und Sonstiges.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Diese Sektoren sind in dem noch von der vorherigen Bundesregierung eingebrachten und vom Parlament verabschiedeten Klimaschutzgesetz (KSG) mit Ausgangswerten, Jahresobergrenzen und Zielzahlen f\u00fcr die Treibhausgase konkretisiert, woraus sich automatisch die f\u00fcnf jeweiligen Absenkpfade ergeben. Das KSG, dessen Bedeutung vom Bundesverfassungsgericht ausdr\u00fccklich bekr\u00e4ftigt worden ist, l\u00e4sst an Klarheit nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Allein, an der Umsetzung hapert es. Neben einer Gesamtstrategie fehlt es auch an zielf\u00fchrenden Strategien f\u00fcr die Sektoren. Das Umsetzungsdefizit ergibt sich also aus einem Steuerungsdefizit mit der Folge, dass der Verkehrs- und der Geb\u00e4udesektor seit Jahren die im KSG fixierten Limits \u00fcberschreitet. Es ist weiterhin unklar, wie und wann die Bundesregierung da wieder in die Spur kommt und auf den vorgezeichneten Absenkpfad einschwenken kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">In ihrer Not hat sie das Klimaschutzgesetz mit Inkrafttreten der entsprechenden Novelle am 17.07.2024 entsch\u00e4rft und verw\u00e4ssert, so dass k\u00fcnftig die Querverrechnung zwischen den Sektoren m\u00f6glich sein wird, sofern die Gesamtmenge im Limit bleibt. Die Begr\u00fcndung, auf eben diese k\u00e4me es ja in der Hauptsache an, klingt plausibel, kann aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass Verkehrsministerium und Bauministerien erstmal aus der Verantwortung sind. Geywitz und Wissing haben eine Sorge weniger, der Klimaschutzminister Habeck daf\u00fcr eine mehr. Auch deshalb bleibt letztlich ein R\u00e4tsel, warum seine Partei diesen faulen Kompromiss mitgetragen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>W\u00e4rmewende mit Verz\u00f6gerung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Nach Beispielen f\u00fcr die Behauptung, dass die Regierung auch beim Klimaschutz nicht an einem Strang zieht, muss man nicht lange suchen. Da w\u00e4re etwa die Umstellung der Heiztechnik. Das standardm\u00e4\u00dfige Aus des \u00d6lkessels nach 30 Jahren hatten schon fr\u00fchere Regierungen in der Energieeinsparverordnung festgelegt. Nun sollte mit dem Geb\u00e4udeenergiegesetz (GEG) nach dem Willen von Energie- und Klimaminister Habeck ein weiterer Schritt erfolgen, weg von den fossilen Energietr\u00e4gern, hin zu Heizungen mit erneuerbaren Energien. Das ist eigentlich gut begr\u00fcndbar mit den deutschen Klimaschutzzielen, den im KSG gesetzten Limits und der Notwendigkeit zur Minderung von Luftschadstoffen. Aber abgesehen von der schlechten Presse und den Gegenwind aus der Opposition stand Habeck mit seinem Vorhaben von Anfang an auf verlorenem Posten. W\u00e4hrend die SPD sich in der Kampagne gegen das GEG, weithin \u201eHeizungsgesetz\u201c genannt, passiv-abwartend verhielt, schlug sich die FDP auf Seite der Gegner, nervte Habeck mit einem umfangreichen Fragenkatalog, sprach sich gegen Verbote und f\u00fcr Technologieoffenheit aus, die auch dann Eingang ins GEG fand. Diese von vielen Seiten oft replizierte Anforderung hat aber weder Hand noch Fu\u00df, denn jede Regierung sollte nat\u00fcrlich vorrangig klimafreundliche Techniken f\u00f6rdern, die bereits auf dem Markt verf\u00fcgbar und bezahlbar sind, was bei W\u00e4rmepumpen, Nah- und Fernw\u00e4rme der Fall ist, aber nicht bei Heizungen mit Wasserstoff, wobei hier nicht der Kessel, sondern der Brennstoff das Problem darstellt. Das knappe Gut \u201egr\u00fcner Wasserstoff\u201c wird auf viele Jahre f\u00fcr den durchschnittlichen Hauseigent\u00fcmer deutlich zu teuer sein: logische Folge der Herstellungs-, Transportwegs und der Eigenschaften dieses Gases. Laut GEG sind in Neubaugebieten Gasheizungen mit maximal 35 % Erdgas weiter erlaubt, wenn der Rest der W\u00e4rme mit der Verbrennung von gr\u00fcnem oder blauem Wasserstoff erzeugt wird. Blauer Wasserstoff wird gew\u00f6hnlich aus Methan hohem Druck und hohen Temperaturen gewonnen, das CO<sub>2<\/sub> wird dabei abgeschieden und deponiert. Dieser Prozess ist energieintensiv, die Abscheidung und Deponierung aufw\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Zweifelhafte Brennstoffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">F\u00fcr Fachleute ohne weiteres durchschaubar, geisterte diese technische Chim\u00e4re der klimaneutralen Gasheizungen dank Wasserstoff dennoch monatelang durch Medien und die politische Debatte. Wieder einmal zeigte sich: Gegen Technikeuphorie ger\u00e4t n\u00fcchtern-wirtschaftliches Denken leicht ins Hintertreffen. Als weitere Schw\u00e4chen des GEG k\u00f6nnte man nennen: die nicht nach Klimawirkung differenzierte Aufnahme der Biomasse und der Fernw\u00e4rme ins Portfolio der zul\u00e4ssigen Techniken. Bei Biomasse ist die W\u00e4rmerzeugung aus Holz, Bio\u00f6l und Biogas zul\u00e4ssig, obwohl Holz besser verbaut (\u201estoffliche Nutzung\u201c) als verbrannt wird und die anderen beiden Brennstoffe eine unbefriedigende CO<sub>2<\/sub>-Bilanz aufweisen. Bei der Fernw\u00e4rme ist zu monieren, dass sie gegenw\u00e4rtig noch zu etwa 70 % aus der Verbrennung von Erdgas und Kohle stammt. Das W\u00e4rmeplanungsgesetz aus dem Haus Geywitz l\u00e4sst den Betreibern von Kraftwerken und W\u00e4rmenetzen jedoch reichlich Zeit, diesen fossilen Anteil abzusenken. Bis 2040 sind 80 % mit W\u00e4rme aus erneuerbaren Quellen bereit zu stellen. Sowohl Hauseigent\u00fcmer mit einem Gaskessel nicht \u00e4lter als 30 Jahr, als auch diejenigen, die letztes Jahr noch schnell einen Gaskessel installieren lie\u00dfen, k\u00f6nnen sich \u00fcber die gesetzlich erlaubten Laufzeiten freuen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Alles in allem laufen beide Gesetze auf eine moderate, stufenweise Dekarbonisierung der W\u00e4rmeversorgung hinaus, durchaus nicht in dem Tempo, das der bedrohlich schnelle Klimawandel eigentlich verlangt. Nicht belegbar ist hingegen der oft geh\u00f6rte Vorwurf der \u00dcberforderung der Hauseigent\u00fcmer und rational kaum nachvollziehbar der Sturm der \u00f6ffentlichen Entr\u00fcstung, der darin gipfelte, Habeck wolle funktionsf\u00e4hige Gas- und \u00d6lkessel stilllegen, nur W\u00e4rmepumpen seien k\u00fcnftig erlaubt. Unter diesem vermeintlichen gr\u00fcnen Diktat leidet der Absatz der W\u00e4rmepumpen noch heute.&nbsp; Habeck \u00e4u\u00dferte im R\u00fcckblick auf das GEG und den steinigen GEG dorthin, dass eine forschere Gangart in der damaligen Situation politisch nicht durchsetzbar war. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der lange Abschied vom Verbrenner<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zwischen diesem Stolperstein der Ampelregierung und dem n\u00e4chsten Fall, dem Verbrennungsmotor als Auslaufmodell gibt es einige Parallelen. Hier wird ebenfalls und ebenfalls auch von der FDP, ein Kraftstoff ins Spiel gebracht, der das \u00dcberleben der Verbrenner sichern soll: synthetisch hergestellter Sprit. Diese Alternative zum Elektroantrieb ist technisch ohne weiteres machbar, der Kraftstoff wird aber f\u00fcr Normalverbraucher auf viele Jahre kaum erschwinglich sein, vor allem wenn er m\u00f6glichst klimaneutral sein soll, also etwa aus abgeschiedenem CO<sub>2 <\/sub>und Wasserstoff hergestellt wird. Auch hier d\u00fcrfte der Herstellungsaufwand f\u00fcr hohe Kosten sorgen, die Normalverdiener ungern berappen. Gegen den Umstieg vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb, der von vielen Autoherstellern als notwendig erkannt und bereits aktiv in den Produktionshallen umgesetzt wird, tut sich jedoch gerade eine unheilige Allianz aus Politik und Autolobby zusammen, \u00e4hnlich der, die trotz des Dieselskandals den Abschied von dieser untauglichen und gesundheitsgef\u00e4hrdenden Technik jahrelang verz\u00f6gert und verhindert hat. Laut EU-Umweltagentur verursachen Stickoxide j\u00e4hrlich 28.000 Tote allein in Deutschland. Hauptquelle: Dieselfahrzeuge. Wie schon 2015 und Folgejahre wird jetzt wieder die Aufweichung der von der EU beschlossenen Grenzwerte gefordert und es wird gegen das vom EU-Parlament beschlossene Ausstiegsdatum 2035 opponiert. Der FDP ist es gelang es, synthetische Kraftstoffe als Mittel zur Lebensverl\u00e4ngerung der Verbrenner auf EU-Ebene zu verankern.&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Strom statt Brennstoffe und Sprit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Beide hier beschriebenen Technologiewechsel basieren auf der Strategie: weg von der Verbrennung der fossilen Energietr\u00e4gern Benzin, Diesel und Erdgas, die CO<sub>2<\/sub> freisetzt, und zwar aus Millionen Quellen, so dass -anderes wie in Kraftwerken- kein Auffangen und Deponieren m\u00f6glich ist, hin zum Strombetrieb. Die Elektrifizierung kann viele Verbrennungsprozesse ersetzen, w\u00e4hrend der Strom gleichzeitig durch den stetig wachsenden Anteil von \u00d6kostrom klimafreundlicher wird. Der CO<sub>2<\/sub>-Emissionsfaktor im Strommix sinkt schon seit Jahren in Folge der stetig wachsenden Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen von 557 g CO<sub>2<\/sub> pro Kilowattstunde im Jahr 2014 auf aktuell 380 g\/kWh. Das ist zweifellos ein Erfolg, den sich in dieser Legislatur vor allem Bundesminister Habeck, -in sein Ressort f\u00e4llt ja auch die Energieerzeugung- auf die Fahnen schreiben kann. W\u00e4hrend seine Ausbauerfolge bei der Erzeugung von \u00d6kostrom zumindest von Fachbranche und unabh\u00e4ngigen Fachleuten anerkannt werden, blieb die Strategie hinter dem Technikwechsel auf den Stra\u00dfen und in den Heizungskellern weitgehend im Dunklen. Das fortdauernde Imageproblem von Elektroauto und W\u00e4rmepumpe h\u00e4ngt mit dieser mangelnden Nachvollziehbarkeit zusammen. Weder ist es der Bundesregierung gelungen, den Weg zur Klimaneutralit\u00e4t plausibel zu machen, noch wichtige Einzelma\u00dfnahmen in diesem Zusammenhang zu begr\u00fcnden. Dies w\u00e4re aber die zwingende Voraussetzung f\u00fcr das Gelingen des anspruchsvollen Projekts der Klimawende, denn ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung ist noch nicht bereit zum Wandel. Es fehlt an Einsicht in die Zusammenh\u00e4nge und an der Bereitschaft, das Leben umzustellen, den Energieverbrauch und den Konsum einzuschr\u00e4nken, auch wenn das in vielen F\u00e4llen keinen Wohlstandsverlust bedeuten w\u00fcrde. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-662588b0445885d2624fd2ba5b41b0e8 wp-block-paragraph\"><strong>Kleine Verhaltenstypologie beim Klimaschutz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 26.08.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Bei der Beobachtung, wie sich die Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger bei diesem Thema im Alltag verhalten, sind bestimmte Auff\u00e4lligkeiten erkennbar, wiederholen sich manche Muster. Diese kleine Typologie kann nat\u00fcrlich nicht vollst\u00e4ndig sein und ist auch nicht als trennscharf zu verstehen. Denn in Wirklichkeit passen Menschen nicht perfekt in solche Schubladen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>1. Die Klimaschutzaktivisten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Sie zeichnen sich durch ein hohes Bewusstsein f\u00fcr die Ursachen und Folgen des Klimawandels, sowie eine enorme Bereitschaft aus, mit Protestaktionen, darauf aufmerksam zu machen. Dieser missionarische Impetus st\u00f6\u00dft auf Widerwillen und Ablehnung, ebenso wie Blockaden oder Farbattacken. Da helfen auch die strikte Gewaltlosigkeit und der offensichtliche Altruismus nicht. Die Aktivisten der \u201eLetzten Generation\u201c (LG) nehmen in Kauf, daf\u00fcr beschimpft, geschlagen, verletzt und von der Justiz wegen N\u00f6tigung oder schweren Eingriff in den Stra\u00dfenverkehr belangt zu werden. Auch wurden schon Anklagen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung erhoben. Das Echo in \u00d6ffentlichkeit und Presse ist \u00fcberwiegend negativ, aber bei der letzten Europawahl haben mehr als 100.000 der LG ihre Stimme gegeben, was diese durchaus als Zustimmung f\u00fcr Aktivit\u00e4ten und Einsatz verstehen darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zitat: \u201eDie Welt brennt und es ist unsere verdammte Pflicht, sofort zu handeln\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>2. Aktive Klimasch\u00fctzer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Das Problembewusstsein, der Informationsstand zu Klimaschutz, Klimawandel und Klimapolitik sind ebenfalls \u00fcberdurchschnittlich, ebenso die Bereitschaft, gegen Fehlentwicklungen zu protestieren, aber sie wollen mit ihrem Protest nicht vor den Kopf sto\u00dfen und massentauglich bleiben. Fridays for Future konnte in der Hoch-Zeit der Bewegung Millionen Menschen weltweit und in deutschen St\u00e4dten Hundertausende mobilisieren. Wie die Klimaaktivisten sind sie bestrebt, ihren CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck im Alltag klein zu halten und das gelingt ihnen auch. Tendenziell sind sie W\u00e4hler von B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zitat: \u201cAktiv werden, Flagge zeigen f\u00fcr mehr Klimaschutz\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>3. Klimabewusste Menschen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Diese Gruppe ist durch die Nachrichten \u00fcber das Wesentliche informiert, sieht eine Eigenverantwortung jeden B\u00fcrgers, spart Energie, hat ein Balkonkraftwerk oder eine Solaranlage auf dem Dach, trennt den M\u00fcll, hat einen PKW, aber nutzt auch \u00d6ffis und Fahrrad, fliegt nicht mehr als einmal pro Jahr in den Urlaub. Dabei heraus kommen unterdurchschnittliche CO<sub>2<\/sub>-Emissionen. Diese Leute sind durchaus der Meinung, dass mehr f\u00fcr den Klimaschutz getan werden m\u00fcsste, sehen aber in erster Linie die Politik in der Pflicht und sind selbst nicht bereit, sich in gr\u00f6\u00dferem Umfang politisch zu engagieren. Zu dieser Gruppe geh\u00f6ren Menschen mit hohem Bildungsgrad und gutem Einkommen, zum Teil aber auch Geringverdiener, die sparsam wirtschaften m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zitat: \u201cJeder muss seinen kleinen Beitrag leisten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>4. Lieschen M\u00fcller und Otto Normalverbraucher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Diese Durchschnittsb\u00fcrger verfolgen Nachrichten nur am Rande, denken eher konservativ und sind nicht bereit zu Komfortverlust, Verzicht oder gar \u00c4nderung ihres Lebensstils. Mit Politik haben sie nichts am Hut, von schlechten Nachrichten, etwa zum fortschreitenden Klimawandel, wollen sie nichts h\u00f6ren. Sie kennen den Spritverbrauch ihres Autos, nicht aber ihren j\u00e4hrlichen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df. Man benutzt lieber Auto als \u00d6ffis oder Fahrrad, am Sonntag gern auch mal Motorrad. Das Geld, um mehrmals im Jahr wegzufliegen oder f\u00fcr ein Kreuzfahrt ist vorhanden, vielleicht auch ein Einfamilienhaus auf dem Land oder am Stadtrand. Der avisierte Neuwagen muss auch wieder ein Verbrenner sein. E-Autos oder W\u00e4rmepumpen steht man eher skeptisch gegen\u00fcber. Diese Gruppe weist durchschnittlichen bis \u00fcberdurchschnittlichen CO<sub>2<\/sub>-Output auf. Und w\u00e4hlt \u00fcberwiegend SPD oder Union. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zitat: \u201eDas habe ich mir sauer verdient\u201c und \u201eWas kann ich als Einzelner denn schon ausrichten?\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>5. Die Genussmenschen und Hedonisten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Klimawandel und Erderw\u00e4rmung gehen sie nichts an, sie m\u00f6gen auch gar nicht so recht dran denken. Glauben stattdessen, der Mensch werde das Problem schon in den Griff kriegen, denn sie sind optimistisch, setzen auf technischen Fortschritt und ihre Hoffnung auf k\u00fcnftige Innovationen. Sie sind keinesfalls bereit zu Komfortverlust, Verzicht oder gar \u00c4nderungen ihres Lebensstils. Geld ist gen\u00fcgend da f\u00fcr mehrere Urlaubsfl\u00fcge, Wochentrips zum Shoppen in London oder Kreuzfahrten. In der Garage stehen zwei Autos, gerne auch ein Oldtimer. Man besitzt eine Ferienwohnung auf den Kanaren. Diese konsumorientierte Gruppe weist \u00fcberdurchschnittlichen CO<sub>2<\/sub>-Output auf. Man\/frau w\u00e4hlt tendenziell Union oder FDP, denkt und handelt eher egoistisch, wenig sozial und kaum umweltbewusst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zitat: \u201eMan g\u00f6nnt sich ja sonst nichts\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>6. Die Passiven und die Resignierten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die kleinen Leute. Machen sich oft kleiner, als sie sind. Haben l\u00e4ngst aufgegeben, sich f\u00fcr Politik zu interessieren oder gar zu engagieren. Sind mit dem eigenen (\u00dcber-)Leben vollauf besch\u00e4ftigt. Sehen pessimistisch in die Zukunft. Wenn das Geld nur f\u00fcr Miete, Kleidung und Essen reicht, oder f\u00fcr eine Woche Urlaub am Bodensee, bleibt der CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck auch relativ klein. Gehen gar nicht mehr zur Wahl, weil das ja sowie nichts \u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zitat: \u201eAch Gott, lass mich blo\u00df in Ruhe mit dem Klimawandel, ich habe andere Sorgen\u201c.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>7. Die Reichen und die Superreichen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Sind ebenfalls der Meinung, der deutsche und speziell ihr eigener CO<sub>2<\/sub>-Output seien unerheblich und Klimaschutz allein der Job der Politiker. Wissen gar nicht so recht, wohin mit all der Kohle, nachdem Yacht, Privatjet oder Zweitwohnung bezahlt sind. G\u00f6nnen sich \u00f6fter mal eine Schippe Luxus. W\u00e4hlen tendenziell Union oder FDP. Haben einen weit \u00fcberproportionalen Anteil an den deutschen CO<sub>2<\/sub>&#8211; Emissionen, sind aber nicht zu Einschr\u00e4nkungen ihres Lebensstils bereit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zitat: \u201eDas kann ich mir leisten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>6. Die Klimaskeptiker und die Klimawandelleugner<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ja, es gibt und sie sind gar nicht so selten. Ignorieren hartn\u00e4ckig alle wissenschaftlichen Erkenntnisse. Glauben nicht an den menschgemachten Klimawandel, aber gern den steilen Thesen von angeblichen Experten und tats\u00e4chlichen Besserwissern. Lehnen seri\u00f6se Medien ab, informieren sich aus dem Internet, stehen nicht selten Staat und Beh\u00f6rden skeptisch gegen\u00fcber. Bleiben in ihrer Blase, best\u00e4tigen sich gegenseitig in der Rolle der Au\u00dfenseiter und im Rechthaben. Sehen sich als Opfer und die Fehler stets bei anderen. W\u00e4hlen die AfD. Haben einen \u00fcberdurchschnittlichen CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zitat: \u201eIhr k\u00f6nnt mir viel erz\u00e4hlen, ich lass mich doch nicht verarschen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">(rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-95cc74dc1e29f0a73de0cc8a8462fb95 wp-block-paragraph\"><strong>Letzte Ausfahrt CCS: mit unterirdischen CO<sub>2<\/sub>-Lagern aus der Klimakrise?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 15.07.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Welt dabei ist, das bereits 2015 in Paris beschlossene 1,5-Grad-Ziel zu verpassen, weil die Ma\u00dfnahmen zur CO<sub>2<\/sub>-Minderung bei weitem nicht ausreichen, l\u00e4uft die Suche nach einem Ausweg aus dem Dilemma. Einer steht schon fest: das Abscheiden von CO<sub>2<\/sub> und die anschlie\u00dfende Speicherung in tiefen Gesteinsschichten: das \u201eCarbon Capture and Storage\u201c, kurz CCS. Geeignet sind salzwassergef\u00fcllte Porenspeicher, durchl\u00e4ssige Gesteinsschichten in gro\u00dfer Tiefe unter undurchl\u00e4ssigen Schichten, in die das Kohlendioxid mit hohem Druck verpresst wird. Auch ehemalige, inzwischen ausgebeutete Erdgasfelder sind f\u00fcr CCS nutzbar.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Projekte und erste Erfahrungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Norweger sammeln seit 1996 mit dem Sleipner-Projekt einschl\u00e4gige Erfahrungen. Hier f\u00f6rdert der&nbsp; &nbsp;Konzern Equinor wesentlich von Stavager Erdgas mit dem Manko eines zu hohen CO<sub>2<\/sub>&#8211; Gehalts. Deshalb wird das st\u00f6rende Klimagas vom eigentlichen Brennstoff Methan abgetrennt, abgeschieden und in 800 Metern Tiefe in einer Sandsteinschicht verpresst: rund 1 Mio. Tonnen CO<sub>2 <\/sub>pro Jahr. Beim CCS-Projekt \u201ePorthos\u201c, das 2026 in Betrieb gehen soll, werden 2,5 Mio. Tonnen CO<sub>2<\/sub> \u00fcber 15 Jahre hinweg an der niederl\u00e4ndischen K\u00fcste vor Rotterdam in ausgediente Erdgasfelder gepumpt. Bei \u201eAramis\u201c, ebenfalls in der Nordsee vor Holland, sollen gar 22 Mio. Tonnen CO<sub>2<\/sub> in alten Erdgasfeldern verschwinden<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Aber Europa ist bei CCS keineswegs Spitzenreiter. Nordamerika hat schon riesige Kapazit\u00e4ten aufgebaut, der Nahe Osten und China legen sich ebenfalls CO<sub>2<\/sub>-Speicher zu. Das Gros der Projekte ist aber noch in Planung oder hat noch Untersuchungsbedarf, wie die Explorationen von ExxonMobil und Shell vor Malaysia und Indonesien. Auch die \u00d6lkonzerne Chevron, Total, Adnoc sind am Start, teilweise in Kooperation mit staatlichen Akteuren der betreffenden Region.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der Spiegel fasst in seinem Artikel vom 29.06.2024 die Situation so zusammen: \u201eDie Unternehmen der \u00d6l- und Gasindustrie liefern sich bereits ein globales Wettrennen um die besten Standorte f\u00fcr solche CO<sub>2<\/sub>-Lager. Ausgerechnet jene Konzerne, die die Klimakrise mitverursacht und enorme Summen verdient haben, mischen nun wieder mit, wenn es darum geht, mit dem Aufr\u00e4umen Geld zu verdienen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Was bringt es?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Unternehmen und Regierungen haben in den letzten 30 Jahren weltweit sch\u00e4tzungsweise bereits mehr als 83 Mrd. Dollar in CCS-Projekte investiert. \u201cTrotzdem konnten im vergangenen Jahr nur etwa 0,1 Prozent der Klimagasemissionen wieder eingefangen werden\u201c, so Der Spiegel. Der Weltklimarat IPCC nennt die gigantische Zahl von 700 Mrd. Tonnen, die bis 2100 verpresst werden m\u00fcssen, das 15-fache der weltweiten Emissionen pro Jahr. Laut Internationaler Energieagentur IEA m\u00fcssen ab 2040 jedes Jahr 1,2 Mrd. Tonnen CO<sub>2<\/sub> gelagert werden, um die Klimaneutralit\u00e4t Mitte des Jahrhunderts zu erreichen. Aktuell ist jedoch nur 4 Prozent der erforderlichen Lager-Kapazit\u00e4t an den insgesamt 45 Standorten verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der europ\u00e4ische Weg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die von der Europ\u00e4ischen Kommission im Februar vorgelegte Industrial Carbon Management Strategy und der Net Zero Industry Act dienen der EU-weit koordinierten Errichtung von CO<sub>2<\/sub>-Speichern. Demnach sollen ab 2030 j\u00e4hrlich 50 Mio. Tonnen CO<sub>2<\/sub> eingelagert werden. Das Aramis-Projekt soll 124 Mio. Euro an EU-F\u00f6rdermitteln erhalten. \u201eEndlager Nordsee?\u201c Es schaut ganz so aus, denn die Nordsee hat nach heutigem Kenntnisstand ausreichend Kapazit\u00e4t zur Aufnahme von Kohlendioxid. Bis zu 160 Mrd. Tonnen k\u00f6nnten dort aufgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Bundesminister Habeck, der schon im Februar \u00e4u\u00dferte, ohne CCS seien die Klimaziele unm\u00f6glich zu erreichen, hat eine Strategie zur Speicherung und Nutzung von CO<sub>2<\/sub> entwickelt, die im Mai vom Kabinett beschlossen wurde. Nach diesem Gesetzentwurf ist CCS unter dem Meeresboden au\u00dferhalb der Schutzgebiete erlaubt, aber an Land untersagt, um die Verschmutzung von Grundwasser infolge der Bohrungen auszuschlie\u00dfen. Und die Bundesregierung geht damit nat\u00fcrlich auch Konflikten mit Anwohnern aus dem Weg, denn wer will eine CO<sub>2<\/sub>-M\u00fcllkippe schon vor der Haust\u00fcr haben, auch wenn die Gefahren lokal ziemlich \u00fcberschaubar sind? Au\u00dferdem soll von Transportnetz von gro\u00dfen CO<sub>2<\/sub>-Emittenten, Stahlherstellern, Zementwerken und Gaskraftwerken zu den Lagerst\u00e4tten aufgebaut werden. Ausgeschlossen von dieser Art der CO<sub>2<\/sub>-Entsorgung sind allerdings Kohlekraftwerke, die ja m\u00f6glichst rasch durch Gaskraftwerke ersetzt werden sollen. Die CO<sub>2<\/sub>-Pipelines k\u00f6nnten nat\u00fcrlich Betriebe angebunden werden, die Kohlendioxid als Ausgangsprodukt nutzen, etwa in Verbindung mit Wasserstoff zur Herstellung von nichtfossilen Treibstoffen. Dann w\u00e4ren wir bei der CO<sub>2<\/sub>-Nutzung, dem \u201eCarbon Capture and Utilization\u201c, kurz CCU, das in dieser Strategie im gleichem Atemzug mit CCS erw\u00e4hnt, aber nicht n\u00e4her ausgef\u00fchrt wird. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Risiken und Chancen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Es gibt noch manches Fragezeichen bei CCS, weniger wegen der technischen Machbarkeit, eher wegen den unklaren Kosten und der Langzeitstabilit\u00e4t. Klimasch\u00fctzer ziehen diese in Zweifel, beteiligte Unternehmen und Geologen wiegeln aber ab. Realistisch betrachtet, geht wohl kein Weg mehr an CCS vorbei, denn zu lange hat die Politik konsequenten Klimaschutz vermieden und neben den \u201eAltlasten\u201c, die schon in der Atmosph\u00e4re gelandet sind und f\u00fcr den Treibhauseffekt sorgen, werden aktuell j\u00e4hrlich weltweit etwa 40 Gigatonen CO<sub>2<\/sub> neu emittiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Politik ist gezwungen, CCS den Weg zu ebnen, um die beschlossenen Klimaziele doch noch irgendwie zu erreichen. Zudem sind bei CCS mittlerweile m\u00e4chtige Wirtschaftsinteressen im Spiel. Es sind die gleichen Unternehmen, die jahrzehntelang mit der F\u00f6rderung von Erd\u00f6l und Erdgas viel Geld verdient und gleichzeitig aktiv daran gearbeitet haben, die unangenehme Wahrheit vom menschgemachten Klimawandel und den t\u00f6dlichen Folgen der fossilen Energietr\u00e4ger zu verschleiern. Auf der COP 27 konnte man schon beobachten, wohin die Reise gehen soll: weitere jahrzehntelange Exploration und F\u00f6rderung von Gas und \u00d6l, von klimasch\u00e4dlichen Energietr\u00e4gern, die eigentlich in der Erde bleiben m\u00fcssten, bei gleichzeitigem Ausbau von erneuerbaren Energien. Dazu kommen jetzt noch die CO<sub>2<\/sub>-Endlager. Die letzten beide Gesch\u00e4ftsfelder passen bestens ins Portfolio, weil sie ebenfalls Rendite bringen und f\u00fcr ein positives Image sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>L\u00f6st CCS unsere Probleme?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der Aufbau von CCS-Kapazit\u00e4t sollte eigentlich kein Anlass sein, beim Klimaschutz die H\u00e4nde in den Scho\u00df zu legen. Genau auf diese Gefahr weisen die Kritiker hin, sie sehen in CCS eine \u201elebensverl\u00e4ngernde Ma\u00dfnahme\u201c f\u00fcr fossile Nutzungen. Sie akzeptieren zwar die Abscheidung bei der Zement- und Betonherstellung, weil sich CO<sub>2<\/sub> hier kaum vermeiden l\u00e4sst, nicht aber bei Gaskraftwerken. Aufgrund der hohen Anfangsinvestitionen m\u00fcssten die Kraftwerke auch 20 Jahre oder l\u00e4nger laufen, so die Bef\u00fcrchtung. Lange Laufzeiten behinderten jedoch den Ausstieg aus dem fossilen Energietr\u00e4ger Erdgas. Zweiter Einwand: Die Abscheidung des CO<sub>2<\/sub> in den Gaskraftwerken reduziert ihren Wirkungsgrad. Die Bundesregierung setzt hingegen weiter auf diesen fossilen Brennstoff f\u00fcr Kraftwerke, mit dem Ziel des raschen Ausstiegs aus der extrem klimasch\u00e4dlichen Kohleverstromung und in der Hoffnung, Erdgas Zug um Zug durch Wasserstoff ersetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ist CCS der rettende Strohhalm, die letzte Ausfahrt vor der Klimakatastrophe? Nein, es gibt noch weitere, allerdings extrem unsichere Auswege: verschiedene Techniken des \u201eGeoengineering\u201c im weiteren Sinn, beispielsweise das Abhalten der Solarstrahlung durch Einbringen von Sulfatpartikeln in die Stratosph\u00e4re oder das D\u00fcngen der Weltmeere. Um die Erderw\u00e4rmung zu bremsen, wird in den Thinktanks teilweise mit Technologien jongliert, die vernunftbegabten Menschen den Angstschwei\u00df auf die Stirn treiben. Dagegen ist CCS noch das kleinere \u00dcbel. Ohnehin ist nat\u00fcrlich am effizientesten, die Treibhausgase m\u00f6glichst nah an den Emittenten aufzufangen, also noch bevor sie in die Atmosph\u00e4re gelangen. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eEndlager Nordsee\u201c, Der Spiegel, 29.06.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Eckpunkte der Bundesregierung f\u00fcr eine Carbon Management-Strategie, sowie<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Pressemitteilungen vom 26.02.2024 und 29.05.2024, Website des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz, ww.bmwk.de,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eGeoengineering\u201c, Wikipedia, wikipedia.org, abgerufen am 15.07.2024<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-fa01b54d5861485b4045b9a31a15fb3a wp-block-paragraph\"><strong>Werden die Deutschen aus den Klimasch\u00e4den klug?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 05.07.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Es klingt grotesk. Je mehr wir in Deutschland die negativen Folgen des Klimawandels sp\u00fcren, der S\u00fcddeutschland Anfang Juni teilweise unter Wasser gesetzt, zu Toten und Sachsch\u00e4den von etwa zwei Mrd. Euro gef\u00fchrt hat, desto st\u00e4rker scheint der Klimaschutz an Bedeutung zu verlieren. Die betroffenen Menschen entsorgen jetzt kaputten Hausrat und renovieren ihre H\u00e4user. Die Versicherungen nehmen die Sch\u00e4den auf. Die Regierung stellt Entsch\u00e4digungszahlungen in Aussicht. Deutschland geht wieder zur Tagesordnung \u00fcber. Wie schnell eine Klimakatastrophe mental abgehakt, zeigt sich vielleicht auch im Ergebnis der Europawahl, wenige Tage sp\u00e4ter. Die Partei der Gr\u00fcnen, die wie keine andere in der Regierung f\u00fcr Klimaschutz steht, musste dramatische Verluste verzeichnen, w\u00e4hrend die AfD, die den Klimawandel ignoriert oder sogar abstreitet, sich \u00fcber einen Zugewinn freuen konnte. Unter den neuen Mehrheitsverh\u00e4ltnissen im EU-Parlament d\u00fcrfte es die alte und neue Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen schwer haben, weitere Teile des Green Deal umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcrs Klima verzichten? Eher nicht!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Angesichts dieser dramatischen Bilder aus den \u00fcberschwemmten Gebieten fragt man sich, was noch geschehen muss, damit Politik und Gesellschaft st\u00e4rker in die Verantwortung gehen, dem Klimaschutz die notwendige Priorit\u00e4t geben. Denn dieser wesentliche Teil der Vorsorge ging aber in der medialen Aufregung fast unter, im Vergleich zu Ma\u00dfnahmen der Resilienz wie Hochwasserschutz. Zwar pl\u00e4diert immer noch eine Mehrheit in der Bev\u00f6lkerung abstrakt f\u00fcr mehr Klimaschutz, die Notwendigkeit wird also anerkannt, aber wenn es konkret um das eigene Handeln geht, steigen viele aus. Ein Schlaglicht auf die derzeitige Stimmungslage der Nation wirft eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey. \u201eW\u00e4ren Sie bereit, f\u00fcr mehr Klimaschutz auf einen Teil ihres pers\u00f6nlichen Wohlstands zu verzichten\u201c, wurde da gefragt. Dazu bereit erkl\u00e4rten sich nur 23 Prozent, fast 30 Prozent w\u00fcrden dezidiert \u201eauf nichts verzichten\u201c, der Rest stimmte f\u00fcr \u201eeher nicht\u201c.&nbsp; Zwei Drittel zeigten eine Tendenz zur Ablehnung oder eine klare Ablehnung von jeglichem Wohlstandsverzicht. Gro\u00dfe Unterschiede zeigten sich bei Ber\u00fccksichtigung der Parteizugeh\u00f6rigkeit. W\u00e4hrend bei den Anh\u00e4ngern von B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen 79 Prozent bereit waren, auf pers\u00f6nlichen Wohlstand zu verzichten, war es bei Anh\u00e4ngern von Union und FDP nur jeder achte, bei der AfD gar nur magere 3 Prozent der Befragten, was aber nicht weiter verwundern d\u00fcrfte. Selbst bei der SPD sprachen sich 40 Prozent dagegen aus. Bei n\u00e4herer Betrachtung des heiklen Themas \u201eVerzicht\u201c, zeigte sich, dass die Menschen noch am ehesten auf Kreuzfahrten und Flugreisen verzichten w\u00fcrden. Weniger Fleisch bzw. tierische Produkte zu essen oder weniger Auto zu fahren konnten sich die meisten hingegen nicht vorstellen. Etwas mehr zeigten sich verzichtsbereit beim Onlineshopping.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Deutschen im Krisenmodus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Krisen und Kriege beanspruchen unsere Aufmerksamkeit. Es kam dick in den letzten Jahren, angefangen mit der Covid 19 Pandemie \u00fcber Putins Krieg gegen die Ukraine bis zum Gazakrieg. Alte Probleme wie die Folgen des Klimawandel werden verdr\u00e4ngt oder \u00fcberlagert von den aktuellen.&nbsp; Janina M\u00fctze von Civey meint, diese Gleichzeitigkeit f\u00fchre zu einem Gef\u00fchl der Ohnmacht und L\u00e4hmung. Und wohl auch schnell, wenn es um politische Ver\u00e4nderungen, wie den Abschied von Verbrennungsmotoren oder Gasheizungen geht, zu einem Gef\u00fchl der \u00dcberforderung.&nbsp; Wir stecken in einem Dilemma. Die Transformation, Energiewende, Agrarwende, Verkehrswende, W\u00e4rmewende m\u00fcssten m\u00f6glichst schnell ablaufen, damit das 1,5 Grad-Ziel noch erreicht werden kann. Aber die Prozesse dauern, weil wir am Status Quo festhalten. Politiker, die den W\u00e4hler versprechen, trotz Klimawandels k\u00f6nnen alles beim Alten bleiben, kommen besser an als diejenigen, die Notwendigkeit des Wandels thematisieren. Wenn sie aktiv die Transformation, die Klima- oder Energiewende betreiben, sto\u00dfen sie auf massiven Widerstand. Der trifft oft die Gr\u00fcnen. \u201e\u00dcberforderung\u201c ist noch der harmloseste Vorwurf. Die Partei hat da ein Vermittlungsproblem. \u201eDie Leute da abzuholen, wo stehen sie stehen,\u201c so ein gr\u00fcnes Credo, klappt auch nicht wirklich, da ein nicht unerheblicher Teil der Bev\u00f6lkerung von seri\u00f6sen Medien, die den Kontext, das F\u00fcr und Wider einigerma\u00dfen neutral darstellen w\u00fcrden, gar erreicht wird und die Komplexit\u00e4t von Problemstellung und L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen viele \u00fcberfordert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wer zahlt den Schaden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Dass Klimaschutz zun\u00e4chst kostet, sich am Ende aber auszahlt (Stichwort: Einsparung von Energiekosten), privat wie volkwirtschaftlich (Stichwort: Arbeitspl\u00e4tze im Bereich von Umwelt- und Klimaschutz), kommt nicht an. Klimasch\u00fctzer verweisen wohl auf die Tatsache, dass CO<sub>2<\/sub>-Minderung deutlich billiger kommt als die Reparatur bzw. Beseitigung von Klimasch\u00e4den. Allerdings sp\u00fcren wir den Wasserschaden an Geb\u00e4ude oder Auto ganz konkret, nicht aber, dass durch eine W\u00e4rmed\u00e4mmung oder ein Elektroauto weniger Treibhausgase in die Luft gehen. Das bleibt abstrakt, m\u00f6gen uns die Energieberater auch den Effekt auf die Tonne genau vorrechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Hausbesitzer sind Deutschland sind in zu geringem Umfang gegen Klimasch\u00e4den versichert, nur etwa jeder zweite hat eine Elementarschadensversicherung. Da ist die Einf\u00fchrung einer Versicherungspflicht eine gute Idee, denn sonst zahlt die Allgemeinheit, also auch die Gruppe der Mieter die Zeche. Allerdings begleichen Elementarschadensversicherungen nur bei \u00dcberschwemmungen die Kosten, wenn das Wasser von oben in Erdgeschosse und Keller l\u00e4uft. Aber bei tagelangen Starkregen steigt mancherorts auch das Grundwasser und dringt von unten in die Keller ein. Diese Schadensf\u00e4lle sind nicht abgedeckt. Mehr noch: Versicherungen gegen solche Grundwassersch\u00e4den sind gar nicht auf dem Markt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Aus der Klimakrise lernen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Hirnforscher sagen, dass unsere grauen Zellen st\u00e4rker auf Ereignisse und Gefahren reagieren, die in der n\u00e4chsten Zeit stattfinden, als auf die k\u00fcnftigen. F\u00fcr effektive Vorsorge ist es da aber oft zu sp\u00e4t. Ohnehin kann aber niemand genau vorhersagen, ob und wo es im kommenden Jahr zu \u00dcberschwemmungen nach Starkregen kommt, nur dass die Wahrscheinlichkeit von Jahr zu Jahr zunimmt. Diese Verdr\u00e4ngungsmechanismen hindern uns allerdings daran, aus der Klimakrise die richtigen Schl\u00fcsse zu ziehen. Da hilft es auch wenig, wenn Klimaforscher und Klimasch\u00fctzer auf die klare Bedrohungslage hinweisen. Durch die Erderw\u00e4rmung steigt nun mal die Wahrscheinlichkeit von Extremwetter, auch in Mitteleuropa. Je mehr CO<sub>2<\/sub> in die Atmosph\u00e4re kommt, desto st\u00e4rker heizen sich aufgrund des Treibhauseffekts Landmassen und Meere auf. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte, verdunstet mehr Wasser, das aber auch irgendwann und irgendwo als Regen runtergeht. Anfang Juni waren das innerhalb von zwei Tagen teilweise 100 Liter pro Quadratmeter, Regenmengen die sonst vielleicht in einem regenreichen Monat? fallen. Aufgeladen mit Wasser wurden diese Wolkenmassen wahrscheinlich \u00fcber dem Mittelmeer, das sich in den letzten Jahren im Jahresmittel ebenfalls erw\u00e4rmt hat. Es sind diese wissenschaftlich und physikalisch erkl\u00e4rbaren Automatismen, die uns zum Nachdenken und Umsteuern zwingen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Verdr\u00e4ngung und Kontrollverlust<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die meisten kennen diesen Zusammenhang von Ursache und Wirkung, verdr\u00e4ngen das Wissen aber allzu gerne. Es ist auch schwer begreifbar, dass die Menschheit, wir alle, immer noch in gro\u00dfem Umfang fossile Energietr\u00e4ger f\u00f6rdern, verfeuern, CO<sub>2<\/sub> in die Luft jagen und damit unsere eigene Lebensgrundlage Schritt f\u00fcr Schritt, Zehntelgrad um Zehntelgrad zerst\u00f6ren. &nbsp;Momentan steuern wir global auf drei Grad Erderw\u00e4rmung bis Ende des Jahrhunderts zu. Bei diesem Temperaturniveau h\u00e4tten wir endg\u00fcltig die Kontrolle \u00fcber das Geschehen verloren. Die graduellen Ver\u00e4nderungen beim Klima erleichtern nat\u00fcrlich das Verdr\u00e4ngen, auch in Deutschland, wo der Anstieg der Jahresmitteltemperatur schon bei 1,7 Grad Celsius liegt, also 0,5 Grad h\u00f6her als in globalen Durchschnitt. Die Katastrophe im Ahrtal, Hitzesommer, ausgedehnte Waldbr\u00e4nde, gro\u00dffl\u00e4chige \u00dcberschwemmungen in S\u00fcddeutschland: diese Klimakatastrophen f\u00fchren nicht zum notwendigen Kurswechsel, obwohl Menschen sterben und die Sachsch\u00e4den in die Milliarden gehen. Wir hoffen immer noch, dass es nicht so schlimm wird oder dass wir zumindest nicht selbst betroffen sind beim n\u00e4chsten Extremwetter. Diese Verdr\u00e4ngungsmechanismen hindern uns allerdings daran, aus der Klimakrise die richtigen Schl\u00fcsse zu ziehen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Normalwetter? Extremwetter?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wir Deutsche leben zwar noch in gem\u00e4\u00dfigten Breiten, aber sp\u00fcren inzwischen zunehmend, dass das Wetter st\u00e4rker schwankt und zu Extremen neigt: eine wochenlange K\u00e4lteperiode im April und Mai, dann der Starkregen Anfang Juni mit teilweise \u00fcber 100 Litern pro m\u00b2 innerhalb 24 Stunden. Dazwischen wieder hei\u00dfe Tage. Temperaturspr\u00fcnge um 10 Grad oder mehr innerhalb von zwei Tagen scheinen sich zu h\u00e4ufen. Auf die Frage \u201eIst das noch Wetter, oder schon Klima?\u201c, lautet die richtige Antwort: beides! Der Klimawandel pr\u00e4gt die aktuelle Wetterlage mal weniger, mal mehr.&nbsp; Obwohl der Wetterbericht immer genauer wird, die Apps und Visualisierungen immer besser werden, ist die Planung von Veranstaltungen oder Tagesausfl\u00fcgen zunehmend mit Unsicherheiten behaftet. Die Jahre 2018 bis 2020 und 2022 waren zu trocken, 2023 war zu nass. So auch momentan, denn Anfang Juli meldete der Deutschen Wetterdienst einen neuen Regenrekord f\u00fcr die vergangenen 12 Monate. \u00dcberall auf der Welt purzeln alte Wetterrekorde. Was gestern galt, gilt heute nicht mehr. Wir werden noch manche \u00dcberraschung erleben, so viel steht fest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Hinsichtlich der Frage in der \u00dcberschrift f\u00e4llt Optimismus aus den genannten Gr\u00fcnden schwer. Die Debatte scheint sich momentan vom Klimaschutz zur Klimaanpassung, zur Adaption an den Klimawandel zu verlagern. Der Bund hat mit dem Klimaanpassungsgesetz den Rahmen f\u00fcr Ma\u00dfnahmen auf Ebene von L\u00e4ndern und Kommunen geschaffen. Die beschweren sich allerdings \u00fcber fehlende Finanzierung von Seiten der Bundesregierung trotz zus\u00e4tzlicher Aufgaben. (rk)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eVerzichten f\u00fcrs Klima, nein danke\u201c, Kerstin Bund, S\u00fcddeutsche Zeitung, 27.06.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Websites des Deutschen Wetterdienstes (DWD), www.dwd.de und des Umweltbundesamts www.umweltbundesamt.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-ae5906f419878a4c4ce2272099fc6cd0 wp-block-paragraph\"><strong>Das unausgesch\u00f6pfte Potenzial von Stromnetzen und -speichern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-54f8d8b334683c082185a3a48a9c7c9f wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 24.05.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-515d8607c7016f4af61920d0fa1b50be wp-block-paragraph\">Im R\u00fcckblick auf letztes Jahr entpuppt sich das Aus der letzten drei AKWs entgegen allen Unkenrufen als problemlos. Flugs machte das Ger\u00fccht die Runde, die Kapazit\u00e4tsl\u00fccke werde nun durch Atomstromimporte kompensiert. Tats\u00e4chlich wurden 2023 erstmals seit vielen Jahren mehr Strom importiert als exportiert, n\u00e4mlich 11,7 TWh unter dem Strich, aber der Strom kam aus einer ganzen Reihe von Nachbarl\u00e4ndern und aus unterschiedlichen Quellen. Knapp die H\u00e4lfte war \u00d6kostrom, der Anteil von Atomstrom lag bei einem Viertel. Die letzten drei deutschen Atommeiler trugen gerade mal 1,5 % zur Stromproduktion bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9cd6b64dee69f74eb83e221600e8b2e0 wp-block-paragraph\">Insgesamt wurden in 2023 450 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugt und ins Netz eingespeist, zu 56 % stammte dieser aus erneuerbaren Quellen, \u00fcberwiegend Windkraft mit einem Anteil von 31,7%. Der Anteil der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle sank hingegen auf 26,2%. Kohlestrom kommt zu teuer und k\u00f6nnte deshalb -ungeachtet klimapolitischer Zielsetzungen- aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit bereits vor 2038 vom Markt gedr\u00e4ngt werden. Minister Habeck steuert den Kohleausstieg bekanntlich bereits f\u00fcr 2030 an. Das k\u00f6nnte gelingen, aber dazu m\u00fcsste sich die Ausbaugeschwindigkeit beim Regenerativstrom in etwa verdreifachen. Bei der Windkraft ist zu wenig Tempo drin, w\u00e4hrend wir beim Solarstrom auf Kurs sind.&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-63ce848994a8ce1fd0e5cb41fd217680 wp-block-paragraph\">Und dann ist die Frage, wie sehr sich der Strombedarf aufgrund der wachsenden Anzahl an W\u00e4rmepumpen, Elektroautos, Klimaanlagen und Servern zur Datenverarbeitung bis 2030 erh\u00f6ht. Die Bundesregierung geht von 600 TWh aus, der Thinktank Agora-Energiewende von 726 TWh.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e21fcc9952343796f3ca5372608dfdb5 wp-block-paragraph\"><strong>Unwucht im System<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-d8d19840133dc8f2cd365cba6e111927 wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend jahrelang das Hauptaugenmerk in der Diskussion um die Energiewende auf der Kraftwerkstechnik lag und sich um die Umweltvertr\u00e4glichkeit von Kohlekraft- oder Atomkraftwerken drehte, wurden zwei Schwachstellen im Stromsystem mehr oder weniger ignoriert bzw. \u00fcbersehen. Eine davon ist das \u00dcbertragungsnetz. Der erzeugte Strom muss nat\u00fcrlich auch m\u00f6glichst schnell und verlustarm in die Metropolen und zur Industrie flie\u00dfen. Der schleppende Ausbau des Stromnetzes wurde bereits vielfach in den Medien thematisiert und kritisiert. Angebot und Nachfrage passen in Deutschland nicht so ganz zusammen. Auf den Punkt gebracht, ist die Situation wie folgt: Im S\u00fcden wird zu wenig \u00d6kostrom produziert, im Norden zu viel. Wegen des langsamen Netzausbaus fehlen aber Leitungen f\u00fcr den Abtransport von \u00fcbersch\u00fcssigem Strom. Deshalb m\u00fcssen immer wieder Windkraftanlagen und Fotovoltaik abgeregelt werden, n\u00e4mlich dann, wenn die Wetterbedingungen g\u00fcnstig sind, viel \u00d6kostrom produziert wird, aber die Nachfrage nach Strom gering ist. 2022 gingen so acht TWh verloren. Das kommt teuer. Daf\u00fcr wurden 4,2 Mrd. Euro Entsch\u00e4digung an die Anlagenbetreiber f\u00e4llig, die letztlich die Stromkunden zu bezahlen haben. 2023 wurden 19 TWh abgeregelt mit Kosten von 3,1 Mrd. Euro. Parallel zur Abregelung von Anlagen in \u00dcberschussregionen muss dann in anderen Regionen mit h\u00f6herer Nachfrage mehr Strom produziert und Anlagen hochgefahren werden. Es geht also um ein Lastverlagerung (\u201eRedispatch\u201c) nach dem Flaschenhals, den die Nord-S\u00fcd-Verbindungen derzeit darstellen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-936b1fe9090a4907582beeba6bfc3b99 wp-block-paragraph\"><strong>Stand beim Netzausbau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-33a2cd78181bf6be695166e0db301665 wp-block-paragraph\">Momentan hat das deutsche \u00dcbertragungsnetz eine L\u00e4nge von 37.000 km. Die Bundesnetzagentur geht nun auf Vorschlag der vier Betreiber von \u00dcbertragungsnetzen von 4.800 km neuen Fernleitungen aus, die vermutlich 76 Mrd. Euro kosten, darunter f\u00fcnf unterirdische Gleichstromtrassen, die auf weniger Widerstand sto\u00dfen als die Freileitungen, aber sehr viel teurer sind. Drei davon werden in Nord-S\u00fcd-Richtung, zwei in West-Ost verlaufen. Bislang liegen nur die Anfangs- und Endpunkte fest, nicht aber der genaue Trassenverlauf. &nbsp;Geplant sind auch rund 2.500 Kilometer an Verst\u00e4rkungen f\u00fcr bereits vorhandene Verbindungen. Weiterhin sind zus\u00e4tzliche Leitungen und \u00dcbergabestationen zu Windparks auf See (\u201eoffshore\u201c) geplant, deren Redispatch-Kosten sich auf weitere 160 Mrd. Euro bis 2045 summieren. Im Gegenzug werden von diesem Ausbau sinkende Kosten erwartet. Diesen Planungen sind Grundlage des Bundesbedarfsplans, der per Gesetz fixiert werden soll. Neben den Anlagen zur Stromerzeugung und dem \u00dcbertragungsnetz werden Stromspeicher der neuesten Generation k\u00fcnftig immer st\u00e4rker im Fokus stehen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-130df5699b12219b35f48ed57942e8f5 wp-block-paragraph\"><strong>Speicher sind im Kommen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-17784c79a5bcb51013c008bb359c36fe wp-block-paragraph\">Die zweite Schwachstelle: Nachfragespitzen sollten nicht jedes Mal durch Hochfahren von Kraftwerken abgedeckt werden, denn das kommt ebenfalls teurer und nicht alle Kraftwerke sind ausreichend flexibel, sondern durch Abrufen von bereits abgespeichertem Strom. Stichwort: Stromspeicher. In den altbekannten und bew\u00e4hrten Speicherkraftwerken wird Wasser hochgepumpt, um bei hoher Nachfrage wieder abgelassen zu werden und treibt dann eine Turbine zur Stromerzeugung an. Allerdings sind in Deutschland wegen des Platzbedarfs, der Aufstauung von Fl\u00fcssen und der Beeintr\u00e4chtigung des Landschaftsbilds kaum noch Standorte auffindbar. Stattdessen kommen vermehrt Akkuspeicher mit Lithiumionentechnik zum Einsatz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-a63eade43c3f12f905f690e311cc0d91 wp-block-paragraph\">Ende letzten Jahres legte die Bundesregierung ihre Stromspeicherstrategie mit einer Reihe von Eckpunkten, die den groben Rahmen abstecken. Verb\u00e4nde kritisierten denn auch, dass k\u00f6nne nur ein erster Aufschlag sein. Adressiert sind nur au\u00dferdem nur gro\u00dfe Anlagen. Allerdings \u00fcberwiegt in Deutschland die Speicherkapazit\u00e4t zuhause in Form von Solar-Akkuspeichern, wie eine Aufstellung des Fraunhofer ISE zeigt. Im Fr\u00fchjahr diesen Jahres waren gut 200 Gro\u00dfspeicher mit insgesamt 1,3 Gigawatt (GW) Leistung am Netz. Die Bundesnetzagentur sieht allerdings einen Bedarf von 27 GW bis 2037. Die Firma Kyon Energy will demn\u00e4chst Deutschlands bisher gr\u00f6\u00dfte Anlage dieser Art mit 275 Megawatt Leistung in der Stadt Alfeld (Niedersachsen) errichten. Es geht aber auch noch eine Nummer gr\u00f6\u00dfer. Bis Ende 2024 ist die Inbetriebnahme des weltgr\u00f6\u00dften Stromspeichers durch die Capline Corporation in Kalifornien, in der N\u00e4he von Los Angeles geplant. Dort sollen 620 Megawatt ans Netz gehen, im Endausbau werden es 680 MW sein. Gleichzeitig l\u00e4uft weltweit die Forschung an Speichertechnogien mit neuen Materialien weiter. Das begrenzt vorhandene Lithium k\u00f6nnte k\u00fcnftig durch die Natriumionentechnik, die sich gerade in der Entwicklung befindet, abgel\u00f6st werden. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-94ba6978b9013067cc7eb520fa85ece7 wp-block-paragraph\"><strong>Der Blick in die Zukunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-87eeaa422916542930f5758ada0dcc94 wp-block-paragraph\">Technisch machbar w\u00e4re auch die Nutzung der inzwischen 1,1 Millionen Solarstromspeicher in deutschen Haushalten. Das Heimspeichersegment (bis 30 Kilowattstunden Speicherkapazit\u00e4t) machte Ende 2023 fast 83 Prozent der gesamten installierten Speicherkapazit\u00e4t in Deutschland aus. Doch bislang flie\u00dft \u00fcbersch\u00fcssiger Strom aus den Photovoltaikanlagen in Netz, ohne dass der Stromversorger die M\u00f6glichkeit h\u00e4tte, bei Engp\u00e4ssen gezielt auf diese Ressource zuzugreifen. Solarstrom flie\u00dft heute bereits \u00fcber der Wallboxen von der PV-Anlage auf dem Dach in den Akku des Elektroautos, aber diese Akkus k\u00f6nnten umgekehrt nat\u00fcrlich auch momentan nicht ben\u00f6tigten Strom abgeben, in das Hausnetz oder dar\u00fcber hinaus ins Stromnetz. Das ist Zukunftsmusik, daf\u00fcr fehlen in Deutschland noch der gesetzliche, der normative Rahmen und die notwendigen Marktanreize, aber der Trend geht eindeutig zu einer gr\u00f6\u00dferen Flexibilit\u00e4t des Stromsystems, einer Lastverschiebung von Erzeugungsanlagen hin zu Stromspeichern und zu vielen kleineren Anlagen statt der konventionellen Gro\u00dfkraftwerke.&nbsp; Agora Energiewende sieht in Marktanreizen einen doppelten Vorteil: \u201eDynamische Stromtarife und dynamischer Netzentgelte aktivieren haushaltsnahe Flexibilit\u00e4ten und reduzieren gleichzeitig den Ausbaubedarf der Stromnetze.\u201c&nbsp; (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-ce46814aa1186187324a2afb88b8fd62 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-0ebdb57d237f63dc58b1a21eb010abed wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eBatterien f\u00fcr alle F\u00e4lle\u201c, Thomas Hummel, S\u00fcddeutsche Zeitung, 03.04.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-cc5f842ba70bd97df5c3dde026cb11ce wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 087 vom 07. 03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-192d810871d2f278f1c6266a97a9fc2f wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eNetzagentur plant f\u00fcnf Megatrassen\u201c, Der Spiegel online,<\/em> <em>01.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-463aad490cf0e15cfefdb31da80ba1b5 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eEngp\u00e4sse im Stromnetz kosteten 2023 knapp 3,1 Milliarden Euro\u201c, Der Spiegel online, 08.04.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-1e002ef41045447eb67f2769ace74e6f wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eEnergiemarkt aktuell. Der Strommarkt im Jahr 2023\u201c, SMARD, smard.de, Bundesnetzagentur, 02.01.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-07346c60d40e6d68311c32be22132af9 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eBundesregierung legt Speicherstrategie vor \u2013 mehr als Eckpunkte sind es aber nicht\u201c, erneuerbareenergien.de, 20.12.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-74fae4f46bfdfcd2df84b95006202442 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eEin Jahr Kernkraftausstieg\u201c, Fabian Huneke, agora-energiewende.de, 15.04.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-90546426d9e796fe430b6a5bbf4f312f wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eKlimaneutrales Stromsystem 2035. Zusammenfassung\u201c, Agora Energiewende, Berlin, M\u00e4rz 2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-d8430d2640cd14ff457f93531153d6fe wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eKurzstudie: Zuwachs von Batteriespeichern und Balkon-PV in Deutschland, Presseinformation., Fraunhofer ISE,13.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-2f789e68be99978d690bccaff2c23b24 wp-block-paragraph\"><strong>Der Wasserstoff-Traum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 31.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Letztes Fr\u00fchjahr, als Bundeswirtschaftsminister Habeck aus Sicht von Boulevardpresse und Opposition mit dem \u201eHeizhammer\u201c drohte, der dann im Bundestag zum \u201eH\u00e4mmerchen\u201c geschrumpft wurde, bestimmte bald ein forscher Gedanke die Debatte. Im Sinne der oft genannten, aber selten hinterfragten \u201eTechnologieoffenheit\u201c d\u00fcrfe der Weg zur Klimaneutralit\u00e4t in den Heizungskellern nicht blo\u00df \u00fcber W\u00e4rmepumpen oder Holzheizungen gehen, sondern k\u00fcnftig auch \u00fcber Wasserstoff (H<sub>2<\/sub>). Es klang bestechend einfach: Wasserstoff durch Elektrolyse aus \u00d6kostrom herstellen, mehr Wasserstoff ins Erdgasnetz einspeisen, Gasheizungen f\u00fcr das neue Gasgemisch ert\u00fcchtigen, fertig! Jetzt, zwei Jahre sp\u00e4ter, bieten gro\u00dfe Heizkessel-Hersteller wie Viessmann oder Wolf Gasheizungen mit dem Label \u201eH<sub>2<\/sub>-ready\u201c mit max. 20 Prozent H<sub>2<\/sub>-Beimischung an. Die Wasserstoff-Beheizung von Geb\u00e4ude hat als Option Eingang gefunden in zwei Gesetze, die am 1.1.2024 in Kraft getreten sind: das Geb\u00e4udeenergiegesetz (GEG) und das W\u00e4rmeplanungsgesetz (WPG).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Beim Wasserstoff, auch als \u201eChampagner der Energiewende\u201c tituliert, wurden falsche Erwartungen geweckt. Ohnehin kann l\u00e4ngst nicht alles, was technisch machbar ist, auf dem Markt arrivieren. Auch der PR-Zusatz \u201eInnovation\u201c, auf die Politik ebenso herumreitet wie auf der Technologieoffenheit, hilft da bedingt weiter. Man denke nur an die E-Autos: Nachdem die Hemmnisse wie \u201emangelnde Reichweite\u201c oder \u201ezu wenige Ladestellen\u201c allm\u00e4hlich in den Hintergrund treten, stellt der zu hohe Preis der E-Autos momentan das Haupthindernis f\u00fcr die Marktdurchdringung dar. Ein ganz \u00e4hnliches Problem tut sich beim Wasserstoff auf. Es kann auch gar nicht anders sein. Wasserstoff, erst recht, wenn er gr\u00fcn sein soll, wird aus mehreren Gr\u00fcnden rar und teuer sein, ergo keine Rolle auf dem Massenmarkt, ob bei Hausheizungen oder bei Pkw-Motoren spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Gas mit T\u00fccken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Das kleine Wasserstoff-Molek\u00fcl f\u00fchrt zu einem leicht fl\u00fcchtigen Gas mit (unter Normalbedingungen) geringer Energiedichte, das deshalb bei Lagerung und Transport komprimiert werden muss. Erst bei Abk\u00fchlung auf minus 253 Grad Celsius wird es fl\u00fcssig, hat dann aber nur ein Achtel der Energiedichte von Benzin. Kompression und Abk\u00fchlung erfordern Energieaufwand, zehren also letztlich an der Nutzenergie. Aufgrund der Eigenschaften des Gases m\u00fcssen Beh\u00e4lter, Pipelines und Leitungen sehr dicht sein. Hinzu kommt die Explosionsgefahr in Reaktion mit dem Sauerstoff (\u201eKnallgasreaktion\u201c). Die physikalisch-chemische Beschaffenheit von H<sub>2<\/sub> macht ihn schwieriger zu handeln im Vergleich zum Methan als wesentlichem Bestandteil von Erdgas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Gro\u00dfe Elektrolyseure spalten Wasser mit einem Wirkungsgrad von bis zu 80 Prozent in Wasserstoff und Sauerstoff auf. Aber Zwischenspeicherung, Transport zu Einsatzort oder Abgabestelle (H<sub>2<\/sub>-Tankstelle etc.) bedeuten weitere Energieverluste. Ebenso, wenn der Wasserstoff nur verheizt wird (anstatt ihn in Kraft-W\u00e4rme-Kopplung parallel zur Stromerzeugung zu nutzen); erst recht bei erneuter Umwandlung, falls er in einer Brennstoffzelle eines Fahrzeugs verstromt wird, um einen Elektromotor anzutreiben. Von der Quelle bis zum Vortrieb auf der Stra\u00dfe (\u201eWell to Wheel\u201c) ist dann bei diesen Fahrzeugen der Wirkungsgrad auf unter 30 Prozent gesunken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zur Klimaneutralit\u00e4t passt ohnehin nur gr\u00fcner, mit \u00d6kostrom erzeugtes H<sub>2<\/sub>. Davon sind wir weit entfernt, denn \u00fcber 90 Prozent des Wasserstoffs wird hierzulande aus Erdgas erzeugt, ist also \u201egrauer\u201c Wasserstoff. Seine miese CO<sub>2<\/sub>-Bilanz l\u00e4sst sich noch verbessern durch Abscheidung des bei der Dampfreformierung entstehenden CO<sub>2<\/sub>. Dann ist von \u201eblauem\u201c Wasserstoff die Rede. H<sub>2<\/sub> dieser Qualit\u00e4t ist im Geb\u00e4udeenergiegesetz ebenfalls als Heizungs-Option zugelassen. Aus Sicht des Klimaschutzes ist dieser Brennstoff aber suboptimal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zudem ist h\u00f6chst fraglich, ob Wasserstoff \u00fcberhaupt jedes Haus erreichen wird. Dann m\u00fcssten alle Kessel an diesem Ast des Verteilnetzes bereits H<sub>2<\/sub>-ready sein und mit dem entsprechenden Mischungsverh\u00e4ltnis Methan\/H<sub>2<\/sub> zurechtkommen. In der Praxis d\u00fcrfte das schwierig werden. Der synchrone Einbau ist nur in Neubaugebieten denkbar, nicht im Bestandsquartieren, denn f\u00fcr so ein entsprechendes Austauschprogramm gibt es keine gesetzliche Grundlage. Die Bundesregierung verzichtet im GEG sogar darauf, funktionierende \u00d6l- und Gaskessel im Bestand zu verbieten, denn das Verbot trifft nur Uralt-Modelle ab 30 Jahren Laufzeit in einer bestimmten Leistungsklasse. Die Hauseigent\u00fcmer ihrerseits werden sich nur um diesen neuen Brennstoff bem\u00fchen, wenn er auch bezahlbar und verf\u00fcgbar ist. Beide Kriterien sind mit dicken Fragezeichen versehen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Das Wasserstoff-Netz kommt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Eine Wasserstoff-Infrastruktur ist im Aufbau, wird aber erkennbar auf Gro\u00dfabnehmer ausgerichtet. Geplant ein Netz mit 9.700 km L\u00e4nge, wobei gut 60 Prozent der Leitungen mit dem Erdgasnetz identisch sein sollen. Der Bund will die Kosten in H\u00f6he von 19,8 Mrd. Euro vorstrecken. Die Netzbetreiber w\u00fcrden dann Nutzungsentgelte von den Abnehmern kassieren und den Vorschuss peu a peu an den Staat zur\u00fcckzahlen. Als Abnehmer kommen vorrangig Stahlhersteller, chemische Industrie und Heizkraftwerke in Frage. Bei der Stahlproduktion ist aktuell der gr\u00f6\u00dfte positive CO<sub>2<\/sub>-Effekt zu erkennen. Denn Hochofenkoks als Reduktionsmittel durch H<sub>2<\/sub> zu ersetzen, bringt pro Tonne Stahl eine CO<sub>2<\/sub>-Einsparung von 25 Tonnen CO<sub>2<\/sub>. Bereits n\u00e4chstes Jahr soll erstmalig Wasserstoff durch das Netz flie\u00dfen. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Bundesregierung rechnet mit einem H<sub>2<\/sub>-Bedarf von 95 &#8211; 130 Terrawattstunden f\u00fcr 2030. Davon k\u00f6nnten nur 30 bis 50 Prozent in Deutschland hergestellt werden, der Rest sei zu importieren, etwa von Nordafrika via Pipeline \u00fcber Italien oder via Tankschiff \u00fcbers Meer; dann nicht als reiner Wasserstoff, sondern wegen besserer Transportf\u00e4higkeit an Ammoniak (NH<sub>3<\/sub>) gebunden. Nach Angaben des Nationalen Wasserstoffrats NWR sind zur Bedarfsdeckung 23 bis 39 Gigawatt (GW) Elektrolysekapazit\u00e4t im In- oder Ausland notwendig, also deutlich mehr als die von der Bundesregierung f\u00fcr 2030 angepeilten 10 GW in Deutschland. Letztes Jahr waren erst 80 Megawatt installiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Das Interesse der Gasversorger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur kommt den Interessen der Gasversorger sehr entgegen. Denn der schrittweise Abschied von den fossilen Energietr\u00e4gern bedeutet f\u00fcr sie einen kontinuierlichen Einbruch des Gesch\u00e4fts. Das riesige Gasverteilnetz von 500.000 km L\u00e4nge soll aus ihrer Sicht nat\u00fcrlich weiterhin genutzt werden, nicht zum \u201estranded investment\u201c werden. Gaskonzerne und der Branchenverband BDEW wollen den klimasch\u00e4dlichen Brennstoff Erdgas zukunftsfit zu machen, indem sie auf die Beimischung von Wasserstoff und den Ersatz von fossilem Erdgas durch chemisch identische Biomethan hinarbeiten. Technisch gesehen, ist das keine Hexerei, aber n\u00fcchtern betrachtet, werden diese Heizungen wohl keine gro\u00dfe Rolle in den Heizungskellern spielen und sicher eine geringere als die zu Unrecht geschm\u00e4hten W\u00e4rmepumpen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Eine Studie des Norddeutschen Reallabors \u00fcberpr\u00fcfte verschiedene Heizungstechniken vor dem Hintergrund der Ausbaupl\u00e4ne f\u00fcr eine Wasserstoff-Infrastruktur und kam dabei so folgendem Ergebnis: \u201cDer Einsatz von Wasserstoff f\u00fcr die dezentrale W\u00e4rmebereitstellung in Geb\u00e4uden ist im Regelfall nicht wirtschaftlich.\u201c &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Dennoch versucht die Gaslobby zusammen mit kommunalen Unternehmen und deren Verband VKU, genau das glaubhaft zu machen. Wasserstoff soll die momentane Ausdehnung des Gasverteilnetzes und den Absatz von Erdgas sichern. Die Pl\u00e4ne der Bundesregierung beinhalten allerdings ein Wasserstoff-Fernleitungsnetz f\u00fcr Gro\u00dfabnehmer; Geb\u00e4udeheizungen werden nur nachrangig behandelt. 2023 war fast die H\u00e4lfte der Wohnungen noch mit Gas beheizt. Obwohl aus Sicht des Klimaschutzes Gas- und \u00d6lheizungen Auslaufmodelle darstellen sollten, wurden letztes ca. 1,3 Mio. Gasheizungen neu eingebaut: im Vertrauen darauf, dass auch in 20, 30 Jahren noch gen\u00fcgend Erdgas importiert werden kann und dass der Brennstoff bezahlbar bleibt? (rk)&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eNWR: 2030 bis zu 90 Terawattstunden an gr\u00fcnem Wasserstoff ben\u00f6tigt\u201c, <\/em><em>Roland Ernst, pv-magazine.de, <\/em><em>15.02.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eBund plant 9.700 Kilometer Wasserstoff-Kernnetz\u201c, tagesschau.de, 14.11.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eGr\u00fcner Wasserstoff f\u00fcr die Energiewende. Teil 2: Der Geb\u00e4udesektor\u201c, Norddeutsches Reallabor, Hamburg, Februar 2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eStellungnahme zur Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie\u201c, Nationaler Wasserstoffrat, 24.07.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-bdbf027b6c42bb8285dd55901cf4da35 wp-block-paragraph\"><strong>Auto zuerst &#8211; Bund plant weiter nach Bedarf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 24.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Eine Studie des \u00f6sterreichischen Umweltbundesamts (1) im Auftrag von NABU, BUND und des Verbands \u201eDie G\u00fcterbahnen\u201c beleuchtet die deutsche Verkehrspolitik und das zentrale Instrument des Bundesverkehrswegeplans aus dem Jahr 2016 mit Zeithorizont bis 2030. Er ist immer noch aktuell, soll aber alle f\u00fcnf Jahr \u00fcberpr\u00fcft und angepasst werden. Eigentlich w\u00e4re diese Pr\u00fcfung 2021 f\u00e4llig gewesen, das soll jetzt im Sommer 2024 passieren, wie das zust\u00e4ndige Bundesverkehrsministerium vermeldet, also drei Jahre zu sp\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Aber schon bei den Koalitionsverhandlungen im Fr\u00fchjahr letzten Jahres wurde klar, wohin die Reise geht. FDP und SPD setzten den Bau von 144 Autobahnkilometern durch, die auf Wunsch der Gr\u00fcnen mit Photovoltaik-Anlagen versehen bzw. verziert werden sollen, damit der gr\u00fcne Koalitionspartner auch einen Erfolg vorzuweisen hat. Den verkehrspolitischen Fortschritt, dass die Planungen schneller gehen und k\u00fcnftig mehr Geld in die Schiene flie\u00dfen soll, konnten sich dann alle drei Parteien an das Revers heften. &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Studie geht vor allem der Frage nach, ob und inwieweit der alte Plan noch kompatibel mit den Klimaschutzzielen auf deutscher und EU-Ebene ist. Denn mehr noch als die Geb\u00e4ude, ist der Verkehrsbereich das Sorgenkind des Klimaschutzes, denn hier wurden nun dreimal in Folge, 2021 bis 2023 die Obergrenzen des Klimaschutzgesetzes \u00fcberschritten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Dr\u00fcckendes \u00dcbergewicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Autoren stellen ein Missverh\u00e4ltnis bei Ausbau von Stra\u00dfe und Schiene seit 2016 fest. W\u00e4hrend 1.130 km Fernstra\u00dfen neu oder ausgebaut wurden, wurden nur 139 Schienenkilometer fertiggestellt oder zumindest elektrifiziert. Im Bundesverkehrswegeplan, also bei bereits auf der Stufe der Planung, entfallen 49 % der Investitionen auf die Stra\u00dfe, 42 % auf die Schiene und 9 % auf Wasserwege. 40,5 Mrd. Euro tats\u00e4chlich get\u00e4tigten Investitionen von 2017 bis 2022 im Bereich der Stra\u00dfe stehen 30,1 Mrd. Euro zugunsten der Schiene gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung der Studie forderten die Auftraggeber ein verkehrspolitisches Umdenken, von den umwelt- und klimapolitischen Zielen her, statt einfach die aktuellen Personenkilometer oder Fahrten pro Transportmittel auf 2030 oder 2040 hochzurechnen. Es stimmt schon, auch 2022 waren rund viermal mehr Menschen in Deutschland unterwegs als mit Bahn, Bus oder Tram. Aber geht es darum, den Status Quo zu zementieren oder die Mobilit\u00e4t umwelt- und menschenfreundlicher zu gestalten? So logisch \u201ePlanen nach Bedarf\u201c auch klingen mag, eine Verkehrsverlagerung, der Umstieg vom Auto auf Bahnen und Busse, Fahrrad und Fu\u00dfverkehr sind so nicht machbar, noch weniger eine \u201eVerkehrswende\u201c. Der Verein \u201eDie G\u00fcterbahnen\u201c bezeichnete die Verkehrsprognosen aus dem Hause Wissing als unrealistisch. Die langfristige Planung laufe auf eine \u201esich selbst erf\u00fcllende Prophezeiung\u201c hinaus. Dieses konservative Denken pr\u00e4gt seit Jahrzehnten die Verkehrspolitik und musste zwangsl\u00e4ufig zu der Dominanz des Autos und zur Misere der Schiene f\u00fchren, wie wir es heute erleben. In nackten Zahlen ausgedr\u00fcckt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">13.192 km Autobahn, 37.826 km Bundesstra\u00dfen, 86.862 km Landes- und Staatsstra\u00dfen und 91.841 km Kreisstra\u00dfen stehen 33.399 Kilometern des Schienennetzes gegen\u00fcber (von den fast 400.000 km inner\u00f6rtlichen Stra\u00dfen gar nicht zu reden).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Spurwechsel n\u00f6tig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der Bahn ist mehr Geld zugesagt und sie investiert nun auch verst\u00e4rkt in das marode Netz. Aber um den R\u00fcckstau aufzuholen, braucht es Jahrzehnte. Mindestens bis 2030 m\u00fcssen wir uns wohl auf eine Bahn einstellen, die weit hinter den Standards der Nachbarl\u00e4nder zur\u00fcckbleibt. Und dieser Vorsprung kommt nicht von ungef\u00e4hr, wenn man die Investitionen verschiedener L\u00e4nder f\u00fcr die Eisenbahn pro Einwohner im Jahr 2022 miteinander vergleicht: Deutschland 114 Euro, \u00d6sterreich 319 Euro, Tschechien 171 Euro, Schweiz 450 Euro, Niederlande 143 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Auch bei der Stra\u00dfe gibt es einen Sanierungsstau, denn Tausende von Br\u00fccken m\u00fcssen renoviert werden. Beim jetzigen Bautempo wird das mindestens 20 Jahr dauern, wobei in dieser Zeit wieder neue f\u00e4llig werden. Angesichts dieser misslichen Situation w\u00e4re es kl\u00fcger, Neubauten bei Fernstra\u00dfen generell fallen zu lassen und stattdessen die Mittel auf die Sanierung der Br\u00fccken zu konzentrieren. Wenn die Bundesregierung wirklich eine Verkehrswende und eine Verlagerung von der Stra\u00dfe auf die Schiene will, m\u00fcsste sie dar\u00fcber hinaus aber auch deutlich mehr Geld f\u00fcr die Bahn bereitstellen.&nbsp;Der Bundesverkehrsminister der FDP, Volker Wissing, scheint jedoch den Kurs seiner Vorg\u00e4nger von der CSU, der Herren Ramsauer, Dobrindt und Scheuer, verfolgen zu wollen. So sind die Klimaziele nat\u00fcrlich nicht zu erreichen, zumal auch die \u201eAntriebswende\u201c als Minimalanforderung, also der Umstieg vom Verbrennungs- zum Elektromotor, nicht recht vorankommt.&nbsp; (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Studie \u201eZukunftsfeste Verkehrsinfrastrukturplanung\u201c, Danzinger\/Glatt\/Heinfellner\/Satrapa\/Svehla-Stix, Umweltbundesamt, Wien 2024 (1)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eErkennbar wirklichkeitsfern und verzerrt&#8220;, tagesschau.de, 17.05.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eStockender Verkehr\u201c, Vivien Timmler, S\u00fcddeutsche Zeitung, 19.03.2024&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201e2,4 Mrd. Euro Verlust \u2013 na und?\u201c, Vivien Timmler, S\u00fcddeutsche Zeitung, 22.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eVerschoben auf Sankt Nimmerlein\u201c, Serafin Reiber, Der Spiegel, 18.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Statistisches Bundesamt, www.destatis.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-a7a8aaa9874da69b7b2b6c7a98041d49 wp-block-paragraph\"><strong>Kohlendioxidlager: Aus den Augen, aus dem Sinn?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 13.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Reise von Bundeswirtschaftsminister Habeck Anfang Januar letzten Jahres nach Norwegen war bereits als Signal zu verstehen, besuchte er doch eine Zementfabrik, bei der ein Teil des in der Produktion entstehenden Kohlendioxids im Meeresboden vor Norwegen gespeichert werden soll: das sogenannte \u201eCarbon Capture and Storage\u201c (CCS). &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der Inhalt des Gesetzes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Habeck hat im Februar einen Gesetzesentwurf zur Lagerung und Nutzung von CO<sub>2<\/sub> eingebracht. Auch in Deutschland soll -anders als bisher- k\u00fcnftig die Verpressung und Lagerung von CO<sub>2<\/sub> unter dem Meeresboden mit Ausnahme von Meeresschutzgebieten m\u00f6glich sein. Als m\u00f6gliche CO<sub>2<\/sub>-Quellen werden die Zementherstellung, die M\u00fcllverbrennung und Gaskraftwerke sind genannt, Kohlekraftwerke sind ausgeschlossen. Au\u00dferdem erm\u00f6glicht das Gesetz den Transport von den Verursachern zu den ehemaligen Lagerst\u00e4tten von \u00d6l- und Erdgas per Pipeline. Dazu muss ein deutschlandweites Rohrnetz f\u00fcr den Transport von CO<sub>2 <\/sub>zur Nordsee aufgebaut werden, samt der notwendigen Infrastruktur (Anlagen zur CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung, Pumpen zum Transport und Verpressung, Verdichterstationen, etc.). Au\u00dfer Wasserstoff soll k\u00fcnftig auch CO<sub>2<\/sub> im Erdgasnetz transportiert werden d\u00fcrfen. Das Gesetz verfolgt ebenfalls den Zweck, einen Rahmen f\u00fcr Investoren in ein CO<sub>2<\/sub>-Transport- und Speichersystem zu bilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die CO<sub>2<\/sub>-Entsorgung markiert einen Umbruch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Dieser Bruch mit der bisher ge\u00fcbten Zur\u00fcckhaltung, der Aufbau eines Entsorgungswegs f\u00fcr CO<sub>2<\/sub>, das sonst unmittelbar in die Atmosph\u00e4re gelangen w\u00fcrde, bedeutet durchaus eine Art \u201eZeitenwende\u201c in der deutschen Klimapolitik. Sie ist zum einen dem Umstand geschuldet, dass in bestimmten Branche CO<sub>2-<\/sub>Vermeidung sehr schwierig ist, dazu z\u00e4hlt die Produktion von Zement als wesentlicher Bestandteil des Betons. Vor allem aber geht die CO<sub>2<\/sub>-Minderung insgesamt zu langsam voran. Die im Klimaschutzgesetz verankerten Klimaschutzziele sind in Gefahr, die f\u00fcr 2045 angestrebte Klimaneutralit\u00e4t ist mit den bisherigen Ma\u00dfnahmen und Programmen kaum zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Kritik kam von etlichen Umweltverb\u00e4nden, die unter anderem Sicherheitsbedenken geltend machten.&nbsp; Aber Geologen halten die geplante Verpressung und Lagerung in die Poren von Bundsandstein, mehrere Kilometer unter einer Salz- oder Tonschicht in der Nordsee, f\u00fcr sicherer als die in ehemaligen Erdgaslagerst\u00e4tten. In ihnen war das fossile Gas zwar \u00fcber Jahrtausende eingeschlossen, aber der \u201eDeckel\u201c dar\u00fcber ist durch die zahlreichen alten Bohrl\u00f6cher nicht mehr vollst\u00e4ndig dicht. Insofern greift die Kritik der Umweltverb\u00e4nde an dieser Stelle nicht wirklich. Kommentare, die sich gegen die notorischen \u201eBedenkentr\u00e4ger\u201c der Umweltszene richten (siehe Marco Ebers in: Der Spiegel vom 2.3.2024), sind dennoch insofern deplatziert, als das zentrale Klimaschutz-Hindernis bei den Gegnern einer Klimawende&nbsp; zu suchen ist, die in der Koalition, im Parlament und in den Medien Schritte zur Transformation verz\u00f6gern oder blockieren, sei es bei den Heizungen, beim Ausbau der Windkraft, bei energieeffizienten Bauen, im Verkehrssektor oder bei der Landwirtschaft (Stichwort: Agrardiesel).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die eigentliche Gefahr dieser Technik liegt in der Eigendynamik, die sie entfalten wird. Die Warnungen vor dem Einstieg der Umweltverb\u00e4nde in CCS sind insofern berechtigt, als nach den bekannten Automatismen der politischen Psychologie aus dem Notausgang, dessen blo\u00dfen Existenz schon f\u00fcr Entspannung sorgt, am Ende ein Scheunentor f\u00fcr Jedes und Alles wird. Im Klartext: CCS-Strukturen reduzieren den Handlungsdruck bei der CO<sub>2<\/sub>-Minderung und Vermeidung. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Kosten f\u00fcr das CO<sub>2<\/sub>-Netz und notwendige Infrastruktur m\u00fcssen gr\u00f6\u00dftenteils die Industrie und die Entsorgungsunternehmen tragen, im Gesetzesentwurf ist von rund 9 Mrd. Euro die Rede. Neben dem finanziellen Aufwand sind nat\u00fcrlich auch die \u201egrauen\u201c Emissionen aus Herstellung und Transport der notwendigen Materialien zu bedenken, die bereits wieder einen Teil der CO<sub>2<\/sub>-Entlastung zunichtemachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Vers\u00e4umnisse der Vergangenheit holen uns ein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">N\u00fcchtern betrachtet f\u00fchrt wegen der Vers\u00e4umnisse der Vergangenheit jedoch kein Weg am Einstieg in diese Technik vorbei. Eine klimaneutrale Zement- und Betonherstellung ist kaum zu erreichen. Aber auch andere Industrien, wie die Stahlproduktion, kommen zu langsam voran bei der Dekarbonisierung. Bei den Emissionssektoren Verkehr und Geb\u00e4ude sieht es noch deutlich schlechter aus im Vergleich zur Wirtschaft. Seit Jahrzehnten wird Jahr um Jahr zu viel CO<sub>2<\/sub> in die Atmosph\u00e4re entlassen werden. Wir bewegen uns auf einem viel zu hohen Energie- und Emissionslevel. Die Konsumgewohnheiten haben sich verfestigt und behindern einen schnellen Umbruch. Neue Erd\u00f6l- und Erdgasquellen werden erschlossen, fossile Energietr\u00e4ger weiter verbrannt. Das Ziel, die Erderw\u00e4rmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, ist wohl nicht mehr zu erreichen, denn die Welt steuert gerade auf etwa drei Grad plus zu. Beim derzeitigen Tempo der Transformation muss auch die Klimaneutralit\u00e4t bis Mitte des Jahrhunderts ein frommer Wunsch bleiben. Vor diesem Hintergrund leuchtet Habecks Aussage, er sehe das Treibhausgas lieber unter dem Meeresboden als in der Atmosph\u00e4re nat\u00fcrlich ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Da in dieser misslichen Situation CCS einen Ausweg aus dem Dilemma bietet, haben eine Reihe von L\u00e4ndern bereits vor Deutschland reagiert. D\u00e4nemark stieg letztes Jahr in das CCS ein, Norwegen, USA, Kanada und Australien sind l\u00e4nger dabei, einige andere wie Frankreich, Gro\u00dfbritannien oder Niederlande wollen folgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wie beim M\u00fcll ist auch hier die Vermeidung der bessere Weg als die Entsorgung. Aber weil auch in Deutschland der Fortschritt eine Schnecke ist, muss der Weg der Entsorgung jetzt wohl beschritten werden. Die Erfassung gro\u00dfer Mengen dieses Klimagases erm\u00f6glicht auch die Nutzung in gro\u00dfem Ma\u00dfstab, etwa zur Herstellung von synthetischen Treibstoffen mit Beteilung von Wasserstoff. In diesem Fall ist von Carbon Capture and Utilization (CCU) die Rede. Aber wegen der sehr energie- und kostenaufw\u00e4ndigen Verfahren wird das abgetrennte CO<sub>2<\/sub> wohl gr\u00f6\u00dftenteils entsorgt und nicht wiederwendet werden. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>CO<sub>2<\/sub>-Pipelines von Gaskraftwerken zur Nordsee<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Dass Gaskraftwerke ihr CO<sub>2<\/sub> ebenfalls per CCS entsorgen d\u00fcrfen, was die geplante Umstellung auf Wasserstoff nicht gerade beschleunigen d\u00fcrfte, ist ein weiterer Schwachpunkt dieses Gesetzes. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Argumentation der Bundesregierung dazu geht in etwa so: Sie f\u00f6rdert aktuell den Neubau von Gaskraftwerken &#8211; sie gelten als \u00dcbergangstechnologie- die sp\u00e4ter auf Wasserstoff umgestellt werden. F\u00fcr \u201eVerstromungsanlagen mit gasf\u00f6rmigen Energietr\u00e4gern oder Biomasse wird die Anwendung von CCS\/CCU im Sinne eines technologieoffenen \u00dcbergangs zu einem klimaneutralen Stromsystem nicht untersagt, aber jedenfalls bei fossilen Energietr\u00e4gern nicht gef\u00f6rdert. Ob CCS unter diesen Bedingungen im Stromsektor \u00fcberhaupt zur Anwendung kommt, entscheidet sich an den Marktbedingungen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Fossiles Erdgas und kein Ende<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Bundesregierung verweist an dieser Stelle also auf die Marktmechanismen, nach denen sich die Betreiber von Gaskraftwerken k\u00fcnftig zwischen den Kosten f\u00fcr CCS, denen des Freikaufens im EU-Emissionshandel (EU-ETS) und denen der Umstellung auf Wasserstoff als Brennstoff entscheiden k\u00f6nnen. Aber zweifellos gibt der Bund bei den Gaskraftwerken ein St\u00fcck weit das Ruder aus der Hand, obwohl die anvisierte Abl\u00f6sung von fossilem Erdgas durch Wasserstoff in weiter Ferne liegt. Habeck peilt weiterhin der Kohleausstieg f\u00fcr 2030 an, aber die Zeit des fossilen Erdgases ist auch Deutschland noch lange nicht vorbei. Das zeigt dieses, f\u00fcr die Energiewirtschaft ma\u00dfgebliche Gesetz, ebenso wie das Geb\u00e4udeenergiegesetz und das W\u00e4rmeplanungsgesetz mit ihren seit Anfang des Jahres geltenden Regelungen f\u00fcr Heizungsanlagen und W\u00e4rmenetze. Hier wie da scheint die Gaslobby mal wieder ganze Arbeit geleistet zu haben. Dies bedeutet wiederum eine best\u00e4ndige und fortbestehende Abh\u00e4ngigkeit von klima- und umweltsch\u00e4dlichen Fl\u00fcssiggasimporten. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Aussichten f\u00fcr den Klimaschutz in Deutschland insgesamt sind nicht gerade rosig. Angesichts der Umfragewerte ist derzeit fraglich, ob Habeck und die Gr\u00fcnen nach der n\u00e4chsten Bundestagswahl weiterregieren k\u00f6nnen. In Koalitionen ohne die Gr\u00fcnen ist eine konsequente Klimaschutzpolitik allerdings noch weniger zu erwarten.&nbsp; (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>Gesetzesentwurf und FAQ zu CCS und CCU, Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), www.bmwk.de, 29.02.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>CO<sub>2<\/sub> speichern wie in Norwegen?, www.tagesschau.de, 05.01.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>Ja zur Speicherl\u00f6sung, Marco Evers, Der Spiegel, 02.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-07a039733d61f8b1d629464b78317cb2 wp-block-paragraph\"><strong>Gesetzesrahmen steht &#8211; Wohnungen fehlen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 21.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Gestiegene Kreditzinsen, h\u00f6here Baupreise, Fachkr\u00e4ftemangel: All das hat den Wohnungsbau fast zum Erliegen gebracht.&nbsp; Weder der Bund noch der Freistaat Bayern k\u00f6nnen ihre Zielzahlen bei den Fertigstellungen auch nur ann\u00e4hrend erf\u00fcllen. Dabei steigt die Nachfrage gerade nach bezahlbaren Wohnungen, weil Jahr f\u00fcr Jahr mehr mit \u00f6ffentlichen Geldern gef\u00f6rderte Wohnungen aus der Sozialbindung fallen als neu entstehen. Das Thema birgt sozialen Sprengstoff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Klimaschutz ist eine Stagnation beim Baugeschehen freilich keine Katastrophe, denn ein gutes Drittel der Treibhausgasemissionen in der EU entfallen auf Geb\u00e4ude. In Deutschland hat der Emissionssektor Geb\u00e4ude 2023 bereits das dritte Mal in Folge die Obergrenzen des Klimaschutzgesetzes \u00fcberschritten: zu viel CO<sub>2 <\/sub>aus dem laufenden Geb\u00e4udebetrieb f\u00fcr Heizung und Warmwasserbereitung. Hier gibt es neue gesetzliche Grundlagen auf Ebene von EU und Bund. Seit Anfang Januar 2024 sind das Geb\u00e4udeenergiegesetz (GEG) mit Regelungen zur Energieeffizienz von Geb\u00e4uden und das W\u00e4rmeplanungsgesetz (WLP) zur Planung von W\u00e4rmenetzen in Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Energieeffizienz von Geb\u00e4uden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Letztes Jahr geisterte das von Bundeswirtschaftsminister Habeck (Gr\u00fcne) vorgestellte GEG noch als \u201eHeizungsgesetz\u201c monatelang durch die Medien, regelm\u00e4\u00dfig versehen mit dem Adjektiv \u201eumstritten\u201c. Positiv festzuhalten ist aber, dass Habeck, der ja auch Klimaschutzminister ist, damit die \u00fcberf\u00e4llige W\u00e4rmewende eingeleitet hat. \u00dcberf\u00e4llig insofern, als bei den Heizungen immer noch die fossilen Energietr\u00e4ger Heiz\u00f6l und Erdgas dominieren und ein F\u00fcnftel der Kessel inzwischen technisch v\u00f6llig veraltet ist. Aber nicht wenige Menschen halten gewohnheitsm\u00e4\u00dfig daran fest, \u00e4hnlich wie an den Pkw mit Verbrennungsmotor. Das GEG verlangt nur einen Kesseltausch bei von 1991 eingebauten bzw. 30 Jahre alten Ger\u00e4ten mit Konstanttemperatur. Die Niedrigtemperaturtechnik der zweiten und die Brennwerttechnik der dritten Generation von Heizungen sind also nicht betroffen. Die allermeisten Ger\u00e4te k\u00f6nnen also weiterlaufen. Zahlreiche Ausnahmen und \u00dcbergangsregelungen entsch\u00e4rfen das Gesetz zus\u00e4tzlich. Als endg\u00fcltiger Ausstiegszeitpunkt aus Erdgas und Erd\u00f6l ist der 1.1.2045 genannt. Nimmt man die gro\u00dfz\u00fcgige finanzielle F\u00f6rderung dazu, ist die oft geh\u00f6rte Kritik, Habeck \u00fcberfordere damit Haus- und Wohnungseigent\u00fcmer, nicht nachvollziehbar. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Bei Neubauten in Neubaugebieten (nicht in Baul\u00fccken!) muss die W\u00e4rme allerdings zu 65 % aus erneuerbaren Quellen oder \u201eunvermeidbarer Abw\u00e4rme\u201c stammen. Eine Vereinbarung mit einem Energieversorger \u00fcber k\u00fcnftige Belieferung mit Fernw\u00e4rme erm\u00f6glicht auch fossile \u00dcbergangsl\u00f6sungen. Ein weiterer zentraler Punkt des GEG ist der energetische Standard des Geb\u00e4udes, also die Qualit\u00e4t des W\u00e4rmeschutzes der Au\u00dfenh\u00fclle. Die aktuelle Novelle des GEG fu\u00dft auf der ersten Fassung vom November 2020, die bereits die Senkung des Prim\u00e4renergiebedarfs von 75 % des Referenzhauses auf 55 % enth\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Klimaneutrale W\u00e4rmenetze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Das W\u00e4rmeplanungsgesetz (WPG) in Verantwortung von Bundesbauministerin Geywitz (SPD) regelt die Planung, den Ausbau von W\u00e4rmenetzen und die Art der W\u00e4rme. Kommunen \u00fcber 100.000 Einwohner m\u00fcssen bis Mitte 2026 eine W\u00e4rmeplanung haben, darunter ist bis Mitte 2028 Zeit. Bei Kommunen weniger als 10.000 Einwohnern kann das im WPG festgelegte Verfahren zur W\u00e4rmeplanung vereinfacht werden. Dabei m\u00fcssen Gebiete f\u00fcr dezentrale Versorgung, also f\u00fcr Einzelheizungen, und solche f\u00fcr W\u00e4rmenetze (Fernw\u00e4rme und Erdgas) ausgewiesen werden. Ziel dieses Gesetzes ist, die W\u00e4rmenetze ab 2030 zu 50 %, ab 2040 zu 80 % aus erneuerbaren Quellen oder mit unvermeidbarer Abw\u00e4rme zu speisen. Auch hier ist das Ende der fossilen W\u00e4rme auf Anfang 2045 festgelegt. WPG und GEG zielen also im Sinne des Klimaschutzes auf eine Dekarbonisierung der W\u00e4rmeversorgung von Geb\u00e4uden ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die EU setzt den Rahmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">F\u00fcr diese nationalen Gesetze ist die Geb\u00e4uderichtlinie Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) der EU ma\u00dfgeblich. Ziel ist, den Prim\u00e4renergieverbrauch bei Wohngeb\u00e4ude bis 2030 um 16 % verglichen mit 2020 zu senken. Urspr\u00fcnglich sollten Wohnh\u00e4user mit dem h\u00f6chsten W\u00e4rmeverbrauch schrittweise bis mindestens Energieeffizienzklasse F saniert werden. In Deutschland haben etwa 2 Mio. Geb\u00e4ude die schlechtere G-Klasse. Dieser \u201eSanierungszwang\u201c wurde allerdings verhindert, auch mit deutschem Zutun, wie Bundesbauministerin Geywitz (SPD) stolz vermeldet hat. Eine Sanierungspflicht gibt es nur f\u00fcr Nichtwohngeb\u00e4ude. Sie schrittweise energetisch zu ert\u00fcchtigen. Auch auf Neubauten der \u00f6ffentlichen Hand kommen h\u00f6here Anforderungen zu. Sie sollen ab 2028 gar keine Treibhausgase mehr verursachen d\u00fcrfen (\u201eZero Emission Buildings\u201c). Bis 2033 m\u00fcssen 16 % aller Geb\u00e4ude mit der schlechtesten Energieeffizienz in der EU saniert sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Und was ist mit dem Wohnungsbau?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Nochmal auf Anfang: Keine Wohnungen zu bauen, ist nat\u00fcrlich nicht der richtige Weg zur CO<sub>2<\/sub>-Minderung. Es geht vielmehr darum, neue Geb\u00e4ude gut zu d\u00e4mmen, energieeffiziente Heizungen und K\u00fchlungen einzubauen, und den so reduzierten Energiebedarf weitgehend durch erneuerbare Energien zu decken. GEG und WPG zeichnen den Weg dazu vor. Aber damit ist weder der Klimaschutz noch der Wohnungsbau als Problem vom Tisch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Kann rege Baut\u00e4tigkeit der \u00f6ffentlichen Hand \u00fcberhaupt die Wohnungsnot in attraktiven St\u00e4dten beseitigen? Nein, schon deshalb nicht, weil in St\u00e4dten wie M\u00fcnchen kaum noch unbebauter Grund in Besitz der Stadt zur Verf\u00fcgung steht. Abgesehen davon fehlt es oft an Geld und Personal in den Beh\u00f6rden und Wohnungsbaugesellschaften von L\u00e4ndern und Kommunen. Statt sich unerf\u00fcllbare Neubauziele zu setzen, sollten L\u00e4nder und St\u00e4dte keinesfalls eigene Wohngeb\u00e4ude verscherbeln, wie in der Vergangenheit zu oft geschehen. Und eigenen Grund nur zur Bebauung \u00fcberlassen mit der Auflage eines hohen Anteils von Sozialwohnungen plus m\u00f6glichst langj\u00e4hriger Sozialbindung. Bei Privatgrund kann zumindest ein gewisser Anteil nach den Beispiel SOBON der Stadt M\u00fcnchen f\u00fcr Sozialwohnungen reserviert werden, wenn die Stadtspitze dies Bautr\u00e4gern und der Immobilienbranche abverlangt. \u201eBauen, bauen, bauen\u201c als stereotype Antwort auf die Wohnungsmisere ist jedenfalls zu wenig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Neubau contra Sanierung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ein ganzheitlicher Ansatz setzt schon fr\u00fcher im Planungsprozess ein. Das Stichwort ist hier: kompaktes Bauen. Aber der Wohnfl\u00e4chenbedarf pro Person steigt seit Jahren und der Wunsch nach H\u00e4uschen mit Garten ist ungebrochen. Das bedeutet aber: \u00fcberdurchschnittliches zu beheizendes Raumvolumen, ergo h\u00f6here CO<sub>2<\/sub>-Emissionen pro Person. Hinzu kommt, dass die Einbindung von Einfamilienh\u00e4usern (EFH) in Netze f\u00fcr Fernw\u00e4rme, Wasser, Abwasser, \u00d6PNV oft nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Die Kommunen w\u00e4ren also gut beraten, wenn sie auf die Ausweisung von Baugebieten f\u00fcr EFH verzichten w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ohnehin m\u00fcssen es nicht immer Neubauten sein, denn oft stehen Wohnh\u00e4user oder Gesch\u00e4ftsgeb\u00e4ude leer, die nach Renovierung neu genutzt werden k\u00f6nnten. Dies ist jedoch nicht automatisch der K\u00f6nigsweg, denn neben dem Kostenaufwand steigen auch die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen, falls Grundrisse ver\u00e4ndert und W\u00e4nde versetzt werden m\u00fcssen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die grauen Emissionen beim Bauen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Eine weitere Emissionsquelle f\u00fcr CO<sub>2<\/sub> liegt schlicht bereits in der Herstellung der Baumaterialien und Technikkomponenten. Der notwendige Aufwand an \u201egrauer Energie\u201c verursacht ebenfalls Treibhausgas. Darauf geht das Geb\u00e4udeenergiegesetz nicht ein. Die Antwort auf diese Herausforderung kann sein: m\u00f6glichst CO<sub>2-<\/sub>arme Baustoffe und generell mehr Holzbau. Und schlankere Betonkonstruktionen, bei denen die notwendige Stabilit\u00e4t durch Zusatz von Fasern erreicht wird. CO<sub>2<\/sub> bei der Herstellung von Zement als wesentlichem Bestandteil von Beton zu vermeiden, scheint hingegen nur sehr begrenzt m\u00f6glich. Die Zementindustrie ist dementsprechend Hauptkandidat bei der Abscheidung, dem Abtransport via CO<sub>2<\/sub>-Pipeline und der Lagerung unter den Meeresboden, wie Habeck sie nun plant. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eEnergieeffiziente Geb\u00e4ude. Schlussakt im Ringen um die Richtlinie?\u201c,www.tageschau.de, 12.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Website des BMSB, www.bmwsb.bund.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>FAQ zur EPBD: germany.representation.ec.europa.eu<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eKommunen in der Zwickm\u00fchle der W\u00e4rmewende\u201c, Jochen Luhmann, www.klimareporter.de, 24.02.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-fa9fcbcefe386de6dd74d71276d78b96 wp-block-paragraph\"><strong>W\u00e4rmewende bei Heizungen ausgebremst \u2013 Regierung verpasst Ausfahrt zur Klimawende<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 13.08.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Bei einer repr\u00e4sentativen Umfrage im Auftrag des Umweltbundesamts hat sich erneut ein gro\u00dfer Teil der Befragten f\u00fcr mehr Klimaschutz ausgesprochen. Dabei trat aber auch zutage, dass die Bev\u00f6lkerung in erster Linie die Regierung und Industrie in der Pflicht sieht, die Verbraucher selbst von Verzicht und Verboten aber wenig wissen wollen. Damit wurde einer der H\u00fcrden und Widerspr\u00fcche auf dem Weg zur Klimawende und zur Klimaneutralit\u00e4t sichtbar. Denn fehlende Eigenverantwortung ist einer der Gr\u00fcnde, weshalb wir bei diesem Thema nicht weiterkommen und Deutschland die selbstgesteckten und im Klimaschutzgesetz festgelegten Klimaschutzziele bis 2030 wahrscheinlich verpassen werden. Und erst recht sind wir nicht auf Kurs hinsichtlich des globalen 1,5-Grad-Ziels, das eine radikale Absenkung der Treibhausgasemissionen in den n\u00e4chsten zehn Jahre bedeuten w\u00fcrde, denn daf\u00fcr geht die Emissionsminderung in Deutschland viel zu langsam. Wir m\u00fcssten etwa um den Faktor drei schneller werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Das Heiz-Desaster<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ein weiteres unr\u00fchmliches Kapitel der nationalen Klimapolitik nach der Verw\u00e4sserung des Klimaschutzgesetzes ist das Geb\u00e4udeenergiegesetz (GEG) mit den Bestimmungen zur Heizungstechnik, die deutlich hinter den Anforderungen eines konsequenten Klimaschutzes zur\u00fcckbleiben. Dies ist nicht etwa exklusive Auffassung von Umweltorganisationen wie <em>Germanwatch<\/em>, die kritisieren, das Gesetz reiche nicht aus, \u201eden Geb\u00e4udesektor zum Erreichen der Klimazeile 2030, 2040 und 2045 zu bringen\u201c. Viele Fachleute teilen die Kritik. Die \u201eWirtschaftsweise\u201c Veronika Grimm, Sachverst\u00e4ndige im Auftrag der Bundesregierung, meinte: \u201eDas ist nat\u00fcrlich nicht das Ergebnis, das man sich eigentlich gew\u00fcnscht hat\u201c. Faktisch wurde die W\u00e4rmewende in den Heizungskellern um einige Jahre verschoben. Damit hat die Bundesregierung erneut eine Ausfahrt zur Klimawende verpasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Fake News und Heizmythen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Neben den oft zitierten, aber selten hinterfragten \u201eInnovationen\u201c war die \u201eTechnologieoffenheit\u201c ein weiteres Narrativ, das diese \u00fcberhitzte Heizungsdebatte pr\u00e4gte. Dass die Klimaschutzziele automatisch zu einem Ranking unter den marktverf\u00fcgbaren Techniken f\u00fchren, klimafreundliche Techniken also zu priorisieren und klimasch\u00e4digende zu verbieten waren, interessierte allenfalls am Rande. Und so wundert es auch nicht, dass Habecks erster Vorsto\u00df, die Neuinstallation von Gasheizungen ab 2024 zu untersagen, sich als politisch nicht durchsetzbar erwies. Nicht weil Habeck dabei \u201emit der Brechstange\u201c oder \u201eaus ideologischen Gr\u00fcnden\u201c heranging, so die vielgeh\u00f6rten Vorw\u00fcrfe, sondern weil er die Gangart einschlug, die Klimawandel vorgibt, konform mit den Absprachen innerhalb der Koalition, die den Partnern in der Ampel anscheinend entfallen waren. Die Gr\u00fcnen gerieten nicht nur mit der Union in Clinch, sondern auch mit der FDP, w\u00e4hrend die SPD sich still im Hintergrund hielt. Am Ende dieser Debatte kann man nur noch einen Totalschaden bei der Reputation der Bundesregierung diagnostizieren. Aufgrund des Dauerfeuers der Opposition und anhaltender Kritik in den meisten Medien fanden noch eine Reihe weiterer Heiztechniken Eingang in Habecks Gesetzesentwurf, mit dem das Kabinett in die Sommerpause ging. Am Ende war diese Palette der zul\u00e4ssigen Heizungen g\u00e4nzlich unideologisch und technologieoffen gestaltet, aber nicht priorit\u00e4r auf Klimaschutz ausgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Das Heizh\u00e4mmerchen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der Gesetzesentwurf, auf den sich das Bundeskabinett vor der Sommerpause geeinigt hatte, l\u00e4sst eine ganze Reihe unterschiedlicher Heizungen bei der Neuinstallation zu. In Neubaugebieten, nicht aber im Bestand m\u00fcssen Geb\u00e4ude zu 65 % aus erneuerbaren Quellen w\u00e4rmeversorgt werden. Selbst wenn keine kommunale W\u00e4rmeplanung mit einem klimaneutralen Gasnetz vorliegt, k\u00f6nnen neue Gasheizungen installiert werden, wenn sie zu 65% mit Biogas oder Wasserstoff aus Tanks versorgt werden. Plant die Kommune ein klimaneutrales Gasnetz, sind auf Wasserstoff umr\u00fcstbare Gasheizungen ohnehin erlaubt. W\u00e4hrend neue Gaskessel urspr\u00fcnglich ab Anfang n\u00e4chsten Jahres verboten werden sollten, bleibt ihr Einbau jetzt noch lange erlaubt, wenn sie technisch auf Wasserstoff umr\u00fcstbar sind (\u201eH<sub>2<\/sub>-ready\u201c); ohnehin aber bis Ende 2023 und diese \u201eGnadenfrist\u201c n\u00fctzen momentan viele Hauseigent\u00fcmer aus. Die Installation einer solchen Gasheizung ist zun\u00e4chst einmal billiger als beispielsweise der einer W\u00e4rmepumpe, aber der Betrieb kann den Eigent\u00fcmern auf Dauer teuer zu stehen kommen. Deshalb beinhaltet das Gesetz die Pflicht, sich vor der Installation beraten zu lassen. Endg\u00fcltig wird es wohl nach im Herbst beschlossen werden. Die Koalition scheint einig, aber die Union hat schon mal ihren Widerstand angek\u00fcndigt, obwohl die Regierung mit dem letzten Entwurf nach allen Seiten hin Kompromisse eingegangen ist. &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der Emissionssektor Geb\u00e4ude<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der Energieverbrauch von Geb\u00e4uden setzt sich zusammen aus den W\u00e4rmeverbrauch f\u00fcr Heizung und Warmwasser, dem Strom f\u00fcr Beleuchtung, Aufz\u00fcgen und Pumpen und &#8211; sicherlich zunehmend- auch dem K\u00fchlbedarf. Geb\u00e4ude verursachen w\u00e4hrend ihrer Nutzung etwa ein Drittel der deutschen Treibhausgase per anno allein durch ihre W\u00e4rmeversorgung. Hierbei sind die Emissionen aus der Herstellung der Baumaterialien und der Entsorgung noch gar betrachtet. Es gilt also, den W\u00e4rmeverbrauch zu senken, etwa durch energieeffiziente Heizungstechnik und gute W\u00e4rmed\u00e4mmung der Geb\u00e4udeh\u00fclle, und diesen reduzierten Bedarf dann durch klimafreundliche Energietr\u00e4ger abzudecken. Vor allem m\u00fcssen wir schleunigst weg von der Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger, bei den Heizungen, also weg von Heiz\u00f6l und Erdgas. \u201eDekarbonisierung\u201c ist bei Heiztechnik ebenso wie beim Antrieb von Fahrzeugen das Gebot der Stunde. Auch beim Verzicht auf Erdgas und Heiz\u00f6l muss niemand frierend im kalten Wohnzimmer sitzen. \u00c4hnlich wie bei der Mobilit\u00e4t wird der Strom als Energietr\u00e4ger k\u00fcnftig auch im Heizungskeller eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen. Gemeint sind jedoch nicht Direktheizungen mit Strom, &#8211; stromfressende Nachtspeicherheizungen sind ein Auslaufmodell, auch moderne Infrarot-heizungen stellen nur in Sonderf\u00e4llen eine gute L\u00f6sung dar &#8211; , sondern W\u00e4rmepumpen (WP).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die W\u00e4rmepumpen-Technik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">W\u00e4rmepumpen entziehen einer Quelle &#8211; in der Regel ist das entweder Luft, Grundwasser oder Erdreich &#8211; die W\u00e4rme, heben sie auf ein h\u00f6heres Temperaturniveau (daher der Begriff der Pumpe) und speisen sie dann in den Heizkreislauf ein oder geben sie f\u00fcr die Warmwasserbereitung ab. &nbsp;Sie arbeiten umso effizienter, je geringer der Temperaturunterschied zwischen Quelle und Abgabestelle ist. Wenn beispielsweise gen\u00fcgend Grundwasser vorhanden ist, steht eine W\u00e4rmequelle mit etwa plus 12 Grad im Winter zur Verf\u00fcgung, w\u00e4hrend drau\u00dfen vielleicht minus 12 Grad herrschen. Die Au\u00dfenluft stellt also gerade im Winter keine optimale W\u00e4rmquelle dar. Auf der anderen Seite l\u00e4sst die Effizienz von W\u00e4rmepumpen auch durch Fu\u00dfbodenheizungen steigern, die mit ca. 35 Grad Celsius statt der mindestens 50 Grad Celsius im Vorlauf neuer Heizk\u00f6rper auskommen. Angetrieben werden die W\u00e4rmepumpen mit Strom, der idealerweise ebenfalls aus erneuerbarer Quelle stammt, etwa von der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Denn der deutsche Strommix besteht nur zu etwa der H\u00e4lfte aus \u00d6kostrom. Unter dem Strich k\u00f6nnen WP mit einer Kilowattstunde Strom drei bis f\u00fcnf Kilowattstunden W\u00e4rme erzeugen, je nach Effizienz des Systems.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die W\u00e4rmepumpe ist in einigen, vor allem in den skandinavischen L\u00e4ndern schon weit verbreitet und auch in Deutschland zogen die Verkaufszahlen in den letzten drei Jahren deutlich an. Eine weltweit millionenfach bew\u00e4hrte Technik also. Trotzdem kam sie w\u00e4hrend des Heizungsstreits im Fr\u00fchjahr 2023 ins Gerede, w\u00e4hrend die, von der FDP pr\u00e4ferierte \u201einnovative Technik\u201c der Gasheizungen, die in ferner Zukunft Wasserstoff verbrennen sollen, &nbsp;gleichzeitig zum Hoffnungstr\u00e4ger avancierte. Heizungen mit Wasserstoff als Energietr\u00e4ger sind zwar technisch machbar, aber \u00fcberhaupt keine realistische Option aus mehreren Gr\u00fcnden, zumal wenn es \u201egr\u00fcner\u201c, also mithilfe von \u00d6kostrom und per Elektrolyse hergestellter Wasserstoff sein soll. Dieser \u201eChampagner der Energiewende\u201c ist heute noch eine absolute Rarit\u00e4t und wird auch k\u00fcnftig f\u00fcr den normalen Hauseigent\u00fcmer nicht erschwinglich sein. Die Fans von Wasserstoffheizungen in der FDP setzen also auf ungelegte Eier, wie auch bei den E-Fuels und schieben damit die W\u00e4rme- und Antriebswende auf die lange Bank.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>W\u00e4rme aus dem Kraftwerk<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Eine gr\u00f6\u00dfere Daseinsberechtigung im Geb\u00e4udeenergiegesetz hat die Fernw\u00e4rme, auch wenn dieser W\u00e4rmetr\u00e4ger im Allgemeinen noch weit vom Label \u201eklimaneutral\u201c entfernt ist. Denn hierzulande wird Fernw\u00e4rme \u00fcberwiegend aus fossilen Energietr\u00e4gern produziert, hinzu kommt der ebenfalls nicht klimaneutrale Restm\u00fcll als Brennstoff und erst an dritter Stelle schlagen erneuerbare Energien wie Solarw\u00e4rme oder Tiefengeothermie zu Buche. Aber W\u00e4rmeversorger wollen diesen Anteil und auch die Nutzung industrieller Abw\u00e4rme steigern. Und auf lange Sicht k\u00f6nnte auch Wasserstoff, optimalerweise gr\u00fcner Wasserstoff in Heizkraftwerken zum Einsatz kommen, wenn er denn irgend-wann bezahlbar sein sollte. Auf jeden Fall sollen Heizkraftwerke wie Stahlwerke und Gro\u00dfbetriebe der chemischen Industrie an das geplante Wasserstoff-Leitungsnetz angeschlossen werden, womit die allerwenigsten Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer rechnen d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Fernw\u00e4rme, die seit vielen Jahren mit einem durchschnittlichen Anteil von unter 14 % bei den Heizungen vor sich hind\u00fcmpelt, hat also durchaus Potenzial f\u00fcr den Klimaschutz. Sie ist jedoch sicher nicht die L\u00f6sung f\u00fcr alle F\u00e4lle, denn der Bau eines Fernw\u00e4rmenetzes setzt eine gewisse Geb\u00e4udedichte voraus, wie sie in l\u00e4ndlichen R\u00e4umen auf D\u00f6rfer und Siedlungen mit Einfamilienh\u00e4usern fehlt. Aber selbst in Gro\u00dfst\u00e4dten mit einem hohen Anteil von Mehrfamilienh\u00e4usern sind l\u00e4ngst nicht alle Geb\u00e4ude angeschlossen, in M\u00fcnchen beispielsweise nur ein knappes Drittel. Dort kommt der Anschluss von Bestandsgeb\u00e4uden mangels einer kommunalen Fernw\u00e4rmesatzung selbst im bestehenden Versorgungsgebiet nur z\u00e4h voran.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>W\u00e4rmenetze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Einige Stadtviertel in M\u00fcnchen h\u00e4ngen noch am Dampfnetz, die Umstellung auf das mit weniger verlustbehaftete Hei\u00dfwassersystem ist geplant, wird noch einige Jahre beanspruchen. Weil mit den Temperaturen auch die W\u00e4rmeverluste sinken, macht eine Temperatur-Absenkung im Netz viel Sinn. Selbst beim Hei\u00dfwassernetz passt das Temperaturniveau von 80 &#8211; 120 Grad Celsius f\u00fcr manche Industrieunternehmen, f\u00fcr Wohngeb\u00e4ude ist aber tendenziell zu hoch. Vor allem bei Neubauten gen\u00fcgen maximal 70 Grad Celsius im Heizungsvorlauf, auch zur Warmwasserhygiene und bei Fu\u00dfbo-denheizungen reichen sogar 30 &#8211; 40 &nbsp;Grad Celsius. Durch Senkung der Temperaturen in Fern- und Nahw\u00e4rmenetzen bis hin zur \u201ekalten\u201c Fernw\u00e4rme k\u00f6nnten also durchaus Energie und CO<sub>2<\/sub> eingespart werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Niedrigtemperaturnetze mit W\u00e4rme aus Solarkollektoren, industrieller Abw\u00e4rme oder Tiefengeothermie sind also ein L\u00f6sungsansatz. Sie erfordern allerdings neue bzw. zus\u00e4tzliche Infrastruktur. Aus Praxisbeispielen l\u00e4sst sich ersehen, wie es geht. In Deutschland speisen mittlerweile 49 gro\u00dfe Solarthermie-Anlagen in Fernw\u00e4rmenetze ein. In Frankfurt-Gallusviertel werden 1.300 Wohneinheiten gr\u00f6\u00dftenteils von einem Rechenzentrum beheizt. Abwasser, Grundwasser oder Erdreich bietet ein noch niedrigeres Temperaturniveaus von etwa 10 bis 20 Grad Celsius. Dieses kann aber durch W\u00e4rmepumpen so angehoben werden, dass diese \u201ekalte Fernw\u00e4rme\u201c nutzbar wird. Neben der recht weiten Verbreitung dieser Schweiz gibt auch in Deutschland erste Anwendungsbeispiele. So nutzt IKEA in Berlin-Lichtenberg einen Abwasserkanal energetisch. Die entzogene W\u00e4rme wir mittels einer Gro\u00dfw\u00e4rmepumpe auf 35 Grad Celsius angehoben.&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Bislang aber wird das Gros der Fern- und Nahw\u00e4rme mit Hochtemperatursystemen erzeugt, bei denen fossilen Energie eine tragende Rolle spielen. Deren CO<sub>2<\/sub>-Bilanz wird zwar durch Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken oder M\u00fcllverbrennung etwas besser, aber kommt an Niedrig-temperatursysteme mit W\u00e4rme aus erneuerbaren Quellen nicht heran. Insofern ist konventionell erzeugte Fernw\u00e4rme, die aus einem modernen Heizkraftwerk mit einer Gas-und-Dampf-Anlage (GuD) stammt, vor allem wegen der sehr guten Ausnutzung des Energiehalts der Brennstoffe im Zuge der Kraft-W\u00e4rme-Kopplung klimafreundlicher als die Gasheizung im Keller, aber l\u00e4ngst nicht das Optimum. Auch bei der Fernw\u00e4rme muss also noch viel \u201edekarbonisiert\u201c werden. Nach Angaben des Fachverbands AGFW kann bundesweit nur ein Drittel der Fernw\u00e4rme als klimaneutral gelten. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Heizen Gaskessel bald mit Wasserstoff?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der k\u00fcnftige Einsatz von Wasserstoff (H<sub>2<\/sub>) als Erdgasersatz h\u00e4ngt grunds\u00e4tzlich vom Ausbau des Wasserstoffnetzes, von der Verf\u00fcgbarkeit und vom Preis ab, d\u00fcrfte insofern in den n\u00e4chsten 10, 15 Jahren bei Geb\u00e4uden noch keine Rolle spielen, speziell was \u201egr\u00fcnen\u201c Wasserstoff als Energietr\u00e4ger angeht. Die Elektrolyse-Kapazit\u00e4t in Deutschland reicht aktuell gerade mal aus, um 0,3 % des Erdgases durch Wasserstoff zu ersetzen. Und der wird zur Industrie und zu Gro\u00dfkraftwerken str\u00f6men. Der Kraftwerkssektor wird aber wahrscheinlich zun\u00e4chst den g\u00fcnstigeren \u201eblauen\u201c Wasserstoff einsetzen, der aus Erdgas mit CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung gewonnen wird. &nbsp;Zudem muss das Erdgasnetz f\u00fcr Wasserstoff ert\u00fcchtigt werden. Das ist technisch nat\u00fcrlich machbar, kann aber dauern. Vorrang haben dabei sicher die Gro\u00dfabnehmer. Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer im weitverzweigten Erdgas-Verteilnetz d\u00fcrfen sich da wenig Hoffnung machen. Weiteres Manko: Bei der R\u00fcckverstromung von mit Elektrolyse erzeugten Wasserstoff bleibt sehr viel Energie auf der Strecke. Ob grau, blau oder gr\u00fcn, bei Hausheizungen wird Wasserstoff auf absehbare Zeit kaum eine Rolle spielen, da aufgrund der Nachfrage von Gro\u00dfverbrauchern, der langen Herstellungskette oder des Transportwegs (bei Importen) auch mittelfristig keine bezahlbaren Preise f\u00fcr Hauseigent\u00fcmer zu erwarten sind. Solche Marktmechanismen m\u00fcssten eigentlich bekannt sein, fochten aber die Bef\u00fcrworter dieser illusorischen Idee in der Heizungsdebatte offensichtlich nicht an. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Kommunale W\u00e4rmeplanung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Bei der Frage, wo welche Heizung Sinn macht, kommt die W\u00e4rmeplanung ins Spiel, die die Bundesregierung ebenfalls gesetzlich regeln will. Gr\u00f6\u00dfere St\u00e4dte ab 100.000 Einwohnern sollen demnach ab Mitte 2026 eine W\u00e4rmeplanung f\u00fcr das Stadtgebiet haben, kleine St\u00e4dte ab Mitte 2028. Darin legt die Kommune, meist in enger Abstimmung mit dem W\u00e4rme- und Gasversorger, die k\u00fcnftig mit Fernw\u00e4rme versorgten Bereiche fest. In diesen Vorranggebieten k\u00f6nnten im Zuge kommunaler Satzungen wahrscheinlich auch neue Gasheizungen ausgeschlossen werden. Der Einbau neuer \u00d6lheizungen ist laut GEG-Entwurf wohl bereits Anfang n\u00e4chsten Jahres bundesweit verboten. Das Geb\u00e4udeenergiegesetz soll eng mit dem \u201eGesetz zur kommunalen W\u00e4rmeplanung und Dekarbonisierung der W\u00e4rmeversorgung\u201c verzahnt werden. Zun\u00e4chst muss eine kommunale W\u00e4rmeplanung vorliegen, bevor die Auflagen des GEG zur Heizung gelten. Diese Kopplung macht zwar grunds\u00e4tzlich Sinn, schl\u00f6sse aber im Grunde genommen einen fr\u00fcheren Ausstieg aus der Heiztechnik mit Erdgas im Neubau nicht aus. Die Regelungen im aktuellen GEG-Entwurf klingen sehr nach erfolgreicher Lobbyarbeit der Gas- und W\u00e4rmeversorger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Dezentrale Heizungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die allermeisten Geb\u00e4ude in Deutschland sind jedoch nicht an W\u00e4rmenetze angeschlossen, sondern werden durch \u201edezentrale\u201c W\u00e4rmerzeuger in den Geb\u00e4uden, sprich: Heizkessel versorgt. Etwa 90 % von den 21,3 Millionen W\u00e4rmeerzeugern in Deutschland verfeuern Heiz\u00f6l oder Erdgas als Brennstoff. Deutschland heizt also \u00fcberwiegend fossil. Diese 14 Mio. Gaskessel und 5,2 Mio. \u00d6lkessel sind jedoch nicht kompatibel mit den Klimaschutzzielen und m\u00fcssen baldm\u00f6glichst durch klimafreundlichere Alternativen ersetzt werden. Diese schlichte Tatsache ging im Kampfget\u00f6se um \u201eHabecks Heizhammer\u201c unter. &nbsp;Schon bisher mussten Gas- und \u00d6lkessel nach 30 Jahren ausgetauscht werden. 2024 werden 3,2 Mio. 30 Jahre oder \u00e4lter sein. Viele davon m\u00fcssen in den n\u00e4chsten Jahren ersetzt werden.&nbsp; Als Alternative zu dieser klimasch\u00e4dlichen Technik haben sich vor allem W\u00e4rmepumpen mit der W\u00e4rmequelle Luft plus Photovoltaikanlage auf dem Dach etabliert. Au\u00dferdem ist bei den Einzelheizungen mit W\u00e4rmpumpe das Potenzial der m\u00f6glichen W\u00e4rmequellen Grundwasser und Erdreich l\u00e4ngst noch nicht ausgesch\u00f6pft. Die Sonne k\u00f6nnte auch f\u00fcr die Warmwasserbereitung und Beheizung eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als bisher spielen, n\u00e4mlich durch die altbekannte Technik der Solarthermie. Solarkollektoren k\u00f6nnen den Warmwasserbedarf eines Einfamilienhauses zur H\u00e4lfte abdecken und ganzj\u00e4hrig etwa 15 bis 20 Prozent zur Heizung beitragen (bei Niedrigstenergieh\u00e4usern mehr).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">2022 wurden noch 600.000 neue Erdgasheizungen eingebaut, fast dreimal mehr als W\u00e4rmepumpen. \u201eWenn diese Zahl wegen der beschworenen Technologieoffenheit nicht schnell sinkt, bedeutet das eine unn\u00f6tige Hypothek f\u00fcr den Klimaschutz\u201c, so Joachim Wille vom <em>Klimareporte<\/em>r. Denn die Gaskessel haben eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren. Nachdem sich die Bundesregierung bei der W\u00e4rme-wende Zeit l\u00e4sst, kommt es sehr auf die Motivation der Hauseigent\u00fcrmer zum Kesseltausch an. Da werden die Anschaffungskosten des W\u00e4rmeerzeugers, der Preis der Brennstoffe, die steigenden CO<sub>2<\/sub>-Preise und die F\u00f6rderangebote des Bundes eine wichtige Rolle spielen. Aktuell sind rekordverd\u00e4chtige F\u00f6rders\u00e4tze von bis zu 70 % der Anschaffung angek\u00fcndigt. Sonst h\u00e4tten W\u00e4rmepumpen, die das Drei- bis Vierfache von Gaskesseln kosten, auch kaum eine Chance auf dem Markt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Holz &#8211; zum Verheizen zu schade<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Auch Biomasseheizungen sind laut GEG-Entwurf auch k\u00fcnftig zul\u00e4ssig. Momentan werden mehr als Million Haushalte mit Holz beheizt. Aber Holz dient dem Klimaschutz nur dann, wenn das darin gespeicherte CO<sub>2<\/sub> m\u00f6glichst lange der Atmosph\u00e4re entzogen bleibt, zum Beispiel im Bau- oder M\u00f6belholz, nicht aber im Fall der Verbrennung von Holzscheiten, Hackschnitzel oder Pellets. Dement-sprechend k\u00f6nnen Holzheizungen l\u00e4ngst nicht mehr als klimafreundliche Alternativen zu Erdgas, Heiz\u00f6l oder Kohle gelten. Das Gleiche gilt f\u00fcr das ebenfalls zul\u00e4ssige Biogas, sofern es nicht aus Reststoffen gewonnen wird, sondern aus Mais oder anderen speziell zu diesem Zweck kultivierten Pflanzen. Fachleute weisen beim Biogas auf die Konkurrenz zu Nahrungs- bzw. Futtermitteln und auf den hohen Fl\u00e4chenverbrauch hin. So sei die solare Energieausbeute einer Photovoltaikanlage pro Quadratmeter etwa zehnmal so hoch als bei der Verwertung von Pflanzen zur Biogasproduktion auf gleicher Fl\u00e4che.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Auf die D\u00e4mmung kommt es an<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die zweite Stellschraube zur Senkung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen im Geb\u00e4udesektor ist der W\u00e4rmeschutz der Au\u00dfenh\u00fclle, also der W\u00e4rmed\u00e4mmung von Bodenplatte, Dach, Au\u00dfenw\u00e4nden und Fenstern, die ebenfalls m\u00f6glichst wenig W\u00e4rme entweichen lassen. Der energetische Geb\u00e4udestandard hat sich in den letzten Jahren zwar fortentwickelt, aber nicht in der f\u00fcr die Klimaschutzziele erforderlichen Geschwindigkeit. &nbsp;Die zust\u00e4ndige Bundesministerin Klara Geywitz (SPD) bremst schon mal die Erwartungen auf einen gro\u00dfen Fortschritt bei k\u00fcnftigen GEG-Novellen. Eigentlich sollte ab 2025 der KfW Effizienzhaus 40 Standard als Mindestanforderung f\u00fcr Neubauten gelten. Das ist nun fraglich. Dabei zeigen St\u00e4dte wie M\u00fcnchen oder Frankfurt, die KfW EH 40 f\u00fcr st\u00e4dtische Wohnungsunternehmen und bei st\u00e4dtischen Geb\u00e4uden im Neubau verlangen, Frankfurt sogar den Passivhausstandard, dass man diese Messelatte auf Bundesebene durchaus anlegen k\u00f6nnte. Entscheidender noch als der Neubau ist aber das unzureichende Tempo bei Geb\u00e4udesanierungen. Die Sanierungsrate von etwa 1 % pro Jahr m\u00fcsste auf etwa 3 % steigen. Davon ist Deutschland weit entfernt, aktuell geht die Zahl der F\u00f6rderantr\u00e4ge &#8211; ein Indiz f\u00fcr das Baugeschehen bei der Sanierung &#8211; deutlich zur\u00fcck. Insofern ist v\u00f6llig unklar, wie Geywitz in den n\u00e4chsten Jahren die im Klimaschutzgesetz enthaltene Obergrenze f\u00fcr CO<sub>2<\/sub> einhalten will, nachdem der Geb\u00e4udesektor die 2022 und 2021 \u00fcberschritten hatte. Zumal ja noch 400.000 Wohnungen hinzukommen sollen. &nbsp;(rk) &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>\u201eAbwasser heizt die Wohnung\u201c, Neue Energie, 07\/2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eNeues Geb\u00e4udeenergiegesetz. Das Heizh\u00e4mmerchen\u201c, Joachim Wille, klimareporter.de, 03.07.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eVerbrennst du noch oder heizt du schon?\u201c, Der Spiegel, 04.03.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eDas passiert jetzt in deutschen Heizungskellern\u201c, Bauchm\u00fcller\/Salavati, S\u00fcddeutsche Zeitung, 16.06.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eAchtung, mein Baum f\u00e4llt\u201c, Lea Kramer, S\u00fcddeutsche Zeitung, 12\/13.11.2022<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eDas muss sich erstmal leisten k\u00f6nnen\u201c, Andreas Jalsovec, S\u00fcddeutsche Zeitung, 01.03.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eGeb\u00e4udeenergiegesetz. Aus f\u00fcr Gas verschoben\u201c, Der Geb\u00e4udeenergieberater, 13.06.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eKlimaschutzziele k\u00f6nnten verfehlt werden\u201c, www.tagesschau.de, 01.07.2023 &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hitzeschutz in \u00fcberhitzten St\u00e4dten klimaseite.info, 30.06.2026 Eine lange Hitzewelle hatte Deutschland in der zweiten Junih\u00e4lfte fest im Griff. Stadtbewohner haben da ein besonderes Problem. Wegen der hohen Versiegelung werden vor allem die Stadtzentren deutlich w\u00e4rmer als das Umland. Denn Asphalt, D\u00e4cher, Pflaster, Mauern saugen die Sonnenw\u00e4rme tags\u00fcber f\u00f6rmlich auf, um sie nachts wieder abzugeben. 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