{"id":51,"date":"2024-01-03T12:39:02","date_gmt":"2024-01-03T12:39:02","guid":{"rendered":"https:\/\/klimaseite.info\/?page_id=51"},"modified":"2026-08-25T05:59:48","modified_gmt":"2026-08-25T05:59:48","slug":"nachrichten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/klimaseite.info\/?page_id=51","title":{"rendered":"Themen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild-von-Hans-auf-Pixabay.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-206\" srcset=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild-von-Hans-auf-Pixabay.jpg 640w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild-von-Hans-auf-Pixabay-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-1 wp-block-paragraph\"><strong>Neues EEG<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-2 wp-block-paragraph\"><strong>Photovoltaik in Deutschland: Ende einer Erfolgsgeschichte?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 25.08.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-3 wp-block-paragraph\"><strong>25 Jahre Photovoltaik mit fester Verg\u00fctung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4 wp-block-paragraph\">Das EEG, das die Verg\u00fctung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (EE) regelt, gibt es seit dem Jahr 2000. Es ist eine  Erfolgsstory. Das jetzt erneut novellierte Gesetz (EEG 2027) ist der wesentliche Grund, warum unser Stromverbrauch inzwischen zu \u00fcber der H\u00e4lfte aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden kann. 2025 kamen 58,8 Prozent der gesamten Stromerzeugung in Deutschland aus EE-Anlagen. Die neue Fassung beendet aber das Prinzip der garantierten Abnahme des \u00d6kostroms und der festen Einspeiseverg\u00fctung und bringt f\u00fcr die Anlagenbetreiber weitere einschneidende \u00c4nderungen, die sich negativ auf die Solarstromerzeugung auswirken k\u00f6nnten.    \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5 wp-block-paragraph\">Dabei war die Photovoltaik (PV) mit ca. 88 Terawattstunden (von insgesamt 440 TWh Stromerzeugung) in Deutschland die zweitgr\u00f6\u00dfte Stromquelle hinter der Windkraft an Land (onshore) 2025. 71 TWh Solarstrom flossen ins Netz, 17 TWh waren Eigenverbrauch, wurden also vor Ort direkt genutzt. Die Photovoltaik \u00fcbertraf damit auch die jeweilige Stromproduktion aus fossilen Kraftwerken, ob mit Stein-, Braunkohle oder Erdgas. Ende 2025 gab es fast 6 Mio. PV-Anlagen in Deutschland. Die ca. 16,5 Gigawatt (GW) PV- Zubau in 2025 verteilen sich auf 7,8 GW Geb\u00e4udesolaranlagen, 8,2 GW Freifl\u00e4chensolaranlagen und 0,5 GW Balkonkraftwerke. Diese dezentrale Form der Solarstromerzeugung wuchs letztes Jahr weiter; ebenso die Speicherung f\u00fcr die Deckung des Eigenbedarfs in Akkuspeichern. 2025 gab es bereits 1,9 Mio. Heimspeicher, die einen Gro\u00dfteil der etwa 25 Gigawattstunden (GWh) Batteriespeicherkapazit\u00e4t stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6 wp-block-paragraph\"><strong>Die Ausbauziele<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-7 wp-block-paragraph\">Dennoch besteht kein Grund f\u00fcr \u00fcbertriebenen Optimismus, denn das EEG 2023 sah bis 2026 noch eine Steigerung der PV-Leistung auf 128 GW und bis 2030 auf 215 GW vor, allerdings waren bis Ende 2025 nur 117 GW erreicht. Statt des Zuwachses von nur 17,5 GW in 2025, sind k\u00fcnftig j\u00e4hrlich 20 GW bis 2030 zu installieren; so jedenfalls der Bundesverband Solarwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-8 wp-block-paragraph\">Die Bundesregierung h\u00e4lt bislang am Ziel fest, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen sollen. Ob das mit der aktuellen Energiepolitik zu schaffen ist, steht auf einem anderen Blatt. 2025 wurden 290 Terawattstunden aus EE erzeugt, also etwa zwei Drittel der Gesamterzeugung. Wenn der PV-Ausbau gebremst wird, k\u00f6nnen das theoretisch nat\u00fcrlich die anderen EE-Stromquellen ausgleichen, vor allem Windkraft. Sowohl offshore also auch onshore ist viel Kapazit\u00e4t bereits genehmigt (20 GW) bzw. nach Ausschreibungen bezuschlagt (14,4 GW). (4) Im letzten Jahr ist die Leistung der Windkraft allerdings mit 68 GW weniger stark gewachsen als noch im EEG 2023 vorgesehen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9 wp-block-paragraph\"><strong>Von der Verg\u00fctung zur Vermarktung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-10 wp-block-paragraph\">Bisher wurde 20 Jahre lang eine feste Verg\u00fctungf\u00fcr den eingespeisten Solarstrom gezahlt. Damit konnten Investoren und Anlagenbetreiber gut planen. Das neue EEG bricht mit der bisherigen Praxis, denn ab 2031 erhalten alle neu installierte PV-Anlagen keine feste Verg\u00fctung mehr. Die Hauseigent\u00fcmer und Betreiber einer PV-Anlage m\u00fcssen den erzeugten Solarstrom dann entweder selbst nutzen oder auf dem Strommarkt verkaufen. &nbsp;In der \u00dcbergangszeit von drei Jahren gibt es noch eine feste Einspeiseverg\u00fctung von 5,2 ct. pro Kilowattstunde (kWh), also deutlich weniger als die bisherige Verg\u00fctung f\u00fcr kleinere Solard\u00e4cher (bis 10 kWp), die zuletzt bei etwa 8 ct pro kWh bei Teil- und etwa 12 ct. pro kWh bei Volleispeisung lag. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-11 wp-block-paragraph\">\u201eZeitlich gestaffelt verringert sich au\u00dferdem der Kreis der Anlagen, f\u00fcr die es noch eine Verg\u00fctung gibt: 2027 geh\u00f6ren dazu noch alle Anlagen unter 50 Kilowatt Leistung (kW), ein Jahr sp\u00e4ter dann nur noch Anlagen unter 25 kW und von 2029 an sind es Anlagen unter sieben kW. 2031 schlie\u00dflich gibt es f\u00fcr neue Anlagen keine Verg\u00fctung mehr.\u201c (1)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-12 wp-block-paragraph\">Das EEG 2027 enth\u00e4lt in \u00a7 9 Abs. 2b noch eine weitere bittere Pille f\u00fcr die Photovoltaik: eine generelle Drosselung der technisch m\u00f6glichen Einspeisung von neuen Solaranlagen unter 100 kW Leistung. Wer nach 2027 eine Photovoltaik-Anlage dieser Gr\u00f6\u00dfenklasse installiert, darf nur 50 Prozent der technisch m\u00f6glichen Menge ins \u00f6ffentliche Netz einspeisen \u2013 und zwar zu jeder Zeit. Diese Regelung soll die Speicherung zuhause st\u00e4rken, hat aber den Effekt, Solarstrom vom Netz fernzuhalten. Zudem werden Neuanlagen ohnehin bereits \u00fcberwiegend mit Akku-Speicher kombiniert, die netzdienlich eingesetzt werden k\u00f6nnten. Diese Kappungsgrenze gilt auch f\u00fcr Elektroautos, die \u00fcbersch\u00fcssigen Strom ebenfalls ins Netz einleiten k\u00f6nnen, wenn die Technik zum bidirektionalen Laden vorhanden ist. (6) Deshalb trifft die Kappung nicht bei der EE-Branche, sondern auch beim Verband der Automobilindustrie (VDA) auf Unverst\u00e4ndnis und Kritik. Netzbetreiber fordern eine dynamische Steuerung der Netzeinspeisung statt der starren Grenze von 50 %.&nbsp; (7) Denn sonst wird ein gro\u00dfes und noch wachsendes Speicherpotenzial verschenkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-13 wp-block-paragraph\"><strong>Die Folgen des neuen Gesetzes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-14 wp-block-paragraph\">Die Betreiber von kleinen und mittelgro\u00dfen Anlagen, die fr\u00fcher \u00fcbersch\u00fcssiges Strom ins Netz eingespeist haben, werden dazu gebracht, ihn auf dem Strommarkt zu verkaufen. Den daf\u00fcr notwendigen technischen und b\u00fcrokratischen Aufwand m\u00f6gen aber viele nicht betreiben. Deshalb werden Dienstleiter, darunter viele Energieversorger, diese Aufgabe gegen Geb\u00fchr \u00fcbernehmen. Aus den genannten Gr\u00fcnden d\u00fcrfte eine nicht unwahrscheinliche Folge dieser tiefgreifenden Novelle sein, dass k\u00fcnftig weniger kleine Anlagen auf Privatgeb\u00e4uden gebaut werden. Ein Gutachten hat ergeben, dass das EEG 2027 die Wirtschaftlichkeit von 10-KW-Anlagen \u00fcber 5 Jahre verl\u00e4ngert und die Amortisation dann \u00fcber 20 Jahr, einer kritischen Grenze, liegen w\u00fcrde. Die Politik von Wirtschaftsministerin Reiche k\u00f6nnte also dazu f\u00fchren, dass der Betrieb kleiner Anlagen k\u00fcnftig als Hobby zu betrachten ist, womit der gesellschaftliche Nutzen der Bereitstellung von Solarstrom plus entsprechender Heimspeicherkapazit\u00e4t unter den Tisch fiele. Damit tut sich die Bundesregierung keinen Gefallen, denn Solarstrom genie\u00dft hohes Ansehen. Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) wollen 8 von 10 Bundesb\u00fcrgern einen weiteren Ausbau der Photovoltaik und lehnen ein Ausbremsen ab. (2)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-15 wp-block-paragraph\"><strong>Wie geht es weiter mit dem \u00d6kostrom?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-16 wp-block-paragraph\">Es k\u00f6nnte demnach vor allem am Fortschritt der Windkraft liegen, ob das deutsche Ziel von 80 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen erreicht wird. Welchen Anteil PV dazu leisten kann, ist ungewiss. Sicher sind die neuen Regeln in EEG keinen Booster f\u00fcr Photovoltaik und das Netzpaket k\u00f6nnte auch ein Problem f\u00fcr den Ausbau der Windkraft darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-17 wp-block-paragraph\">Eine weitere Unbekannte ist die Entwicklung des Strombedarf in den n\u00e4chsten 5 Jahren. Das EEG 2023 sah noch 368 Terawattstunden (TWh) bis 2030 aus erneuerbaren Quellen vor. Das Ziel der 80-prozentigen Deckung durch EE entspr\u00e4che dann 460 TWh Gesamtstrombedarf. &nbsp;Wie stark er wirklich von den derzeitigen ca. 500 TWh steigt, ist unklar und h\u00e4ngt von der Entwicklung bei E-Autos, W\u00e4rmepumpen, Klimaanlagen und vor allem der gro\u00dfen KI-Rechenzentren ab. Relevante Studien geben Prognosen mit einer Spanne zwischen 600 und 750 TWh ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-18 wp-block-paragraph\">Zweifellos werden kleinere PV-Anlagen durch das EEG 2027 auf Dauer schlechter gestellt. Daran \u00e4ndert auch das Trostpflaster des dreij\u00e4hrigen \u00dcbergangs nichts. Das Agieren von Ministerin Reiche erweckt den Eindruck, dass wegen des schleppenden Netzausbaus jetzt die Betreiber von Solar- und Windkraftanlagen herhalten sollen. Denn sie werden durch EEG-Novelle, Netzpaket und Kraftwerksgesetz zus\u00e4tzlich belastet (5), obwohl die Ministerin beim Netzpaket gegen\u00fcber ihrem Entwurf noch Zugest\u00e4ndnisse machen musste. In den Engpassgebieten mit unzureichender Netzkapazit\u00e4t ist die entsch\u00e4digungslose Abregelung von Anlagen nur bis zu maximal 20 Prozent des m\u00f6glichen Jahresertrags zul\u00e4ssig. Da sich Photovoltaik und Windkraft durchaus erg\u00e4nzen, sollen sie au\u00dferdem nicht in Summe betrachtet, sondern getrennt bewertet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-19 wp-block-paragraph\">Bis auf weiteres ist aber eine stimmige Strategie der Bundesregierung f\u00fcr den Ausbau von klimafreundlicher Stromerzeugung, belastbarem Stromnetz und intelligentem Einsatz von Stromspeichern nicht zu erkennen. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Netzeinspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen 1990-2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"887\" height=\"635\" src=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1119\" srcset=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/grafik.png 887w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/grafik-300x215.png 300w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/grafik-768x550.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 887px) 100vw, 887px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quelle f\u00fcr Grafik: www.wikipedia.<\/em>de<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(1) Darauf m\u00fcssen k\u00fcnftige Solardach-Eigent\u00fcmer achten, Nakissa Salavati, S\u00fcddeutsche Zeitung, 10.08. 2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(2) \u201eKabinettsbeschluss bremst Solarenergie aus\u201c, Pressemitteilung des BSW, 29.07.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(3) \u201e\u00d6ffentliche Stromerzeugung 2025\u201c, Presseinformation, Fraunhofer Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(4) Website des Bundeswirtschaftsministeriums<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(5) \u201eStellungnahme des Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sonnenenergie (DGS) zum Referentenentwurf EEG 2027-E\u201c, 27.07.2026&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(6) \u201eEinspeisung von Solaranlagen wird ab 2027 gedrosselt\u201c, Amy Walker, www.t-online.de, 22.08.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(7) \u201eEEG 2027. Einspeise-Leistung soll auf 50 Prozent gedrosselt werden\u201c, www.energie-experten.org,17.08.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-20 wp-block-paragraph\"><strong>Wasserknappheit, Trockenheit, D\u00fcrre<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 27.07.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-21 wp-block-paragraph\">Jahrelang litten vor allem Deutschlands Nordosten, die Bundesl\u00e4nder Brandenburg, Sachsen oder Sachsen-Anhalt unter trockenen B\u00f6den und sinkenden Grundwasserst\u00e4nden.Aber dieses Jahr verschiebt sich das Problem nach Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg, Regionen, die lange als wasserreich galten. \u201eB\u00f6den trocknen bis in tiefe Schichten aus, Grundwasserreserven schrumpfen, Fl\u00fcsse verlieren Wasser.\u201c (2) \u00c4hnlich sieht es bei den Seen aus. Der Pegelstand des Bodensees lag am 27. Juli 128 cm unter dem langj\u00e4hrigen Mittelwert f\u00fcr diesen Tag. (3)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-22 wp-block-paragraph\"><strong>M\u00fcnchen muss Wasser sparen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-23 wp-block-paragraph\">M\u00fcnchen, das sein Trinkwasser aus den T\u00e4lern von Loisach, Mangfall und aus der Schotterebene s\u00fcdlich der Stadt deckt, musste nun erstmals die Notbremse ziehen. Die Landeshauptstadt verbraucht im Durchschnitt der letzten Jahre 300 bis 350 Mio. Liter Trinkwasser pro Tag. Nachdem im Juni infolge der Hitzewelle der Verbrauch auf \u00fcber 400 Mio. Liter gestiegen ist, rief OB Krause zum Wassersparen auf. Der Appell zeigte zun\u00e4chst Erfolg, aber brachte keinen dauerhaften R\u00fcckgang, worauf die Stadt am 14.07.2026 verbot, bis zum 1. August Rasen zu sprengen und Pools zu bef\u00fcllen: Ma\u00dfnahmen, die f\u00fcr M\u00fcnchen neu waren. Aber die Landeshauptstadt folgte damit nur der Praxis anderer St\u00e4dte und Landkreise in den vergangenen Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-24 wp-block-paragraph\">Auch auf dem Land f\u00fchrt die anhaltende Trockenheit zu Problemen. Noch es zu fr\u00fch, Bilanz, aber von den Landwirtschaftsverb\u00e4nden kommen schon jetzt Klagen \u00fcber fehlenden Regen und Warnungen vor Ernteeinbu\u00dfen. Landwirtschaftliche D\u00fcrren mit Missernten sind eine Folge der Bodentrockenheit. Diese h\u00e4ngt aber nicht nur von der Regenmenge ab, sondern wesentlich auch von der Temperatur. Bei Hitze verdunstet ein Teil des Regenwassers, bevor er die Wurzeln der Pflanzen erreicht. Erst wenn die aktuelle Bodenfeuchte unter das langj\u00e4hrige 20-Perzentil f\u00e4llt, also den Wert, der nur in 20 Prozent der Jahre in einer langen Zeitreihe erreicht wird, spricht man von einer D\u00fcrre.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Bodenversiegelung geht weiter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-25 wp-block-paragraph\">Jahrzehntelang ging es darum, das Regenwasser m\u00f6glichst schnell abzuf\u00fchren. Inzwischen hat man erkannt, dass das Wasser in der Fl\u00e4che gehalten werden muss. Die Ma\u00dfnahmen sind bekannt: Wiedervern\u00e4ssung von trocken gelegten Mooren, Aufbrechen von kanalisierten Flussbetten, so dass der Fluss m\u00e4andrieren kann; Erhalt der Flussauen und Fl\u00e4chenentsiegelung. Aber wo findet Entsiegelung in gr\u00f6\u00dferem Umfang statt, wo werden Deutschland Stra\u00dfen zur\u00fcckgebaut? Um die Versickerung von Regenwasser und die Neubildung von Grundwasser zu erm\u00f6glichen, m\u00fcsste in Stadt und Land Fl\u00e4che entsiegelt werden. Doch das Gegenteil ist der Fall:&nbsp; Durch Stra\u00dfen, Neubaugebiete, Gewerbefl\u00e4chen, Parkpl\u00e4tze usw. werden heute immer noch Tag f\u00fcr Tag 50 ha Boden neu in Anspruch genommen, knapp die H\u00e4lfte davon ist versiegelt oder \u00fcberbaut. Trotz unseres schon enorm dichten Stra\u00dfennetzes entstehen jeden Tag neue, in Asphalt gegossene Stra\u00dfenkilometer. Und neben den Fahrspuren nat\u00fcrlich die notwendigen Parkpl\u00e4tze.&nbsp; Allein das \u00fcber\u00f6rtliche Stra\u00dfennetz umfasst 830.000 Kilometer, die Bundestra\u00dfen sind schon etwa so lang wie das gesamte Schienennetz der Bahn. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-26 wp-block-paragraph\"><strong>Kontrolldefizite und Wasserpfennig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-27 wp-block-paragraph\">Ein weiteres Problem ist die Datenlage. Politik und Beh\u00f6rden wissen gar nicht, wer zu welchem Zeitpunkt wie viel Wasser aus dem Grundwasserleitern, aus Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern wie Seen und Fl\u00fcssen entnimmt, kritisiert Hydrologe Marx vom Helmholtz Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) in Leipzig gegen\u00fcber der dpa und fordert ein fl\u00e4chendeckendes Wasser-Monitoring. (1)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-28 wp-block-paragraph\">Entnahme und Nutzung des knappen Guts Wasser sind je nach Bundesland auch noch sehr unterschiedlich bepreist. \u201eKommunale Wasserversorger zahlen f\u00fcr die Wasserentnahme deutschlandweit sehr unterschiedliche Preise. Sachsen-Anhalt mit 5 ct.\/m\u00b3und Sachen mit 5,6 ct.\/m\u00b3geh\u00f6ren zu den preiswertesten. Am teuersten ist es f\u00fcr die kommunalen Unternehmen in Hamburg 19,6 und Berlin 31 ct.\/m\u00b3.\u201c (1)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-29 wp-block-paragraph\">F\u00fcr Industrie und Landwirtschaft gibt es in vielen L\u00e4ndern Ausnahmen bzw. niedrigere Preise. So zahlen landwirtschaftliche Unternehmen in Sachsen-Anhalt 2 Cent\/m\u00b3, in Bayern 10 ct.\/m\u00b3, aber hier gelten Freibetr\u00e4ge bei eigenem Brunnen. \u201eDie Wasserpreise f\u00fcr Endkunden liegen im bundesweiten Durchschnitt bei 2,18 Euro pro m\u00b3. Allerdings kommen noch Abwassergeb\u00fchren und Grundbetr\u00e4ge hinzu.\u201c (1).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-30 wp-block-paragraph\">Haben Politik und Beh\u00f6rden die Situation unter Kontrolle? Ist die Nutzung der Ressource Trinkwasser gerecht geregelt? Steht uns auch k\u00fcnftig ausreichend Wasser zur Verf\u00fcgung? Mit gutem Grund gibt es daran Zweifel. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">(1) <em>\u201eWir brauchen ein fl\u00e4chendeckendes Wasser-Monitoring\u201c, www.mdr.de, 20.07.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">(2) <em>\u201eJetzt wird der S\u00fcden zu Deutschlands neuem D\u00fcrre-Hotspot\u201c, Jacqueline Arend, fokus.de, 19.07.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">(3) <em>www.bodensee.net<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-large-font-size wp-elements-31 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\">Meeresstr\u00f6mung AMOC im Atlantik<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-x-large-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><strong>Laufen wir beim Klima Amok?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 10.06.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Landmassen auf den Kontinenten heizen sich durch die Erderw\u00e4rmung schneller auf als die Ozeane. Aber auch da nehmen die Temperaturen zu, was sich wiederum auf die klimatischen Verh\u00e4ltnisse an Land auswirkt. Bekanntlich hat die Erw\u00e4rmung des Mittelmeers im Juni 2024 zu einem Starkregen gef\u00fchrt, der innerhalb weniger Tage weite Teile S\u00fcddeutschland unter Wasser setzte. Schon im September 2024 traf dann die gleiche unheilvolle Wetterlage, die Meteorologen \u201eVb\u201c nennen, Tschechien, die Slowakei, Rum\u00e4nien und Polen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">F\u00fcr Europa von besondererer Bedeutung ist die atlantische Meeresstr\u00f6mung \u201e<em>Atlantic Meridional Overturning Circulation <\/em><em>(<\/em>AMOC)\u201c, die warmes Wasser aus den Tropen und der Karibik in den Nordatlantik transportiert; oft als \u201eHeizung\u201c f\u00fcr die tangierten K\u00fcsten von Norwegen bis Kanada bezeichnet. Ein Teil der W\u00e4rme der AMOC- Str\u00f6mung wird an die Luft abgegeben und durch den vorherrschenden Westwind zu den L\u00e4ndern Europas transportiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung (PIK) hat in einem Online-Vortrag erl\u00e4utert, wie AMOC auf den Klimawandel reagiert und welche Folgen sich daraus ergeben. (1) Wesentliche Erkenntnis dabei: Diese Meeresstr\u00f6mung, die das F\u00fcnfzigfache des globalen Energieverbrauchs mit sich f\u00fchrt, ist seit den 50er Jahren um etwa 15 Prozent schw\u00e4cher geworden. Eine Abschw\u00e4chung wurde schon vor Jahrzehnten postuliert und ist mittlerweile als Tatsache gesichert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die etwa tausend Meter dicke Str\u00f6mung des AMOC ist \u201edichtegetrieben\u201c. Hei\u00dft, das warme Wasser aus der Karibik k\u00fchlt im Nordatlantik ab, und da kaltes Wasser eine gr\u00f6\u00dfere Dichte hat, sinkt es ab, um dann in gr\u00f6\u00dferer Tiefe zur\u00fcckzuflie\u00dfen. Die Dichteunterschiede sind also der Motor. So kommt die Zirkulation des AMOC zustande.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Durch die Erderw\u00e4rmung dehnt sich das Oberfl\u00e4chenwasser der Ozeane jedoch weltweit aus, weshalb die Dichte im Mittel abnimmt. Lokal begrenzt l\u00e4sst sich zwischen Island und USA auch eine Meereszone mit reduziertem Salzgehalt feststellen, verursacht durch den hohen Niederschlag in dieser Region und den Zustrom von S\u00fc\u00dfwasser aus dem abschmelzenden Gr\u00f6nlandeis und dem Meereis. Abnehmende Wasserdichte und niedrigere Salzkonzentration f\u00fchren dazu, dass sich das Absinken der Str\u00f6mung verlangsamt. Der Antrieb der Zirkulation erlahmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Nach Rahmstorf gibt es weitere Ph\u00e4nomene, die auf die Abschw\u00e4chung des AMOC hinweisen. Das sind die gut nachweisbare \u201eK\u00e4lteblase\u201c s\u00fcdlich von Gr\u00f6nland zwischen Island und Amerika (3) und die Verschiebung des Golfstroms nach Norden, n\u00e4her heran an die US-K\u00fcste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Seit 2004 ist ein Messsystem mit F\u00fchlern in mehreren 1000 Metern Tiefe in Betrieb. Eine Auswertung dieser Messdaten \u00fcber 20 Jahre erbrachte eine Abschw\u00e4chung von ca. 10%. Sie wurde also messtechnisch nachgewiesen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Konsequenz: Tendenziell wird es dadurch auf der Nordhalbkugel k\u00e4lter. Nachvollziehbar, wenn der Vorlauf der \u201eHeizung\u201c weniger W\u00e4rme bringt. (2) Die Bewohner von Island, Schottland, England, Irland und Norwegen werden das zu sp\u00fcren, bekommen, wenn dieser Effekt eintritt. Der positive Effekt der regionalen Abk\u00fchlung w\u00e4re nat\u00fcrlich, dass sie die Wirkung der Erderw\u00e4rmung in den betroffenen Gebieten abschw\u00e4cht. Sollte man zumindest meinen. Aber es geht nicht nur um Durchschnittstemperaturen \u00fcber Jahrzehnte oder Jahre, sondern auch um Ausschl\u00e4ge der Kurve nach oben und unten, also um das t\u00e4gliche Wetter. Rahmstorf weist darauf hin, dass infolge der gr\u00f6\u00dferen Temperaturunterschiede zwischen Polarkreis und \u00c4quator automatisch auch die Extremwetter wie Starkregen, Hitzewellen und St\u00fcrme zun\u00e4hmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wie dieses Tauziehen am Ende ausgeht, wo welcher Effekt st\u00e4rker zutage tritt, wei\u00df die Forschung nicht mit Sicherheit zu sagen. Zweifellos h\u00e4tten die genannten L\u00e4nder im Norden mehr auszuhalten als die in Mitteleuropa. Aber auch in Deutschland w\u00e4ren die Auswirkungen nicht unerheblich. Bei den Extremwetterlagen w\u00fcrden hierzulande vor allem Boden-Trockenheit und D\u00fcrre mit negativen Folgen f\u00fcr die Landwirtschaft wahrscheinlicher. Gleichzeitig bek\u00e4me Norddeutschland einschlie\u00dflich Berlin mehr Frosttage. Die Auswirkungen einer starken Abschw\u00e4chung des AMOC w\u00fcrden aber \u00fcber Europa hinaus bis zum \u00c4quator reichen, wo sich dann der tropische Regeng\u00fcrtel nach S\u00fcden verschieben d\u00fcrfte. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Sicher ist, dass wir gerade enorme Risiken eingehen. Beim AMOC k\u00f6nnte das Klimasystem der Erde auf einen Kipppunkt zusteuern, nach dessen \u00dcberschreiten es f\u00fcr lange Zeit kein Zur\u00fcck mehr gibt. Und dieser Punkt kann laut Rahmstorf bereits in 10 bis 20 Jahre erreicht sein. Wenn man die Szenarien des Weltklimarats IPCC zur Grundlage f\u00fcr die weitere Entwicklung der Erderw\u00e4rmung nimmt, bestehe die Gefahr, dass der W\u00e4rmestrom des AMOC bis 2100 auf ein Viertel der St\u00e4rke einbricht und diese gravierende Schw\u00e4chung k\u00f6nnte 1.000 Jahre anhalten. Das hei\u00dft, dass diese gravierende Klimaver\u00e4nderung f\u00fcr eine halbe Ewigkeit eingefroren bliebe. Schlimme Aussichten! Bei anhaltend hohen Treibhausgasemissionen mit Abschw\u00e4chung der AMOC-Zirkulation ist das Bild des Amoklaufs wohl weniger treffend als das Bild des russischen Roulettes. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(1) \u201eKippt die atlantische Meereszirkulation AMOC?\u201c, Stefan Rahmstorf, Europe Calling e.V., 07.07.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(2) \u201eAm Kipppunkt,\u201c Benjamin von Brackel\/Toralf Staud, Kiepenheuer &amp; Witsch, K\u00f6ln 2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(3) \u201eSchlechte Nachrichten f\u00fcr Europa\u201c, SZ online, Christoph von Eichhorn, 30.06.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-32 wp-block-paragraph\"><strong>Die hybride Bedrohung &#8211; beliebte Autos geraten in Verruf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-33 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 30.03.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-34 wp-block-paragraph\">Nein, hier ist nicht von Cyperangriffen oder Drohnenspionage auf deutsche Infrastruktur die Rede, sondern von Fahrzeugen mit Hybridantrieb also mit einem Elektro- und einem Verbrennungsmotor. Ein besonderes Problem stellen die Plug-in-Hybride (PEHV) dar, deren Akku nicht vom Motor, sondern ausschlie\u00dflich per Ladestation aufgeladen wird. Schon lange war bekannt, dass deren Fahrer selten stromgetrieben unterwegs sind. Ohnehin war anfangs die Reichweite, die das Auto rein elektrisch zur\u00fccklegen konnte, sehr beschr\u00e4nkt. Sie betrug vor Jahren nur 20 Kilometer, inzwischen sind es jedoch immerhin 30 km bis 200 km. Obwohl sich der Radius also deutlich erh\u00f6ht hat, liegen die Ladekabel oft unbenutzt in Kofferraum, fahren diese Autos hauts\u00e4chlich mit Benzin oder Diesel. Aber selbst im Elektromodus verbrennen sie 3 Liter Kraftstoff pro 100 km und sto\u00dfen durchschnittlich 68 g CO<sub>2<\/sub>\/km aus. Bei Steigungen und h\u00f6heren Geschwindigkeiten muss n\u00e4mlich nicht selten der Verbrennungsmotor zugeschaltet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-35 wp-block-paragraph\">Inzwischen ist klar, dass PEHV bis f\u00fcnfmal mehr CO<sub>2<\/sub> emittieren als von den Herstellern nach dem WTLP-Messverfahren angegeben. Das zeigt auch eine Studie der Organisation \u201eTransport and Environment \u201c. (1 ) Demnach haben die Werte im Prospekt mit der Realit\u00e4t nichts zu tun. Schlimmer noch: Die Kluft hat sich in den letzten Jahren sogar vertieft. Die EU sah sich gezwungen, deshalb Korrekturfaktoren (\u201eNutzungsfaktoren\u201c) einzuf\u00fchren, die zumindest eine Ann\u00e4herung von Wirklichkeit und Anspruch bringen. Auch der ADAC spricht von irref\u00fchrenden Prospektangaben beim Verbrauch bei Plug-in-Hybride. (2) &nbsp;Diese \u00fcbergewichtigen Boliden verbrennen also mehr Kraftstoff als angegeben und sind bei der Abschaffung, sowie im Betrieb auch noch teurer als reine Elektroautos.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-36 wp-block-paragraph\">Bundesregierung und Autolobby best\u00e4rken indes aber das Narrativ des Hybrids als klimafreundliche L\u00f6sung. Und die Autofahrer und -k\u00e4ufer glauben es gerne, wie die Zulassungszahlen der letzten Jahre zeigen. Bei den Neuzulassungen 2025 war die Zahl Hybride (PEHV, Mildhybride und Vollhybride) insgesamt fast doppelt so hoch wie der reinen E-Autos, von denen inzwischen (Stand Jan. 2026) zwei Millionen auf den Stra\u00dfen unterwegs sind. Speziell die Plug-in-Hybride sind zweifellos eine Mogelpackung. Unverst\u00e4ndlicherweise f\u00f6rdert die Bundesregierung die Anschaffung dieser veralteten Technik ebenfalls, was nur als Unterst\u00fctzung der deutschen Autoindustrie, die den Umbruch verschlafen hat, verstanden werden kann. Der notwendigen Wandel, hin zum reinen E-Auto (BEV) f\u00f6rdert sie dadurch nicht, im Gegenteil.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-37 wp-block-paragraph\">Rationale Gr\u00fcnde f\u00fcr die \u201eReichweitenangst\u201c bei reinen E-Autos (BEV) lassen sich dank aktueller Reichweiten bei neuen Stromermodellen (600-700 km) und des Ausbaus des Ladeinfrastruktur kaum noch finden. Warum also zwei Energiequellen und zwei Antriebe, die automatisch zu mehr Gewicht, mehr Energiebedarf, h\u00f6heren Wartungsaufwand und h\u00f6heren Anschaffungskosten f\u00fchren? Warum immer noch gesundheitssch\u00e4dliche Abgase und klimasch\u00e4digendes CO<sub>2<\/sub> aus Auspuffrohren? Der hohe Anteil der Hybride im Bestand und bei den Neuzulassungen bedroht zusammen mit etlichen anderen Fehlentwicklungen beim Verkehr die deutschen Klimaschutzziele. Hybride als \u201e\u00dcbergangsl\u00f6sung\u201c sollten eigentlich der fossilen Vergangenheit angeh\u00f6ren. Bei den Pkw ist endg\u00fcltig Zeit f\u00fcr den Umstieg auf reinen Elektroantrieb, zumal die Preise f\u00fcr Elektro-Neuwagen endlich sinken; auch bei deutschen Herstellern. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-38 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-39 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(1) \u201eEU-Daten: Plug-In-Hybride fast genauso umweltsch\u00e4dlich wie Verbrenner\u201c, Transport and Environment (T&amp;E), 16.10.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-40 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(2) \u201ePlug-in-Hybrid-Autos: Modelle, Reichweiten, Kosten, Verbrauch\u201c, Wolfgang Rudschies, www.<\/em><em>adac.de25.02.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-41 wp-block-paragraph\"><strong>Extremwetter liegen im Trend<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 07.12.2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-42 wp-block-paragraph\">Letztes Jahr ist Deutschland gut bei den Extremwettern davongekommen. Noch einmal, muss man sagen, denn auf Dauer wird dieses Gl\u00fcck wohl nicht von Bestand sein, weil der Klimawandel nachweislich zu mehr Extremwetterlagen weltweit f\u00fchrt und es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass alle einen Bogen um Deutschland machen. Klimakatastrophen ausschlie\u00dflich in ferner Zukunft und in weiter Ferne? Eine Illusion! Doch der Reihe nach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-43 wp-block-paragraph\">Die Wissenschaftlergruppe \u201cWorld Weather Attribution\u201d (WWA) am Imperial College London, die mit zwei Institutionen in den Niederlanden kooperiert, listet f\u00fcr das Jahr 2025 insgesamt 157 Extremwetter auf, ein Gro\u00dfteil davon sei auf die Erderw\u00e4rmung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Methodik der WWA besteht darin, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, mit der ein Extremwetter im Untersuchungsjahr eintritt, im Klimamodell die Erderw\u00e4rmung von mittlerweile 1,3 Grad Celsius plus herauszurechnen und die beiden Ergebnisse miteinander zu vergleichen: also eine Art R\u00fcckrechnung auf Grundlage bekannter Wetterdaten und der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen. Denn mehr h\u00f6here Temperaturen und mehr CO<sub>2<\/sub> in der Atmosph\u00e4re hei\u00dft: mehr Wasserdampf, mehr Energie, ergo mehr Starkregen, Hitzewellen und St\u00fcrme. Das Extremwetter hinterl\u00e4sst in der zerst\u00f6rten Region keine DNA, die den T\u00e4ter \u00fcberf\u00fchren k\u00f6nnte. Wohl aber l\u00e4sst sich mit dem Wissen der Klimaforscher die Wahrscheinlichkeit ermitteln, mit der Extremwetter X in der Region Y auftauchen musste. Bei der Mehrzahl der 22 genauer untersuchten Extremwettern war der Einfluss des Klimawandels bei 17 nachweisbar.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"604\" src=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-994\" srcset=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/grafik.png 940w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/grafik-300x193.png 300w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/grafik-768x493.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-44 wp-block-paragraph\">Das Wetter des Jahres 2025 in Deutschland hatte viel Sonne, wenig Regen, aber keinen Rekord zu verzeichnen. Wohl aber gab es Anfang Juli eine Hitzewelle, bei der an vielen Orten in Deutschland Temperaturen \u00fcber 35 Grad Celsius gemessen wurden. Durchaus bemerkenswert, aber kein neuer Rekord. Die Deutschen wurden also anders als im Juni 2024, als halb S\u00fcddeutschland nach Starkregen \u00fcberschwemmt war, von Extremwetter verschont. Die Hauptgefahr sind neben Starkregen auch Hitzeperioden. W\u00e4hrend es in den f\u00fcnfziger Jahren noch drei Hitzetage mit Temperaturen \u00fcber 30 Grad Celsius gab, hat sich in den letzten zehn Jahren die Anzahl vervierfacht. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-45 wp-block-paragraph\">Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Extremwetterlagen parallel zur Durchschnittstemperatur und den globalen Treibhausgas-Emissionen weiter steigt. Jedes Zehntel Grad mehr oder weniger z\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-46 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-47 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eExtremwetterkongress. Beispiellose H\u00e4ufung von W\u00e4rmerekordjahren\u201c, tagesschau.de, 24.09.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-48 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201e157 extreme Wettereignisse im Jahre 2025\u201c, tagesschau.de, 30.12.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-49 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eExtremwetter h\u00e4ngen linear mit der globalen Erw\u00e4rmung zusammen\u201c, Tina Heni, klimareporter.de, 14.10.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-50 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Website des Deutschen Wetterdienstes DWD, dwd.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-51 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201cUnequal evidence and impacts, limits to adaptation: extreme weather in 2025\u201d, worldweatherattribution.org<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-52 wp-block-paragraph\"><strong>Die COP: \u00fcberfl\u00fcssiger Konferenz-Zirkus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-53 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 04.12.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-54 wp-block-paragraph\">Die Welt schaute fasziniert auf das Spektakel an Rande des Regenwalds. Dank der 30. UN-Klimakonferenz (Conference of Parties COP) schafften es die Themen Klimaschutz und Klimawandel wieder in die Nachrichten und die Schlagzeilen, bevor sie erneut verdr\u00e4ngt werden von aktuellen Top News.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-55 wp-block-paragraph\">Klar, wenn man im nachhinein Aufwand und Ergebnis der UN-Klimakonferenzen betrachtet, macht sich Ern\u00fcchterung breit, so auch bei der COP30 vom 10.-22. November 2025. Ungef\u00e4hr 50.000 Teilnehmer, eine bunte Mischung aus Politikern der teilnehmenden Nationen, Verwaltungsleuten, Lobbyisten der \u00d6l-, Gas- oder Holzindustrie, Journalisten, NGOs und Umweltverb\u00e4nden fanden sich in Belem, der brasilianischen Millionenstadt an der Amazonasm\u00fcndung ein. Nicht aber offizielle Vertreter der USA, dem zweitgr\u00f6\u00dften CO<sub>2<\/sub>-Emittenten weltweit, was nicht durchgehend Bedauern ausl\u00f6ste, denn nach den Verlautbarungen und Ma\u00dfnahmen der Trump-Regierung war kein konstruktiver Beitrag zu erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-56 wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt schaut auf Belem<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-57 wp-block-paragraph\">Immerhin spornte der nahende Konferenztermin viele Nationen an, die noch keine \u201enational festgelegten Beitr\u00e4ge\u201c (NDCs) nach dem Pariser Abkommen abgegeben hatten, dies nachzuholen. (1) Auch Europa lieferte erst kurz von der COP einen neuen Zielkatalog, der sich einigerma\u00dfen brauchbar las. Aber hier wie anderswo fehlte es an zielf\u00fchrenden Ma\u00dfnahmen, an konsequentem Handeln der Politik und an Tempo bei der Umsetzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-58 wp-block-paragraph\">Kurz vor der COP sandte das UN-Umweltprogramm UNEP noch ein Warnsignal. Mit den derzeitigen Bem\u00fchungen der Staatengemeinschaft steuere die Welt auf plus 2,8 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts zu. Vier F\u00fcnftel des CO<sub>2<\/sub>-Budgets, das noch einigerma\u00dfen kompatibel mit Adem 1,5 Grad-Ziel ist, seien bereits ausgesch\u00f6pft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"770\" height=\"620\" src=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-965\" srcset=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik.png 770w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-300x242.png 300w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-768x618.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Grafik: Emissions Gap Report 2025, UNEP, Nairobi, November 2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-59 wp-block-paragraph\">Dieser Warnschuss verhallte sicher nicht ungeh\u00f6rt, aber das Ende des fossilen Zeitalters ist l\u00e4ngst noch nicht in Reichweite, der Peak der THG-Emissionen ist vielleicht noch gar nicht erreicht. Denn fortlaufend werden neue Gas- und \u00d6lfelder erschlossen, \u00d6ls\u00e4nde abgebaut, Kohle in Kraftwerken verfeuert, kaufen die Menschen Verbrennerautos, drehen bei K\u00e4lte ihre Gasheizung hoch, buchen Flugreisen oder Kreuzfahrten. Business as usual. Wider bessere Vernunft, als g\u00e4be es keine Erderw\u00e4rmung.&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-60 wp-block-paragraph\">Es gilt jedoch, die positiven Entwicklungen, die kleinen Fortschritte nicht aus den Augen zu verlieren, durch die UN-Klimakonferenzen und au\u00dferhalb.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-61 wp-block-paragraph\"><strong>Die gar nicht so kleinen Erfolge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-62 wp-block-paragraph\">Im Bewusstsein, dass das Klimaziel von Paris au\u00dfer Reichweite ger\u00e4t, beschlossen die beteiligten Staaten, die Ma\u00dfnahmenumsetzung zu beschleunigen. In der Abschlusserkl\u00e4rung lobend hervorgehoben werden dabei die 80 Staaten, die bereits Strategien zur langfristigen Reduzierung der Treibhausgase haben. Alle L\u00e4nder ohne Klimaneutralit\u00e4tsziel f\u00fcr Mitte des Jahrhunderts werden ermuntert, dies nachzuholen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-63 wp-block-paragraph\">Die bereits auf der COP29 beschlossenen Finanzhilfen f\u00fcr \u00e4rmere L\u00e4nder in H\u00f6he von 300 Mrd. Dollar pro Jahr sollen \u201eorganisiert\u201c werden. Bisher flie\u00dfen n\u00e4mlich im Schnitt nur etwa 26 Mrd. Dollar pro Jahr (Stand 2023). Sie sollen bis 2025 verdreifacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-64 wp-block-paragraph\">Mut machen dann auch die Side Events abseits der gro\u00dfen B\u00fchne; Aktivit\u00e4ten und Fortschritte, die es nicht in die Headlines der Medien schafften:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list has-medium-font-size\">\n<li class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-65\">Weitere Staaten sind der Allianz zum Kohleausstieg beigetreten.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-66\">Es d\u00fcrfte auch mit der Dekarbonisierung der Industrie vorangehen. Mit 30 Millionen Euro sollen Projekte zur Reduzierung von Industrieemissionen in Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern gef\u00f6rdert werden. Ziel ist au\u00dferdem, den Marktanteil von klimafreundlichem Stahl und Zement in den kommenden Jahren zu steigern.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-67\">Brasilien k\u00fcndigte die Schaffung einer Plattform f\u00fcr den CO<sub>2<\/sub>-Emissionshandel an, nachdem bereits 38 L\u00e4nder Emissionshandelssysteme haben und 20 weitere die Einf\u00fchrung vorbereiten.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-68\">St\u00e4rkung und Risikoreduzierung von klimafreundlicher Finanzierung und Geldanlage \u201eGreen Finance\u201c<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-69\">Der Fonds zum Umgang mit Klimasch\u00e4den und finanziellen Verlusten ist inzwischen arbeitsf\u00e4hig.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-70\">Deutschland tritt der Initiative \u201ePeatland Breakthrough\u201c zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Mooren bei.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-71\">Au\u00dferdem engagiert sich Deutschland im Rahmen des \u201eUN Climate Security Mechanism\u201c, bei dem es darum geht, klimabedingte Konflikte, etwa den Mangel an Wasser oder Nahrungsmitteln, vor Ort zu entsch\u00e4rfen.&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Brasilien hat eine Initiative zum Stopp der Entwaldung (\u201eTropical Forests Forever Facility\u201c) angesto\u00dfen. Auch Deutschland schloss sich an und sagte eine Mrd. Euro f\u00fcr den Waldschutzfonds zu. Norwegen will drei Mrd. US Dollar einzahlen, Brasilien und Indonesien jeweils eine Mrd. US-Dollar. Der geplante Grundstock von 25 Mrd. US-Dollar soll private Investoren anziehen und weitere 100 Mrd. aus dem Privatsektor mobilisieren. Au\u00dferdem soll ein globaler Entwaldungsstopp bis 2020 erreicht werden. Dabei sind Gelder zum Schutz des Kongobeckens vorgesehen. Auch die Rolle von Indigenen im Regenwald soll gest\u00e4rkt werden. Die Abholzung der Regenw\u00e4lder d\u00fcrfte so zumindest gebremst werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Grande Finale?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-72 wp-block-paragraph\">Es gelang es am Ende nicht, in der Abschlusserkl\u00e4rung den Ausstieg aus den fossilen Energietr\u00e4gern zu konkretisieren. Nicht einmal der Begriff \u201efossile Energien\u201c findet sich dort. Der Widerstand der \u00f6l- und gasexportierenden L\u00e4nder, angef\u00fchrt von Russland und Saudi-Arabien, war zu stark; auch China wollte nicht mitmachen. Auf das Ziel an sich hatte man sich ja schon bei einer fr\u00fcheren COP in Dubai (COP 28) geeinigt. Schlussendlich erkl\u00e4rten sich aber 80 L\u00e4nder bereit, einen Ausstiegsfahrplan zu erstellen, darunter auch Deutschland, was als Erfolg zu werten ist. Politische Beobachter gehen sogar davon aus, dass diese Initiative eine Eigendynamik mit Auswirkung auf die n\u00e4chste Konferenz, die COP31 in der T\u00fcrkei, entfaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-73 wp-block-paragraph\">Aber selbst bei einer Abschlusserkl\u00e4rung mit Gehalt und mehr Klimaschutz w\u00e4re die Kuh noch l\u00e4ngst nicht vom Eis. V\u00f6lkerrechtlich verbindlich sind nur Vertr\u00e4ge, wie das 2015 auf der COP 21 in Paris beschlossene und inzwischen von den meisten Staaten unterzeichnete Abkommen, die Erderw\u00e4rmung unter 2 Grad Celsius zu halten und m\u00f6glichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dennoch werden die 1,5 Grad h\u00f6chstwahrscheinlich \u00fcberschritten und selbst die Obergrenze von 2 Grad kann noch l\u00e4ngst nicht als gesichert gelten, weil der Emissionstrend auf 2,8 Grad plus hinweist. Dieses Beispiel zeigt, dass selbst ein juristisch verbindliches Abkommen nicht ausreicht, wenn Sanktionsmechanismen fehlen. Inzwischen kann man jedoch auch davon ausgehen, dass die Welt ohne das Pariser Abkommen sogar auf 3,6 Grad plus bis Ende des Jahrhunderts zugesteuert w\u00e4re. Klimadiplomatie und speziell die Weltklimakonferenzen wirken also. Ohne Paris w\u00e4re seit 2015 etwa ein Drittel mehr Treibhausgase bis 2025 ausgesto\u00dfen worden; mit Paris wurde eine Absenkung von ca. 12 Prozent erreicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"772\" height=\"503\" src=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-966\" srcset=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-1.png 772w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-1-300x195.png 300w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-1-768x500.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 772px) 100vw, 772px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Grafik: Nationally Determined Contributions Synthesis Report \u2013 Update, UN \/ Climate Change Secretariat, 10.11.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-74 wp-block-paragraph\"><strong>Der Blick in die Zukunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-75 wp-block-paragraph\">Nein, die UN-Klimakonferenzen sind keine nutzlose Show-Veranstaltung, auch wenn der Output in einem schlechten Verh\u00e4ltnis zu Aufwand zu stehen scheint, zumindest wenn man nur auf das im Konsens Vereinbarte bzw. die Abschlusserkl\u00e4rung schaut. K\u00fcnftige UN-Klimakonferenzen k\u00f6nnten aber zumindest in der Au\u00dfenwirkung ein St\u00fcck verlorene Glaubw\u00fcrdigkeit zur\u00fcckholen, wenn das Prinzip der Einstimmigkeit durch das Mehrheitsprinzip ersetzt w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-76 wp-block-paragraph\">Die COP bewegt etwas, st\u00e4rkt den Klimaschutz, verdeutlicht aber auch, wie fragil die Gemeinsamkeiten der Staaten in Kampf gegen den Klimawandel sind. Letztlich sollte man nicht zu viel von ihr erwarten, zumal niemand den nationalen Regierungen, ob sie sich konstruktiv beteiligen oder nicht, die Verantwortung f\u00fcr die Absenkung der Treibhausgas-Emissionen abnehmen kann. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-77 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\">&nbsp;<em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-78 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201e2025 Synthesis Report on Nationally Determined Contributions (NDCs)\u201d, Vereinte Nationen\/FCCC, November 2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-79 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>&nbsp;<\/em><em>\u201eWeltklimakonferenz COP30: Kein Durchbruch, aber kleine Erfolge\u201d, Website des Umweltbundesamts, 25.11.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-80 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>&nbsp;\u201eWeltklimakonferenz in Bel\u00e9m: Viele Fortschritte bei der Umsetzung, zu wenig bei den Verhandlungen\u201c, Website des Bundesministeriums f\u00fcr Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 22.11.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-81 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eAuswahl zentraler Fortschritte im Rahmen der COP 30\u201c, Website des Bundesministeriums f\u00fcr Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-82 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>&nbsp;\u201eDer Ausstiegsplan der Brasilianer k\u00f6nnte zum Wendepunkt in der Klimapolitik werden\u00ab, Interview von Susanne G\u00f6tze mit Marc Weissgerber, Der Spiegel, 30.11.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-83 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eGlobal Mutir\u00e3o: Uniting humanity in a global mobilization against climate change\u201d, United Nations \/ FCCC, 22.11. 2025<\/em><em><\/em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-84 wp-block-paragraph\"><strong>Die Union und die Technik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-85 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 10.11.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-86 wp-block-paragraph\">Immerhin: Bundeskanzler Merz lie\u00df es sich nicht nehmen, im Vorfeld der Un-Klimakonferenz nach Brasilien zu fliegen und f\u00fcr mehr Klimaschutz und Waldschutz zu werben. Deutschland wolle sich am geplanten Waldschutzfonds (\u201eTropical Forest Forever Facility\u201c) finanziell beteiligen, Merz sagte aber keine Summe zu. Dabei lagen schon konkrete Zusagen von anderen Staaten vor. Bemerkenswert war an seiner Agenda, die zum Erreichen der Klimaschutzziele f\u00fchren soll, folgendes Bekenntnis. Zitat: \u201eWir setzen auf Innovation und auf Technologie, um dem Klimawandel erfolgreich Einhalt zu gebieten.\u201c Klingt da die weit verbreitete Sehnsucht durch, angesichts global weiter steigender Treibhausgasemissionen durch technische Erfindungen endlich den Hebel zu einer Klimawende in die Hand zu bekommen? Da wir die mantrahaft vorgetragenen Schl\u00fcsselw\u00f6rter \u201eInnovation\u201c und \u201eTechnik\u201c in den letzten Wahlk\u00e4mpfen in Endlosschleife h\u00f6ren mussten, nicht nur von FDP und CDU\/CSU, lohnt sich ein Blick auf die politische Praxis. Wie hielt und h\u00e4lt es denn die Union in Regierungsverantwortung bei diesen Themen? &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Erneuerbare Energien ausgebremst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-87 wp-block-paragraph\">In der letzten Koalition der Union mit der SPD tat der damalige Wirtschaftsminister Peter Altmaier viel daf\u00fcr, den Ausbau der Erneuerbaren Energie, vor allem der Photovoltaik und on-shore- Windkraft zu behindern. Die deutschen Solarunternehmen, einst weltweit f\u00fchrend, gingen reihenweise pleite, die Modulfertigung wanderte nach China, wo inzwischen \u00fcber 90 % der Module hergestellt werden. Bei der Windkraft sorgten unn\u00f6tige Abstandsregeln nach dem Muster der bayerischen 10h-Regel f\u00fcr Sand im Getriebe. Diese Bremsen wurden erst vom gr\u00fcnen Wirtschaftsminister Robert Habeck und seiner Ampelregierung gelockert, so dass zum Start von Schwarz- Rot bereits 54,4 % des Stromverbrauchs aus EE kamen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-88 wp-block-paragraph\"><strong>Technik, die nicht ins ideologische Schema passt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Eher fortschritts- und innovationsfeindlich zeigte sich die Union auch w\u00e4hrend der drei Jahre Ampelregierung nicht nur beim Thema Stromerzeugung, sondern auch bei technischen Anwendungen, speziell im Rahmen der notwendigen Elektrifizierung. Notwendig deshalb, weil der Strom bei Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger automatisch als Alternative auf den Plan tritt. Obwohl Habecks \u201eHeizungsgesetz\u201c (korrekt: \u201eGeb\u00e4udeenergiegesetz\u201c) neben elektrischen W\u00e4rmepumpen mehrere andere Heiztechniken weiterhin zulie\u00df, f\u00fchrte die Fundamentalopposition der Union, die glaubte, auf der Welle der BILD-Kampagne reiten zu m\u00fcssen, zu gro\u00dfer Verunsicherung der Verbraucher, sehr zum Missfallen der Heizungsbranche. Die elektrische W\u00e4rmepumpe hatte jahrelang mit einem schlechten Ruf zu k\u00e4mpfen. Erst jetzt scheint sich der Wind allm\u00e4hlich zu drehen und Vielen wird klar, dass W\u00e4rmepumpen nicht nur die klimafreundlichere L\u00f6sung im Vergleich zur Gasheizung darstellen, sondern im Betrieb auch die g\u00fcnstigere. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-89 wp-block-paragraph\">Die Union will auch den Schuss bei den Elektroautos nicht h\u00f6ren und versucht krampfhaft, die Fertigung der Verbrenner zu unterst\u00fctzen. Obwohl seit mindestens f\u00fcnf Jahren klar ist, dass Benzin-und Dieselmotoren ineffizienter, klima- und gesundheitssch\u00e4dlicher als der Elektroantrieb sind und deshalb keine Zukunft haben (d\u00fcrfen). China ist nicht nur rechtzeitig auf den anfahrenden Zug aufgesprungen, sondern steuert ihn inzwischen, w\u00e4hrend Deutschland im Bahnhof hinterherschaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-90 wp-block-paragraph\"><strong>Die Flucht in die Zukunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-91 wp-block-paragraph\">Weil die Union in der fossilen Vergangenheit verhaftet, die Realit\u00e4ten nicht wahrnehmen will, sucht sie in einer Art \u00dcbersprungshandlung die Flucht nach vorne. Negiert werden mittlerweile erprobte und markteingef\u00fchrte Techniken, um stattdessen Zukunftstechnologien, teilweise mit erheblichen Entwicklungsbedarf und durchaus unsicherer Zukunft, sch\u00f6nzureden. Das gilt etwa bei klimaneutralen Treibstoffen f\u00fcr Fahrzeuge und Flugzeuge. Deren technische Machbarkeit ist zwar l\u00e4ngst in vielen Modellprojekten nachgewiesen. Wann diese Brennstoffe zu bezahlbaren Preisen auf den Massenmarkt in entsprechender Menge kommen, steht allerdings weiter in den Sternen. Kein Wunder bei diesen ziemlich aufw\u00e4ndigen Herstellungsprozessen (die im \u00dcbrigen teilweise auf \u00d6kostrom basieren)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-92 wp-block-paragraph\"><strong>Fossile Energien und fossiles Denken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-93 wp-block-paragraph\">Reiche zeigt sich skeptisch gegen\u00fcber den Erneuerbaren Energien, nicht aber in puncto Kerntechnik, ungeachtet der Tatsache, dass Atomstrom aus neuen Reaktoren ein Vielfaches von Solar-und Windstrom kostet. Au\u00dferdem m\u00fcssen wir nicht nur beim Strom weg von fossiler Energie, sondern auch bei der W\u00e4rmeerzeugung und den Treibstoffen, um die deutschen CO<sub>2<\/sub> Emissionen zu senken. Atomkraft bringt uns da nicht weiter. Und ein Endlager f\u00fcr den Atomm\u00fcll der letzten Jahrzehnte ist auch die n\u00e4chsten Jahrzehnte nicht in Sicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-94 wp-block-paragraph\">Ministerin Reiches hochfliegenden Pl\u00e4ne bei Gaskraftwerken, die erster Linie den Zweck haben, Deutschland ohne Stromimport durch zwei Wochen Dunkelflaute im Jahr zu bringen, wird die EU wohl auf das Ma\u00df zusammenstreichen, das Habeck schon plante. Statt 20 Gigawatt wird nur die H\u00e4lfte genehmigt, da sich diese Kraftwerke aufgrund kurzer Einsatzzeiten ohne staatliche Subventionierung niemals rechnen w\u00fcrden. Und in solchen F\u00e4llen sucht die EU Wettbewerbsverzerrungen auf dem EU-Binnenmarkt zu vermeiden. Reiche hat bislang weder der Turbo bei der Wasserstofftechnik noch den Nachbrenner beim Ausbau von gro\u00dfen Akkuspeichern gez\u00fcndet. &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-95 wp-block-paragraph\">Die CSU steckt 100 Millionen Euro in die Erforschung der Kernfusion, einer Technik, die in den n\u00e4chsten 30 Jahren nicht anwendungsreif sein wird. Deutschland braucht aber bis 2045, also bereits in den n\u00e4chsten 20 Jahren den vollst\u00e4ndigen Umstieg auf eine klimafreundliche Energieerzeugung! Randnotiz: Wenige Monate nach dieser gro\u00dfspurigen Zusage muss die Bayerische Staatsregierung zugeben, dass Bayern sein ambitioniertes Klimaneutralit\u00e4tsziel 2040 nicht halten kann, weil der Freistaat bei der Emissionsminderung seit 1990 deutlich langsamer als der Bund vorankam. Da w\u00e4ren die 100 Millionen anderswo sicher besser angelegt gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-96 wp-block-paragraph\"><strong>Technische Luftschl\u00f6sser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-97 wp-block-paragraph\">Womit wir wieder bei Friedrich Merz und seinem Auftritt in Brasilien w\u00e4ren. Ebenfalls auff\u00e4llig ist, dass die Klimapolitik, die ja den Rahmen f\u00fcr technische Entwicklungen setzen soll, Haushalte, Industrie und Gewerbe bei der Klimawende f\u00f6rdern und unterst\u00fctzen soll, eine nachgeordnete Rolle spielte. &nbsp;Das Statement des Bundeskanzlers entspricht der Technikgl\u00e4ubigkeit der Union, die ganz auf eine ungewisse Zukunft und blind f\u00fcr das Naheliegende zu sein scheint; blind f\u00fcr Technik, die nicht ins ideologische Schema passt. Aus Imagegr\u00fcnden setzt die Partei auf irgendwelche Innovationen, die sich in Luft aufl\u00f6sen, wenn sie auf Tragf\u00e4higkeit abgeklopft werden. Besonders anf\u00e4llig scheint da die CSU zu sin, wenn man an die Magnetschwebebahn oder an die Flugtaxis denkt (die sicher irgendwann kommen, aber ebenso sicher unsere Verkehrsproblem nicht l\u00f6sen werden). Und nat\u00fcrlich gibt man sich in der Union gern \u201etechnologieoffen\u201c, weil das immer gut ankommt, anstatt diejenige Technologie gezielt zu f\u00f6rdern und zu pushen, die den besten Kosten-Nutzen Effekt in puncto CO<sub>2<\/sub>-Minderung hat. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-98 wp-block-paragraph\"><strong>Ministerin Reiche gibt Gas<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-99 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 22.07.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-100 wp-block-paragraph\">Schon kurz nach Amtsantritt macht die neue Wirtschaft- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) durch forsche Aussagen und Ansagen von sich reden. Man m\u00fcsse die Erneuerbaren Energien (EE) einem Realit\u00e4tscheck unterziehen. Die deutschen Klimaschutzziele seien m\u00f6glicherweise \u00fcberambitioniert und unrealistisch. Ins Bild passt auch die Vorgabe zum Ausbau der Gaskraftwerke auf 20 Gigawatt Leistung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-101 wp-block-paragraph\"><strong>Normalstrom und \u00d6kostrom<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-102 wp-block-paragraph\">Strom sollte nat\u00fcrlich vorrangig aus erneuerbaren Quellen kommen. Auf diesem Weg hat Deutschland beachtliches erreicht. Nicht zuletzt durch die Ma\u00dfnahmen der Ampelregierung betrug der Anteil von \u00d6kostrom am Bruttostromverbrauch im vergangenen Jahr schon 55 % Prozent. Damit ist die Verwendung von Normalstrom, der Strom-Mix aus der Steckdose noch einmal ein St\u00fcck klimafreundlicher geworden. Dessen CO<sub>2<\/sub>-Faktor sank von 433 g\/kWh (2022) auf 363 g\/kWh (2024). (1) Die Ampel hat die Weichen f\u00fcr den weiteren Zubau von Windkraft und Photovoltaik gestellt, das Feld ist also gut vorbereitet. Viele bereits genehmigte Windkraftwerke werden in den n\u00e4chsten Jahren entstehen. Auch bei der Photovoltaik sind Zuw\u00e4chse zu erwarten, da die Preise bei Photovoltaikmodulen, Akkuspeichern und PV-Balkonanlagen merklich gesunken sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-103 wp-block-paragraph\"><strong>Wie viele Gaskraftwerke sollen es denn sein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-104 wp-block-paragraph\">Weshalb also neue Gaskraftwerke? Der Regelungsaufwand der Netzbetreiber nimmt mit dem steigenden Anteil von fluktuierenden Stromquellen zweifellos zu, aber das Thema ist beherrschbar. Auch die Netzstabilit\u00e4t ist aktuell gegeben bei einem durchschnittlicher Netzausfall von nur 15 min im Jahr. Dass sie sich mit zus\u00e4tzlichen \u00d6kostromanlagen verschlechtern w\u00fcrde, ist Spekulation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-105 wp-block-paragraph\">Auch Reiches Vorg\u00e4nger Habeck ging von der Notwendigkeit einer Reserve bei der Stromerzeugung aus und gab deshalb den Startschuss f\u00fcr den Zubau von 12,5 Gigawatt Leistung an Gaskraftwerken. Frau Reiche erh\u00f6ht jetzt auf 20 GW. Auch hier w\u00e4re ein Realit\u00e4tsscheck sicher n\u00fctzlich, da die Stromproduktion aus Erdgas teurer kommt als die aus gro\u00dfen Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Zudem sollten neue Gro\u00dfkraftwerke mindestens 30 Jahre laufen, damit sich die Investition lohnt. Dann aber w\u00e4ren bis zum Jahr 2055 immer noch fossile Gro\u00dfkraftwerke am Netz, obwohl Deutschland 2045 CO<sub>2<\/sub>-neutral sein will.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-106 wp-block-paragraph\">Brauchen wir neue Gaskraftwerke wegen zwei Wochen \u201eDunkelflaute\u201c im Jahr, in denen Photovoltaik und Windkraft kaum Strom produzieren und mehr aus den Nachbarl\u00e4ndern importiert wird? Problematisch scheinen eher die Zeiten zu sein, &nbsp;wo Windkraft und Photovoltaik zu viel \u00d6kostrom produzieren, und die Anlagen abgeregelt werden m\u00fcssen, um das Netz nicht zu \u00fcberlasten. Der Chef des Netzbetreibers Tennet, Tim Meyerj\u00fcrgens, weist darauf hin, dass aus diesem Grund seit Jahren immer wieder Windr\u00e4der und gro\u00dfe Solaranlagen vom Netz genommen werden m\u00fcssen (\u201eRedispatch\u201c). Die finanziellen Verluste werden dann auf die Stromabnehmer umgelegt. Allein seit 2022 seien so \u00fcber zehn Milliarden Euro \u201everschwendet\u201c worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-107 wp-block-paragraph\"><strong>Schwachpunkt Stromnetz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-108 wp-block-paragraph\">Ist dieses Problem an den \u00d6kostromanlagen und ihren Betreibern festzumachen oder sollte man nicht eher die Planung, Genehmigung und Bau von neuen Trassen beschleunigen? Denn das Stromnetz ist die Schwachstelle im System. Bekanntlich geht der Ausbau seit Jahren zu langsam voran und hinkt nun dem von \u00d6kostrom-Anlagen hinterher. Unterirdische Leitungen -von B\u00fcrgern gefordert und von der Politik beschlossen- sind wesentlich teurer in der Anschaffung und Wartung. Weil das der Politik endlich klar geworden ist, werden die Entscheidungen pro Erdtrasse zum Teil wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht. Man setzt verst\u00e4rkt wieder auf die schneller realisierbaren Freileitungen und Hochspannungsmasten. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-109 wp-block-paragraph\">Doch wie hoch ist der Bedarf an Gaskraftwerken wirklich? Siemens-Energy-Chef Bruch meint dazu: \u201eNiemand kann heute ser\u00f6s sagen, wieviel wir im Jahr 2035 ben\u00f6tigen\u201c. (2)&nbsp; Fest steht aber wohl inzwischen, dass in den n\u00e4chsten zehn Jahren noch nicht gen\u00fcgend gr\u00fcner Wasserstoff zur Verf\u00fcgung steht, der die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz der Gaskraft deutlich verbessern w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-110 wp-block-paragraph\"><strong>Mit Gas bleibt die Import-Abh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-111 wp-block-paragraph\">Speziell im Stromsektor brauchen wir nat\u00fcrlich noch fossile Energien, solange die erneuerbaren Energien nicht den Bedarf zu jeder Zeit vollst\u00e4ndig abdecken k\u00f6nnen und da ist Erdgas allemal besser als Kohle oder Heiz\u00f6l. Bedenklicher, als die Verstromung von Erdgas in Kraftwerken, optimalerweise in Kraft-W\u00e4rme-Kopplung, ist die Verbrennung in Heizkesseln, wie sie noch millionenfach in den deutschen Kellern herumstehen. 2024 waren laut BDEW noch 50,3 % der Heizkessel Gas-Brennwertger\u00e4te, 7,3 % Gas-Niedertemperatur und 11,9 % \u00d6lkessel. Also laufen fast 70 % der Heizkessel in Deutschland mit fossilen Brennstoffen, sch\u00e4digen das Klima und zementieren auf Jahrzehnte die Abh\u00e4ngigkeit von Importen. Die EU bezieht skandal\u00f6serweise immer noch Erdgas und Fl\u00fcssiggas aus Russland, im 1. Quartal 2025 waren das 17 %. Gr\u00f6\u00dfter Lieferstaat der EU aber waren die USA mit 50,7 % vor Russland und Katar mit 10,8 %. Deutschland bezieht das Erdgas \u00fcberwiegend aus Norwegen, dann folgen Niederlande und Belgien mit \u00e4hnlichen Anteilen, etwas geringer ist die Einfuhrmenge von Fl\u00fcssiggas. (3) &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-112 wp-block-paragraph\"><strong>Noch zu viele Gas- und \u00d6lheizungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-113 wp-block-paragraph\">N\u00e4chstes Problem: Die Heizungen sind technisch \u00fcberaltert, denn die Deutschen trennen sich nur schwer von ihren Heizkesseln. Sie m\u00fcssen laufen bis ultimo, gern auch mal 30 Jahre, selbst wenn der Betrieb wegen Ineffizienz Jahr f\u00fcr Jahr unn\u00f6tig Geld kostet. Die schlechte Presse zu Habecks \u201eHeizungsgesetz\u201c und die Unsicherheit \u00fcber den Kurs der neuen Bundesregierung hat der Heizungsbranche 2024 einen enormen Umsatzeinbruch um \u00fcber 45 % gegen\u00fcber dem Vorjahr beschert. Der Kesselaustausch stockt und die Wende von den fossilen zu den erneuerbaren Energien ist auf dem W\u00e4rmesektor, bei den Heizungen, noch nicht gegl\u00fcckt. Auch im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr klimasch\u00e4dliche Gasheizungen verkauft als klimafreundliche W\u00e4rmepumpen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-114 wp-block-paragraph\">Dabei ist die Zeit des g\u00fcnstigen Erdgases ist vorbei. Fl\u00fcssiggas (LNG) aus den USA, das inzwischen \u00fcber die H\u00e4lfte der deutschen LNG-Importe ausmacht, wird mit erheblichem Aufwand und oft unter umweltsch\u00e4digenden Bedingungen dem Untergrund abgerungen, verfl\u00fcssigt und per Tanker nach Europa transportiert. Es versteht von selbst, dass dieser massive Einsatz an Material, Chemie und Energie nicht nur den Preis, sondern auch den CO<sub>2<\/sub>-Faktor des LNG gegen\u00fcber Erdgas per Pipeline in die H\u00f6he treibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-115 wp-block-paragraph\">Zweifellos haben uns die Fl\u00fcssiggasimporte nach dem Aus f\u00fcr Nordstream im Sommer 2022 \u00fcber zwei Winter gerettet. Dazu musste in aller Eile eine Infrastruktur mit LNG-Terminals aufgebaut werden. Ministerin Reiche zollt Ex-Minister Habeck f\u00fcr diese Leistung h\u00f6chsten Respekt. Bei den Erneuerbaren Energien ist sie allerdings anderer Auffassung, denn das entsprechende Ausbauziel h\u00e4lt sie unrealistisch. (2)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-116 wp-block-paragraph\"><strong>Erdgas contra Erneuerbare<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-117 wp-block-paragraph\">Ministerin Reiche setzt bei der Stromerzeugung wohl eher auf Erdgas, pl\u00e4diert auch f\u00fcr den Ausbau inl\u00e4ndischen Gas-F\u00f6rderung, einschlie\u00dflich der Nordsee (Borkum), weil sie ohnehin an der Sinnhaftigkeit der deutschen Klimaschutzziele zweifelt. Bislang war aber die Energiewirtschaft wegen der Abschaltung von unwirtschaftlichen Kohlekraftwerken und dem Zuwachs an \u00d6kostrom bei den Vorgaben des Klimaschutzgesetzes im gr\u00fcnen Bereich und rechnerisch imstande, die Defizite anderer Emissionssektoren auszugleichen. Aber das muss nicht so bleiben, wenn jetzt verst\u00e4rkt Gaskraft ins Spiel kommen sollte. Die Bundesregierung w\u00e4re allerdings gut beraten, den Kurs der Ampel bei den EE fortzusetzen. Schon, weil von Seiten der EU ebenfalls Leitplanken bei der Energie gibt, die \u00fcber den Strom hinaus den gesamten Endenergieverbrauch betreffen. Denn nach den EU-Richtlinien RED I und RED II sollen die Erneuerbaren bis 2030 42,5 % des gesamten Endenergieverbrauchs decken. Deutschland peilt 41,0 % an. Das ist in f\u00fcnf Jahren kaum zu schaffen, denn aktuell steht Deutschland ungef\u00e4hr bei der H\u00e4lfte. (4) Haupthindernis auf diesem Weg ist die fossile Abh\u00e4ngigkeit der Emissionssektoren Verkehr, Geb\u00e4ude und Industrie. Speziell im Stromsektor ist die Zielvorgabe aber bereits \u00fcbererf\u00fcllt. (rk)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-118 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-119 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">(1) <em>Informationsblatt CO<sub>2<\/sub>-Faktoren, Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Eschborn, 01.08.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-120 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1\"><em>(2) \u201eDas europ\u00e4ische Stromnetz ist die gr\u00f6\u00dfte und komplexeste Maschine, die die Menschheit je gebaut hat\u201c, 11. 07.2025, SZ, Interview von Bauchm\u00fcller\/Salavati mit Tim Meyerj\u00fcrgens<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-121 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">(3) <em>Bundesamt f\u00fcr Statistik www.statista.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-122 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\">(4) <em>\u201eDie Anti-Habeck\u201c, Becker\/M\u00fcller-Arnold, Der Spiegel, 11.07.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-123 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(5) \u201eCO<sub>2<\/sub>-Emissionen pro Kilowattstunde 2024 gesunken\u201c, Umweltbundesamt,<\/em> <em>www.umweltbundesamt.de, 09.04.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-124 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>(6) \u201eAnteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch\u201c, Umweltbundesamt, www.umweltbundesamt.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-125 wp-block-paragraph\"><strong>Das Schmelzen der Gletscher und die Folgen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-126 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 05.05.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-127 wp-block-paragraph\">Die Vereinten Nationen haben 2025 zum internationalen Jahr der Gletscher erkl\u00e4rt, aber gleichzeitig schrumpfen die m\u00e4chtigen Eisriesen, weil ihnen die Erderw\u00e4rmung immer st\u00e4rker zusetzt. (1) Laut der Weltwetterorganisation WMO zeigten die vergangenen drei Jahre den gr\u00f6\u00dften Verlust an Gletschermasse, der jemals festzustellen war. Doch dieser beunruhigende Trend zeichnet sich schon l\u00e4nger ab. Seit 1975 haben die Gletscher nach Erkenntnis von Glaziologen weltweit etwa 9.000 Milliarden Tonnen Eis verloren, was einen Eisblock mit der Fl\u00e4che Deutschlands und einer Dicke von 25 Metern entspricht. Fachleute erwarten, dass \u00d6sterreichs Gletscher bei 2,7 Grad Celsius plus, was etwa dem aktuellen Trend entspr\u00e4che, bis 2075 verschwunden sind. (4)<br>\u00c4hnlich wie das Sterben der Korallenriffe ist die Gletscherschmelze kein linearer Prozess und er l\u00e4uft auch nicht in allen Regionen gleich ab, sondern h\u00e4ngt stark von der H\u00f6henlage, von Jahreszeiten und Temperatur ab. Gletscher wachsen bei tiefen Temperaturen, wenn die Schneeschicht auf dem Eis durch die Last der Schneeschichten dar\u00fcber verdichtet wird. Die Gletscher tauen an der tieferliegenden Gletscherzunge st\u00e4rker, k\u00f6nnen aber am Scheitelpunkt stabil bleiben oder zwischenzeitlich sogar wachsen. In diesem F\u00e4llen entsteht der Eindruck, dass der Gletscher aus den w\u00e4rmeren Gefilden fl\u00fcchtet, sich in die H\u00f6he zur\u00fcckzieht. Nur bei Neuschnee pr\u00e4sentieren sich die Gletscher ganz in Wei\u00df, sonst eher in Grau aufgrund von Staub- und Ru\u00dfablagerungen. Dieser Schmutz, der von Staubverwehungen, von Waldbr\u00e4nden und aus der Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger stammt, reduziert auch die R\u00fcckstrahlung der Gletscher, mit der Folge einer schnelleren Erw\u00e4rmung der Oberfl\u00e4che durch die Sonne. (5)<br>Der Schwund an Gletschereis ist ein globales Ph\u00e4nomen und betrifft nat\u00fcrlich auch die Gletscher in Mitteleuropa, die 39 % ihrer Masse zwischen 2000 und 2023 verloren haben. Der bekannte Schneeferner an der Zugspitze, Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Gletscher, ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Der s\u00fcdliche Teil ist 2023 verschwunden, den n\u00f6rdlichen Teil wird dieses Schicksal in 10 oder 20 Jahre ereilen. Fotografisch gut dokumentiert ist das im \u201eGletscherarchiv\u201c. (2) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-128 wp-block-paragraph\">Das Sterben der Gletscher in den Bergen hat Folgen, die weit ins Tiefland reichen. Im Vorfeld der Gletscher werden dadurch gro\u00dfe Schuttareale freigelegt, Gletscherseen wachsen an. Beides kann zu Bedrohung f\u00fcr Siedlungen im Tal werden. Die Gefahr von Murabg\u00e4ngen und Felsst\u00fcrzen wird noch verst\u00e4rkt durch den R\u00fcckgang der Permafrost-Eisschicht, die Erdreich und Gestein wie Zement zusammenh\u00e4lt. Gletscherwasser speist B\u00e4che, die in Fl\u00fcsse m\u00fcnden. Wenn die Pegel dauerhaft sinken, ist Fauna und Flora in den Flie\u00dfgew\u00e4ssern und an ihren R\u00e4ndern betroffen. Die Biodiversit\u00e4t \u00e4ndert sich gravierend. Wenn das Eis schmilzt und die Temperaturen steigen, wandern w\u00e4rmeliebende Pflanzen und Tiere nach oben, wo sie manches Mal auf nackte Felsen sto\u00dfen. Gleichzeitig sind auch kaltwasserliebende Tiere in Fl\u00fcssen betroffen, wenn sich der Zufluss von kaltem Schmelzwasser verringert.<br>Es gibt aber noch einen Grund, weshalb uns die Gletscherschmelze nicht egal sein kann: Die Gletscher stellen ein enormes Trinkwasserreservoir dar, das peu a peu buchst\u00e4blich den Bach hinunter geht. In einem Jahr geht laut Experten so viel Gletschereis verloren, wie es dem Wasserverbrauch der Weltbev\u00f6lkerung innerhalb von 30 Jahren entspr\u00e4che, wenn man von drei Litern pro Tag und Person ausgeht: Trinkwasser und S\u00fc\u00dfwasser, essenziell f\u00fcr Mensch und Natur.<br>Die Lebensgrundlage von 2 Mrd. Menschen ist durch die Gletscherschmelze bedroht, warnt die UNESCO in ihrem Weltwasserbericht. Die Gletscher der Alpen, des Himalaya, der Anden, Neuseelands etc. stellen wertvolle Wasserspeicher f\u00fcr viele L\u00e4nder und Regionen dar. Ein Teil des Schmelzwassers kann nat\u00fcrlich aufgefangen und genutzt werden, als Trinkwasser, f\u00fcr die Landwirtschaft, zur Stromerzeugung per Wasserkraft oder zur K\u00fchlung von Kraftwerken, bevor sich das S\u00fc\u00dfwasser mit dem Salzwasser der Ozeane vereinigt.<br>Die Gletscher tragen damit zum Anstieg des Meeresspiegels bei, etwa 18 mm seit der Jahrtausendwende. Seither verlieren sie global jedes Jahr durchschnittlich etwa 273 Mrd. Tonnen Eis und die Abbau-Geschwindigkeit nimmt zu. (3) Apropos Meeresspiegel: Da auch die Eisschilde der Antarktis und auf Gr\u00f6nland schmelzen, droht bei fortgesetzter Erderw\u00e4rmung nach 2100 ein weitaus gr\u00f6\u00dferer Anstieg des Meeresspiegels von gesch\u00e4tzt 50 Metern bis \u00fcber 60 m. Wie sich K\u00fcstenst\u00e4dte und k\u00fcstennahe, tiefliegende Regionen dann sch\u00fctzen k\u00f6nnen, steht in den Sternen. Zur raschen Reduzierung der Treibhausgasemissionen gibt es deshalb keine Alternative. Jedes Zehntel Grad Erderw\u00e4rmung weniger z\u00e4hlt. (rk)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-129 wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br>(1) \u201eDiese Eisriesen zerrinnen\u201c, Heber\/Menze, Der Spiegel online, 27.03.2025<br>(2) Website \u201eGletscherarchiv\u201c, www.gletscherarchiv.de, Gesellschaft f\u00fcr \u00d6kologische Forschung, M\u00fcnchen<br>(3) \u201eForscher nennt Gletscherschwund \u00dcberlebensfrage f\u00fcr die Menschheit\u201c, Der Spiegel online, 20.03.2025<br>(4) \u201e\u00d6sterreichs Gletscher tauen in den n\u00e4chsten Jahrzehnten weg\u201c, Der Spiegel online, 10.04.2025<br>(5) \u201eWeltwasserbericht 2025 der Vereinten Nationen. Gebirge und Gletscher als Wasserspeicher\u201c, UNESCO World Water Assessment Programme (WWAP), Perugia, 22.03.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-130 wp-block-paragraph\"><strong>Der Stand der Dinge beim Klimawandel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-131 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 02.04.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-132 wp-block-paragraph\"><strong>Vom Klima zum Extremwetter<\/strong><br>Wer nicht nur die Wetterberichte der \u201eTagesschau\u201c anschaut, sondern auch einen Blick auf die Website wirft, konnte k\u00fcrzlich lesen: \u201eExtreme Wettereignisse, wie tropische Wirbelst\u00fcrme, \u00dcberschwemmungen, D\u00fcrren und andere Gefahren zwangen vergangenes Jahr so viele Menschen zur Flucht wie seit 16 Jahren nicht. Gebirgsgletscher, die ein wichtiges Trinkwasserreservoir darstellen, schmolzen in den vergangenen drei Jahren st\u00e4rker als je zuvor.\u201c (1)<br>Der letzte Bericht der Weltwetterorganisation WMO zeigt ein stilles Drama: den fortschreitenden Klimawandel mit teilweise unumkehrbaren Folgen. Aufgrund der Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosph\u00e4re schreit die Erderw\u00e4rmung voran. Erde und Menschheit sind auf Rekordjagd. Die Konzentration von Kohlendioxid, Methan und Lachgas ist hoch wie nie seit 800.000 Jahren. Jedes der letzten zehn Jahre seit 2015 z\u00e4hlt zu den zehn w\u00e4rmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Jahr 2024 wurde mit durchschnittlichen 1,55 Grad plus erstmals die untere Zielmarke der UN-Klimakonferenz von Paris (2015) \u00fcberschritten. Dieses Klimaschutzziel ist zwar theoretisch noch erreichbar, dies wird aber angesichts des Wachstums der globalen Emissionen zunehmend unrealistisch. Stand heute ist unklar, ob der Peak bei den Treibhausgasen bereits erreicht ist; erst recht, ob die f\u00fcr das 1,5-Grad-Ziel notwendige Minderung um minus 42 % bis 2030 klappt.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-133 wp-block-paragraph\"><strong>Wie geht es weiter? Der Ausblick bis 2100<\/strong><br>Das Umweltbundesamt gibt auf Basis der Klimaforschung und den Berichten des Weltklimarats IPCC folgende Prognosen (2) f\u00fcr die Entwicklung bis Ende des Jahrhunderts ab:<br>&#8211; Die Fortsetzung der aktuellen, wenig ambitionierten Klimapolitik der Nationalstaaten k\u00f6nnte bis 2100 zu einer Erderw\u00e4rmung von 3,2 Grad Celsius gegen\u00fcber dem 18. Jahrhundert f\u00fchren.<br>&#8211; Der Meeresspiegel wird deshalb und mit zunehmender Geschwindigkeit anstiegen, zum einen durch die thermische Ausdehnung, seit 2000 in der Hauptsache aber durch das Abschmelzen der Gletscher, sowie der Eisschilde der Antarktis und auf Gr\u00f6nland.<br>&#8211; Da sich Landmassen rascher als die Ozeane erw\u00e4rmen, d\u00fcrfte dies f\u00fcr Europa &#8211; je nach Region in unterschiedlicher Intensit\u00e4t &#8211; ebenfalls zutreffen. \u201eDie durchschnittliche Jahrestemperatur \u00fcber den europ\u00e4ischen Landfl\u00e4chen war im letzten Jahrzehnt 2,12 bis 2,19 \u00b0C h\u00f6her als in vorindustrieller Zeit.\u201c Europa erw\u00e4rmt sich also schneller als der globale Durchschnitt.\u201c<br>&#8211; Extremwetterereignisse werden zunehmen. \u201eHitzewellen werden h\u00e4ufiger, intensiver und dauern l\u00e4nger.\u201c Das Gleich gilt f\u00fcr D\u00fcrreperioden. Vor allem mediterrane Regionen in S\u00fcdeuropa seien d\u00fcrften \u00f6fter von W\u00fcstenbildung (\u201eDesertifikation\u201c), Wasserknappheit und Waldbr\u00e4nden betroffen sein. c<br>&#8211; Die j\u00e4hrlichen Niederschl\u00e4ge n\u00e4hmen in Nordeuropa zu und in S\u00fcdeuropa ab. F\u00fcr Mitteleuropa d\u00fcrften die Frost- und Schneetage im Winter weniger, die Niederschlagsmenge zu dieser Jahreszeit aber mehr werden. Auch die sintflutartigen \u201eStarkregenereignisse\u201c werden sich in Europa voraussichtlich h\u00e4ufen.<br>Gleichzeitig bringt das Umweltbundesamt sehr deutlich zum Ausdruck, dass die tats\u00e4chlich durchgef\u00fchrten Klimaschutznahmen, die zugesagten Beitr\u00e4ge und die Strategien nicht ann\u00e4hernd f\u00fcr das 1,5 Grad-Ziel ausreichen. Die deutsche Beh\u00f6rde kann sich dabei auf den Bericht des UN- Umweltprogramms berufen, den \u201eEmissions Gap Report 2024.\u201c Dort ist neben dem Stand der Treibhausgasemissionen &#8211; 57 Gigatonnen CO2-\u00c4quivalente im Jahr 2023 &#8211; auch die Kluft zum 1,5 Grad-Ziel dargestellt. Sie bleibt bestehen, selbst wenn der Zusagen der Nationalstaaten im Gefolge des UN-Klimaabkommens von Paris 2015 eingehalten werden. (5)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-134 wp-block-paragraph\"><strong>Keine Insel der Seligen<\/strong><br>Die j\u00fcngere Vergangenheit hat gezeigt, dass auch Deutschland vom Klimawandel nicht verschont bleibt. Ausma\u00df und Gefahren werden aber immer noch untersch\u00e4tzt mit der Folge, dass zu wenig f\u00fcr Klimaschutz und Klimaanpassung getan wird. Die wichtigsten Themen der Europwahl 2024 und der Bundestagswahl 2025 waren weder Klimaschutz, noch Klimaanpassung, sondern Wirtschaft und Migration. Die \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201c schien wichtiger als die Klimakrise. Das Makabere dabei: Die weltweiten Migrationsstr\u00f6me werden parallel zur Erderw\u00e4rmung zunehmen und das auch mit deutscher Hilfe, denn die Klimagas-Emissionen der Deutschen liegen etwa doppelt so hoch wie im weltweiten Pro-Kopf-Durchschnitt.<br>Der Deutsche Wetterdienst (DWD) musste k\u00fcrzlich seine fr\u00fcheren Angaben hinsichtlich des Anstiegs der Durchschnittstemperaturen hierzulande seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 nach oben korrigieren und geht jetzt von 2,5 Grad plus bis 2024 aus, was etwa ein Grad Celsius mehr als der globale Mittelwert bedeutet. 2024 lag die Jahresmitteltemperatur in Deutschland mit 10,9 Grad Celsius 0,3 Grad \u00fcber dem Vorjahr. Auch das Tempo der Erw\u00e4rmung nehme zu, ebenso wie die negativen Auswirkungen. Allein die Extremwetter des letzten Jahres h\u00e4tten die Versicherer 5,5 Mrd. Euro gekostet. (6) Die vom DWD ver\u00f6ffentlichte Grafik (7) zeigt, dass die Temperaturabweichungen nach oben immer gr\u00f6\u00dfer, die roten Balken immer l\u00e4nger werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"487\" src=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rede-fuchs_abbildung-1-1024x487.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-846\" srcset=\"https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rede-fuchs_abbildung-1-1024x487.png 1024w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rede-fuchs_abbildung-1-300x143.png 300w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rede-fuchs_abbildung-1-768x366.png 768w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rede-fuchs_abbildung-1-1536x731.png 1536w, https:\/\/klimaseite.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rede-fuchs_abbildung-1-2048x975.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-135 wp-block-paragraph\"><strong>Wird aus der Erde ein \u201eW\u00fcstenplanet\u201c?<\/strong><br>Andere Studien zeigen, dass sich der Trend zur W\u00fcstenbildung l\u00e4ngst nicht auf bestimmte Regionen Europas beschr\u00e4nkt, sondern global zu beobachten ist. Die Landmassen der Erde verlieren an Bodenfeuchte, Grundwasser schwindet und Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser schrumpfen. Mindestens seit der Jahrtausendwende, wahrscheinlich schon seit Ende der 70er Jahre werden die Kontinente trockener. \u00dcber Fl\u00fcsse, Verdunstung und Regen gelangt immer mehr Wasser in die Weltmeere und tr\u00e4gt zum Anstieg des Meeresspiegels bei, der inzwischen mit \u00fcber 4,7 mm pro Jahr voranschreitet. (4) Aus S\u00fc\u00dfwasser wird Salzwasser mit negativen Folgen f\u00fcr die Gewinnung von Trinkwasser. Die Wasserumverteilung ver\u00e4ndert auch die Massenverteilung auf der gesamten Erde mit dem Effekt, dass ihre Unwucht bei der Drehung zunimmt, sie st\u00e4rker um die Erdachse herum \u201eeiert\u201c. Per Satellit l\u00e4sst sich diese \u201ePolschwankung\u201c feststellen und messen. (3) Die Menschen bekommen diese Abweichung nicht mit, wohl aber die Auswirkungen der Erderw\u00e4rmung mitsamt der Ausbreitung von Bodentrockenheit und D\u00fcrreperioden. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-136 wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br>(1) \u201eFolgen des Klimawandels teils unumkehrbar\u201c, tagesschau.de, 19.03.2025<br>(2) \u201eZu erwartende Klima\u00e4nderungen bis 2100\u201c, Umweltbundesamt, 29.01.2025<br>(3) \u201eDer W\u00fcstenplanet\u201c, S\u00fcddeutsche Zeitung, Benjamin von Brackel, 27.03.2025<br>(4) \u201eWMO report documents spiralling weather and climate impacts\u201d, WMO, 19.03.2025<br>(5) \u201cEmissions Gap Report 2024\u201d, UN Environment Programme, Nairobi, 24.10.2024<br>(6) \u201cDWD warnt: Erw\u00e4rmung beschleunigt sich in Deutschland\u201c, S\u00fcddeutsche Zeitung, von Eichhorn, 01.04.2025<br>(7) Klimapressekonferenz des Deutschen Wetterdienstes (DWD), dwd.de, 01.04.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-137 wp-block-paragraph\"><strong>Auch in der Arktis wird es w\u00e4rmer &#8211; mit Folgen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-138 wp-block-paragraph\"><br><em>klimaseite.info<\/em>, <em>11.02.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-139 wp-block-paragraph\">Vom Zugspitzgletscher wird in einigen Jahren nicht mehr \u00fcbrig sein. Das gleiche Schicksal werden Alpengletscher \u00fcber kurz oder lang erleiden. Weil sich die n\u00f6rdliche Hemisph\u00e4re und vor allem die Arktis \u00fcberdurchschnittlich stark erw\u00e4rmt, hat das negative Auswirkungen auf das Meereseis, das Eis an Land, etwa auf Gr\u00f6nland und die ganzj\u00e4hrig gefrorenen B\u00f6den der Permafrost-Zone: Eis schmilzt, B\u00f6den tauen auf und Treibhausgase werden frei. Als \u201eArktis\u201c wird die Region n\u00f6rdlich des Polarkreises, des 66. Breitengrades, bezeichnet, der Kanada, Gr\u00f6nland, Skandinavien und Sibirien durchschneidet. Hier steigen die Temperaturen fast viermal schneller als im globalen Durchschnitt.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-140 wp-block-paragraph\"><strong>Es taut<\/strong><br>Jetzt hat ein Forscherteam nach einem Bericht in Science die Entwicklung, bis Ende des Jahrhunderts simuliert unter der Annahme, dass die Erderw\u00e4rmung gegen\u00fcber vorindustrieller Zeit ein Plus von 2,7 Grad bringt, was ja den aktuellen Trend wiedergibt. Ergebnis: Die Arktis w\u00e4re monatelang eisfrei. Schon heute h\u00e4ufen sich die Temperaturanomalien. Ende Januar\/Anfang Februar dieses Jahres wichen die Temperaturen \u201ein weiten Teil der Arktis um mehr als 20 Grad von den typischen Werten dieser Jahreszeit ab.\u201c (1) Stellenweise lagen sie nur ein Grad unter dem Gefrierpunkt. Dirk Notz von der Universit\u00e4t Hamburg kommentierte, eine Hitzewelle dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung sei \u201eextrem ungew\u00f6hnlich\u201c. (1) In der Arktis steigen die Temperaturen fast viermal schneller als im globalen Durchschnitt. Die Sonne scheint im hohen Norden Tag und Nacht, aber Eis und Schnee reflektieren einen Teil der Solarstrahlung. Dieser Effekt nimmt nat\u00fcrlich ab, wenn die Reflexionsfl\u00e4chen schrumpfen. An Land tauen die Permafrostb\u00f6den allm\u00e4hlich auf, so dass bislang tiefgefrorene Pflanzenreste zu verrotten beginnen. Rund ein Drittel der arktischen Landfl\u00e4che ist inzwischen eine Quelle f\u00fcr CO<sub>2<\/sub> und Methan.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-141 wp-block-paragraph\"><strong>Die Pegel steigen<\/strong><br>Die Schmelze des Meereises l\u00e4sst den Meeresspiegel nicht ansteigen, wohl aber das Abtauen des Festlandeises auf Gr\u00f6nland. Dieser kilometerdicke Eisschild schmilzt immer schneller, er verliert die gigantische Menge von 30 Mio. Tonnen Eis pro Stunde (2) Nach dem derzeitigen Trend der Erderw\u00e4rmung von plus 2,7 Grad Celsius plus k\u00f6nnte die kilometerdicke Eisschicht tats\u00e4chlich komplett abschmelzen. In diesem Jahrhundert ist das nicht zu erwarten, bis 2100 w\u00fcrde das Meer allerdings durch dieses Schmelzwasser um 20 cm ansteigen. Insgesamt ist mit der thermischen Ausdehnung des Meerwassers, das sich ja ebenfalls erw\u00e4rmt, und der gerade anlaufenden Schmelzvorg\u00e4nge in der Antarktis in diesem Jahrhundert ein Anstieg des Meeresspiegels um 0,5 bis 1,9 Meter m\u00f6glich. Richtig dick kommt es dann erst in den n\u00e4chsten Jahrhunderten, falls die menschgemachte Erderw\u00e4rmung weiter zunimmt und das Festlandeis in beide Polarregionen zunehmend schwindet. Denn bei einem Anstieg des Meeresspiegels von \u00fcber sechzig Meter g\u00e4be es f\u00fcr die meisten K\u00fcstenst\u00e4dte keine Rettung mehr.<br>Die Klima\u00e4nderungen in der Arktis und speziell auf Gr\u00f6nland k\u00f6nnen uns nicht kalt lassen, denn die Auswirkungen betreffen auch Europa. Neben den hefigeren Sturmfluten infolge des steigenden Meeresspiegels ist auch zu bef\u00fcrchten, dass der Golfstrom, die \u201eWarmwasserheizung\u201c Europas gest\u00f6rt wird. Durch das Abschmelzen des Eisschildes auf Gr\u00f6nland flie\u00dft S\u00fc\u00dfwasser in erheblichen Mengen ins Meer, das leichter ist als das salzhaltige Meereswasser. Das Absinken der oberen Schicht des Golfstroms k\u00f6nnte an dieser Stelle gehemmt werden, so die Bef\u00fcrchtung einiger Klimaforscher. Damit w\u00e4re eine der Pumpen tangiert, die den Golfstrom am Laufen halten. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-142 wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br>(1) \u201eExtreme Hitze in der Arktis \u2013 und eine d\u00fcstere Prognose\u201c, von Eichhorn, S\u00fcddeutsche Zeitung, 06.02.2025<br>(2) \u201eWenn die Arktis schmilzt. Wie extrem ist das Wetter, Sven Pl\u00f6ger?\u201c, Das Erste, 03.02.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-143 wp-block-paragraph\"><strong>Die deutschen Vorbehalte gegen E-Autos<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-144 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 06.02.2025<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-145 wp-block-paragraph\">L\u00e4ngst ist klar, dass der Klimaschutz das Aus f\u00fcr Verbrennerautos -egal ob Diesel oder Benziner- erfordert. Viele L\u00e4nder, vor allem die skandinavischen, aber auch China haben das l\u00e4ngst erkannt. In Deutschland setzt sich die Tatsache allerdings nur sehr z\u00f6gerlich in den K\u00f6pfen fest. Die Zahl der bis zum 1.1.2024 zugelassenen, reinen Elektroautos 1,4 Mio. von insgesamt 49,1 Mio. Pkw und der j\u00e4hrlichen Neuzulassungen zeigen das mit aller Deutlichkeit. Nur rund 380.600 reine Elektro-Pkw wurden letztes Jahr neu zugelassen, ein Viertel weniger als im Vorjahr. (1) Die Bundesregierung wollte 15 Mio. reine E-Fahrzeugen im Jahr 2030 auf den Stra\u00dfen haben. Das d\u00fcrfte schwierig werden, denn aktuell sind gerade mal 10 Prozent unterwegs. Statt zu sinken, stieg der durchschnittliche CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df auf 119,8 g\/ km. (4) Die Elektrifizierung des motorisierten Individualverkehrs l\u00e4uft schleppend hierzulande. Was sind die Gr\u00fcnde daf\u00fcr?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-146 wp-block-paragraph\"><strong>Ger\u00fcchte und Mythen<\/strong><br>Beim Aufkommen der E-Autos galt die \u00d6kobilanz der Batterien als Schwachstelle. Dieser Kritikpunkt hat sich insofern erledigt, als die Lithiumionentechnik heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, da Handys, Notebooks und alle m\u00f6glichen Ger\u00e4te damit ausgestattet sind. Speziell bei der Treibhausgasbilanz \u00fcber den gesamten Lebenszyklus schneiden E-Autos nach einer Studie des Umweltbundesamts besser ab als vergleichbare Verbrenner. 2020 verursachte ein durchschnittlicher Kompaktwagen mit 55 kWh-Batteriekapazit\u00e4t gegen\u00fcber einem Benziner 41% weniger CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalente. (2)<br>Lange war zu h\u00f6ren, es g\u00e4be zu wenig Ladepunkte. Das ist Schnee von gestern, inzwischen gibt es fast zu viele. Auf 15.000 konventionelle Tankstellen kommen mehr als 154.000 \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Ladepunkte f\u00fcr E-Fahrzeuge. Selbst wenn man die einzelnen Zapfs\u00e4ulen f\u00fcr Verbrennerautos miteinbezieht, d\u00fcrften E-Autos mehr Tankm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung stehen. Vor allem die Stromtankstellen auf dem Land sind zu wenig frequentiert, als dass sie auf Dauer wirtschaftlich betrieben werden k\u00f6nnten. Die Mehrzahl der Ladepunkte weist zudem eine Leistung von \u00fcber 22 kW. Es sind sogenannte \u201eSchnellladepunkte\u201c mit Ladezeiten von rund einer halben Stunde. Die EU-Vorgaben f\u00fcr die Netzdichte sind in Deutschland \u00fcbererf\u00fcllt, das alte Ziel der Bundesregierung von einer Million \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Ladepunkte bis 2030 gilt mittlerweile als \u201etechnisch \u00fcberholt\u201c. (3) Auf Firmengel\u00e4nde oder auf Privatgrund (\u201eWallboxen\u201c) gibt es bereits \u00fcber eine Million Ladestellen. Sie bieten die billigste Art, Strom zu tanken, denn anderenfalls ist mit 11 Euro Stromkosten pro 100 km zu rechnen, was aber immer noch deutlich g\u00fcnstiger ist als die Kosten f\u00fcr Benzin oder Diesel auf diese Entfernung.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Reicht die Reichweite?<\/strong><br>Keine Tankstelle zu finden, war lange ein Grund f\u00fcr die \u201eReichweitenangst\u201c, die Batteriekapazit\u00e4t ein anderer. Aber bei der Entwicklung der Lithiumionen-Akkus hat sich viel getan in den letzten Jahren. Beim ADAC \u201eEcotest\u201c kamen die E-Autos im Durchschnitt auf fast 400 km Reichweite, inzwischen knacken aber viele bereits die 500-km-Marke und die Spitzenreiter liegen sogar \u00fcber 600 Kilometer. Auch dieser Vorbehalt ist also unbegr\u00fcndet. Bleibt das Problem der h\u00f6heren Anschaffungskosten im Verh\u00e4ltnis zu gleichwertigen Verbrennern. Die staatliche Kaufpr\u00e4mie konnte diese L\u00fccke teilweise schlie\u00dfen, nach dem Wegfall brach der Absatz der Stromer in Deutschland ein. Allerdings ist das Problem speziell beim Hersteller VW durchaus hausgemacht, denn andere Autokonzerne bieten vergleichbare Fahrzeuge g\u00fcnstiger an. Selbst beim Sondermodell \u201eVW Goal\u201c bleibt die elektrische Variante trotz Kaufpr\u00e4mie des Herstellers \u00fcber 30.000 Euro und liegt zudem ein paar Hundert Euro \u00fcber der Verbrenner-Version. Renault, Citroen und Leapmotor verkaufen hingegen elektrische Modelle f\u00fcr 25.000 Euro oder weniger.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Innovationen sind bereits auf dem Markt<\/strong><br>Die Politiker und Parteien, die das Verbrenner-Aus kippen oder hinausz\u00f6gern wollen, beweisen damit, dass ihr Gerede von der \u201eTechnologieoffenheit\u201c nicht ernst zu nehmen ist und oft das Gegenteil zur vielzitierten Innovationsbereitschaft vorliegt. Konservative Politiker k\u00f6nnen sich dabei nat\u00fcrlich auf das Verbraucherverhalten und die Kaufgewohnheiten der Deutschen berufen. Ob beim Kauf von Autos oder von Heizungen, wo mit der elektrischen W\u00e4rmepumpe ebenfalls eine bew\u00e4hrte und klimafreundliche Technik zur Verf\u00fcgung steht: Die Deutschen tun sich schwer mit dem f\u00e4lligen Ausstieg aus den fossilen Energien. Dieser Strukturkonservatismus erschwert den Wandel zur E-Mobilit\u00e4t, hat die deutsche Autoindustrie im globalen Wettbewerb zur\u00fcckgeworfen und Markanteile gekostet. 2015 h\u00e4tte der Dieselskandal, die Trickserei und der Betrug rund um die zu hohen Stickoxidwerte (NOx), schon das Aus f\u00fcr den Diesel bedeuten k\u00f6nnen, ja: m\u00fcssen. Es kam anders, wie wir wissen. Diesel-Pkw werden immer noch gekauft, Millionen Fahrzeuge mit veralteter Abgastechnik sind auf den Stra\u00dfen unterwegs und in manchen St\u00e4dten werden die NOx-Grenzwerte \u00fcberschritten. Und das zehn Jahr nach dem Aufkommen des Skandals, aus dem die damalige Bundesregierung (Union\/SPD) keine Konsequenzen zog, stattdessen die B\u00fcrger in den krankmachenden Abgasen stehen lie\u00df.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Verkehrswende l\u00e4sst auf sich warten<\/strong><br>Bei den Emissionssektoren Verkehrs und Geb\u00e4ude wurde das Limit des Klimaschutzgesetzes in den letzten Jahren mehrfach \u00fcberschritten. Besserung br\u00e4chte In beiden Bereichen eine Elektrifizierung von W\u00e4rmeerzeugung und Antrieb. Die Abl\u00f6sung von fossilen Kraft- und Brennstoffen durch Strom macht auch deshalb Sinn, weil der Anteil des klimafreundlichen \u00d6kostroms im deutschen Strom-Mix stetig gewachsen ist und aktuell bei 59 % der Nettostromerzeugung liegt. Zweifellos sind die Klimaschutzziele im Verkehr nur mit Elektromobilit\u00e4t zu erreichen, wie das Umweltbundesamt bereits im Jahr 2016 festgestellt hat, wobei der Antriebswechsel allein nicht ausreichen wird. Zus\u00e4tzlich braucht es Verkehrsvermeidung und die Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Tonnenschwere Plug-in-Hybride sind keine Alternative zu reinen E-Autos. Auch die Hoffnung auf Verbrenner mit E-Fuels ist tr\u00fcgerisch, da diese Fahrzeuge aufgrund des aufw\u00e4ndig hergestellten Treibstoffs im Betrieb f\u00fcr die meisten Autofahrer zu teuer sein werden. Die Herstellung von Sprit aus CO2 und Wasserstoff funktioniert zwar, wird aber den Pkw-Verbrennungsmotor aller Voraussicht auch nicht retten k\u00f6nnen. Warum auch, wenn der Elektromotor bei der Energieeffizienz weit vorne liegt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-147 wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br>(1) Zahlen des Kraftfahrtbundesamts, www.kba.de<br>(2) Website des Umweltbundesamts, www.umweltbundesamt.de; siehe auch: \u201eAnalyse der Umweltbilanz von Kfz mit alternativen Antrieben oder Kraftstoffen auf dem Weg zu einem treibhausgasneutralen Verkehr\u201c, Berlin 2024<br>(3) \u201eBye-bye, Reichweitenangst\u201c, Grigat\/Haitsch\/Kissel, Der Spiegel, 29.01.2025<br>(4) \u201ePkw-Zulassungen 2024: E-Auto-Boom j\u00e4h beendet\u201c, www.adac.de, 14.01.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-148 wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-149 wp-block-paragraph\"><strong>\u00dcberlastete Natur: Wenn CO<sub>2<\/sub>-Senken zu Quellen werden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-150 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 02.02.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-151 wp-block-paragraph\">Im Herbst letzten Jahres d\u00fcrfte eine Nachricht aus der Klimaforschung viele \u00fcberrascht hacben: Der deutsche Wald hat in den letzten Jahren mehr Kohlendioxid freigesetzt als gebunden, ist also von einer Senke zu einer Quelle geworden. Und das schon seit 2017. Bundesminister Cem \u00d6zdemir hatte diese schlechte Nachricht im Bericht zur Bundeswaldinventur \u201eDer Wald in Deutschland\u201c publik gemacht. Obwohl die Waldfl\u00e4che etwas zunahm, schrumpfte die Masse lebender B\u00e4ume, der Totholzanteil stieg. Ein Grund ist der Klimawandel. Langanhaltende Trockenheit, wie Deutschland sie seit 2017 mehrfach erlebt hat, schw\u00e4cht die B\u00e4ume, macht sie anf\u00e4lliger f\u00fcr Sch\u00e4dlinge und Waldbr\u00e4nde. (1)<br>Eine \u00e4hnliche Entwicklung ist weltweit feststellbar. Ob am Amazonas, in Kanada oder aktuell in der N\u00e4he von Los Angeles: Verheerende Waldbr\u00e4nde bedrohen Leben, richten enorme Sch\u00e4den an und setzen auf einen Schlag gro\u00dfe Mengen CO<sub>2<\/sub> frei. Das hat Folgen f\u00fcr den Klimaschutz, denn B\u00e4ume und Pflanzen an Land und im Meer nehmen etwa die H\u00e4lfte des Kohlendioxids auf, das der Mensch durch das Verfeuern von fossilen Kraft- und Brennstoffen, von Erdgas, Kerosin, Benzin, Diesel, Heiz\u00f6l, Kohle und Brennholz tagt\u00e4glich in die Atmosph\u00e4re schickt. Wenn die W\u00e4lder leiden, schwindet nat\u00fcrlich auch ihre Speicherf\u00e4higkeit f\u00fcr das Klimagas. Die CO<sub>2<\/sub>-Konzentration in der Luft, die seit Jahrzehnten an vielen Stellen auf der Erde gemessen wird, etwa auf der Zugspitze oder am Mauna Loa Observatorium auf Hawaii, zeigt dementsprechend auch jahreszeitliche Schwankungen analog zum globalen Wachstum der Vegetation. (2)<br>In manchen Jahren nehmen die Land\u00f6kosysteme relativ wenig CO<sub>2<\/sub> auf. 2023 waren es nur 0,44 Mrd. Tonnen Kohlenstoff, der niedrigste Wert seit 20 Jahren, so Forscher der Universit\u00e4t Paris-Saclay. (3) Trotzdem w\u00e4re \u00fcbertrieben, von einem Kollaps der Kohlenstoffsenken zu sprechen, denn die Natur stellt immer wieder ihre F\u00e4higkeit zur Regeneration unter Beweis. Und der \u201eGlobal Carbon Budget Report 2024\u201c kommt zu einem etwas besseren Ergebnis hinsichtlich der CO<sub>2<\/sub>-Speicherung von Landsystemen im Jahr 2023, n\u00e4mlich 2,3 Mrd. Tonnen Kohlendioxid. Das w\u00e4ren allerdings auch nur magere sechs Prozent der global emittierten 37,4 Mrd. Tonnen. (4) Die Klimaforscher kommen \u00fcberwiegend zu dem Schluss, dass \u201eder Klimawandel die Land\u00f6kosysteme inzwischen st\u00e4rker belastet\u201c. Das gilt nicht nur f\u00fcr die Tropen oder das Amazonasbecken, sondern auch f\u00fcr die W\u00e4lder auf der n\u00f6rdlichen Halbkugel, in Sibirien und Kanada.<br>Auch die Waldbr\u00e4nde rund um Los Angeles, immer wieder angefacht durch die Sant-Ana-Fallwinde, lassen sich mit einiger Wahrscheinlichkeit auf den Klimawandel zur\u00fcckf\u00fchren, wie das Forscherteam des Imperial College London festgestellt hat. (5) Denn die ganze Region blickt auf eine ungew\u00f6hnlich Trockenperiode zur\u00fcck. Da gen\u00fcgte schon ein Funke, m\u00f6glicherweise von einer Stromleitung, um d\u00fcrres Gras, Totholz und ausgetrocknete B\u00e4ume zu entflammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-152 wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br>(1) \u201eDer Wald in Deutschland. Ausgew\u00e4hlte Ergebnisse der 4. Bundeswaldinventur\u201c, BMEL, Bonn, Oktober 2024<br>(2) CO2-Konzentration vom Dez. 2024, gemessen am Mauna Loa Observatorium, Website www.gml.noaa.gov<br>(3) \u201eSchl\u00e4gt die Natur zur\u00fcck?\u201c, von Brackel, S\u00fcddeutsche Zeitung, 27.11.2024<br>(4) Internationale Energieagentur, www.ieaa.org<br>(5) \u201eKlimawandel hat Feuer verst\u00e4rkt\u201c, von Eichhorn, S\u00fcddeutsche Zeitung, 30.01.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-153 wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-154 wp-block-paragraph\"><strong>Wo steht die Welt beim Klimaschutz?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-155 wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 17.11.2024<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-156 wp-block-paragraph\">Um die \u00fcberlebenswichtige Minderung der Treibhausgase ist es gar nicht gut bestellt, um es gleich vorneweg zu sagen. Aber in diesem November, w\u00e4hrend Spanien zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen unter Starkregen und \u00dcberschwemmungen leidet, besteht wieder einmal die Chance, das Ruder herumzurei\u00dfen. Denn die Staatengemeinschaft trifft sich wie jedes Jahr zur UN-Klimakonferenz (COP), diesmal in Baku, Aserbeidschan, einem autokratisch regierten \u00d6lf\u00f6rderland. Politische Beobachter hegen ob dieser schlechten Rahmenbedingungen und nach den Erfahrungen der COP 28 in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, wenig Hoffnung auf Besserung bei dieser COP 29, geschweige auf einen Durchbruch wie bei der COP 21 in Paris. Bundeskanzler Scholz, ohnehin ein Regierungschef auf Abruf, bleibt der Veranstaltung fern.<br>Und wie jedes Jahr ziehen UN-Institutionen, das Umweltpragramm UNEP und die Weltwetterorganisation WMO, kurz vor der UN-Klimakonferenz Bilanz zum Stand der Treibhausgasemissionen und der Erderw\u00e4rmung, erg\u00e4nzend zu den Studien der Klimaforscher, die in den letzten Monaten neu erschienen sind. (1) Die Vereinten Nationen und UN-Generalsekret\u00e4r Guterres verbinden diese Ver\u00f6ffentlichungen inzwischen mit Warnungen, die an Deutlichkeit nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbriglassen, gefolgt von der fast flehentlichen Ermahnung, wenigstens dieses Mal reale Fortschritte zu erzielen. \u201eNo more hot air, please!\u201c, so die \u00dcberschrift des \u201eEmissions Gap Report 2024\u201c der UNEP. (2)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-157 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1.5\"><strong>Neuer Temperaturrekord<\/strong><br>Diesem Bericht \u00fcber die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist zu entnehmen, dass letztes Jahr so hohe Mengen an Treibhausgasen wie nie zuvor in die Atmosph\u00e4re geschickt wurden, n\u00e4mlich 57,1 Milliarden Tonnen (bzw. Gigatonnen) CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalente in Form von Kohlendioxid, Lachgas und Methan. Die weltweiten Emissionen steigen also weiter. Inzwischen hat das Klimagas CO<sub>2<\/sub> eine Konzentration von 422,5 parts per million erreicht; 52 Prozent \u00fcber dem vorindustriellen Level. Die Klimagase steigern den Treibhauseffekt und der treibt die Erderw\u00e4rmung an. Laut WMO lag die globale Mitteltemperatur 2023 bei einem Plus von 1,45 Grad Celsius gegen\u00fcber vorindustrieller Zeit. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden 2024 die 1,5 Grad Celsius plus ganzj\u00e4hrig \u00fcberschritten. Heuer spielt sicher auch El Nino eine Rolle, aber zweifellos geht die menschgemachte Erderw\u00e4rmung rasant weiter. Um das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen, m\u00fcsste der Aussto\u00df an Treibhausgasen bis 2030 um 42 Prozent gesenkt werden, mithin innerhalb von sechs Jahren. Nicht wenige, so auch der Klimaforscher Mojib Latif, halten das f\u00fcr illusorisch. Nach der UNEP steuern wir mit den selbstgesteckten Zielen im weltweiten Durchschnitt bereits auf plus 1,9 Grad Celsius zu. Schon das Ambitionsniveau ist also zu niedrig. Werden keine zielf\u00fchrenden Ma\u00dfnahmen oder Gesetze beschlossen oder nicht umgesetzt, k\u00f6nnte die Welt sich um plus 3,1 Grad Celsius erw\u00e4rmen: ein Horror-Szenario!<br>Vielen Menschen, B\u00fcrgern, Managern und Politikern scheint der Ernst der Lage nicht bewusst zu sein. Umsetzungsdefizite sind h\u00e4ufig zu finden, auch in der EU, wenn man tiefer in die Klimapolitik einsteigt und die Klimaschutzprogramme unter die Lupe nimmt. Mal fehlt es am Personal, mal am Geld oder schlicht am politischen Willen. Nicht nur in Deutschland ist die M\u00e4r, Klimaschutz w\u00fcrde rein auf Basis von Aufkl\u00e4rung, Angeboten, F\u00f6rdergeldern und Freiwilligkeit, also ohne h\u00f6heren Energie- und CO<sub>2<\/sub>-Preis, ohne Verbote und Gesetze, weit verbreitet. Allein mit Freiwilligkeit ist aber kein schnelles Handeln in Krisenzeiten m\u00f6glich. So k\u00f6nnen wir mit Tempo des Klimawandels nicht Schritt halten. Und nicht nur China, der weltgr\u00f6\u00dfte Emittent ist gefordert. Wir m\u00fcssen uns schon an die eigene Nase fassen. In Deutschland war bereits beim ma\u00dfvollen \u201eHeizungsgesetz\u201c, das den Umstieg von \u00d6l- und Gaskesseln auf erneuerbare Energien \u00fcber einen (zu) langen Zeitraum regelt, das Geschrei gro\u00df. Der Vorwurf der \u00dcberforderung in Richtung Habeck war noch einer der harmlosesten. Nichtsdestotrotz stellt dieses Gesetz einen wichtiger Klimaschutz-Baustein dar. Und nach der Dekarbonisierung der W\u00e4rme st\u00fcnde nun die im Transportsektor an. Aber auch bei E-Mobilit\u00e4t hakt es. In China verbreiten sich die Autos schneller als in Deutschland und deutsche Hersteller verlieren im Reich der Mitte Marktanteile. Weitere Schritte stehen an: die Dekarbonisierung der Stahl und Zementindustrie und vor allem um den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis 2030. Das d\u00fcrfte der aktuell gr\u00f6\u00dfte verf\u00fcgbare Hebel zur CO<sub>2<\/sub>-Minderung sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-158 wp-block-paragraph\"><strong>Unser CO<sub>2<\/sub>-Budget: Konto \u00fcberzogen?<\/strong><br>Global gesehen stellt sich nat\u00fcrlich die Frage, wieviel Treibhausgase \u00fcberhaupt noch ausgesto\u00dfen werden d\u00fcrfen, um das vertraglich vereinbarte Klimaziel \u201eunter 2 Grad plus, m\u00f6glichst nur 1,5 Grad\u201c zu erreichen. Wie gro\u00df ist unser restliches CO<sub>2<\/sub>-Budget? Da kursieren unterschiedliche Zahlen, wobei die des Weltklimarats IPCC aus dem ersten Teil des 6. Sachstandsberichts von 2021 offensichtlich schon \u00fcberholt sind. F\u00fcr das 1,5 Grad Ziel d\u00fcrfen laut der Forscher des Imperial College London nur noch 247 Mrd. Tonnen Kohlendioxid emittiert werden, um mit einer f\u00fcnfzigprozentigen Wahrscheinlichkeit noch die 1,5 Grad plus zu erreichen. (3) Mit dem aktuellen Jahresaussto\u00df von 41,6 Mrd. Tonnen CO<sub>2<\/sub> (4) w\u00e4re dann das Budget in etwa sechs Jahren aufbraucht. Der deutsche Sachverst\u00e4ndigenrat f\u00fcr Umweltfragen SRU teilte im Oktober 2024 mit, das globale CO<sub>2<\/sub>-Budget betrage unter gleichen Bedingungen zwischen 231 und 380 Mrd. Tonnen, im Grunde eine Best\u00e4tigung der Londoner Angabe. Das Potsdam Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung PIK wiederum geht bei f\u00fcnfzigprozentiger Wahrscheinlichkeit von nur 200 Gigatonnen als globales Maximum f\u00fcr das 1,5-Grad-Ziel aus. Diese Meldung verbindet das PIK mit dem Vorschlag, das Absaugen von CO<sub>2<\/sub> aus der Luft, das mengenm\u00e4\u00dfig momentan \u00fcberhaupt keine Rolle spielt, zu verst\u00e4rken und die Wirtschaftlichkeit dieser Technik durch Einbindung die CO2-Entnahme in den Emissionshandel zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-159 wp-block-paragraph\"><strong>Deutschland und die Welt<\/strong><br>Auf der COP 29 wird wohl auch die Frage aufgeworfen, ob wir Deutsche unsere Hausaufgaben gemacht haben. Die sieben SRU-Sachverst\u00e4ndigen haben das zentrale Regelwerk in Deutschland, das Klimaschutzgesetz unter die Lupe genommen. Aber nach ihren Berechnungen liegt Deutschland mit dem KSG keineswegs auf 1,5-Grad-Kurs, sondern landet hoher Wahrscheinlichkeit irgendwo zwischen 1,75 und 2 Grad. So weit zur angeblichen deutschen Vorreiterrolle beim globalen Klimaschutz. Weder ist das KSG mit seinen Mengenangaben und dem Absenkpfand f\u00fcr Klimagase auf die Einhaltung der globalen Klimaschutzziele von Paris 2015 ausgerichtet, noch ist das Konzept eines maximalen CO<sub>2<\/sub>-Budgets in der deutschen Klimapolitik verankert. Nach der Expertise des SRU wurde das f\u00fcr die maximal 1,5 Grad Erderw\u00e4rmung zielf\u00fchrende CO<sub>2<\/sub>-Budget hierzulande h\u00f6chstwahrscheinlich bereits bis 2021 aufgebraucht und das der EU insgesamt wird bereits 2027 verfr\u00fchst\u00fcckt sein. (5) Wenn es nur noch darum geht, 2 Grad Erderw\u00e4rmung nicht zu \u00fcberschreiten, bliebe nat\u00fcrlich noch etwas mehr Zeit. F\u00fcr maximal 1,75 Grad Celsius Erderw\u00e4rmung stehen den Deutschen bei linearer Reduktion der Emissionen mit 67 % Wahrscheinlichkeit noch etwa 12 Jahre Zeit zur Verf\u00fcgung, so der SRU. W\u00e4hrend sich viele also auf einem guten Weg zur Klimaneutralit\u00e4t w\u00e4hnen, l\u00e4uft uns in Wirklichkeit die Zeit davon. Obwohl die Treibhausgase in der EU und in Deutschland letztes Jahr st\u00e4rker sanken als in den USA, die von China und Indien sogar noch stiegen, gibt es \u00fcberhaupt keinen Grund, sich auf den Erfolgen auszuruhen. Erst recht nicht, wenn man neben den aktuellen auch die historischen Emissionen seit Beginn der Industrialisierung in Rechnung stellt. (2)<br>Alles in allem liefert die Wissenschaft also h\u00f6chst beunruhigende Zahlen. Erst in einigen Jahren wird sehen, ob 2024 der Emission-Peak \u00fcberhaupt schon erreicht wurde. Ununterbrochen wird Kohle, \u00d6l und Gas gef\u00f6rdert, werden neue Quellen erschlossen, weil die Nachfrage nach Erdgas, Benzin, Diesel, Kerosin, Heiz\u00f6l f\u00fcr Kraftwerke, Heizungen, Fahr- und Flugzeuge anh\u00e4lt. Es sieht ganz so aus, als w\u00fcrde die Menschheit gerade die Chance verpassen, die Klimasch\u00e4den in engen Grenzen zu halten. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-160 wp-block-paragraph\"><br><em>Quellen:<\/em><br><em>(1) \u201eWo die Welt steht\u201c, Christoph von Eichhorn, S\u00fcddeutsche Zeitung, 25.10.2024<br>(2) \u201eEmissions Gap Report 2024\u201c, UNEP, Nairobi, 2024<br>(3) \u201eWeltweites CO2-Budget kleiner als zuletzt angenommen\u201c, Der Spiegel online, 30.10.2023<br>(4) \u201eGlobal Carbon Project 2024. Briefing key messages\u201d, Universit\u00e4t Exeter, 14.11. 2024<br>(5) \u201eWo stehen wir beim CO2-Budget? Eine Aktualisierung\u201c, Stellungnahme des Sachverst\u00e4ndigenrats f\u00fcr Umweltfragen, Oktober 2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-161 wp-block-paragraph\"><strong>Wie geht klimavertr\u00e4gliches Bauen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-162 wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1.2\"><em>klimaseite.info, 12.11.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1.5\">Hier ist tats\u00e4chlich ein dickes Fragezeichen angebracht, denn der Geb\u00e4udesektor und die Baubranche sind weltweit f\u00fcr 38 Prozent der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen verantwortlich. (1) Das Treibhausgas wird bei der Herstellung der Baustoffe, beim Bauen und bei der Energieversorgung (W\u00e4rme, Strom) der Geb\u00e4ude w\u00e4hrend der Nutzung emittiert. Hinzu kommt das M\u00fcllproblem: 60 Prozent der Abf\u00e4lle stammen vom Abriss oder Umbauten.In Deutschland fallen j\u00e4hrlich 200 Mio. Tonnen Bauschutt an, mehr als die H\u00e4lfte des gesamten Abfalls. Den Aussto\u00df an Treibhausgas kann man auf verschiedene Weise zwar reduzieren, aber nicht auf null bringen. Es sei denn, jede Baut\u00e4tigkeit w\u00fcrde eingestellt, und das will ja keiner. Dennoch scheint die Feststellung des Spiegel kaum \u00fcbertrieben, wenn er res\u00fcmiert: \u201eDas globale Bauwesen ist der gr\u00f6\u00dfte Umweltverschmutzer der Welt\u201c. (1) Das sollte Anlass genug f\u00fcr ein paar grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen hinsichtlich Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Klimaschutz bei neuen Bauprojekten sein und die sollten schon m\u00f6glichst fr\u00fch im Planungsprozess einsetzen. Wenn wir erst einmal Stra\u00dfen, Br\u00fccken, Tunnels au\u00dfer Acht lassen und uns auf Geb\u00e4ude konzentrieren, dann beginnt eine vorausschauende Planung nicht etwa bei den Baustoffen, deren Gewinnung, Aufbereitung und Transport zur Baustelle nat\u00fcrlich auch schon Energie frisst und oft genug mit Landschaftszerst\u00f6rung verbunden ist.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Neubau oder Renovierung?<\/strong><br>Davor steht die grunds\u00e4tzliche Frage, ob es \u00fcberhaupt ein Neubau sein muss oder ob ein bestehendes Geb\u00e4ude f\u00fcr den gew\u00fcnschten Zweck umgestaltet werden kann, was in der Regel jedoch auch mit Baut\u00e4tigkeit verbunden ist. Beim Umbau kommt darauf an, welche W\u00fcnsche das Geb\u00e4ude am Ende zu erf\u00fcllen hat und wie hoch der Aufwand daf\u00fcr ist. Der kann ganz erheblich sein, vor allem, wenn die Grundrisse ver\u00e4ndert, also nichtragende Mauern eingerissen und an anderer Stelle neu gesetzt werden. Das ist bei Umnutzung von Nichtwohngeb\u00e4uden f\u00fcr Wohnzwecke in der Regel der Fall, oft auch beim Umbau von Wohnh\u00e4usern. Ebenfalls nicht zu untersch\u00e4tzen ist der Aufwand bei f\u00e4lliger Erneuerung des Dachstuhls, Trockenlegung der Kellerr\u00e4ume durch au\u00dfen liegende Spundw\u00e4nde oder bei Einbau von Fu\u00dfbodenheizungen. Wenn die Bausubstanz besser in Ordnung ist, geht es vielleicht um eine Au\u00dfenwandd\u00e4mmung und um Austausch der Fenster, weil diese Au\u00dfenbauteile bei altem Standard zu viel Heizw\u00e4rme durchlassen.<br>Baumaterialien und neue Haustechnik sind nicht nur Kostenfaktoren, sondern zun\u00e4chst auch mit zus\u00e4tzlichen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen verbunden, auch wenn sie \u00fcber ihre jahrzehntelange Lebensdauer die Einsparung von Energie und Kohlendioxid bewirken, wie eine W\u00e4rmed\u00e4mmung. Die pauschale Aussage, eine Umr\u00fcstung von Bestandsgeb\u00e4uden sei generell \u201ebesser\u201c als der Neubau, ist sicher nicht richtig. Nur der direkte Vergleich und die genaue Bilanzierung m\u00f6glicher Varianten in puncto Kosten, Ressourcen und CO2 bringen Klarheit. Dabei gilt es konsequenterweise von der \u201eWiege bis zur Bahre\u201c zu denken, also von den Baustoffen, der Herstellung der Materialien und Technikkomponenten, \u00fcber den Einbau, die Nutzung, bis zu Abriss, Recycling, Wiederverwendung oder Entsorgung. Was die Sache nicht gerade einfach macht.<br>Nach dem Lebensende des Geb\u00e4udes ist noch einiges zu \u201eherauszuholen\u201c, wenn auf Trennbarkeit und Recyclingf\u00e4higkeit geachtet wurde, aber das geschieht in Planung und Baupraxis hierzulande noch viel zu wenig. Genaues Hinschauen bei der Auswahl alle Materialien lohnt also in Sinne einer Kreislaufwirtschaft, macht sich aber schon w\u00e4hrend der Nutzung des Geb\u00e4udes in puncto Wohngesundheit positiv bemerkbar. Denn Arbeits- und Innenr\u00e4ume sollen so schadstofffrei als m\u00f6glich sein. Nur zur Erinnerung: Feuerhemmender Asbest und giftiges PCB in Dehnungsfugen zwischen Betonteilen war lange Zeit \u201eState of the art\u201c, aber diese Baustoffe stellen heute gesundheitsgef\u00e4hrdende Altlasten dar, die von Fachleuten mit Schutzausr\u00fcstung und unter hohem Aufwand beseitigt werden m\u00fcssen. Sorgf\u00e4ltige Planung kann also nicht nur f\u00fcr eine gute Klimabilanz des Geb\u00e4udes, sondern auch f\u00fcr gutes Raumklima sorgen. Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden lohnt sich vor allem im Innenausbau die n\u00e4here Besch\u00e4ftigung mit dem Material, seien es Fu\u00dfbodenbelag, Wandfarben oder Kleber.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wieviel Energie steckt in den Baustoffen?<\/strong><br>Der Energieaufwand f\u00fcr die Gewinnung der Grundstoffe Sand, Schotter, Kies, die Herstellung von Zement, Beton oder Ziegelsteinen, von Dachsparren, Fensterrahmen oder W\u00e4rmed\u00e4mmung wird als \u201egraue Energie\u201c bezeichnet. Meist ist damit auch die f\u00e4llige Energie f\u00fcr Transport, Einbau und -nach Abriss- f\u00fcr Abtransport und Entsorgung gemeint. Diese Prozesse und Verfahren sind in aller Regel mit CO<sub>2<\/sub>-Emissionen verbunden, die zur Klimabilanz des Geb\u00e4udes in der Nutzung, also durch Beheizung, Warmwasserbereitung, L\u00fcftung oder K\u00fchlung, durch Pumpen oder Aufz\u00fcge, addiert werden m\u00fcssen. In welchem Verh\u00e4ltnis das w\u00e4hrend Lebensdauer erzeugte CO<sub>2<\/sub> zu dem vorher und nachher emittierten stehen, h\u00e4ngt sehr von Bauweise, Material, Nutzfl\u00e4che, Energiestandard, W\u00e4rmeversorgung und Dauer der Existenz ab und ist insofern pauschal kaum zu benennen.<br>Eine L\u00f6sung w\u00e4re die Holzbauweise, was bedeutet, m\u00f6glichst viel vom nachwachsenden Rohstoff Holz, der gleichzeitig das darin gespeicherte CO<sub>2<\/sub> bindet, zu verbauen. Der Charme dieser Bauweise besteht darin, dass gro\u00dffl\u00e4chig Bauteile, wie etwa die Au\u00dfenw\u00e4nde, bereits in Hallen einschlie\u00dflich der Fenster\u00f6ffnungen und Kabelschlitze vorgefertigt werden k\u00f6nnen, so dass es nach Antransport auf der Baustelle deutlich schneller vorangeht als bei Massivbauten aus Stein oder Beton. Weil diese konventionellen Materialien schwerer sind als die Holzbauweise, kann auf Flachd\u00e4chern noch ein Stockwerk draufgesetzt werden, ohne die Statik der Geschosse darunter zu \u00fcberlasten. Es existieren bereits \u201eHolzhochh\u00e4user\u201c bis 80 Meter H\u00f6he, wobei bei mehrgeschossigen Bauten die Treppenh\u00e4user und Aufzugsch\u00e4chte aus Brandschutzgr\u00fcnden meist betoniert werden, teilweise auch die Decken. Aber auch bei der Herstellung konventioneller, mineralischer Baustoffe kann Energie eingespart und Kohlendioxid vermieden werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><br><strong>Beton: Es kommt darauf an, wie man ihn macht<\/strong><br>Da weltweit die meisten Bauten aus stahlverst\u00e4rktem Beton hergestellt werden, verdient seine Produktion besondere Beachtung. Das Gros des Energieaufwand steckt neben dem Stahl im Bindemittel Zement. J\u00e4hrlich wird global die enorme Menge von 4 Mrd. Tonnen Zement produziert. Dabei wird pro Tonne Zement eine halbe Tonne Kohlendioxid freigesetzt, so die Faustregel. (1) Bei der Zementproduktion wird gemahlener Kalkstein in -bislang mit Erdgas beheizten- Drehrohr\u00f6fen bei etwa 1.450 Grad Celsius aus gemahlenem Kalkstein und Ton gebrannt. Dabei entsteht der sogenannte \u201eZementklinker\u201c als Vorstufe des Zements. Dieses Brennen kann zur Verbesserung der CO<sub>2<\/sub>-Bilanz auch mit Strom erfolgen, der dann nat\u00fcrlich m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig aus erneuerbaren Quellen stammen sollte.<br>Eine andere Methode f\u00fchrt zum gleichen Ziel: W\u00e4nde oder Decken aus Beton d\u00fcnner ausf\u00fchren und statt Stahl zur Verbesserung der Stabilit\u00e4t Matten oder Fasern aus Karbon bzw. Kunststoff in den Beton mischen. Damit kann die St\u00e4rke der Schicht bei gleicher Stabilit\u00e4t halbiert werden, entsprechend weniger Beton ist n\u00f6tig. Beim Mustergeb\u00e4ude f\u00fcr dieses Verfahren namens \u201eCube\u201c in Dresden wurden Karbonmatten erfolgreich zur Stabilisierung eingesetzt.<br>Nat\u00fcrlich kann das bei der Zementherstellung entstehende CO<sub>2<\/sub> direkt in Werk auch abgeschieden und unterirdisch verpresst werden, wie vom Hersteller Cemex in R\u00fcdersdorf geplant. Au\u00dferdem ist hier vorgesehen, die Abw\u00e4rme in ein Nahw\u00e4rmenetz einzuspeisen. Allerdings ist damit erst eines der 50 Cemex-Zementwerke weltweit dekarbonisiert. (2) Auch andere gro\u00dfe Zementhersteller sind bem\u00fcht, ihr Produkt klimafreundlicher zu machen. Die Firma Heidelberg Materials will im Werk in Geseke dazu reinen Sauerstoff f\u00fcr das Brennen von Kalkstein nutzen (\u201eOxyfuel-Verfahren\u201c). Das Gasgemisch im Ofen hat dann einen hohen CO<sub>2<\/sub>-Gehalt, was die Abscheidung erleichtert. Weil momentan die CO<sub>2<\/sub>-Deponierung ausschlie\u00dflich unter dem Meeresboden erlaubt ist und die daf\u00fcr notwendigen Pipelines bislang nur auf dem Papier existieren, soll das abgeschiedene Kohlendioxid per Bahn und auf der Schiene nach Wilhelmshaven transportiert werden. Von der Sammelstelle wird das CO<sub>2<\/sub> dann in Tanks auf die Nordsee verschifft, zu einer Plattform der Wintershall Dea, nicht zuf\u00e4llig einem Gas- und \u00d6lf\u00f6rderunternehmen. (3) Dort wird das Klimagas schlie\u00dflich unter dem Meeresboden verpresst. Die schwedische Firma Cemvision, ein Start-up der Branche, schl\u00e4gt einen anderen Weg bei der Zementherstellung ein. Statt Kalkstein verwendet es kalziumreiche Reststoffe, etwa aus der Stahlindustrie, um so das Kohlendioxid komplett zu vermeiden.<br>G\u00e4nzlich auf Zement als Bindemittel zu verzichten, funktioniert auch, wenn man stattdessen den Beton fl\u00fcssige Kunstharze beimischt. Dann spricht man vom \u201ePolymerbeton\u201c. Alle diese Verfahren machen den Beton nat\u00fcrlich nicht billiger. Die CO<sub>2<\/sub>-Abscheideanlage in Geseke, eine veritable Fabrik neben dem Drehrohrofen, wird wohl fast 500.000 Euro kosten. Deutschland und die EU f\u00f6rdern solche Techniken mit hohen Summen. Dennoch wird beispielsweise erwartet, dass die Tonne CO<sub>2<\/sub>-freier Zement von Heidelberg Materials zun\u00e4chst das Doppelte der konventionell hergestellten Menge kostet.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wieviel Fl\u00e4che soll es denn sein?<\/strong><br>Die zweite Grundsatzfrage w\u00e4re bei Wohngeb\u00e4uden die nach der tats\u00e4chlich erforderlichen Gewerbe- und Wohnfl\u00e4che, entsprechend den Bed\u00fcrfnissen der sp\u00e4teren Nutzer und Bewohner. Selbst in unseren Gro\u00dfst\u00e4dten, wo Wohnraum knapp und teuer ist, steigt der Fl\u00e4chenbedarf bei Bauherren, K\u00e4ufern und Mietern. Die Fl\u00e4che einer Wohnung lag 2022 im Bundesdurchschnitt bei 92,2 m\u00b2, die pro Person bei 47,4 m\u00b2 (4). Letzteres bedeutet eine Steigerung um 2,6 Prozent. Das klingt nicht nach viel, summiert sich aber bei 85 Mio. Einwohnern. Obwohl vielk\u00f6pfige Familien seltener und Einpersonenhaushalte h\u00e4ufiger werden, gibt es eine Tendenz zu gro\u00dfen Wohnungen und Einfamilienh\u00e4usern. Das h\u00e4ufig anzutreffende Ideal vom \u201eH\u00e4uschen auf dem Land\u201c ist allerdings ein wenig umwelt- und klimavertr\u00e4gliches Modell. Ein Wohnfl\u00e4chenbedarf von 200 m\u00b2 erscheint f\u00fcr eine junge, vierk\u00f6pfige Familie nicht \u00fcbertrieben hoch, aber wenn die Kinder aus dem Haus sind, sieht es schon anders aus. F\u00fcr zwei Menschen w\u00fcrde n\u00e4mlich auch eine Wohnung von 70 m\u00b2 in einem Mehrfamilienhaus gen\u00fcgend Platz bieten. Einfamilienh\u00e4user mit Garten bringen eine Reihe von Problemen mit sich. Neben Wohnhaus und Garage versiegeln oft gepflasterte Wege und die Zufahrt zur Garage den Boden. Wohngebiete mit vielen Einfamilienh\u00e4usern vergr\u00f6\u00dfern automatisch die Versorgungsnetze der Kommunen, f\u00fchren im Vergleich zu Siedlungen mit Mehrfamilienh\u00e4usern zu l\u00e4ngeren Leitungen f\u00fcr Wasser, Abwasser, Strom und Erdgas; zu weiteren Wegen f\u00fcr Busse oder M\u00fcllabfuhr und zu h\u00f6heren Kosten f\u00fcr Bau und Unterhalt dieser Infrastruktur. Mit Nachhaltigkeit hat diese Bauweise also wenig zu tun. Eine gute W\u00e4rmed\u00e4mmung und eine Solaranlage auf dem Dach k\u00f6nnen die Negativbilanz zwar etwas aufh\u00fcbschen, aber nichts Grunds\u00e4tzliches \u00e4ndern. Siedlungen mit Einfamilienh\u00e4usern oder Doppelhaush\u00e4lften, die im Durchschnitt nur geringf\u00fcgig mehr Energieeffizienz und Ressourcenschonung beitragen, sind h\u00e4ufig auch am Rande von St\u00e4dten vorzufinden. Solche aufgelockerten und durchgr\u00fcnten \u201eGartenst\u00e4dte\u201c, werden aber Zug um Zug nachverdichtet, entsprechend der wirtschaftlichen Logik, bei der es gilt, den teuren Baugrund optimal auszunutzen.<br>Im Wohngeb\u00e4udebestand sind fast 80 Prozent der H\u00e4user Einfamilien- und Zweifamilienh\u00e4usern (EFH und ZFH). St\u00e4dte und Kommunen sind allerdings gut beraten, wenn sie im Zuge der Bauleitplanung keine neuen Wohngebiete mit EFH oder ZFH mehr ausweisen, sondern nur f\u00fcr den Geschosswohnungsbau.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Alte Geb\u00e4ude voller Wertstoffe, die Stadt als Mine<\/strong><br>Da Eisen und Kupfer noch Geld bringen und per Magnet gut vom gro\u00dfen Rest getrennt werden k\u00f6nnen, gelten sie als Wertstoffe. Bei einem Mehrfamilienhaus von 53 Wohneinheiten an 70 m<sup>2<\/sup> fallen durchschnittlich 177 Tonnen Stahl und 1,8 Tonnen Kupfer und 1,4 Tonnen Aluminium an, ebenfalls recyclingf\u00e4hig. Demgegen\u00fcber allerdings 2.587 Tonnen Beton und 1.850 Tonnen Ziegel, um die beiden gr\u00f6\u00dften Fraktionen zu benennen. Hier sind allerdings die Deponie oder Downcycling die Regel, Wiederverwendung von Material oder Bauteilen die Ausnahme. Doch das Problembewusstsein w\u00e4chst. Baustoffb\u00f6rsen bieten Vollholzparkett, Fensterrahmen, Ziegel oder Fliesen; Teile, denen bei Renovierungen oder bei Neubauten ein zweites Leben eingehaucht wird. Es geht auch eine Nummer gr\u00f6\u00dfer. Selbst die Plattenbauten aus DDR-Zeiten m\u00fcssen nicht in den Shredder. Die Bauingenieurin Angelika Mettke hat in Cottbus 80 Betonteile aus einem zum Abriss freigegebenen Plattenbau f\u00fcr den Neubau eines Sportlerheims verwendet. Und das ist kein Einzelfall. Die Firma Ecosoil realisiert 15 bis 20 solcher Projekte im Jahr. Der Bauunternehmer Axel Bretfeld sagt dazu, bei Beton rechne man normalerweise mit einer Lebensdauer von 50 Jahren, aber \u201enach 50 Jahren f\u00e4llt bei ordnungsgem\u00e4\u00dfer Nutzung kein Beton auseinander\u201c. (5) Er rechne mit einer Nutzungsdauer von 100 Jahren und mehr. Das d\u00fcrfte stimmen, gilt aber wohl nicht f\u00fcr Stra\u00dfenbr\u00fccken, die hoher Belastung durch den Verkehr ausgesetzt sind, bei denen der stabilisierende Stahl unter der Einwirkung von Wasser und Streusalz nach ein paar Jahrzehnten zu rosten beginnt.<br>St\u00e4dte, in denen ja st\u00e4ndig Geb\u00e4ude abgerissen und neu gebaut werden, hat die Wissenschaft f\u00fcr das \u201eurban mining\u201c auserkoren. Penibel werden von Forschenden die Wertstoffe erfasst und hochrechnet, um auf das Volumen, das enorme Einsparpotenzial an Rohstoffen, Energie und CO<sub>2<\/sub> hinzuweisen. Aber dieses Wissen trug bislang nur wenig Fr\u00fcchte. Es bleibt vorerst bei Modellprojekten, denn die g\u00e4ngige Baupraxis bedeutet: Abriss, Deponie und Neubau mit neuen Baustoffen und -materialien.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Gute ged\u00e4mmte Effizienzh\u00e4user<\/strong><br>Ob Neubau oder Altbausanierung: Auch und vor allem durch einen guten W\u00e4rmeschutz der Geb\u00e4udeh\u00fclle lassen sich W\u00e4rmeenergie einsparen und CO<sub>2<\/sub>-Emissionen vermeiden. Dabei geht es um alle Au\u00dfenfl\u00e4chen, also Dach, Bodenplatte, Fenster, Au\u00dfenwand. Da hat sich die letzten Jahrzehnte einiges getan. Angetrieben wurde der Fortschritt von den innovativen Architekten der \u201ePassivh\u00e4user\u201c, das sind Geb\u00e4ude, die dank hervorragender D\u00e4mmung mit einem Minimum an Heizw\u00e4rme auskommen. Die stammt von elektrischen Heizelementen in der Zuluft, ein konventioneller Heizkessel wird \u00fcberfl\u00fcssig. Das ist noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange, denn es existieren auch bereits hocheffiziente Geb\u00e4ude, \u201ePlusenergieh\u00e4user\u201c, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen und so zum \u201eKraftwerk\u201c werden. Meist weisen sie neben einer sehr guten W\u00e4rmed\u00e4mmung eine Photovoltaikanlage auf, die Strom f\u00fcr die W\u00e4rmepumpenheizung erzeugt. Wenn die eigene PV-Anlage \u00fcbers Jahr gesehen den Hausstrom und den Strom f\u00fcr die W\u00e4rmepumpe abdeckt, ist das Geb\u00e4ude im Betrieb klimaneutral. Bei entsprechender Gr\u00f6\u00dfe und einem Akkuspeicher bleibt dann ein \u201ePlus\u201c in Form von Solarstrom f\u00fcr das Elektroauto \u00fcbrig.<br>\u00dcber Jahrzehnte wurden gesetzlichen Anforderungen an den W\u00e4rmeschutz von Geb\u00e4uden stetig erh\u00f6ht, angefangen bei der W\u00e4rmeschutzverordnung (ab 1984), \u00fcber die Energiesparverordnung EnEV (ab 2002) bis zum Geb\u00e4udeenergiegesetz GEG (ab 2020), dem sogenannten \u201eHeizungsgesetz\u201c. Bei der Heiztechnik macht das GEG nun den entscheidenden Schritt weg von den fossilen Energietr\u00e4gern hin zur klimafreundlicheren Alternativen. Darin besteht die oft verkannte Qualit\u00e4t des verp\u00f6nten Heizungsgesetzes. Und es ist \u201etechnologieoffen\u201c, denn neben den W\u00e4rmepumpen erlaubt das GEG eine ganze Reihe von anderen Heizungen. Eine weitere oft geh\u00f6rte Kritik, die \u201e\u00dcberforderung\u201c der B\u00fcrger, greift bei n\u00e4herer Betrachtung ebenfalls nicht, denn Habecks Gesetz gew\u00e4hrt gro\u00dfz\u00fcgige Ausnahmen und \u00dcbergangsfristen f\u00fcr den Kesseltausch. Neben der W\u00e4rmeversorgung als Teil der Haustechnik enth\u00e4lt das GEG auch Bestimmungen zum Sonnenschutz, L\u00fcftung und K\u00fchlung. Den Kern dieses Gesetzes bildet jedoch die Geb\u00e4udeh\u00fclle, wie schon bei der EnEv der Fall. Der W\u00e4rmeschutz von au\u00dfen bestimmt zusammen mit den eingesetzten Energien, der Art der Beheizung und K\u00fchlung die Energieeffizienz, die Kosten und die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen w\u00e4hrend der Nutzung des Geb\u00e4udes.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Geb\u00e4udeinnovation spart Energie, CO<sub>2<\/sub> und Kosten<\/strong><br>Die \u00f6ffentliche Hand f\u00f6rdert energetische Altbausanierung, Kesseltausch und der Neubau von Effizienzh\u00e4usern finanziell. Im Zuge einer umfassenden Sanierung l\u00e4sst sich der Verbrauch an Heizenergie bei Mehrfamilienh\u00e4usern von 110 bis 130 Kilowattstunden pro m2 und Jahr halbieren. Im Neubau geht ist nochmal deutlich weniger. Neben Deutschland ist auch in den Nachbarl\u00e4ndern \u00d6sterreich und in der Schweiz enormes Know How im Bereich energieeffizientes Bauen und Sanieren entstanden. Trotz dieser Erfolgsstory bleibt festzuhalten, dass der Geb\u00e4udesektor f\u00fcr mehrere Jahre das Limit des Klimaschutzgesetzes \u00fcberschritten hat. Hauptursache: Bei den Altbauten geht die W\u00e4rmed\u00e4mmung, der Austausch von \u00e4lteren Fenstern, \u00d6l- oder Gaskesseln nur schleppend voran. So bewegt sich die W\u00e4rmewende im Geb\u00e4udebereich trotz vieler Vorteile und trotz der Notwendigkeit der CO<sub>2<\/sub>-Minderung zu Zeit auf der Kriechspur. (rk)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quellen:<br><\/em>1 \u201e2020. Global Status report for Buildings and construction. Executive summary\u201d, UNEP, Nairobi, 2020<br>2 \u201eWunder am Bau\u201c, Ullrich Fichtner, Der Spiegel, 05.10.2024<br>3 \u201eBetonk\u00f6pfe denken um\u201c, Philip Bethge, Der Spiegel, 28.09.2024<br>4 \u201eUnser Beton soll gr\u00fcner werden\u201c, Carlotta B\u00f6ttcher, Die Zeit, 30.10.2024<br>5 Website des Umweltbundesamts, www.umweltbundesamt.de<br>6 \u201eNeues Leben f\u00fcr die alte Platte\u201c, www.tagesschau.de, 12.12.2022<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-163 wp-block-paragraph\"><strong>Der Kampf um Heizungsgesetz<\/strong> <strong>und W\u00e4rmepumpen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 17.09.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ein Rekordsommer geht zu Ende, bereits Mitte September ist es herbstlich, ja geradezu winterlich in Deutschland mit Tagestemperaturen, die kaum \u00fcber 10 Grad Celsius steigen. H\u00f6chste Zeit, sich mit der Heizung zu besch\u00e4ftigen, mag sich mancher Hausbesitzer denken. Falls die alte kaputt ist, wird zun\u00e4chst der Heizungsmonteur angerufen. Wenn die Reparatur zu teuer kommt oder nichts mehr zu machen ist, muss eine neue Heizung her, am besten eine, die ohne die fossilen Energietr\u00e4ger Erdgas und Heiz\u00f6l auskommt. Daf\u00fcr ist die elektrische W\u00e4rmepumpe inzwischen die Technik der Wahl. Mit Hilfe von Strom, der ja in Deutschland zu mehr als der H\u00e4lfte inzwischen aus erneuerbaren Quellen kommt, nutzt sie Umweltw\u00e4rme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser, um mit einer Kilowattstunde Strom das Drei- oder Vierfache an W\u00e4rme zu erzeugen. Soweit das Prinzip dieser klimafreundlichen Technik. Zu ihrer Unterst\u00fctzung warb Bundesminister Habeck bei Stiebel Eltron, die in der Nachfrageflaute steckt, f\u00fcr W\u00e4rmepumpen und nahm pressewirksam einen Schrauber zu Hand, was zumindest dieser Firma zus\u00e4tzliche Nachfrage bescherte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Hausbesitzer halten an alter Technik fest<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Denn die W\u00e4rmepumpe hat Werbung n\u00f6tig. 2023 wurden 790.500 Gasheizungen verkauft und nur 356.000 elektrische W\u00e4rmepumpen. Im ersten Halbjahr 2024 schaut es nicht viel besser aus: 223.000 Gaskessel, 55.000 \u00d6lkessel und nur 90.000 W\u00e4rmepumpen, unterm Strich ein Minus von 54 Prozent gegen\u00fcber dem ersten Halbjahr 2023. Die Hersteller klagen \u00fcber Absatzprobleme. Auch die Marktpr\u00e4senz bleibt stark hinter anderen L\u00e4ndern, wie Italien, Frankreich, Norwegen und Schweden zur\u00fcck, wo teilweise in der H\u00e4lfte der Heizungskeller W\u00e4rmepumpen stehen. Bei uns ist das momentan bei gut einem Viertel der Bestandsgeb\u00e4ude der Fall, nur im Neubau \u00fcberwiegt die W\u00e4rmepumpe bei den Heizsystemen. Die W\u00e4rmewende in Deutschland ist also l\u00e4ngst noch nicht so weit wie die Stromwende. Mit dem \u201eHeizungsgesetz\u201c sollte es eigentlich auch bei der W\u00e4rme vorangehen, aber das Gesetz gilt vielen als verungl\u00fcckt. Was steht drin zum Thema Heizen?<\/p>\n\n\n\n<ul style=\"line-height:1.5\" class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">Bestehende Heizungen mit Heiz\u00f6l und Erdgas sollen im Regelfall nach 30 Jahren ausgetauscht werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul style=\"line-height:1.5\" class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">Sie d\u00fcrfen dennoch weiterlaufen bis l\u00e4ngstens 2044, sofern sie intakt sind oder repariert werden k\u00f6nnen. Je nach Art des Hauses und Leistung des Heizkessels gibt es unterschiedliche Regelungen und Fristen. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul style=\"line-height:1.5\" class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">Neue Heizungen m\u00fcssen -zeitlich gestaffelt- mit mind. 65% erneuerbaren Energien laufen. Neben der W\u00e4rmepumpe ist auch eine ganze Reihe anderer Heizsystemen m\u00f6glich. Die notwendige W\u00e4rme kann im Geb\u00e4ude erzeugt oder von au\u00dfen zugef\u00fchrt werden (Fern- und Nahw\u00e4rme).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wo bleibt die W\u00e4rmewende?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Von einem zwangsweisen Austausch funktionierender Heizungen ist hier also nicht die Rede. Erdgas und Heiz\u00f6l, bei deren Verbrennung CO<sub>2 <\/sub>entsteht, d\u00fcrfen 30 Jahre und l\u00e4nger genutzt werden. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Lebensdauer von K\u00fchlschr\u00e4nken oder Autos betr\u00e4gt 10 bis 15 Jahre, also maximal die H\u00e4lfte dieser Zeitspanne. Und die finale \u201eDeadline\u201c dieser fossilen W\u00e4rmeerzeuger liegt gerade mal ein Jahr vor dem der geplanten Klimaneutralit\u00e4t des ganzen Landes.&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Kritik \u201ehandwerklich schlecht gemacht\u201c bezieht sich \u00fcberwiegend auf den im Fr\u00fchjahr 2023 durchgestochenen Entwurf des Heizungsgesetzes, der gar nicht in den Bundestag kam. Dennoch gilt dieses Gesetz in weiten Teilen der Presse und der \u00d6ffentlichkeit als misslungen oder \u201evermurkst\u201c, so j\u00fcngst Philipp Bovermann in der SZ. Aber wer sich tiefergehend und mit Sachkunde damit besch\u00e4ftigt, kommt durchaus zu einem anderen Urteil. Habecks Gesetz ist trotz einiger Schw\u00e4chen ein wichtiger Baustein zur Dekarbonisierung der W\u00e4rmeversorgung von Geb\u00e4uden und f\u00fchrt zur Minderung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen in diesem Bereich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">An dem Vorwurf \u201eschlecht kommuniziert\u201c ist schon eher was dran. Auf jeden Fall wurde der Bedeutung des Gesetzesvorhabens und der Bezug zum Klimaschutz nicht klar. Vielleicht h\u00e4tte Habeck eine \u201eW\u00e4rmewende\u201c ausrufen sollen, \u00e4hnlich wie Bundeskanzler Scholz nach dem \u00dcberfall Russlands auf die Ukraine eine sicherheitspolitische \u201eZeitenwende\u201c ank\u00fcndigte. Dass Habeck federf\u00fchrend daf\u00fcr gesorgt hat, die Gasl\u00fccke nach dem Wegfall des russischen Erdgases rasch zu schlie\u00dfen und sp\u00e4ter der Absatz von Gasheizungen in die H\u00f6he ging, entgegen seiner Empfehlung, k\u00fcnftig keine Gasheizungen mehr zu installieren, ist durchaus von einer gewissen Ironie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Habeck und seine Gr\u00fcnen standen in der von <em>Bild <\/em>angesto\u00dfene Kampagne und dem folgenden Sturm der Entr\u00fcstung alleine da. Er wurde durch die Indiskretion oder Intrige kalt erwischt. Zudem war er in der Koalition mit einer FDP gefangen, die sich auf die Seite der Opposition schlug und mit einer passiv-desinteressierten SPD. Dabei h\u00e4tte speziell Bundesbauministerin Geywitz (SPD) allen Grund gehabt, sich einzubringen. Der Vorl\u00e4ufer des neuen \u201eGeb\u00e4udeenergiegesetzes\u201c (GEG), so die korrekte Bezeichnung f\u00fcr das Heizungsgesetz, die Energiesparverordnung (EnEV) lag n\u00e4mlich lange Zeit in der Zust\u00e4ndigkeit der Bauministerien. Au\u00dferdem musste ihr \u201eW\u00e4rmeplanungsgesetz\u201c ohnehin mit Habecks Gesetz synchronisiert werden, denn die W\u00e4rmeerzeugung in Kraftwerken und die Verteilung, etwa durch Fernw\u00e4rme, ist auf die Geb\u00e4ude abzustimmen. Dies ist mit beiden Gesetzen gelungen, ein zukunftsf\u00e4higer Rahmen ist gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Populismus gegen Verbote<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Aus Klimaschutzsicht fehlt es allerdings an Tempo. Die Umstellung auf klimafreundliche Heizung und Warmwasserbereitung verl\u00e4uft mit diesen Leitplanken deutlich zu langsam, was der uns\u00e4glichen, gleichwohl noch fortdauernden Verbotsdebatte geschuldet ist. Aber die oft gehegte und ge\u00e4u\u00dferte Hoffnung, mit Information, gutem Zureden und finanzieller F\u00f6rderung lie\u00dfen sich die deutschen Klimaschutzziele f\u00fcr 2030 und 2045 erreichen, ist illusorisch. Jede Krise -siehe Pandemie- erfordert eine Regierung, die vor Geboten und Verboten nicht zur\u00fcckschreckt, auch die Klimakrise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Jens Spahn (CDU) hat nun mit Blick auf die n\u00e4chste Bundestagswahl schon angek\u00fcndigt, den B\u00fcrgern wieder die freie Wahl bei der Heizungstechnik zu lassen, wenn seine Partei ans Ruder k\u00e4me, die Tatsache ignorierend, dass sein Parteivorsitzender Friedrich Merz sich ausdr\u00fccklich zur W\u00e4rmepumpe bekannte. O-Ton Spahn: \u201eIm Bestand wird es mit uns keinen brachialen Zwang zum Heizungsaustausch geben.\u201c Allerdings ist dies weder Inhalt noch Ziel des Geb\u00e4udeenergiegesetzes. Spahn versprach, die CDU werde Klimaschutzziele mit Augenma\u00df umsetzen, \u201enicht mit der Brechstange\u201c. Oder eben gar nicht. Von einer k\u00fcnftigen CDU-gef\u00fchrten Bundesregierung ist also eine Zielverfehlung mit Ansage zu erwarten. Whatabautismen und Populismus a la Spahn pflastern den Weg zur Macht. Der Streit um das Geb\u00e4udeenergiegesetz kann als Lehrst\u00fcck daf\u00fcr gelten, wie Oppositionsparteien mit Medienunterst\u00fctzung Klimaschutzma\u00dfnahmen aushebeln k\u00f6nnen. Und als Beispiel, wie Populismus wirkt, wie erfolgreich Spr\u00fccheklopfen sein kann. Habeck \u00e4u\u00dferte im R\u00fcckblick auf die Debatte um das Gesetz, sie habe ihm die Grenzen des politisch Machbaren und gesellschaftlich Vermittelbaren gezeigt. So war es wohl. Aber so kriegt man nat\u00fcrlich kein Tempo in die Techniktransformation und so sind auch die Klimaschutzziele im Geb\u00e4udesektor nicht zu erreichen.&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Vom Verbrenner zum Stromer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Gibt es aktuell einen \u201eKulturkampf um die W\u00e4rmepumpe\u201c, wie <em>Der Spiegel<\/em> das titelt? Dann haben erleben wir gerade auch einen Kulturkampf um das Elektroauto. Denn in beiden F\u00e4llen steht eine ausgereifte Technik zur Verf\u00fcgung, um mithilfe von Strom fossile Energietr\u00e4ger zu ersetzen und CO<sub>2<\/sub>-Emissionen vermeiden, die akute Probleme hat, sich auf dem Markt durchzusetzen. Da der Verkehrs- und der Geb\u00e4udesektor die im Klimaschutzgesetz fixierten Limits f\u00fcr CO<sub>2<\/sub> seit Jahren \u00fcberschreiten, k\u00f6nnten potenzielle Kunden beim Neukauf einer W\u00e4rmepumpe und eines E-Autos einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten; auch, wenn man bedenkt, dass beide Techniken jahrzehntelang ihren Dienst tun werden. Zwar k\u00f6nnen sie inzwischen nicht mehr als \u201einnovativ\u201c gelten, wie etwa die von der FDP ersehnten Flugtaxis, aber bringen doch unvergleichlich gr\u00f6\u00dferen Nutzen. Allerdings scheint die viel gepriesene Technologieoffenheit bei W\u00e4rmepumpen und E-Autos ihre Grenzen zu haben, wie die aktuellen Absatzkrisen zeigen. Die Skeptiker und Schlechtmacher k\u00f6nnen einen Erfolg verbuchen, die Hersteller und der Klimaschutz haben hingegen das Nachsehen. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eKulturkampf um die W\u00e4rmepumpe\u201c, Der Spiegel, 07.09.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eStatusreport: W\u00e4rme\u201c, www.bdew.de, am 16.09.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Website der Deutschen Energieagentur, www.deea.de, am 16.09.2024 <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Website der Statista GmbH, statista.com,<\/em> <em>abgerufen am 16.09.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-164 wp-block-paragraph\"><strong>Wird das Grundwasser weniger?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 15.08.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Mehr als zwei Drittel unseres Trinkwassers aus der \u00f6ffentlichen Wasserversorgung stammen aus Grundwasservorkommen. Wir blicken jetzt auf eher feuchtes Winterhalbjahr und ausgesprochen nasse Monate Mai und Juni inclusive weitr\u00e4umiger \u00dcberschwemmungen in S\u00fcddeutschland zur\u00fcck. Konnte dieser Regen\u00fcberschuss die regenarmen Jahre von 2018 bis 2020 ausgleichen, in denen das Grundwasser mancherorts bedenklich zur\u00fcckging?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Messungen und Ergebnisse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist dieser Frage nachgegangen und dokumentiert das Ergebnis im Internet, auch in Form einer digitalen Karte. An 82 Referenzmessstellen wurden Daten aus den Jahren 1991 bis 2020 ausgewertet. Tats\u00e4chlich sanken die Pegelst\u00e4nde in den D\u00fcrrejahren merklich. 2019 und 2020 lag nur ein Drittel der Pegel im Normalbereich, zwei Drittel wiesen aber Niedrigstst\u00e4nde auf. Ganz anders die erste Jahresh\u00e4lfte 2024, in der sich bei drei Vierteln der Pegel ein hoher bis sehr hoher Grundwasserstand zeigte. F\u00fcr die Neubildung von Grundwasser ist aber nicht allein die Regenmenge entscheidend, sondern auch der Umfang der Bodenversiegelung, die Durchl\u00e4ssigkeit des Bodens und die Beschaffenheit der grundwasserf\u00fchrenden Schichten. Nach Aussage von Fachleuten kann sich das Grundwasser teilweise innerhalb von Stunden auff\u00fcllen, es kann aber auch Jahrzehnte dauern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ungleiche Verteilung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Bemerkenswert waren die regionalen Unterschiede der Regenmenge. In den zw\u00f6lf Monaten von Juni 2023 bis Juni 2024 gaben es einen enormen Regen\u00fcberschuss gegen\u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel 1991 bis 2020 im Voralpenland, in Teilen Baden-W\u00fcrttembergs, im Saarland, in der L\u00fcneburger Heide und in einer Zone vom Rheinland \u00fcber Hamburg bis Schleswig-Holstein. Unterdurchschnittlich bis schlecht waren die Regenf\u00e4lle in den neuen Bundesl\u00e4ndern. Niedrige Pegel waren zuletzt vor allem im s\u00fcdlichen Brandenburg und in Sachsen zu beobachten. So hat sich der Pegelstand in M\u00fclsen (Sachsen) beispielsweise nicht nur nicht erholt von den Trockenjahren, sondern sank sogar weiter ab. Auch im Erzgebirge und im Bayerischen Wald sind ein Drittel der Pegel noch unterdurchschnittlich hoch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Leichte Entspannung der Lage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Forscher ziehen folgendes Fazit: \u201eDas Niederschlagsdefizit der vergangenen Jahre hat sich nicht \u00fcber Gesamtdeutschland gleichf\u00f6rmig reduziert und in einigen Regionen gar nicht.\u201c Wenn der gesamte Wasserhaushalt des Landes betrachtet wird, also neben Grundwasser auch die Bodenfeuchte und die Gew\u00e4sser, so liegen neue Erkenntnisse vor. Die Forschung hat die Aussage eines US-Geologen, der Satellitendaten der GRACE-Mission auswertete und von einem Wasserverlust von 2,4 Kubikkilometern Wasser von 2000 bis 2022 ausging, was etwa dem Wasser im Bodensee &nbsp;entspr\u00e4che, auf Drittel dieser Menge unten korrigiert. Grund zur Entwarnung ist das aber nicht, denn Deutschland br\u00e4uchte unter dem Strich und auf l\u00e4ngere Sicht mehr Niederschlag, um die Wasser-Defizite auszugleichen. Denn mit steigenden Temperaturen verdunstet nat\u00fcrlich auch mehr Wasser aus den oberen Schichten des Bodens, bevor es das Grundwasser erreicht. Aber hinsichtlich der Frage, ob k\u00fcnftig Regen\u00fcbersch\u00fcsse zu erwarten sind, lassen die Klimamodelle noch keine klare Antwort zu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Regen nutzen, Trinkwasser schonen, Wasser sparen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Regenmenge ist kaum beinflussbar, aber den Regen k\u00f6nnte man vermehrt in Talsperren, Zisternen, Regentonnen auffangen und er m\u00fcsste st\u00e4rker genutzt werden, etwa zur Gartenbew\u00e4sserung oder zur Toilettensp\u00fclung, um die Trinkwasservorr\u00e4te zu schonen. Au\u00dferdem sollte der fast ungebremste Trend zur Bodenversiegelung durch neue H\u00e4user, Parkpl\u00e4tze, Stra\u00dfen, Gewerbegebiete im Umfang von 55 ha pro Tag, was in Summe pro Jahr der Fl\u00e4che der Stadt Hannover entspricht, dringend gestoppt werden. Ein Gro\u00dfteil des von befestigten Fl\u00e4chen abflie\u00dfenden Regenwassers landet nicht im Grundwasser, sondern in der Kl\u00e4ranlage bzw. im n\u00e4chsten Fluss. Wenn es darum geht, den Wasserverbrauch einzuschr\u00e4nken, ist aber in erster Linie die Industrie als gr\u00f6\u00dfter Wasserverbraucher gefragt. Denn durch die Wasserversorgung der \u00f6ffentlichen Hand wurden 2019 in Deutschland 20,71 Mrd. m\u00b3 Wasser gewonnen, f\u00fcr industrielle und gewerbliche Zwecke jedoch 15,36 Mrd. m\u00b3, davon 2,29 Mrd. m\u00b3 Grund- und Quellwasser. Mit 12 Mrd. m\u00b3 dominiert das Flusswasser als Wasserquelle, das vor allem f\u00fcr K\u00fchlzwecke in Kraftwerken genutzt wird. Vor allem aufgrund des gesunkenen K\u00fchlwasserbedarfs von Atom- und Kohlekraftwerken ging die gesamte Wasserentnahme aus der Umwelt im letzten Jahrzehnt um etwa ein Siebtel zur\u00fcck. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eWieder volle Speicher\u201c, von Eichhorn\/M\u00fcller-Hansen\/Kraus\/Schnuck, S\u00fcddeutsche Zeitung, 05.08.202<\/em>4<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Website der Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), www.bgr.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Website des Statistischen Bundesamts, www.destatis.de &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-165 wp-block-paragraph\"><strong>Wasserstoff hat Zukunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 05.08.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Noch ist nicht klar, wo \u201egr\u00fcner\u201c Wasserstoff aus der Wasserelektrolyse mit \u00d6kostrom in ausreichender Menge und zu akzeptablem Preis herkommen soll. Es gibt in Deutschland gerade mal etwa 40 Elektrolyseure, die eine kleine Menge dieses teuren Stoffs produzieren. Einstweilen ist der allergr\u00f6\u00dfte Teil \u201egrau\u201c. Er wird aus fossilen Kohlenwasserstoffen durch Dampfreformierung hergestellt. Wenn das dabei entstehende CO<sub>2<\/sub> abgetrennt und gespeichert wird, ist von \u201eblauem\u201c Wasserstoff die Rede. \u201eT\u00fcrkis\u201c wird er in dieser Nomenklatur, wenn im Zuge einer Methan-Pyrolyse statt CO<sub>2<\/sub> fester Kohlenstoff entsteht, der leichter deponiert werden kann als das gasf\u00f6rmige Kohlendioxid oder aber als Chemie-Grundstoff Verwendung findet. Es gibt noch weitere Herstellungswege mit den entsprechenden Farben, die voraussichtlich keine wesentliche Rolle spielen k\u00f6nnen. Momentan stammt in Deutschland erzeugte Wasserstoff allerdings zu \u00fcber 90 Prozent aus fossilen Quellen. Das soll sich \u00e4ndern. Mitte Juni arbeiten an etwa zwei Dutzend Standorten \u201ePower to gas\u201c -Anlagen, Elektrolyseure, die mit vor allem mit Windstrom Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff spalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wo Wasserstoff Sinn macht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Klar ist aber, dass kein Weg am Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft vorbeif\u00fchrt, vor allem die Stahl- und Zementproduktion ist ohne gr\u00fcnen Wasserstoff nicht klimaneutral zu bewerkstelligen. Auch Gaskraftwerke sollen Anschluss an ein entsprechendes Pipeline-Netz erhalten und k\u00fcnftig mit Wasserstoff befeuert werden. Das dritte Einsatzgebiet nach der Industrie und dem Kraftwerksbereich ist der Transportsektor, wobei H<sub>2<\/sub> als Kraftstoff im G\u00fcterverkehr und in der Luftfahrt vermehrt zum Einsatz kommen, aber f\u00fcr Pkw in der Nische bleiben d\u00fcrfte. \u00c4hnlich wird es bei Gasheizungen in Geb\u00e4uden laufen. Nur ein kleiner Teil der neuen H<sub>2<\/sub>-ready-Gaskessel wird Wasserstoff aus dem Netz beziehen k\u00f6nnen, weil das Wasserstoffnetz f\u00fcr Gro\u00dfabnehmer konzipiert ist. Dieses \u201eKernnetz\u201c ist zun\u00e4chst f\u00fcr eine L\u00e4nge von 9.700 km geplant. Zum Vergleich: das aktuelle Erdgasnetz umfasst 550.000 km, das Fernleitungsnetz allein 42.400 km.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Gas-to-Power<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">In einer Situation, in der genauere Prognosen hinsichtlich der Marktentwicklung schwierig sind, stellte die Bundesregierung mit ihrer Wasserstoffstrategie die Leitlinien vor. Sie will mit dem \u201eKraftwerksicherungsgesetz\u201c Anreize f\u00fcr den Neubau von wasserstofff\u00e4higen Kraftwerken schaffen. Insgesamt sind 12,5 Gigawatt (GW) Kraftwerksleistung vorgesehen. Es werden f\u00fcnf GW Leistung bei wasserstofff\u00e4higen Kraftwerken ab dem achten Betriebsjahr und weitere f\u00fcnf GW Leistung bei Gaskraftwerken ohne zeitliche Vorgaben zur Umstellung auf Wasserstoff ausgeschrieben. Weitere zwei Gigawatt Kraftwerksleistung sollen durch Modernisierung bzw. Umr\u00fcstung im bestehenden Kraftwerkspark hinzukommen und 500 Megawatt (MW) Kraftwerksleistung sind f\u00fcr ein Wasserstoff-Kraftwerk geplant, das sofort und vollst\u00e4ndig mit Wasserstoff betrieben werden kann. Erg\u00e4nzend will die Bundesregierung auch 500 MW Leistung f\u00fcr Strom-Langzeitspeicher ausloben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Aber diese Instrumente und Leitplanken stellen die Zielerreichung noch nicht sicher. Momentan ist nur klar, dass die Produktionskapazit\u00e4ten in Deutschland enorm ausgebaut werden m\u00fcssen. Das hei\u00dft: Zubau an Elektrolyseuren, um den Bedarf zu decken, den der Nationale Wasserstoffrat bei gr\u00fcnem Wasserstoff f\u00fcr Jahr 2030 mit 53 bis 90 Terawattstunden prognostiziert. Dies sei zum Erreichen der Klimaschutzziele notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zielzahlen sind zun\u00e4chst nur blanke Theorie. In der Praxis ist aktuell Nachfrage in gr\u00f6\u00dferem Umfang von seitens der Stahlindustrie erkennbar, bei den Gaskraftwerken aber noch nicht. Laut SZ \u201everschiebt die Kraftwerkstrategie des Bundes den Umstieg auf Wasserstoff bis in die sp\u00e4ten Drei\u00dfigerjahr und damit die Nachfrage nach dem n\u00f6tigen Brennstoff\u201c.&nbsp; Bislang aber nur ein Bruchteil der Erzeugungskapazit\u00e4t gebaut oder zumindest in Planung. Zus\u00e4tzlich zur Eigenproduktion muss deshalb Wasserstoff importiert werden, und zwar mehr als die H\u00e4lfte des Bedarfs im Jahr 2030, auch in der Erwartung, dass diese Importe g\u00fcnstiger kommen als die Produktion im Lande.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Woher kommt das gr\u00fcne Gas?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Nach einer Studie der Agora Energiewende k\u00f6nnten Mitte der 2030er Jahre k\u00f6nnten rund 60 bis 100 Terawattstunden (TWh) gr\u00fcner Wasserstoff aus benachbarten L\u00e4ndern eingef\u00fchrt werden. \u201eDamit lie\u00dfe sich ein wesentlicher Teil des von der Bundesregierung f\u00fcr 2030 angegebenen Neubedarfs an Wasserstoff und Derivaten decken.\u201c Der Import per Pipeline sei dabei die g\u00fcnstigere Variante gegen\u00fcber den Tankern. Als Varianten beim Transport per Schiff stehen noch wenige spezielle H<sub>2<\/sub>-Tanker und Ammoniak-Tanker zur Verf\u00fcgung. Der Fl\u00fcssigwasserstoff wird nahe der Verdampfungstemperatur, bei minus 250 Grad transportiert. Durch die unvermeidbare Erw\u00e4rmung auf dem Transportweg geht allerdings Wasserstoff verloren. Im zweiten Fall muss das im Ammoniak gespeicherte H<sub>2<\/sub> dann wieder durch Cracken zur\u00fcckgewonnen werden: ein Vorgang, der ebenfalls mit Verlusten verbunden ist. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Agora-Energiewende kommt zu folgender Bewertung der Importm\u00f6glichkeiten: \u201eDer entscheidende Nachteil von schiffsbasierten Transportoptionen gegen\u00fcber Pipelines ist hingegen eine deutlich niedrigere Effizienz. Die zum Transport per Schiff n\u00f6tige Umwandlung des Wasserstoffs in Derivate und die R\u00fcckumwandlung sind mit hohen Energieverlusten verbunden. Die daf\u00fcr notwendige Technik, zum Beispiel Ammoniakcracking, wurde bisher noch nicht gro\u00dfskalig demonstriert, so dass auch technische Risiken eine Rolle spielen. Der Wasserstofftransport per Pipeline ist hingegen mit sehr geringen Energieverlusten verbunden und technisch ausgereift.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Liefer-Kandidaten im S\u00fcden sind nach dieser Studie im S\u00fcden die L\u00e4nder Spanien und Tunesien auf der Basis von Sonnenstrom, im Norden D\u00e4nemark und Norwegen auf der Basis von Windstrom. Bundeskanzler Scholz und die italienische Ministerpr\u00e4sidentin Meloni einigten sich im November 2023 auf Kooperation bei einem Pipelineprojekt, das Nordafrika, Italien, \u00d6sterreich und die Schweiz mit dem Bundesland Bayern verbinden soll. Aber diese sogenannten \u201ePartnerschaften\u201c mit mehr als 20 L\u00e4ndern weltweit sind noch keine Vertr\u00e4ge, sondern nur Absichtserkl\u00e4rungen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der Markt und der Preis entscheiden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Das Manko an diesen Ausbaupl\u00e4nen besteht darin, dass inzwischen zwar eine ganze Reihe von Pilot- und Modellprojekten existieren, aber sich bislang noch kein nennenswerter Markt entwickelt hat. Die Wasserstoff-Technologien d\u00fcrften noch l\u00e4ngere Zeit teuer sein. Letztlich ist aber der Abnahme-Preis f\u00fcr diesen \u201eChampagner der Energiewende\u201c entscheidend. Die Bundesregierung versucht nun mit finanzieller F\u00f6rderung den Aufbau einer Infrastruktur voranzutreiben. Im Juli hat Bundesminister Habeck F\u00f6rderbescheide \u00fcber 4,6 Mrd. Euro an rund 20 Unternehmen \u00fcbergeben, die Leitungen, Wasserstoff-Produktionsanlagen oder Speicher bauen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wasserstoff hat also Zukunft in Deutschland. Letztlich sind gr\u00fcner Wasserstoff und die damit verbundenen Techniken alternativlos auf dem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t. Der Zug ist bereits aufs Gleis gesetzt. Obwohl Ziele, Rahmenbedingungen und Umsetzungsstrategie gekl\u00e4rt sind, wird es wohl noch etwa 15 Jahre dauern, bis dieses \u201egr\u00fcne\u201c Gas dem fossilen Erdgas ernsthaft Konkurrenz macht. (rk)&nbsp; &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eWoher Wasserstoff kommen k\u00f6nnte\u201c, Michael Bauchm\u00fcller, S\u00fcddeutsche Zeitung, 04.07.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eDeutschlands Wasserstoff-Zukunft: Europ\u00e4ische Pipelines als Schl\u00fcssel\u201c, Pressemitteilung der Agora Energiewende, 04.07.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eWasserstoffimporte Deutschlands. Welchen Beitrag k\u00f6nnen Pipelineimporte in den 2030er Jahren leisten?\u201c, Studie der Agora-Energiewende, Juni 2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eWie die Energiewende vorankommt&#8220;, tagesschau.de, 07.08.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-166 wp-block-paragraph\"><strong>Kreuzfahrten &#8211; die Schmutzfahne der Traumschiffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 29.06.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Nach Umsatzeinbruch der Pandemiejahre erholt sich die Kreuzfahrtbranche wieder. Letztes Jahr waren fast drei Millionen Deutsche auf gro\u00dfer Fahrt. Da in den letzten Jahren das Bewusstsein f\u00fcr die Klimakrise weiter gewachsen ist, sind Unternehmen und Reiseveranstalter sehr um ein gr\u00fcnes Image bem\u00fcht. Es gilt, den ramponierten Ruf der Kreuzfahrten aufzubessern. Die Internationale Seefahrtorganisation hat denn auch das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t bis 2050 ausgegeben. In 26 Jahren klimaneutral? Davon ist man aktuell nicht blo\u00df nach Jahren weit entfernt. Das hindert die Branche aber nicht daran, unverdrossen Erfolgsmeldungen abzusetzen, wie etwa bei der Jungfernfahrt von \u201eMein Schiff 7\u201c der TUI Cruises, die \u201eunvergessliche Genussmomente\u201c verspricht und stolz darauf verweist, das Schiff, ausgelegt f\u00fcr 2.900 G\u00e4ste, werde k\u00fcnftig \u201emit gr\u00fcnem Methanol\u201c betrieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Gegenwart ist allerdings eher trist und grau. Momentan f\u00e4hrt das Schiff mit einem fossilen Treibstoff, n\u00e4mlich Marinediesel, einem fossilen Treibstoff, bei dessen Verbrennung im Motor jede Menge Treibhausgasgase frei werden. H\u00e4ufiger als der Marinediesel kommt in der Schifffahrt das schmutzigere Schwer\u00f6l zum Einsatz, schlicht deshalb, weil es billiger ist. Die entstehenden Luftschadstoffe sind allerdings ein gro\u00dfes Problem. Denn bei diesem Treibstoff gehen Ru\u00df, Feinstaub, Stickoxide und Schwefelverbindungen durch den Schornstein, es sei denn, sie werden durch sogenannte \u201eScrubber\u201c ausgewaschen. Wenn diese Br\u00fche allerdings einfach ins Meer abgelassen wird, wie das nach h\u00e4ufig geschieht, leidet die Umwelt trotzdem. Zwar verf\u00fcgt ein Gro\u00dfteil der Kreuzfahrtschiffe tats\u00e4chlich \u00fcber solche Scrubber, aber nur ein Teil entsorgt die Waschfl\u00fcssigkeit ordnungsgem\u00e4\u00df an Land. Momentan ist es nicht weit her mit sauberen Antrieben und Treibstoffen, denn auch bei TUI Cruises liegt der Schwer\u00f6l-Anteil bei 65 %, bei der Branchengr\u00f6\u00dfe MSC sogar bei 75 %.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Beim TUI Schiff 7 sind im Maschinenraum zwar einige Rohleitungen f\u00fcr Methanol installiert, aber die f\u00fcr diesen Treibstoff vorgesehenen Viertaktmotoren befinden sich noch in der Entwicklung und werden wohl erst Anfang 2026 eingebaut. Sollte sich diese Technik bew\u00e4hren, \u00fcberlegt man bei TUI, die Schiffe 1 bis 6 entsprechend umzur\u00fcsten. AIDA Cruises f\u00e4hrt mit Fl\u00fcssigerdgas, das zwar weniger Luftschadstoffe verursacht als die Diesel-Variante, aber ebenfalls das Klima sch\u00e4digt. Beide Unternehmen hatten urspr\u00fcnglich ambitioniertere Klimaziele: Klimaneutralit\u00e4t bis 2040. Inzwischen will man sich aber bis 2050 Zeit lassen. Das Unternehmen MAERSK, dessen Containerschiffe G\u00fcter auf allen Weltmeeren transportieren, ist an dieser Stelle ehrgeiziger und bleibt bei 2040 als Zieljahr f\u00fcr die Klimaneutralit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Gro\u00dftechnisch stammt Methanol als wichtiger Grundstoff der chemischen Industrie \u00fcberwiegend aus fossilen Quellen. Ausgangspunkt ist eine Mischung aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff als Synthesegas. \u201eGr\u00fcnes\u201c Biomethanol aus Pflanzenresten (Zuckerrohr) wird in Brasilien h\u00e4ufig als Fahrzeug-Treibstoff verwendet. Auch die Produktion von (dann klimaneutralem) Methanol aus Wasserstoff (via Elektrolyse mit \u00d6kostrom) und Kohlendioxid ist m\u00f6glich. Da es Methanol bereits Motoren antreibt, d\u00fcrfte die Umsetzung auf die Anforderungen eines Kreuzfahrtschiffs kein Hexenwerk sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der springende Punkt ist jedoch der Preis f\u00fcr den Treibstoff. Denn die Reedereien sind in einem harten Wettbewerb, der sie zwingt, genau zu \u00fcberlegen, welchen Anteil der Mehrkosten sie den Kunden zumuten k\u00f6nnen. Gleichzeitig geht der Kreuzfahrt-Trend zu gr\u00f6\u00dferen Schiffen. TUI plant mit der \u201eIntuition\u201c Serie f\u00fcr 4000 Passagiere. Klimawandel hin oder her \u2013 die Branche setzt auf Expansion und eine gute PR. Die Minderung der Treibhausgase h\u00e4lt allerdings nicht Schritt mit dieser Entwicklung und die Klimaneutralit\u00e4t l\u00e4sst ohnehin noch lange auf sich warten. Somit ist aus Sicht des Klimaschutzes f\u00fcr die n\u00e4chsten 10 Jahre von der Buchung einer Kreuzfahrt abzuraten. &nbsp;Immer mehr Bewohner von K\u00fcstenst\u00e4dten, die unter dieser Form des Massentourismus leiden, sehen das \u00e4hnlich. (rk)&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eGesucht: klimaschonende Kreuzfahrten\u201c, Lea Hampel\/Sonja Salzburger, S\u00fcddeutsche Zeitung, 22.\/23.06.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>&nbsp;\u201ePack das Methanol in den Tank \u2013 irgendwann\u201c, Antje Blinda, Spiegel online, 23.06.2024 &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-167 wp-block-paragraph\"><strong>Was die Wirtschaft will<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>www.klimaseite.info, 20.06.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Regierungskoalition ist sich wieder mal uneinig. Diesmal geht es darum, wie das Geld in den n\u00e4chsten Jahren zu verteilen ist. Seit Wochen wird \u00fcber Wirtschaftshilfen und ein Investitionspaket der Bundesregierung diskutiert, um der schw\u00e4chelnden Konjunktur auf die Beine zu helfen. Nachdem letztes Jahr das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent zur\u00fcckging, stimmen die j\u00fcngsten Prognosen von Wirtschaftsforschern zwar etwas optimistischer. Drei Institute rechnen f\u00fcr 2024 mit einem Zuwachs des BIP zwischen 0,2 und 0,4 Prozent. Wenn es mehr sein soll, m\u00fcssen jedoch zus\u00e4tzlich staatliche Mittel eingesetzt werden, um die privaten Investitionen anschieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Vorbild k\u00f6nnte die USA sein, denn die Biden-Regierung hat im August 2022 ein riesiges Investitionsprogramm zum Ausbau von Infrastruktur, erneuerbaren Energien und Klimaschutz gestartet, das sich jetzt auszahlt, und auf das Wirtschaftsminister Habeck neidvoll blicken d\u00fcrfte. Mit dem amerikanischen \u201eInflationsbek\u00e4mpfungsgesetz\u201c werden 370 Mrd. Dollar f\u00fcr Energiesicherheit und Klimaschutz, au\u00dferdem 64 Mrd. Dollar f\u00fcr das Gesundheitswesen bereitgestellt: die \u201egr\u00f6\u00dfte Investition gegen Erderw\u00e4rmung in der US-Geschichte\u201c laut Tagesschau. Der Spiegel res\u00fcmiert: \u201eDer Inflation Reduction Act\u201c (IRA) hat zu einem massiven Anstieg der Investitionen in gr\u00fcne Technologien in den USA gef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Staatliche T\u00f6pfe sind leer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Und die Bundesregierung? Die fest eingeplanten 60 Mrd. Euro aus dem Topf nicht abgerufener Corona-Gelder konnten nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nicht in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) \u00fcberf\u00fchrt werden. Das Gericht sah hier die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse tangiert. Die Bundesregierung hat dann noch ein Bruchteil dieser Summe f\u00fcr Klimaschutzma\u00dfnahmen, insbesondere F\u00f6rdermittel f\u00fcr Heizungsumstellung und energieeffiziente Geb\u00e4ude, f\u00fcr klimafreundliche Stahlproduktion, den Bau von Akkuspeicher- und Chipfabriken zusammengekratzt, wobei letztere nicht zwingend unter Klimaschutz zu subsummieren sind. Denn der KTF, aus dem auch Mittel f\u00fcr den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft flossen, ist zur eierlegenden Wollmilchsau geworden, aber daf\u00fcr mittlerweile nicht gen\u00fcgend ausgestattet. Finanzminister Lindner aber will weder neue Steuern, noch will er neue Kredite aufnehmen und beharrt auf der Einhaltung der Schuldenbremse. Auf der anderen Seite werden die Rufe nach einen Konjunkturprogramm immer lauter; von Seiten der Wirtschaftsforscher, wie auch aus der Wirtschaft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der Vorschlag der Industrie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der Bundesverband der deutschen Industrie BDI schl\u00e4gt nun ein Investitions-Paket von 400 Mrd. Euro verteilt auf 10 Jahre vor. Bei diesen Ma\u00dfnahmen geht es bei weitem nicht nur industriespezifische Aspekte, sondern um eine breite Palette von Industriehilfen, Klimaschutz, Infrastrukturma\u00dfnahmen und -man h\u00f6re und staune- auch in die Bildung sollen Milliarden Euro flie\u00dfen. Das sind Investitionen in die Zukunft und der BDI hat offensichtlich verstanden, dass es angesichts des Fachkr\u00e4ftemangels nicht angehen kann, dass 12 Prozent der Schulkinder die Schule ohne Abschluss verlassen, um nur eines die vielen Probleme im deutschen Bildungssystem zu benennen. Und so sollen die Investitionen eingesetzt werden: &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">101 Mrd. Euro im Bildungssektor<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">158 Mrd. Euro in Verkehrsinfrastruktur (Schienen- und Stra\u00dfenverkehr), davon allein 64 Mrd. Euro in den Ausbau des \u00d6PNV<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">56 Mrd. Euro Geb\u00e4ude und Wohnen (sozialer Wohnungsbau, Sanierung, Fernw\u00e4rme etc.)<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">23 Mrd. Euro Dekarbonisierung der Wirtschaft und gr\u00fcne Technologien<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">18 Mrd. Euro f\u00fcr Tank-, Ladeinfrastruktur und gr\u00fcne Kraftstoffe<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">20 &#8211; 40 Mrd. Euro f\u00fcr wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit bei Schl\u00fcsseltechnologien (Batterie, Mikroelektronik) &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Finanziert werden sollen diese rund 400 Mrd. Euro durch ein Sonderprogramm au\u00dferhalb des regul\u00e4ren Haushalts, \u00e4hnlich wie die 100 Mrd. Euro f\u00fcr Bundeswehr, R\u00fcstung und nationale Sicherheit, also durch neue Schulden, die aber nicht unter die per Grundgesetz abgesicherte Schuldenbremse fallen. Finanzminister Lindner sperrt sich dennoch. Die Frage ist, wie lange noch seinen Widerstand durchh\u00e4lt. Das d\u00fcrfte ein Thema bei den aktuellen Verhandlungen zum Haushalt 2025 werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Muss die Wirtschaft jetzt in die Presche springen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zwar hat der Sektor der Wirtschaft in den letzten Jahren das Limit des Klimaschutzgesetzes (KSG) nicht \u00fcberschritten, aber Unternehmen und Verb\u00e4nde wissen, dass noch viel CO<sub>2<\/sub> einzusparen ist bis zum Ziel der Klimaneutralit\u00e4t. Und sie m\u00fcssen wohl auch einen zus\u00e4tzlichen Beitrag f\u00fcr die Sektoren Geb\u00e4ude und Verkehr liefern, die die Messlatte des KSG letztes Jahr erneut gerissen haben. Denn das k\u00fcrzlich novellierte Klimaschutzgesetz erlaubt diese Quer-Verrechnung, die man \u201eLastenteilung\u201c nennen, aber auch als Abschieben der Verantwortung bezeichnen k\u00f6nnte. (rk)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eWirtschaftsforscher blicken zuversichtlicher auf die Konjunktur\u201c, Der Spiegel online, 13.06.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eIndustrie fordert Milliardent\u00f6pfe gegen Investitionstau\u201c, Der Spiegel online, 12.06.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eLindner gehen die Unterst\u00fctzer aus\u201c, S\u00fcddeutsche Zeitung, 13.06.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eKongress verabschiedet Klima- und Sozialpaket\u201c, tagesschau.de, 13.08.2022<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eUSA erleben Boom bei gr\u00fcnen Technologien,<\/em> <em>Der Spiegel online<\/em>, <em>29.05.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-168 wp-block-paragraph\"><strong>Der Abschied von der Kohle ist f\u00e4llig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 12.04.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Auch wenn das die verbliebenen 20.000 Besch\u00e4ftigten der Branche nicht gern h\u00f6ren wollen: Der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr Deutschland, die nationalen Klimaschutzziele f\u00fcr das Jahr 2030 zu erreichen, denn laut Umweltbundesamt macht die Kohlekraft 70 Prozent der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen der Stromerzeugung aus. Zwar ist der Strom ist nur eine Energieform und Treibhausgase kommen aus mehreren Emissionssektoren, fossile Energietr\u00e4ger werden auch verbrannt in Motoren, Turbinen, Heizungen oder reinen Heizkraftwerken, aber an der Schl\u00fcsselstellung der Kohle \u00e4ndert das nichts. Der hohe Emissionsanteil der Kohle ist auch insofern bemerkenswert, als Braunkohle und (importierte) Steinkohle in 2023 etwa ein Viertel zur gesamten Stromerzeugung beitrugen. Dieses ung\u00fcnstige Verh\u00e4ltnis kommt nicht von ungef\u00e4hr, denn die Energieerzeugung aus Stein- und erst recht aus Braunkohle f\u00fchrt zu sehr hohen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen pro Kilowattstunde Strom, von den ebenfalls emittierten Luftschadstoffen gar nicht zu reden: Braunkohle: 1.137 g\/kWh, Steinkohle 853 g\/kWh gegen\u00fcber Erdgas 381 g\/kWh. Die Verstromung von Braunkohle, von Greenpeace als der \u201eschmutzigste Brennstoff der Welt\u201c bezeichnet, verursacht also fast dreimal so viel CO<sub>2 <\/sub>wie aus Erdgas. Zum Vergleich: Strom aus erneuerbaren Energien liegt bei den Emissionsfaktoren, ob aus Wasser-, Windkraft oder Photovoltaik, weit unter 100 g\/kWh.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Gaskraft als das kleinere \u00dcbel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Darum w\u00e4re ein Ersatz von Kohlekraft- durch Gaskraftwerke mit einer nicht unerheblichen Einsparung an CO<sub>2<\/sub> verbunden. 2018 war das letzte Jahr des Steinkohleabbaus in Deutschland, die Zechen wurden geschlossen. Wird 2030, wie von den Gr\u00fcnen gefordert, die Kohleverstromung eingestellt? Wann stehen die riesigen Schaufelbagger, die im Braunkohle-Tagebau enorme L\u00f6cher in die Landschaft rei\u00dfen, still? Im Koalitionsvertrag hatten sich die drei Parteien der Ampelkoalition noch auf ein unverbindliches \u201eidealerweise\u201c geeinigt, aber die Gesetzeslage fordert den Ausstieg erst mit Ablauf des Jahres 2038. Das Umweltbundesamt stellt jedoch unmissverst\u00e4ndlich klar, dass der Kohleausstieg bis 2030 erforderlich ist, damit die Treibhausgase entsprechend dem Klimaschutzgesetz bis 2030 um 65 % reduziert werden k\u00f6nnen. In diesem Zusammenhang sind die Emissionen aus der Energieerzeugung zu halbieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Aktuell ist jedoch auch klar, dass die erneuerbaren Energien (EE) die L\u00fccke, die die Kohlekraft hinterl\u00e4sst, nicht komplett schlie\u00dfen k\u00f6nnen, schon gar nicht bis 2030. Die Bundesregierung hat ein \u00d6kostromziel von \u201enur\u201c 80 % vorgegeben und selbst das wird nicht leicht zu erreichen sein. Um den voraussichtlichen Strombedarf in sechs Jahren zu decken, der vermutlich um ein Drittel gr\u00f6\u00dfer sein wird als die 450 Mrd. kWh von 2023, muss die Gasverstromung hochgefahren werden, zum einen zur Abdeckung der n\u00f6tigen Strommengen, zu anderen zum Lastausgleich und zur Abdeckung der Nachfragespitzen im S\u00fcden. Denn gerade, wenn Stromspeicher fehlen und das \u00dcbertragungsnetz noch kr\u00e4ftig ausgebaut werden muss, geht es nicht nur um die blo\u00dfe Strommenge. Gaskraftwerke k\u00f6nnen schneller hochgefahren werden und flexibler auf Engp\u00e4sse reagieren als Kohlekraftwerke. Insofern dr\u00e4ngt der Austausch der Reservekapazit\u00e4ten gerade auf. Die Prognosen gehen allerdings auseinander, wie viele Gaskraftwerke mit welcher Leistung bis 2030 entstehen m\u00fcssen. Das Energiewirtschaftliche Institut in K\u00f6ln gibt 23 Gigawatt an, BDI Pr\u00e4sident Russwurm h\u00e4lt einen Zubau von 43 Gigawatt f\u00fcr notwendig, um die Versorgungssicherheit zu gew\u00e4hrleisten. Die Marktdurchdringung wird wesentlich vom Preis f\u00fcr Erdgas und vom CO<sub>2<\/sub>-Preis im europ\u00e4ischen Zertifikatehandel abh\u00e4ngen. &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u00d6kostrom wichtiger als Kohlestrom<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">2022 hatte die Kohlekraft noch einen Anteil von 33,2 % an der Stromerzeugung, wurde aber bereits damals vom Strom aus erneuerbaren Quellen mit einem Anteil von 46,3 % \u00fcberfl\u00fcgelt. Ein \u00e4hnliches Bild bot sich 2023, dem bisherigen Rekordjahr der \u00d6kostromerzeugung, mit einem EE-Stromanteil von 56,0 %, w\u00e4hrend der Kohlestromanteil auf 26,1 % sank. Nach einer im Internet verf\u00fcgbaren Liste das Umweltbundesamts sind momentan noch 68 reine Braun- und Steinkohlekraftwerke mit einer Bruttoleistung von 36,5 Gigawatt in Betrieb. Laut Kohleausstiegsgesetz von 2020 soll die Kohle-Kraftwerksleistung 2022 auf 30 GW und 2030 auf 17 GW reduziert werden, der Ausstieg ist allerdings erst f\u00fcr Ende 2038 vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Gro\u00dfe Energieversorger orientieren sich bereits neu. EnBW will bis Ende 2028 aus der Kohleverstromung aussteigen und investiert verst\u00e4rkt in EE, so wie RWE. Diese Investitionen tragen nicht zur CO<sub>2<\/sub>-Minderung bei, sondern versprechen auch wirtschaftlichen Ertrag. Eine Studie \u00fcber Kohlekraftwerke in \u00fcber 70 L\u00e4ndern kommt zu dem Ergebnis, dass 2.300 von 2.500 dieser Kraftwerke gewinnbringend ersetzt werden k\u00f6nnten, da Solarstrom und Windstrom fast \u00fcberall g\u00fcnstiger zu produzieren sei. Auch f\u00fcr Deutschland wird bei der Investition von 120 Mrd. Euro f\u00fcr Photovoltaikanlagen, gro\u00dfe Batteriespeicher und Windr\u00e4der ein dickes Plus von 550 Mrd. Euro nach 30 Jahren prognostiziert. Mithin ist der Kohleausstieg aus der Sicht des Klimaschutzes und der Wirtschaftlichkeit geboten. &nbsp;(rk)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eRaus aus der Kohle \u2013 und dann?\u201c, Nakissa Salavati, S\u00fcddeutsche Zeitung, 05.04.2024 &nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eStromerzeugung 2023\u201c, Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 087 vom 07.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eEntwicklung der spezifischen Treibhausgas-Emissionen des deutschen Strommix in den Jahren 1990 \u2013 2022\u201c, Climate Change, 20\/2023, <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Umweltbundesamt, Dessau-Ro\u00dflau, Mai 2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eErneuerbare Energien deckten 2023 erstmals mehr als die H\u00e4lfte des Stromverbrauchs, Pressmitteilung, bdew.de, 18.12.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eKohlekraftwerke ersetzen lohnt sich\u201c, tagesschau.de, 30.11.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eTreibhausgasminderung um 70 Prozent bis 2020: So kann es gehen!\u201c, Positionspapier des Umweltbundesamts, September 2021<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-169 wp-block-paragraph\"><strong>Extremwetter 2023 &#8211; das neue Normal?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 22.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Bilanz der Weltwetterorganisation WMO f\u00fcr 2023 beunruhigt. WMO-Generalsekret\u00e4rin Celeste Saulo rief anl\u00e4sslich der Pr\u00e4sentation des Berichts die &#8222;Alarmstufe Rot&#8220; aus. Zum einen wurde ein Anstieg der globalen, mittleren Oberfl\u00e4chentemperatur um 1,45 Grad Celsius gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau gemessen. Damit wurde letztes Jahr das untere Limit, das sich die UN- Klimakonferenz 2015 in Paris setze, fast erreicht, wobei sich dieses Ziel auf den langj\u00e4hrigen Durchschnitt, nicht auf ein einzelnes Jahr bezieht. Au\u00dferdem listet der \u201eKlimazustandsbericht 2023\u201c eine ganze Reihe von Extremwetterlagen, klimabedingten Naturkatastrophen und einschneidenden Entwicklungen auf, die in dieser H\u00e4ufung auff\u00e4llig sind: In der Antarktis schmolz das Meereis um 1 Million Quadratkilometer ab, was mit der ebenfalls gestiegenen Temperatur der Ozeane korrespondiert. Da sich Wasser bei Erw\u00e4rmung ausdehnt, stieg auch der Meeresspiegel. Die Alpengletscher verloren Eis in einem nie dagewesenen Ausma\u00df und es war mit Abstand das hei\u00dfeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Folge der Hitze und langanhaltenden Trockenheit waren D\u00fcrren, Ernteausf\u00e4lle und Waldbr\u00e4nde. Manche Regionen litten wiederum unter zu viel Regen und weitr\u00e4umigen \u00dcberschwemmungen. Erschwerend hinzu kamen Hurrikans, Zyklone und Wirbelst\u00fcrme, die ebenfalls gro\u00dfe Sch\u00e4den verursachten. Gleichzeitig wurde weltweit noch nie so viel CO<sub>2<\/sub> ausgesto\u00dfen, wie 2023, womit wir bei der Ursache des Klimawandels w\u00e4ren. Der Ausbau der erneuerbaren Energien erreichte zwar ebenfalls Rekordniveau, aber solange die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger nicht sinken, geht die Erderw\u00e4rmung weiter. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>Quelle:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:0.5\"><em>\u201eSo extrem war das Klima 2023\u201c, Benjamin von Brackel, S\u00fcddeutsche Zeitung, 20.03.2024&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-170 wp-block-paragraph\"><strong>Mit Atomkraft zur\u00fcck in die Zukunft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 26.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Es erinnert ein wenig an die DDR-Nostalgie und ist rational ebenfalls nur schwer zu erkl\u00e4ren: die Kernkraft-Nostalgie. Letztes Jahr, bevor die letzten drei deutschen Atomreaktoren vom Netz gingen, war das Unken vor einem Blackout und Stromengpass un\u00fcberh\u00f6rbar. FDP, CSU und CDU wollten nicht von der gef\u00e4hrlichen Technik lassen. R\u00fcckblickend und angesichts der Tatsache, dass der gef\u00fcrchtete Notstand ausblieb, wird jetzt flei\u00dfig gestreut, dass Deutschland daf\u00fcr massenhaft Atomstrom importieren musste. Tats\u00e4chlich wurden 2023 erstmal seit 2002 mehr Strom importiert als exportiert, n\u00e4mlich 9 Mrd. kWh (von insgesamt 510 Mrd. kWh Netzstrom insgesamt), aber im europ\u00e4ischen Strommix. Zur H\u00e4lfte stammten die Stromimporte aus erneuerbaren Quellen und nur zu einem Viertel Atomstrom. Ohnehin trugen die verbliebenen Reaktoren 2022 nur noch 6,4 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei, 2023 nur noch 1,5 Prozent: ein nicht vernachl\u00e4ssigbarer, aber durchaus ersetzbarer Beitrag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Angeschoben von Frankreich haben sich j\u00fcngst die europ\u00e4ischen Staaten zusammengefunden, die neue AKWs bauen wollen. Die Pro-Allianz w\u00e4chst angesichts des fortschreitenden Klimawandels, verspricht die Kernkraft doch nahezu CO<sub>2<\/sub>-freien Strom. Allerdings kann man hier von Klimaneutralit\u00e4t nur reden, wenn die grauen Emissionen aus der Gewinnung und Aufbereitung von Uran, dem Bau der Reaktoren und der Herstellung der technischen Komponenten unterschlagen werden.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Nostalgie kleidet sich in das Gewand der Innovation. Startups forschen fieberhaft nach neuen Reaktorkonzepten und scheitern reihenweise auf dem Weg vom Konzept \u00fcber erste Prototypen zur Realisierung auf dem Markt. Aber nicht durchg\u00e4ngig. In Rum\u00e4nien werden jetzt sechs kleine Nuklearreaktoren (Small Modular Reaktor SMR) gebaut. Sie sollen zeigen, dass ortsnahe Stromerzeugung aus Kernkraft mit diesen Typen machbar und ungef\u00e4hrlich ist. Der B\u00fcrgermeister ist euphorisch, die Einwohner reagieren eher skeptisch.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Denn was die Bef\u00fcrworter einfach nicht sehen wollen: Kaum einer will einen Atomreaktor in seiner N\u00e4he haben und f\u00fcr das Endlager gilt das Gleiche. Der zweite blinde Fleck bezieht auf die Gestehungskosten des Atomstroms. Aktuell ist das so ziemlich die teuerste Methode der Stromproduktion, wenn die AKWs neu gebaut werden. Aufgrund der hohen Sicherheitsstandards und langer Bauzeiten muss die Stromerzeugung teurer kommen als die von gro\u00dfen Photovoltaikanlagen oder Windkraft an Land. Neben der Unterscheidung, ob der Atomstrom aus alten und neuen Anlagen stammt, gibt es hier noch eine weitere Grauzone: die Folgekosten wie Umwelt-, Gesundheitssch\u00e4den und Entsorgung, die in Deutschland ja noch ungekl\u00e4rt ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt liegen die Folgekosten von Atomkraft im Vergleich zu anderen Energietr\u00e4gern am h\u00f6chsten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Und was die hei\u00df diskutierten neuen Reaktorkonzepte angeht, hat das Bundesamt f\u00fcr Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) in einer aktuellen Studie folgendes n\u00fcchternes Fazit gezogen: \u201eIn keinem der L\u00e4nder ist ein Durchbruch abzusehen\u201c. Jedenfalls nicht in den n\u00e4chsten zwei, drei Jahrzehnten. Auf die k\u00e4me es aber an, wollte man dem Klimawandel mit Atomkraft wirksam begegnen. Wenn es l\u00e4nger dauert, kommt vielleicht schon der Fusionsreaktor ins Spiel und diese Technik verspricht Stromerzeugung ohne die Gefahr eines nuklearen GAUs und ohne Endlagersorgen.&nbsp;(rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"padding-top:0;padding-bottom:0;line-height:0.5\"><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"padding-top:0;padding-bottom:0;line-height:0.5\"><em>\u201eIn keinem der L\u00e4nder ist ein Durchbruch abzusehen\u201c, Michael Bauchm\u00fcller, S\u00fcddeutsche Zeitung, 22.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"padding-top:0;padding-bottom:0;line-height:0.5\"><em>\u201eAnalyse und Bewertung des Entwicklungsstands, der Sicherheit und des regulatorischen Rahmens f\u00fcr sogenannte neuartige Reaktorkonzepte\u201c, <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"padding-top:0;padding-bottom:0;line-height:0.5\"><em>\u00d6koinstitut. e.V., TU Berlin, Physikerb\u00fcro Bremen, Berlin M\u00e4rz 2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"padding-top:0;padding-bottom:0;line-height:0.5\"><em>\u201eDer Traum von den Mini-Akw\u201c, tagesschau.de, 21.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"padding-top:0;padding-bottom:0;line-height:0.5\"><em>\u201eEine Allianz f\u00fcr Kernkraft in Europa, tagesschau.de,<\/em> <em>21.03.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"padding-top:0;padding-bottom:0;line-height:0.5\"><em>Statistisches Bundesamt, statista.de<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-171 wp-block-paragraph\"><strong>Die COP28: Erfolg oder Flop?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 24.01.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">In der langen Reihe von inzwischen 28 UN-Klimaschutzkonferenzen gibt es leider wenig Highlights. Als solches zu benennen w\u00e4re die COP15 in Paris mit der gemeinsamen Zielsetzung, die Erderw\u00e4rmung m\u00f6glichst auf 1,5 Grad Celsius, maximal aber auf 2 Grad zu begrenzen. Die letzte Veranstaltung in dieser Reihe, die COP28 in Dubai, stand schon aufgrund der Pr\u00e4sidentschaft von Al Jaber, dem Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate und CEO eines gro\u00dfen \u00d6lkonzerns, unter keinem guten Stern. Erschwerend hinzu kamen die Kriege in der Ukraine und Israel hinzu, die nach der Flaute w\u00e4hrend der Corona-Pandemie die Nachfrage nach Erd\u00f6l und Erdgas weltweit anheizten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Obwohl l\u00e4ngst klar ist, dass schnell Schluss sein muss mit der F\u00f6rderung und Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger fuhren die gro\u00dfen \u00d6lkonzerne letzte Jahr Milliardengewinne ein. Die Anteilseigner der f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten \u00d6lunternehmen der Welt &#8211; BP, Shell, Chevron, ExxonMobil und TotalEnergies &#8211; k\u00f6nnen f\u00fcr 2023 mit 100 Milliarden US-Dollar (90 Milliarden Euro) Dividende rechnen. Das entspricht zuf\u00e4llig der den Entwicklungsl\u00e4ndern schon lange zugesagten Summe an internationaler Hilfe f\u00fcr Klimasch\u00e4den. Nach Spiegel-Recherche haben sechzig Banken zwischen 2016 und 2022 mit rund 1,8 Billionen Dollar (umgerechnet rund 1,7 Billionen Euro) internationale Kohle-, \u00d6l- und Gaskonzerne finanziert. Der \u00fcberwiegende Teil davon waren Kredite zur F\u00f6rderung fossiler Rohstoffe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend UN-Generalsekret\u00e4r Antonio Guterres auf der COP28 die Vertreter von fast 200 Staaten wieder einmal beschw\u00f6rt (\u201eWir k\u00e4mpfen den Kampf unseres Lebens\u201c), w\u00e4hrend die CO<sub>2<\/sub>-Konzentration in der Atmosph\u00e4re die neue Rekordh\u00f6he von 420 ppm erreicht, entschwindet das 1,5-Grad-Ziel. Indes wollen viele Politiker und B\u00fcrger gerne glauben, die Welt h\u00e4tte noch Zeit f\u00fcr den Ausstieg aus fossilen Energien, idealerweise bis Mitte des Jahrhunderts, aber davon kann nat\u00fcrlich gar keine Rede sein, F\u00f6rderung und Verbrauch m\u00fcssen sofort radikal heruntergefahren werden. Bei den 1,5 Grad Celsius als Maximum der Erderw\u00e4rmung geht es um Jahre, nicht um Jahrzehnte. Aber auch die Deutschen setzen weiter auf die Fossilen, beim Kauf von Gasheizungen oder Autos mit Verbrennungsmotor. Und diese Neuanschaffungen werden rund 20 Jahre im Einsatz sein. Das wissen F\u00f6rderl\u00e4nder, Investoren und \u00d6lkonzerne. Diese Tatsache sichert den Absatz der fossilen Brennstoffe und Kraftstoffe auf lange Zeit. Und so musste schon als Erfolg verbucht werden, dass die COP28 erstmals in einem Abschluss-dokument der Weltklimakonferenz die grunds\u00e4tzliche Abkehr von fossilen Energietr\u00e4gern beschloss, wobei der Ausstieg nicht terminiert werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Genau dagegen hatten sich n\u00e4mlich 22 erd\u00f6lexportierende Staaten noch w\u00e4hrend der Konferenz ausgesprochen. Vor dem Hintergrund des Marktgeschehens (siehe oben) darf ohnehin skeptisch sein, ob der Ausstieg in den n\u00e4chsten 20 bis 30 Jahren gelingen kann, obwohl auf vielen Anwendungsfeldern alternative, fossilfreie Techniken zur Verf\u00fcgung stehen. Wie erw\u00e4hnt, begibt sich die Weltwirtschaft derzeit weiter in fossile Abh\u00e4ngigkeiten. Die Nachricht, dass die n\u00e4chste UN-Klimaschutzkonferenz COP29 Ende des Jahres erneut von einem \u00d6lf\u00f6rderland, n\u00e4mlich Kasachstan, ausgerichtet wird, stimmt nat\u00fcrlich auch nicht gerade optimistisch.&nbsp; (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Susanne G\u00f6tze, SPIEGEL Klimabericht, 03.11.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-172 wp-block-paragraph\"><strong>Der IPCC-Synthesebericht: Fakten und Prognosen zum Klimawandel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>klimaseite.info, 07.04.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die mittlere Erderw\u00e4rmung gegen\u00fcber vorindustrieller Zeit betr\u00e4gt laut dem j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichten Synthesebericht des Weltklimarats IPCC 1,1 Grad. Die World Meteorogical Organization WMO gibt auf seiner Website eine Temperaturerh\u00f6hung von 1,14 Grad Celsius im 10-Jahres-Durchschnitt f\u00fcr den Zeitraum 2013-2022 gegen\u00fcber im Vergleich zur vorindustriellen Basislinie von 1850-1900 an. Beide Werte weisen ein Plus\/Minus hinter dem Komma auf, aber wesentlicher als diese Unsch\u00e4rfe beim Anstieg der globalen Mitteltemperatur sind die gro\u00dfen Unterschiede zwischen den L\u00e4ndern je nach Breitengrad. W\u00e4hrend f\u00fcr Deutschland bereits plus 1,7 Grad Celsius zu Buche schlagen sind weiter n\u00f6rdlich bis zu plus drei Grad.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">Nach derzeitigem Trend, mit den aktuellen Aktivit\u00e4tsniveau der Staaten, ist laut Weltklimarat eine Erderw\u00e4rmung von 3,2 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts zu erwarten.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Bereits bei 3 Grad Celsius Temperaturanstieg ist unter anderem eine Verdoppelung bis Verdreifachung der hitzebedingten Todesf\u00e4lle in Europa zu bef\u00fcrchten.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Selbst wenn international alle Zusagen eingehalten w\u00fcrden (und danach schaut es nicht aus), muss man mit einer Erderw\u00e4rmung von 2,5 Grad rechnen.&nbsp;&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Der Meeresspiegel steigt immer schneller; die Geschwindigkeit hat sich seit 1900 durch die Erderw\u00e4rmung auf 3,7 mm pro Jahr verdreifacht.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Bereits bei 2 Grad Erderw\u00e4rmung wird in S\u00fcdeuropa ein Drittel der Bev\u00f6lkerung von Trinkwasserknappheit betroffen sein. Auch die Landwirtschaft und Gartenbau wird darunter leiden.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Bei einem Temperaturanstieg \u00fcber 3 Grad Celsius w\u00fcrden sich die Sch\u00e4den durch K\u00fcsten\u00fcberflutung bis Ende des Jahrhunderts mindestens verzehnfachen.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">\u00d6kosysteme wie Regenw\u00e4lder, Feuchtgebiete und Korallenriffe k\u00f6nnen sich vermutlich nicht schnell genug anpassen und drohen zu verschwinden.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Das Gros der durchgerechneten Klimaszenarien ergibt eine mittlere Erderw\u00e4rmung zwischen 1,8 und 3,9 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts. Das hei\u00dft, der Temperaturanstieg wird mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit innerhalb dieser Spannen liegen. Hei\u00dft auch: Das 1,5 -Grad-Ziel von Paris kann wahrscheinlich nicht erreicht werden. Daf\u00fcr m\u00fcssten die globalen Treibhausgase schon bis 2030 um 45 % reduziert werden, bis 2035 um zwei Drittel bis zur Mitte des Jahrhunderts um 100 %. Das sind die Notwendigkeiten, \u00fcber die Politik global und in Deutschland gerne hinwegsieht. Der IPCC moniert au\u00dferdem, dass immer noch mehr Geld in fossile Energie und fossile Infrastruktur flie\u00dft als in Klimaschutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der Weltklimarat wurde 1988 von der World Metereological Organization WMO und der UN-Umwelt-organisation UNEP gegr\u00fcndet, fasst regelm\u00e4\u00dfig die wissenschaftlichen Kenntnisse \u00fcber den Klima-wandel in Berichten zusammen, die unter anderem auch als Grundlage f\u00fcr die UN-Klimakonferenzen dienen. Der n\u00e4chste, der 7. Bericht Assessment Report wird in Teilberichten voraussichtlich ab 2027 erscheinen. (rk)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Quelle:<\/em> <em>\u201eBangen um das 1,5 Grad-Ziel\u201c, Christoph von Eichhorn, S\u00fcddeutsche Zeitung, 21.03.2023<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n\n\n<div data-schema-only=\"false\" class=\"wp-block-aioseo-faq\"><h3 class=\"aioseo-faq-block-question\"><\/h3><div class=\"aioseo-faq-block-answer\">\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neues EEG Photovoltaik in Deutschland: Ende einer Erfolgsgeschichte? klimaseite.info, 25.08.2026 25 Jahre Photovoltaik mit fester Verg\u00fctung Das EEG, das die Verg\u00fctung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (EE) regelt, gibt es seit dem Jahr 2000. Es ist eine Erfolgsstory. 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