Klimachronik

1. Der Rhein-Pegel fällt mit 24 cm bei Kaub auf niedrigsten Stand seit 1880. Frachtschiffe können den Rhein derzeit nicht mehr voll beladen ​befahren, sodass Güter auf mehrere Schiffe verteilt werden müssen. Auch auf der Donau ist der Wasserstand ungewöhnlich niedrig.

2. Der US-Bundesstaat Washington erlebt die schwersten dokumentierten Waldbrände in der Region. Hunderte Gebäude der Stadt Spokane wurden zerstört, Tausende müssen fliehen.

3. Die Brände westlich von Athen weiten sich aus. Rund 500 Feuerwehrleute sowie freiwillige Helfer sind im Einsatz. Bei Löscharbeiten kollidierten zwei Hubschrauber – zwei der Piloten kommen beim darauffolgenden Absturz ums Leben.

4. Italien ruft wegen der Hitzewelle mit Temperaturen bis 40 Grad Celsius die höchste Warnstufe für alle 27 Großstädte aus. In Österreich ist es ebenfalls ungewöhnlich heiß und trocken. In Wien wird eine Rekordtemperatur von 41 Grad Celsius gemessen.

5. Nach dem vergleichsweisen feuchten Februar ist in Bayern seit März in jedem Monat zu wenig Regen gefallen. Die Böden sind extrem trocken. Die Landwirte erwarten Einbußen bei der Ernte von Mais und Kartoffeln und beim Grünschnitt.

6. Die Rekordgewinne der Ölkonzerne im zweiten Quartal 2026 rufen Kritiker auf dem Plan, die auf die durch fossile Energieträger verursachte Erderwärmung hinweisen.

7. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert angesichts der anhaltenden Hitze einen „nationalen Kraftakt für die Wasserversorgung und die Klimaanpassung“ in den Kommunen. „Bereits jetzt ist die Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland von akutem oder strukturellem Grundwasserstress betroffen“, sagt der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes, Ralph Spiegler. Jeder Hitzetag koste die Wirtschaft viele Millionen Euro wegen sinkender Produktivität. Die Kommunen allein könnten dieses Problem nicht lösen. Eine dauerhaft gesicherte Finanzierung durch Bund und Länder sei nötig.

8. Im Mittelmeer vor Mallorca steigt die Wassertemperatur auf 33 Grad Celsius.

9. Wegen sich rasant ausbreitender Waldbrände hat die westkanadische Provinz British Columbia den Notstand ausgerufen. Mehr als 20. 000 Menschen sind aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

13. Die Methanverordnung der EU, seit August 2024 in Kraft, verpflichtet die Öl- und Gaskonzerne, den Ausstoß von klimaschädlichem Methan entlang ihrer Lieferkette genauer zu messen und stärker zu reduzieren. Die EU will sie jetzt für drei Jahre aussetzen. Ministerin Reiche tritt entgegen koalitionsinternen Vereinbarungen für das Aufweichen der EU-Methanverordnung ein, was von Umweltminister Schneider kritisiert wird.